Combatives

  • Ich möchte in diesem Thread mal versuchen, den Begriff Combatives ein wenig näher zu erläutern.

    Zunächst einmal:


    Combatives sind keine Kampfkunst und auch kein Kampfsport , da weder eine zugrunde liegende Philosophie noch ein Wettkampfgedanke enthalten sind.


    Combatives sind auch kein geschlossenes System…was funktioniert, ist „Combative“.

    Combatives ist ein Überbegriff für alle Techniken/Anwendungen/Strategien, die einem im Nahkampf nützlich sein können.


    Hierbei steht der direkte Bezug zur realen Anwendung klar im Vordergrund. Auch wenn der unbewaffnete Nahkampf zu Selbstschutz-Zwecken einen großen Teil ausmacht, sind auch Konzepte mit und gegen Nahkampfwaffen und sogar Schusswaffen (z.B. Weapon Retention) Teil der Combatives.

    Der Begriff bzw. die Idee der Combatives -wie wir sie heute kennen- ist um die Zeit des zweiten Weltkrieges entstanden, als Angehörige verschiedener Armeen (v.a. Briten und Amerikaner) begannen, sich Gedanken über die Systematisierung von Schutztechniken zu machen. Es wurden Ausbildungskonzepte geschaffen, um den Anforderungen eines „modernen Krieges“ gerecht zu werden (Close Quarter Combat oder Hand 2 Hand)

    Diese Konzepte wurden dann über die Jahrzehnte von anderen Armeen, Behörden und auch Personen des zivilen Lebens aufgegriffen, erweitert, abgeändert und teilweise neu strukturiert. Dies geschieht auch heute noch ständig.


    Innerhalb der „Combatives-Szene“ gibt es durchaus eine ganze Menge an Systemen und Marken. Hier mal ein paar Beispiele:

    - Krav Maga

    - Kapap

    - Systema

    - Alpha Combat System

    - S.P.E.A.R.-System

    - Urban Combatives

    - Keysi


    Gemeinsam haben alle diese Systeme, dass ausschließlich auf Anwendung in der realen Auseinandersetzung hin trainiert wird.


    Die Herangehensweisen können dabei ganz unterschiedlich sein, wobei sich viele Systeme durchaus stark ähneln.

    In den letzten Jahren hat sich zudem ein Trend entwickelt, auch die psychologischen und physiologischen Faktoren einer Auseinandersetzung mit einzubeziehen.

    Um eine Anwendbarkeit unter Hochstress zu gewährleisten sind heute u.a. auch Themen wie Stressmanagement ein integraler Bestandteil vieler Combatives-Systeme.


    Ein wichtiges Kriterium bei den Combatives ist zudem die Art, zu trainieren: Der Übungspartner ist nicht gewährend und nachgebend. Es wird gegen den Übungspartner trainiert, nicht mit ihm.

    Nur so können Techniken auch auf ihre Funktionalität überprüft werden.


    Wie sagte schon Tony Blauer, der Gründer des S.P.E.A.R.-Systems:

    „Wenn du 100 mal geübt hast, dich aus einem Schwitzkasten zu befreien, hast du 101 mal geübt, wie du in den Schwitzkasten hinein kommst“. :)

    So, ich hoffe, ich konnte einen kleinen Überblick über den Begriff der „Combatives“ vermitteln. Natürlich gäbe es dazu noch so viel zu sagen und zu diskutieren, aber dann würde dieser Thread jeden Rahmen sprengen. Viele Sachen sind vielleicht auch ein wenig kurz gegriffen, aber ich hoffe doch, den Begriff der Combatives einigermaßen beleuchtet zu haben. ;)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Wo findet man denn im Ruhrpott Trainingsmöglichkeiten dazu.


    Bitte kein KM :D

    Und selbst wenn du Spagat könntest, hinter her dankt es dir sowieso keiner. - Vater Smoo

  • =O


    Hoppla !


    Ich schreibe später mal mehr dazu ... nur soviel KM/Kapap/ gehören eher nicht dazu ;) - geht man nach der historischen Entwicklung. Und Blauer steht zwar hinter dem Konzept der " Combatives " geht aber einen anderen Weg. Die Wurzeln sind auch älter ... ca. um 1900 herum. Das mal auf die Schnelle - soll keine undifferenzierte Generalkritik sein, aber es ist ein bißchen anders ;).

  • Vielleicht könnt ihr zwei Profis ja einen Wiki-Eintrag dazu machen. :)


    Das wäre auch ziemlich kühl.

    Und selbst wenn du Spagat könntest, hinter her dankt es dir sowieso keiner. - Vater Smoo

  • Ich glaube, es ist im Allgemeinen schwierig, die Fakten ober die Combatives klar zu definieren oder abzugrenzen.

    Ist Krav Maga und Kapap Combatives oder nicht? Zählt Blauer dazu. Hängt vermutlich von der Definition des Begriffs Combatives ab bzw. wie man die Systeme betrachtet.

    Ich hab mich eher auf den Überbegriff der heute als Combatives praktizierten Systeme bezogen und da gehören KM und Blauer aus meiner Sicht dazu (auch wenn Blauer tatsächlich einen sehr eigenen Weg geht, das stimmt! ^^). Ich hatte ja auch geschrieben, dass die Systeme durchaus sehr unterschiedliche Herangehensweisen hatten. :)


    Ich freu mich allerdings immer, was dazu zu lernen. Die Infos, wie ich sie oben beschrieben habe, sind das, was ich gelernt und mir selbst zusammen gelesen habe.

    Natürlich werde ich mein Posting jederzeit auch im Nachgang richtig stellen bzw. editieren. Ich will ja hier keine offensichtlich falschen Informationen streuen! :D

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer