Wie lange geht euer Aufwärmprogramm?

  • Moin,


    ich dachte ich belebe das Forum mit einpaar Threads :D


    Also: Wie hart und wie lange gestaltet ihr euer Aufwärmtraining als Trainer für die Gruppe?


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    In einem Verein war das Aufwärmprogramm so hart, dass ein Weltmeister aus einem kleineren Verband Mühe hatte nicht eine schlechte Figur abzugeben. Das war mein größtes Lob nach langer Durtstrecke. Und einige unserer Just4Fun-Leute waren fitter als er. Damals hatte ich noch andere Ambitionen. Jedenfalls konnte ich dadurch meine Leistungsfähigkeit besser einschätzen.


    Man war ich fit :(


    Bin gerade bei ca. 35 % von dem <- wenn das nicht zu hoch geschätzt ist.


    Das Training ging so:

    15 min Seilchen

    15 min Aufwärmen mit Kräftigungsübungen

    15 min Dehnen

    75 min KS-Training (auch hart) meistens die letzten 20 Min noch mal explizit Kräftigungsübungen <- alles vom Cheftrainer geleitet.


    Sollte ich jemals eine Trainingsstätte auf die Beine stellen, sie wird mit ähnlichem Training "begeistert".


    FG

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Ist immer vollkommen unterschiedlich, was ich im Training vorhabe.

    Zwischen 5 min und auch mal 40 min.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ein 5 Minuten Programm habe ich auch schonmal gemacht - das war dann nur Gelenksreisen und Mobizeug ohne Dehnen.


    Klar ist das individuell.


    Im Verein jetzt, ist es auf 30 min mit Dehnen und Vorbereitung festgelegt.


    Ich persönlich wärme mich für Krafttraining immer wenigstens 15 min auf.


    Für KK-/KS-Training kann ich auch bisl Boxerlauf machen und bin dann so nach 7 Minuten gut Einsatzbereit für ein knackiges Techniktraining.


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    Für SV mache ich mich genau nicht warm.

    Si·g·na·tu̱r
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  • Ich steige dann vom laufen, etwas Gelenkekreisen ins lockere Techniktraining ein.

    Will ich Stressdrills machen, dann wird auch das aufwärmen härter.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ich unterscheide grundsätzlich Aufwärmen vom eigentlichen Training.

    Das Aufwärmen dient der reinen Vorbereitung auf die höhere, spätere Belastung und soll die TN nicht schon auspowern.

    Dauert in der Regel 10 min, einmal von oben nach unten durch.

    Dann geht's in die Spezifika.

    Beim Sparring Pratzen- und Techniktraining um dann in anschl. in den Freikampf einzusteigen , beim Konditionstraining Zirkel mit TKD spezifischen Übungen, beim reinen Techniktraining Techniktraining.

    Alles gewürzt mit BWE's in unterschiedlichster Ausprägung, je nachdem, wow gerade stehen.

    Extremstretching lehne ich ab.

    Unsere Einheiten gegen über 90 min.

  • Ach so, ich selber mach für mich 2 bis 3 mal die Woche ein halbstündigen Dehnprogramm aller grossen Muskelgruppen.

    Bringt mir momentan mehr wie zusätzliches Kraftprogramm und bekommt mir hervorragend.

    Bin ein großer Verfechter von Flexibilität und Lockerheit um daraus Schnelligkeit und letztendlich Energie zu generieren.


    Sehr beliebter Satz von mir: "Du musst fließen, viel lockerer! "

  • Sehr beliebter Satz von mir: "Du musst fließen, viel lockerer! "

    Das sehe ich genauso, deswegen versuche ich fließende Bewegungen schon ins Aufwärmen mit aufzunehmen. Bei Anfängern wundere ich mich immer, weshalb sie nicht einfach langsam mit Schwung und richtig, anstelle schnell Nähmaschine und falsch...


    Bin ein großer Verfechter von Flexibilität und Lockerheit um daraus Schnelligkeit und letztendlich Energie zu generieren.

    Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ein lockerer Muskel zwar ein sehr gesunder ist, aber die, die schon auf Spannung sind, sind auch schneller/stärker.


    Deshalb, so war bis vor kurzem noch gängige Lehrmeinung, sollte man auch vor dem "Hauptprogramm" in dem es um Schnelligkeit geht, nicht statisch dehnen, weil das die Spannung rausnimmt. Weniger Spannung = Weniger Schnell. Auch Reaktion verlangsamt sich. Deshalb hieß es auch, dass man nur dynamisch dehnen soll, wenn man auf Wettkämpfe geht. Das erhöht die Bewegungsamplitude in den Gelenken, nimmt aber die Spannung nicht aus den Muskeln.


    Kumpel von mir meinte, dass das auch schon wieder umstritten ist. ABER ich habe das (u.a.) von Dr. Moosburger! Und auf den ist Phalass :P


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    Welche sind denn eure absoluten Lieblingsübungen?


    FG

    Si·g·na·tu̱r
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  • Wir haben kein Aufwärmtraining.

    Es gibt 30 Minuten gemeinsames Kihôn Training als Bewegungsschulung und dann geht es in die Partnerübungen.

  • Denke es ist immer Abhängig davon, was für eine KS/KK es ist und legt die so passend an.


    Als ich noch Schulleiter war, versuchte ich alles unter zu bringen. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit (Dehnen). Das als Aufwärmphase zu Beginn mit 15-20 min. Danach war dann eher Technik-Training und mal Soft und Semi-Kontakt. Dann noch mal Dehnen... geistiges Sammeln und Feierabend.

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Also ich kann mich dran erinnern so 45 Minuten....Am Besten war immer das Entenwatscheln.....Man gehe in die Hocke und stiefle los.....Dabei immer schön das shinai ruhig halten.


    Kleine Anekdote dazu. Da kam mal ein Fussballer reinund wollte mitmachen. An warum denn nicht. Das Aufwärmen begann...Nach der Zeit haben sich alle 2,3 Minuten kontemplative Ruhe gegönnt. Der Vogel meinte "DAS war das Training. Lasch...im Fussball geht es härter zu..." Er war nicht schlecht ertstaunt das das erst das Aufwärmen war.

  • Ich bin auch schon raus, aber es war ähnlich lange wie Kajihei beschreibt. Viel Laufen in allen erdenklichen Variationen, viel Eigenkörpergewicht-Kraftübungen, Dehnen. Alles stets komplett mit lauten zählen Ichi...Ni...San...Shi. Jeder war z.b. dran mit bestimmten Übungen bis zehn zu zählen. Je nach Teilnehmerzahl war das schon heftig.


    Allgemeines Aufwärmen ging in Grundtechniken über Grundschläge bis zum Erbrechen. Es ist deswegen schwierig zwischen reiner Aufwärmung und eigentlichen Training zu unterscheiden. Das war schon auspowern. Pausen gab es keine. Die Einzige "Pause" war der Zeitpunkt in dem Rüstungen angezogen wurden.

  • Am Besten war immer das Entenwatscheln....

    Hey Kaji,


    war letzens auf einem Lehrgang für Zirkeltraining. Dabei wurde dann ganz allgemein gefragt "Welche Übungen sind denn heute noch verboten?"


    Da kam dann die Vermutung "Bankdrücken bis zur Brust."


    Der nächste "Kniebeugen im Spitzenwinkel unter 90°"


    Dann ich: "Nein, alles erlaubt, solange man keine Krankheiten hat, die das auch nur irgendwie einschränken und wodurch man Gefahr läuft es zu verschlimmern. Außerdem dürfen Schaniergelenke nicht gekreist werden."


    Der Lehrgangsleiter: "Fast richtig. Es gibt fast keine Schaniergelenke. Fußkreisen ist OK. Hüftekreisen auch. Aber der Entenwatschelgang wurde identifiziert für die meisten Knieprobleme."


    Dann ich wieder: "Aber so ist doch OK?" <- Vorgemacht, dass man die Füße auch nicht seitlich wegziehen muss, und die Füße halt nach vorne zeigen.


    Wurde dann bestätigt.


    Deshalb die Frage an dich: Wie habt ihr den Watschelgang früher gemacht? War das der, wo man quasi die Füße seitlich wegzog, so im Halbkreis? Oder seid ihr so leicht hüpfend gegangen, sodass die Füße ordentlich nach vorn abgesetzt werden konnten?


    FG

    Si·g·na·tu̱r
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  • Als ich es noch konnte...

    ...wenn ich frisch war, ordentlich,

    ...wenn ich fertig war, nachgezogen.


    Ein gesunder Körper kann auch Übungen machen, die von der Belastung suboptimal ist.

    ABER: Die Wenigsten wissen um Ihren Körper und die Meisten überschätzen sich und hören nicht auf die Signale.


    Man oh man... was haben wir früher für einen Unsinn gemacht um unsere Grenzen auszutesten. Und - kein Witz - ich kann immer noch meinem Training nachgehen :thumbsup:

  • Ich bin zwar nicht Kaji, aber als Kendoka war ich gefühlt 1 Million mal in der Hocke.

    Beim Aufwärm-Entengang ist jeder gewatschelt, wie er watscheln konnte. Da gab es kein Watscheltechnik-Kurs.

    Ganz beliebt waren alle Arten von Grundschlägen Hidari/Migi Men und Do, sowie Kote in der Hocke. Bei links/ rechts Übungen hat man in der Hocke hüpfend die Fußstellung gewechselt, bei "geraden" Techniken ist man in der Hocke vor und zurück gehüpft. Das war schon recht heftig und nicht sehr "beliebt". Ich habe mich da regelmäßig mit der Hakama verheddert. Die Füße hier waren parallel nach vorn gerichtet, die Hacke hinterer Fuß logischerweise hoch.


    Habe übrigens aufgehört, weil meine beiden Knie im A... sind.

  • Ein gesunder Körper kann auch Übungen machen, die von der Belastung suboptimal ist.

    ABER: Die Wenigsten wissen um Ihren Körper und die Meisten überschätzen sich und hören nicht auf die Signale.

    Guter Einwand Drax!


    Ich verknüpfe mal beide Sätze.


    Das Kopfkreisen zur "Gelenksmobilisation" ist total rausgekickt worden. Das wurde zu intensiv gemacht und die Wirbel sind dafür nicht ausgelegt.

    Das Kopfnicken, zur Seite schauen und auch schräg nach oben und unten sollte das dann ersetzen.


    Ein Trainer meinte mal, dass er davon auch gehört habe, und deshalb nur zur Hälfte jeweils kreist. Also Blick nach links, Kinn über die Brust nach rechts. Und dasselbe zurück. Dann Kinn nach links, über den Nacken nach rechts. ABER niemals im ganzen Kreis... Ich weiß da bis heute nicht was korrekt ist.


    Daher halte ich das jetzt so.


    Zur Seite blicken und hoch und runter nicken und schräg nach oben und unten ist OK. Jede Position drei mal. Das dürfte zur Austarierung etwaiger Blockaden ausreichen und trotzdem noch bisl Muskeln lockern, aktivieren und die Gelenke zür Hyaluronproduktion anregen.


    Wie stehst du dazu?


    FG

    Si·g·na·tu̱r
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    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Hmmm....

    Im Training (Gruppe) mache ich den "Bären", d.h. Ich gucke links nach oben und führe mein Kin über die Brust zur anderen Seite, wo ich auch wieder nach oben schaue.

    So vermeide ich, dass jemand wie irre seinen Kopf kreisst :-)


    Wenn ich für mich alleine bin und übe (Lockerung, Dehnung etc. ) kreise ich auch hin und wieder meinen Kopf.

    1. funktioniert es ohne Probleme
    2. habe ich für mich das Gefühl, das es einen Lockerungseffekt bei gleichzeitiger Dehnung hat


    Dogmen interessieren mich nicht so richtig, da sie sich z.B. in Richtung Sportmedizin (funktionale Gymnastik etc.) regelmäßig widersprechen/widerlegen.

    Also greife ich auf den Erfahrungsschatz meiner Tätigkeit zurück, beobachte und fühle.


    Das heißt jetzt nicht, dass neue Erkenntnisse nicht in mein Training einfließen.

    Aber die meisten Sachen sind auf Otto-Normalverbraucher ausgerichtet.


    Und das bin ich nach 47 Jahren Taekwon-Do, Judo und Fitness sicherlich nicht.

    Habe diesbezüglich auch schon einige Diskussionen mit diversen Ärzten gehabt, die mir aber letztendlich fast immer zugestimmt haben.