Wehrfähigkeit : Definition des Ziels eines ordentlichen Selbstverteidigungstrainings

  • Guten Tag zusammen,


    wenn wir über Selbstverteidigung (SV) sprechen, dann ist ein sehr großes Feld eröffnet. Schon die Frage danach, ob die Kampfkünste (KKe) nun von der SV zu unterscheiden sind oder ob die KKe die SV enthalten, ist äußerst komplex zu beantworten.


    Meiner Ansicht nach hat sich ein Großteil der KKe und auch Kampfsportarten (KSa) zu weit von der Selbstverteidigung entfernt - oftmals wird viel zu kooperativ trainiert; zu phantasierte Technikabfolgen einstudiert; manchem Verein nach auch falsche Techniken eingeschliffen.


    Was ich auch deshalb als sehr bedenklich wahrnehme, weil dann SV-Systeme auf den Markt kommen und gar nicht genau definieren, wohin die Reise geht. Schon gar nicht wird saubere Technik gelehrt. Dies wiederum, saubere Techniken, lernt man in den KKe/KSa ganz sicher. Diese neuen SV-Systeme zeigen dann "Pseudotransparent" wie man sich dort über Urkunden zu irgendeiner Art Trainer ausbilden lassen kann, was manchem Verband nach sicher seriös sein kann. Viel zu oft bekommt aber ein guter Boxtrainer auch viel zu leicht eine solche SV-System-Chievinstructor-Urkunde o.Ä.. Um dem etwas entgegen zu wirken, wäre doch gut, wenn man gemeinsam definieren kann, wo das eigentlich Ziel ist.


    Dass man schließlich immer weiter üben kann, steht hierbei nicht zur Debatte.


    Daher frage ich jetzt ganz offen in die Runde:

    - Was ist Wehrfähigkeit?


    Das heißt: Wie definiert man das, und wie lange braucht man dafür ein gewisses Niveau zu erreichen?


    ---


    Wie wehrfähig kann man werden, wenn man stark eingeschränkt ist, weil man:

    - im Rollstuhlsitzt?

    - blind ist?

    - Gelenke steif oder gegipst hat?


    FG

    Nur weil man hübsch ist, heißt es nicht, dass man dumm ist. Man kann auch beides sein.

    - Laura, 20, Germany's next Topmodel Kandidatin

  • Wehrfähigkeit:

    Die Fähigkeit sich gegen einen unmittelbaren Angriff zur Wehr zu setzen.


    Wie lange braucht man dafür:

    Manche werden diese Fähigkeit nie entwickeln, andere haben sie förmliche mit der Mutter ich aufgesogen.


    Ganz ehrlich:

    Ich trainiere nicht der SV wegen, sondern weil Taekwon-Do mein Leben bereichert.

    Diese ganze SV Diskussion habe ich schon gefühlte 1000 mal geführt, ohne zu einem Konsens zu kommen.

    Wenn eben jemand meint, das hinter jeder Ecke ein potentieller Angreifer auf ihn wartet, bitteschön.

    Ich liebe das Leben, die Menschen und meine Mitwelt und muss mich nicht ständig hauen oder verteidigen.

    Also können mir die ganzen Hybride auch gestohlen bleiben, ich mach mein Ding und gut ist.

  • Wehrfähigkeit:


    Die Fähigkeit sich gegen einen unmittelbaren Angriff zur Wehr zu setzen.


    Wie lange braucht man dafür:

    Manche werden diese Fähigkeit nie entwickeln, andere haben sie förmliche mit der Mutter ich aufgesogen.

    Dem stimme ich vollumfänglich zu!


    Diese Sichtweise kann ich respektieren, teile sie aber nicht.

    Als Selbstschutz-Trainer sehe ich wahrlich nicht hinter jeder Ecke einen Angreifer lauern. Ich bin selbst ein überzeugter Humanist und Menschenfreund und glaube auch in vielen Teilen noch eher an das Gute im Menschen als ans Gegenteil.

    Ich sehe auch keinen Sinn darin, SV-Interessierte zu paranoiden Kampfmaschinen auszubilden, die dann alá Robocop oder Terminator nur noch ihre Umgebung auf potentielle Gefahren scannen. Das ist Unfug, zumal wir in Deutschland wirklich in einer sehr sicheren Umgebung leben (mal mehr mal weniger, ich weiß).

    Ich werde aber auch nicht müde darauf hinzuweisen, dass das ständige Vergleichen von KKs/KS mit SV/Hybriden ein vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist. TKDler sind nicht alle wettkampf-gierige Hampelmänner und SVler sind nicht alle paranoide Profi-Killer. ;)

    Aber was SV angeht, halte ich es mit einer ganz einfachen Regel: Lieber können und nicht brauchen als brauchen und nicht können. Das ist wie mit dem Erste-Hilfe-Kurs.


    Was ich auch deshalb als sehr bedenklich wahrnehme, weil dann SV-Systeme auf den Markt kommen und gar nicht genau definieren, wohin die Reise geht. Schon gar nicht wird saubere Technik gelehrt. Dies wiederum, saubere Techniken, lernt man in den KKe/KSa ganz sicher. Diese neuen SV-Systeme zeigen dann "Pseudotransparent" wie man sich dort über Urkunden zu irgendeiner Art Trainer ausbilden lassen kann, was manchem Verband nach sicher seriös sein kann. Viel zu oft bekommt aber ein guter Boxtrainer auch viel zu leicht eine solche SV-System-Chievinstructor-Urkunde o.Ä.. Um dem etwas entgegen zu wirken, wäre doch gut, wenn man gemeinsam definieren kann, wo das eigentlich Ziel ist.

    Da sprichst du eine bedenkliche aber vorhandene Entwicklung auf dem Markt an. Wo de Reise hingeht ist eigentlich klar: Die Fähigkeit, sich und auch andere im Ernstfall schützen zu können. Dass da verschiedene Systeme unterschiedliche Lösungsansätze bieten, ist klar und zu begrüßen.

    Dass aber inzwischen jeder Depp sein "eigenes SV-System" aufzieht und vermarktet ist hingegen nicht zu begrüßen. Diese ganze Urkunden-Sache ist ohnehin ein Witz, da Urkunden ja bekanntlich nichts über eine reale Wehrfähigkeit aussagen...außer man kann sich mit einem Blatt Papier effektiv verteidigen.

    Ich würde mir oft wünschen, dass Trainer mal mehr klar machen, was ihr Background ist und bei welchen Kollegen sie sich "bedient" haben. Nur leider sehen es ebensolche Trainer oft als wichtig an, zu betonen, dass ihr System GANZ ANDERS ist als die anderen und sie auch von niemandem beeinflusst wurden. Aber wie heißt es so schön? Lieber gut zitiert als schlecht selbst verfasst".

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Da sind wir dann auch einer Meinung! :thumbsup: