Strategie und die Kunst des Friedens

  • Vorab, ich habe dieses Buch von Otake Sensei noch nicht gelesen, aber die Thematik hört sich recht interessant an.

    Ja, der Titel hört sich tatsächlich interessant an,

    aber von dem Autor habe ich noch nichts gelesen,

    und für einen Laien wie mich scheint da eine Diskrepanz zwischen Buchtitel und Inhaltsverzeichnis zu bestehen.

    Der 'Strategie' ist da nur ein Kapitel von fünf gewidmet, und die 'Kunst des Friedens' scheint wohl nur in dem Kapitel zur Philosophie zur Sprache zu kommen.

    Ich glaube nicht, dass ich aus lauter Neugierde das Geld für den Kauf investieren werde,

    aber ich würde mich freuen, wenn jemand, der es schon gelesen hat,

    eine etwas ausführlichere Rezension dazu schreiben würde ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.
    (Alfred North Whitehead, Logiker und Philosoph, 1861-1947)

  • Der Buchtitel bezieht sich auf einen zentralen Lehrsatz unserer Schule Tenshin Shô-den Katori Shintô-ryû Heihô:

    heihô wa heihô nari [兵法は平法なり]


    Es handelt sich dabei auch um ein Wortspiel.

    Die Zeichen des ersten Heihô, welches auch Hyôhô gelesen werden kann, ist die Bezeichnung für Strategie/Kunst des Krieges. Gemeint ist damit ein ganzheitliches System das Ausbildungsmethoden (bujutsu/bugei), Strategische und Taktische Lehren als auch religiöse und philosophische Lehren in sich vereint.


    Das zweite Heihô wird mit den Zeichen für Kunst des Friedens geschrieben.


    Es bedeutet also soviel wie: Die Kunst des Krieges ist die Kunst des Friedens.

    Gemeint damit ist das der Sinn unseres Trainings darin liegt uns eine solche Stärke anzueignen, körperlich als auch geistig, das wir um zu Siegen nicht mehr kämpfen oder im besten Fall töten müssen und die Anwendung unserer Kampfkunst nur gestattet ist um den Frieden zu erhalten.


    Disclaimer: Ich habe das Buch selber noch nicht gelesen und ich besitze es auch noch nicht.

  • @ Kajihei:


    Ich denke, solche Bücher (mitunter - wie hier - geschrieben von wichtigen Lehrern des/r jeweiligen Schule/Linie/Zweigs) sind in erster Linie interessant für Schüler des/r jeweiligen Stils/Zweigs/Linie. In zweiter Linie sind sie oder zumindest Teile von ihnen dann vielleicht auch noch interessant für Leute, die sich generell für jap. Kampfkunst(schulen)geschichte interessieren oder aus welchen Gründen auch immer für die Geschichte einer ganz bestimmten Schule - in diesem Falle halt die Tenshin Shôden Katori Shintô Ryû (TSKSR).


    Ich selbst werde mir das Buch sicherlich irgendwann einmal besorgen, habe aber bereits das "Katori Shinto-ryu: Warrior Tradition" vom selben Autor, das fast (!) soetwas wie eine Zusammenfassung seiner früheren dreiteiligen Buchserie "KATORI SHINTO RYU: THE DEITY AND THE SWORD" aus den 1970ern ist. Dem neuen Buch aus dem Eröffnungspost wird man sicherlich ein paar zusätzliche Infos im Vegleich zum "Warrior Tradition" abgewinnen können, nur weiß ich leider trotz bekanntem Inhaltsverzeichnis noch nicht, wie groß dieser Anteil letztlich ausfallen wird, weswegen das Buch nicht ganz oben auf meiner Prioritätenliste steht.


    Sagt man Otake sensei, sollte man als Gegenpart auch Sugino (Yoshio) sensei nennen (das geht natürlich nicht an Dich, sondern an mich selbst, da ich von Beiden weiß). Dieser hat das bereits 1941 erschienene "Tenshin Shôden Katori Shintô: Budô Kyôhan" geschrieben, das schon allein wegen seiner Entstehungszeit interessant ist. 2010 erschien die empfehlenswerte dt. Übersetzung von Ulf Rott, einem hohen Schüler/Lehrer der TSKSR (für uns hier weniger interessant: letztes Jahr erschien eine vom Cover her von der dt. Ausgabe nur farblich abweichende engl. Übersetzung). Ich habe gestern abend mal kurz die dt. Übersetzung mit dem jap. Original im Schuber von 1941 verglichen. Beide sind von der Größe und Dicke sehr nah beieinander, inhaltlich ja sowieso und optisch ist die Übertragung auch gut gelungen. Einziges "Manko" - aber das ist im Grunde schon wieder reine Erbsenzählerei - sind die (S/W-)Bilder, die im Original ein wenig detailreicher und auch von den Tönen etwas umfangreicher her sind (ich nenne das immer den Copyshop-Effekt).



    Ich mag (weil das sich aneignen von Dingen Zeit erfordert) die laut Wörterbuch wohl ebenfalls mögliche Übersetzung "Die Kriegskunst/Kunst der Strategie wird zur Methode/Kunst des Friedens." - nur als kleine, unwichtige Randbemerkung.



    Japanisch als Sprache bietet sich nun mal hervorragend an für Wortspiele. Dazu gibt es unzählige Beispiele aus vielen Lebensbereichen.

    Eigentlich eine schöne Sache, nur an dem, wozu (u.a.) das in Europa/dem Westen in den aus Japan importierten Kampfkünsten oder von diesen inspirierten neuen Stilen geführt hat, daran knabbern wir ja noch heute (Jûdô ist sanft und ohne gefährliche Techniken etc. etc.). ;(


  • Eigentlich eine schöne Sache, nur an dem, wozu (u.a.) das in Europa/dem Westen in den aus Japan importierten Kampfkünsten oder von diesen inspirierten neuen Stilen geführt hat, daran knabbern wir ja noch heute (Jûdô ist sanft und ohne gefährliche Techniken etc. etc.). ;(



    Stimmt... aber das liegt ja nicht am Absender, sondern am Empfänger. ;)