Diskussions-Kultur

  • Was das kurze und knackige betrifft, was auch aus dem Job mitschwingt, muss man mMn. halt unterscheiden, ob ich plaudern will oder ob ich Informationen austauschen will.

    Bei letzterem bevorzuge ich kurze, klare Aussagen, in denen es um den Inhalt geht. Dieser auf den Punkt gebracht und mit einer kurzen, schlüssigen Argumentation.

    Wenn ich plaudere kommt man von einem Thema auf das andere und führt auch Nebenschauplätze ein oder holt sehr weit aus.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • In einer Diskussionskultur wie hier explizit eingefordert- nicht vom TE- gehört es allerdings auch dazu, seine eigenen Aussagen im Nachgang noch einmal zu überdenken und, sofern nötig zu überarbeiten.

    Es gehört auch dazu, die gemachten Aussagen anderer zu anzunehmen und sich auf ihren Inhalt zu konzentrieren.

    Es gehört nicht dazu, sich hinzusetzen und anderen ein ( wie nannte Smoo es ? ) Mimimi vorzuwerfen und selbst dieses Verhaltensmuster wiederholt an den Tag zu legen.




    Ich hoffe ich habe mich da klar ausgedrückt.

    Ja Herr Oberst!


    Dieser Satz stößt mir persönlich immer wieder übel auf, da er eine weitere Diskussion ausschließt.


    Vielleicht sollten wir mal wieder auf das Ursprungsthema zurückkommen, geklärt ist nämlich weiterhin nicht, wie weiter mit der Thematik umgegangen werden kann. Eine Festlegung der Textlänge ( manch einer braucht eben länger um seine Gedanken in Worte zu fassen) ist in meinem Augen nicht machbar. Wichtiger erscheint mir, dass in einer Diskussion am Thema geblieben wird, nicht auf Nebenschauplätze ausgewichen wird und so ein Thema verwässert. Das finde ich persönlich anstrengend um den Kern der Aussagen im Auge zu behalten.


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Ich finde, dass hier gerade eine sehr wichtige Eigenschaft in der Diskussions-Kultur angesprochen wird: Die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

    Ich versuche mal, ein wenig vom "Wie es nicht gehört" mehr hin zu einem konstruktiveren Ansatz zu kommen:


    - In eine Diskussion sollte ich mit einem offenen Geist hinein gehen. Ich sollte mir selbst die Möglichkeit offen lassen, mich von einem Standpunkt abbringen zu lassen und neue Denkweisen zu beschreiten.

    - Wenn ich beschließe, mich an einer Diskussion zu beteiligen sollte ich auch die Bereitschaft mitbringen, mich auf mein Gegenüber einzulassen. Dazu gehört der Inhalt genauso wie der Mensch, der diesen Inhalt vertritt. Und wo sich nun mal Menschen beteiligen, ist auch immer der persönliche Stil mit am Tisch. Inhalte zu kritisieren ist der Kern einer Diskussion, den persönlichen Stil zu kritisieren verschiebt die Diskussion jedoch auf die Beziehungsebene, wo diese aber nicht stattfinden sollte.

    - Eine Diskussion lebt von Inhalten. Ich sollte als Beteiligter jedoch auch so viel Engagement mitbringen, meine Meinung selbst zu verfassen und nicht einfach unkommentiert Links zu Zeitungsartikeln oder Youtube-Videos bringen. Entgegen der landläufigen Meinung bin ich als Teilnehmer an einer Diskussion nämlich zunächst einmal in der Bringschuld. Es ist nicht die Aufgabe der anderen Teilnehmer, von einem unkommentierten Link auf meine persönliche Meinung zu schließen.

    - Ich finde, eine Diskussion darf ruhig einmal verwässern. Oft ergeben sich gerade aus diesen Quersträngen sehr interessante Themen. Für mich muss Diskussion nicht effizient sein...zumindest nicht immer. Da wir hier aber in einem digitalen Forum sind, kann man das ganze trotzdem durchaus elegant lösen, indem man einen extra Thread für den neuen Seitenstrang eröffnet.

    - Diskussion darf/soll/muss kontrovers sein, gerne auch hitzig und emotional. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass man sich in das Thema involviert fühlt und dass es einem WICHTIG ist. Nur finde ich, sollte eines dabei immer klar sein: Wir alle hier argumentieren hier auf der Basis unserer persönlichen Erfahrungen, unseres Wissens und manchmal auf einfachen persönlichen Befindlichkeiten oder Annahmen. Davon kann sich niemand ausnehmen. Jemand anderem so etwas jedoch abzusprechen (und es dann selbst einzufordern) geht da für mich gar nicht.

    Am Ende geht's mir da um den Respekt jenen gegenüber, die bereit sind, sich mit mir in einen Diskurs zu begeben, die Zeit aufwenden um mir ihre Meinung zu sagen und auf mein gesagtes eingehen. Ohne gegenseitigen Respekt und Anerkennung ist eine Diskussion von vorneherein zum Scheitern verurteilt.



    Ich wünsch euch allen einen guten Start in die Woche!

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Eine kleine Geschichte, die scheinbar zunächst so gar nichts mit Diskussionstheorie zu tun hat:


    Als ich noch in die Grundschule ging

    (das ist richtig lange her, wie ihr sicher auch an meinen Beiträgen schon gemerkt habt ;) ),

    hatten wir Mädchen eine Handarbeitslehrerin, die uns mit folgender Redensart malträtierte:

    'Langes Fädchen, faules Mädchen'

    zum Sticken hatte man also immer kurze Fädchen zu verwenden,

    und ich hatte das nie eingesehen, denn das ständige Vernähen der Enden war echt nervig,

    und die Notwendigkeit, Garn zu sparen, sah ich auch nicht gegeben,

    und mein Interesse für den Handarbeitsunterricht hielt sich damals ohnehin in Grenzen.

    Nun bin ich neulich mit einer handarbeitsbegeisterten Freundin ins Gespräch über diese alte Geschichte gekommen,

    und die hat mir doch tatsächlich erklärt, dass es durchaus einen Sinn macht, mit 'kurzen Fädchen' zu arbeiten:
    ein langer Faden bietet beim Sticken nämlich in der Tat jede Menge Nachteile:

    Er knotet leichter, und man hat sehr viel Faden durchzuziehen, was nicht nur die Arbeit verlangsamt,
    der Stickfaden verliert dabei auch noch seinen natürlichen Glanz und wird rau.












    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Das ist in der Tat ein nettes Gleichnis. Gefällt mir! :)

    Nur im Gegensatz zum Stricken hat eine Diskussion im Normalfall kein fertiges Produkt zum Ziel.

    Wenn ich in einer Talkshow sitze oder im Bundestag debattiere, dann ist meine Redezeit natürlich begrenzt. Hier tue ich dann gut daran, möglichst viel Inhalt in möglichst wenig Zeit zu packen. Ganz klar.

    In einem digitalen Forum jedoch gibt es weder eine zeitliche noch eine räumliche Begrenzung. Und es geht ja auch nicht darum, am Ende ein fertiges Gesetz oder irgend eine Art von schlüssiger, allgemein-vertretener Konklusion zu erzielen.

    Es geht um den Austausch von Meinungen/Erfahrungen. Mit welchem Ziel jeder in eine Diskussion geht ist ganz individuell.

    Ich persönlich möchte wachsen, meinen Horizont erweitern und einfach mal neue Sichtweisen kennen lernen. Und dazu brauche ich keine kurzen Fäden. Ich habe gerne lange Fäden...dann kann ich schauen, was entsteht, die Dinge quasi auch einfach mal passieren lassen.


    Und wenn ich am Ende keinen Pulli, sondern einen Topflappen in Händen alte, ist das eine nette Überraschung und ich kann mich fragen, wie ich denn da hin gekommen bin. :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Ich frage noch einmal ganz vorsichtig nach: Ist man selbst nicht der schlechteste Ratgeber für sich? Ich glaube, jeder hat verstanden, worum es geht. Das Problem: Man selbst schließt sich hier aus, weil man davon ausgeht, selbst diese Fehler nicht zu produzieren. Aus meiner Sicht gibt es von daher auch nur eine einzige Fehlerquelle: ICH. Wie Perath es nett ausdrückte: Die Notwendigkeit der Selbstreflexion. Leider schaut man immer nur auf den Anderen, weil man das eigene Vorgehen als - selbstvertständlich - korrekt beurteilt. Dabei ist man sich selbst der schlechteste Berater.


    Daher meine Meinung: Jeder fängt bei sich an. Wie? Indem das Wort "Ich" häufiger im Kontext mit "m. E." oder "m.M.n." oder sonst was. Wenn man schreibt: "Das wurde bereits belegt, bitte auch gleich den Beleg bringen. Dazu die Board-Regeln:


    1. (...)
    2. (...)
    3. (...)
    4. (...)
    5. (...)
    6. Bei der Verwendung von Zitaten fremder Quellen ist unbedingt auf die genaue Quellenangabe (z. B. Quelle, Tag der Recherche, usw.) zu achten. Außerdem steht grundsätzlich die Qualität der Quelle im Vordergrund, nicht die Quantität, also möglichst viele Quellen auflisten. Insgesamt ist es untersagt, in einem Posting mehr als drei fremde Quellen zu bennen - alles andere sind Spam-Zitate. Darüber hinaus besteht von Seiten der Administratoren ein hoher Anspruch an eine zitierte Quelle, d. h. eine Quelle sollte kein breites Meinungsbild (Mainstream) spiegeln, sondern explizit klare Fakten zu einem diskutierten Inhalt liefern.
    7. Beim Zitieren anderer Beiträge (Postings) zum Zwecke einer direkten Antwort ist grundsätzlich nur der Text zu zitieren, auf den sich die eigene Antwort bezieht. Das Zitieren eines gesamten Postings ist genauso untersagt, wie das Spam-Zitieren, also das auseinanderstückeln eines eigentlich zusammenhängenden Beitrages. Einerseits werden dadurch Gedankengänge unterbrochen und evtl. sogar falsch wiedergegeben (wodurch eine Diskussion einen völlig anderen Verlauf nehmen kann), andererseits werden Diskussionen hierdurch schnell unübersichtlich und unattraktiv.
    8. (...)
    9. Beim Verfassen eines Beitrages (Postings) ist unbedingt auf eine übersichtliche Formatierung des Beitrages (mind. in Absätzen aufgeteilt) zu achten, eigens hierfür gibt es in der Formatierungsleiste entsprechende Hilfen. Ebenso ist darauf zu achten, dass die Gedankengänge in einem Beiträg nicht zu lang - und damit - zu unübersichtlich werden.
    10. Diskussionen sind das „Herz und die Seele“ eines Forums und spiegeln die jeweilige Diskussionskultur aber auch den Willen wieder, Wissen, Fakten und Erfahrungen möglichst kompakt und übersichtlich zur Verfügung zu stellen. Damit Diskussion qualitativ hochwertig und attraktiv bleiben, nicht unübersichtlich werden und/oder sich Diskussionen im Kreis drehen, liegt es – bevor Sie ein Thema und/oder einen Beitrag schreiben – in Ihrer Verantwortung, die Such-Funktion zu benutzen bzw. sich zuerst in betreffende Themen einzulesen. Sollten Sie dazu beitragen, ein Thema im Kampfkunst-Forum durch…
    • ...zum Thema nicht gehörende Äußerungen (Off-Topic)
    • ...Fragen, die bereits im gleichen Beitrag einige Seiten zuvor beantwortet wurden
    • ...Argumente, die zuvor bereits erörtert wurden
    • ...die Erstellung einer neuen Frage oder eines neuen Themas im Thema selbst
    • ..."Crosspostings" - gleiche Fragen bzw. Inhalte in verschiedenen Foren
    • ...Hinweis auf illegale Aktivitäten, Geschäfte, Versammlungen, Warez, Cracks, usw.

    unnötig zu Ungunsten der Qualität und der Übersichtlichkeit zu beeinträchtigen, werden Sie dafür von den Administratoren bzw. Moderatoren sanktioniert (Verwarnungen bis zum Ausschluss aus diesem Thema oder dem Forum). Bitte wählen Sie deshalb – auch und gerade wenn Sie ein eigenes Thema erstellen – den Namen des Themas und dessen Zugehörigkeit (also unter welchem „Überpunkt“ Sie Ihren Beitrag veröffentlichen wollen) sorgfältig aus! Denken Sie daran, dass Ihr Thema auch - dem Sinn nach - zu dem jeweiligen „Überpunkt“ passen muss.

    Wahrscheinlich aber wird es künftig daran liegen, wie nahe wir uns als Moderatoren an die Board-Regeln halten und auf Verstöße immer wieder hinweisen. Ich nehme mich da mit ein: Es fehlt uns m. E. noch an der Routine, die Board-Regeln in einem gesunden Kontext einzusetzen. Was wir wollen: Übersichtlichkeit und Fachlichkeit. Was wir immer häufiger bekommen: Unübersichtlichkeit und Behauptungen.

  • Genau darum geht es ja in der Selbstreflexion...man könnte auch Kritikfähigkeit oder den Willen zum Umdenken dazu sagen: Ich selbst schreibe natürlich aus meiner Warte heraus, eröffne meine Perspektiven. Dabei kann es natürlich auch mal vorkommen, dass ich mich selbst entweder argumentativ oder emotional verrenne oder übers Ziel hinaus schieße.

    Dann sollte ich aber die Fähigkeit besitzen, das von mir Geschriebene, zumal wenn von anderen darauf hingewiesen, nochmal zu überdenken und ggf. einzulenken.


    Ich finde gar nicht, dass man sich selbst stets der schlechteste Ratgeber ist, oftmals verhält es sich in meinen Augen genau anders herum. Mal ehrlich aus sich heraus agieren und nicht immer das Eigene erst durch den Filter des Anderen laufen lassen. Nur die Reflexion sollte dann trotzdem im Nachhinein noch eine Option sein.


    Wahrscheinlich aber wird es künftig daran liegen, wie nahe wir uns als Moderatoren an die Board-Regeln halten und auf Verstöße immer wieder hinweisen. Ich nehme mich da mit ein: Es fehlt uns m. E. noch an der Routine, die Board-Regeln in einem gesunden Kontext einzusetzen. Was wir wollen: Übersichtlichkeit und Fachlichkeit. Was wir immer häufiger bekommen: Unübersichtlichkeit und Behauptungen.

    Natürlich sind Moderatoren Hüter der Forenregeln und es ist ihre Aufgabe, diese durchzusetzen. Ganz klar.

    Was genau meinst du denn mit einem gesunden Kontext? Nach meiner Erfahrung liegt die Kunst der Moderation nicht darin, die Board-Regeln wie Strafgesetze durchzuprügeln, sondern ein Gefühl dafür zu bekommen, wann etwas noch im Rahmen ist und wann man eingreifen soll/muss. Meinst du das mit dem gesunden Kontext?

    Eine Diskussion ist (wenn richtig geführt) ein lebendiger, heterogener Prozess. Durch Über-Moderation kann daraus aber schnell eine Halbkontakt-Debatte mit hochgeklapptem Visier werden, da jeder mehr darauf achtet, die Mods nicht zu verärgern anstatt aus Überzeugung zu argumentieren.

    Im Übrigen bin ich nicht der Meinung, dass diese Problematik hier wirklich vorliegt.


    Ich habe mich als Mod immer wieder selbst befragt: Sind meine Überzeugungen/Ansichten als Mod auf alle Teilnehmer in der Diskussion anwendbar? Was ist denn übersichtlich oder unübersichtlich? Ab wann muss ich da als Mod eingreifen? Nur weil ICH etwas als unübersichtlich empfinde hat das ja noch lange keinen Objektiven wert.

    Man könnte sagen: Als Moderator sollte ich den kategorischen Imperativ von Kant immer als meine oberste Handlungsanweisung anlegen. :D

    Ich hatte stellenweise sogar das Gefühl, dass sich die Community oft selbst ganz gut reguliert.


    P.S.: An Behauptungen ist nichts schlimmes, wenn sie auch als solche angeführt und nicht als objektiver Fakt dargelegt wird. ;) Ob nun eine Behauptung oder ein Fakt eine gute Diskussion anstößt, ist mir herzlich wurscht. Aber auch hier gilt natürlich: Wer etwas behauptet, sollte sich auch vom Gegenteil überzeugen lassen können. Wer Fakten anführt, muss das nicht. Aber über Fakten wird ja auch wenig diskutiert...warum auch?

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Zunächst einmal glaube ich, auch jeder Mod weiß, was unter "übersichtlich" und "unübersichtlich" zu verstehen ist. Problem hierbei ist tatsächlich das Timing: Wann greift man ein? Eigentlich kann ein Mod dabei nie richtig agieren, wobei "richtig" im Sinne von "aus der Sicht der Diskutierenden" gemeint ist. Es geht ja auch nicht darum, einen Diskussionsfluss zu stören, es geht wohl aber darum, z. B. die Übersichtlichkeit eines Themas, so gut es geht, zu erhalten. Es geht auch darum, Behauptungen von Fakten zu trennen, da m. E. gerade im Kampfsport genau damit jongliert wird - das haben wir hier nunmal häufig erlebt. Da für mich genau dieser Punkt, also die Trenunng von Behauptung und Fakt, ein ganz wesentlicher Teil bei der Erstellung dieses Forums war, wird genau darauf auch mehr geachtet. Und es geht genau darum: Fakten von Behauptungen zu trennen. Ansonsten kann man natürlich nur so mit Behauptungen und Fakten um sich schmeißen...


    Vornehmlich geht es mir allerdings hier um folgenden Punkt: Wir haben klare Regeln und ich unterstelle, dass jeder diese kennt. Bisher habe ich für mich daher als eigentliches Problem den EGO ausgemacht. Sollte das in etwa hinkommen, hat jeder von uns die Möglichkeit, das zu ändern. Was außerdem - aus meiner Sicht auch hier - nicht gewollt ist, einen User zu liken. Dafür habe ich die Likes hier überhaupt nicht eingeführt. Ich beobachte aber, dass es hier immer häufiger um Sympathie- bzw. Stil-Bekundungen geht. Die Likes habe ich hier mit eingebunden, um die Argumentation als solche zu liken. Genau das sollte sich eben auch ändern, sonst machen Likes aus meiner Sicht keinen Sinn, weil sie regelrecht zum Zwecke der Solidarität zu jemanden eingesetzt werden...

  • Ich hatte stellenweise sogar das Gefühl, dass sich die Community oft selbst ganz gut reguliert.

    Dem Gefühl kann ich Dir aus meiner Sicht schon zustimmen. Oftmals liest man mit und denkt, muss ich da jetzt reingrätschen oder kommen die Herrschaften alleine auf das Thema zurück.

    Gottseidank ist das aber recht selten, dass man wirklich in Modfunktion eingreifen muss. Strikte Einhaltung der Boardregeln würde aus meiner Sicht einige interessante Diskussionen verhindern, ein gewisser Ermessensspielraum sollte da immer bei den Mods bleiben, man kennt seine Pappenheimer ;)

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Vorrede: Irgendwie hats mir hier im Forum ein paar Funktionen geschossen. Ich kann z.B. leider grade nicht zitieren. Ich hoffe trotzdem, dass der Kontext, auf den ich mich beziehe, deutlich wird. Liegt das an meinem Browser oder ist dass der Schneefall hier im Forum? :D


    Paladin :

    Für die Trennung von Fakten und Behauptungen halte ich persönlich ein Forum für das komplett falsche Werkzeug. Für so etwas gibt es Labore, Hochschulen, Redaktionen und Ähnliches.

    In einem Forum sollte diskutiert werden. Und Fakten an sich stehen nun mal inhaltlich nicht zur Diskussion. Wohl aber Behauptungen. Du hast vollkommen recht, Paladin...behauptet wird viel. Nur ist es auch das Recht eines jeden Einzelnen, Dinge zu behaupten. Immerhin stellt er sich mit seiner Behauptung auch in der Diskussion zur Verfügung.

    Gegen Behauptungen ist doch überhaupt nichts einzuwenden. Auch muss eine Behauptung ja nicht immer falsch sein. Zunächst bleibt eine Behauptung dem Fakt gegenüber nur den Beweis schuldig.

    Schwierig wird's in meinen Augen erst dann, wenn Leute Behauptungen als Fakten präsentieren und eigentlich keine Diskussion, sondern nur Zustimmung wollen.


    Ein Beispiel: Ich behaupte, dass ich kämpferisch allen anderen Usern hier im Forum überlegen bin.

    Ist diese Behauptung falsch? Nein, genauso wenig, wie sie richtig ist. Erst, wenn ich jeden einzelnen User hier im Forum im Zweikampf besiegt habe, kann ich meine Behauptung als bestätigt ansehen und sie damit zum Fakt erheben.

    Wenn ich sage, dass ich erwiesenermaßen allen hier überlegen bin, dann stelle ich nicht meine Behauptung sondern den "Status" meiner Behauptung zur Diskussion.


    Über die Kampffähigkeit lässt sich trefflich diskutieren...auf Grundlage von Erfahrungen, Berechnungen, was weiß ich...aber darüber, ob meine Behauptung jetzt Fakt ist oder nicht zu diskutieren ist nicht zielführend, soviel ist klar!


    Ich verstehe aber durchaus dein Ansinnen, hier im Forum Fakten von Behauptungen getrennt zu wissen. Da stimme ich auch zu. Äpfel und Birnen und so...



    Was ich jetzt nicht sehe, ist dass hier User geliked werden. Ich kann natürlich nur von mir sprechen, aber ich vergebe Likes ausschließlich für Posts, denen ich inhaltlich zustimme bzw. die mich weiter gebracht haben. Nur kristallisieren sich, und das halte ich für ganz natürlich, mit der Zeit einzelne Teilnehmer heraus, die mir in ihren Inhalten/Denkweisen sehr entsprechen.

    Z.B. haben wir festgestellt, dass Smoo und ich ziemlich auf einer Wellenlänge ticken. Deswegen like ich aber nicht jeden seiner Beiträge, ich habe ihm ja teilweise auch widersprochen. Trotzdem ist es nur natürlich, dass sich viele meiner Likes auf seine Posts konzentrieren, da wir eben eine große Schnittmenge haben.

    Und ich hoffe, dass das bei Likes, die ich freundlicherweise empfange, genauso ist.


    Kibon : Genau das habe ich gemeint! So stell ich mir das vor! :D Dafür kriegst du jetzt von mir auch einen Inhalts-bezogenen Like! ;)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Nachtrag: Das EGO-Problem, das du identifizierst habe ich in keiner Szene so sehr gesehen wie in der Kampfkunst-Szene. Na gut, ein bisschen noch in der Musikszene. Und das Ego diskutiert immer mit, keine Frage. Das ist dann auch die "Schwachstelle", an der Diskussionen schnell unsachlich bis persönlich/beleidigend werden. Das Ego verleiht der Diskussion schnell eine gewisse Wertigkeit, und Wertigkeit im Sinne von Minder- und Mehrwert hat in einer inhaltlichen Diskussion nichts verloren.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Kleine Hervorhebung: Ich like ausschließlich inhaltsbezogen.

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Perath

    Einer der Gründe für die Existenz dieses Forums war, ist und bleibt die Trennung zwischen Behauptungen und Fakten. Wo auch soll hier das große Problem sein? Das von Dir gebrachte Beispiel trifft es nicht, denk da lieber an den Thread, in dem jemand als Fakt hinstellte, jemand in der Kampfsportart XY würde sich schneller entwickeln, als jemand im Kampfsport AB. Das Resultat: Eine sich ewig quälende Diskussion. Sprich: Wenn ein User etwas behauptet und sagte, dass er es behauptet, besteht - aus meiner Sicht - kein Problem. Das Problem entsteht, wenn ein User eine Behauptung als Fakt hinstellt. Eigentlich sollte jeder daran interessiert sein, so etwas zu trennen (allein schon aus Gründen der eigenen psychischen Stabilität), ich bin es auf jeden Fall. :thumbsup: 


    Thema: "Strikte" Einhaltung der Board-Regeln? Jeder kann lesen und jeder hat sicherlich in etwa eine Vorstellung von der Sinnhaftigkeit dieser Regeln. Ich glaube nicht, dass wir hier darüber diskutieren sollten, ob - wenn man auf einige Board-Regeln hinweist - dies gleich als "strikt" anzusehen ist. Letztlich frage ich mich, über was wir hier diskutieren, wenn doch eigentlich alles so läuft? Von daher könnte man dann diesen Thread auch schließen... oder?


    Achso, nochmal die Frage: Man selbst macht ja alles richtig, es liegt an "den Anderen"... kann es sein, dass viele diese Sichtweise entwickelt haben?

  • Das ist in der Tat ein nettes Gleichnis. Gefällt mir! :)

    Nur im Gegensatz zum Stricken hat eine Diskussion im Normalfall kein fertiges Produkt zum Ziel.

    ...
    Und wenn ich am Ende keinen Pulli, sondern einen Topflappen in Händen alte, ist das eine nette Überraschung und ich kann mich fragen, wie ich denn da hin gekommen bin. :)

    ... also mal ganz ehrlich, ich verstehe nicht, warum Dir mein Gleichnis gefällt,

    wenn Du es aufs Stricken beziehst, ist ein kurzer Faden nur wenig sinnvoll,

    es sei denn, man betreibt Resteverwertung ;)

    Ich sprach vom Sticken, da geht man mit dem Faden doch ganz anders um als beim Stricken oder Häkeln,

    mit dem Stickfaden werden Bilder gemalt, und es ist wichtig, die Enden der einzelnen Fäden fein zu versäubern,

    und wenn dort die einzelnen Fäden zu lang sind,

    dann kann das Bild durchaus darunter leiden (siehe Verknotung und Glanzverlust)

    o.k. aber für das lange Häkelfädchen könnte ich Dir schon auch noch ein nettes Gleichnis bieten:

    das hyperbolische Häkeln


    Und ja, Du hast Recht, eine Diskussion, bei der man von vornherein weiß,

    was dabei herauskommen wird, ist ziemlich uninteressant.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ...

    ansonsten gibt es nicht nur 'Behauptungen und Fakten',

    es gibt auch Eindrücke, Erfahrungen, Überlegungen, Fragen, Probleme, Gedankenspiele ...

    es wäre schade, wenn diese Aspekte verloren gingen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • es wäre schade, wenn diese Aspekte verloren gingen ...

    ich präzisiere meine Aussage:

    Meiner Meinung nach wäre es schade, wenn diese Aspekte verloren gingen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Mir scheint, wir verlieren uns hier nun in Wortklaubereien........


    Vielleicht kann man das einfach mit einem Zitat zusammenfassen als Verhaltenskodex.


    Aus dem Roman "Gott bewahre" von Hugh Laurie ( als Schauspieler bekannt als Dr. House)

    Gott: *Seid lieb zueinander* und ging einen kiffen 😀

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • In welcher Folge ist das denn? Der war doch Vicodin abhängig.

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Offtopic!

    Hugh Laurie ist auch Schriftsteller und Regisseur, das Zitat ist aus seinem Buch.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Achsoo, jetzt habe ich verstanden :D


    Hattest ja auch von einem Roman geschrieben, ähnlich wie ich etwa tausendmal von erworbener Kampfroutine. Und irgendwie... naja, da meint einer, ich hätte von den Systemen geredet.


    Das bleibt hier aber auch ohne Offtopicbemerkung stehen.


    Findest du das Fair? Wäre da nicht eher der Hinweis geboten, dass das wohl falsch verstanden wurde? Ich meine, die Sache muss doch klar sein. Das ist wesentlicher Bestandteil jeder Diskussionskultur.


    Die Regeln gelten doch für alle.


    FG

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.