Diskussions-Kultur

  • Ja, Ida, es gibt mehr als Behauptungen und Fakten. Kurz wiederholt geht es um die eigene Sichtweise (ob Behauptung, Erfahrung, Überlegung, Fragen, Problem, Gedankenspiele), die in diesem Forum als solche bezeichnet werden sollten (also als eigene Erfahrung, Überlegung, Frage, Problem, Gedankenspiel, etc.) und - von daher - nicht als Fakt, also eine "gesicherte Realität". Wenn wir davon ausgehen, dass jede individuelle Mitteilung - wie Du sagst - wertvoll ist und nicht verloren gehen soll, verstehe ich nicht, warum es dann nicht auch als eigene Erfahrung, Überlegung, Frage, Problem, Gedankenspiel, etc. in eine Diskussion einfließen sollte? Vielleicht unterliege ich da einem Denkfehler...


    Ich wundere mich ein bisschen über die Reaktion, die m.M.n. aussagen, dass sich eigentlich jeder an die Regeln hält. Wenn das so ist, stimmt die "Diskussionskultur" doch in diesem Forum und das Thema wäre somit abgearbeitet. Frage wäre: Wo genau liegen die Problem... bei "den Anderen"? Wenn mir diese Frage mal jemand beantworten könnte...

  • Wenn ich es richtig verstanden habe so lautet die Kernaussage , dass die Mods auf kürzere Postings bestehen oder darauf hinweisen. Als Folge dessen würden Ideen oder Quergedanken unterbunden.


    Ich habe es für mich zur Kenntnis genommen und werde mal das Ganze "laufen lassen". Mal sehen wohin es dann führt.


    K/

    Nehmt mich nicht ernst- ich mache es ja auch nicht!

  • Paladin...ich habe diesen Thread nicht eröffnet, um euch Mods/Admins zu kritisieren geschweige denn, um Wortklauberei im Sinne von Fakten und Behauptungen zu betreiben.

    Es geht genau um die von dir gestellte Frage: Sind es immer "die Anderen" oder bin ich selbst auch Teil der Diskussionskultur?


    Man könnte ja zwei Modelle ansetzen:


    Modell 1: Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.

    Modell 2: Wenn jeder an alle anderen denkt, ist an alle gedacht.


    Am Ende geht's mir um folgenden Punkt...jeder hier bringt seine ganz persönliche Art der Diskussion hier mit ein. Das ist gut so und erlebe das als Bereicherung. Trotzdem gibt es gewisse gemeinsame Normen, die für alle Anwesenden gelten. Das können geschriebene wie ungeschriebene Board-Regeln sein.

    Und genau wie jeder "normale" User seinen persönlichen Stil mitbringt, bringt ach jeder Mod seine Vorstellungen mit. Und auch das ist gut so.


    Ich hatte nur in letzter Zeit das Gefühl, dass mehr und mehr Meta-Diskussionen stattfinden...es wurde mehr über die Art der Diskussion als über die Inhalte diskutiert. Und in diesem Thread wollte ich diese Beobachtung aufgreifen und alle Interessierten dazu animieren, ihre Vorstellungen von Diskussionskultur zu teilen.

    Das macht es vielleicht dem ein oder anderen leichter, das Post-Verhalten einzelner User nach zu vollziehen und dieses nicht als Abwertung/Provokation/Absicht wahrzunehmen, sprich, die Wertigkeit aus der Diskussion zu nehmen.


    Und um nochmal genau auf Paladins Frage einzugehen: ICH bringe natürlich mein Ego mit in die Diskussion, aber nicht als Projektionsfläche für "die Anderen", sondern weil mein Ego nunmal ein Teil meiner Person ist. Wenn "die Anderen" meinen Diskussionsstil nicht mögen, werde ich ihn deswegen nicht ändern. Denn der ist MEINER. Nichts desto weniger bin ich aber absolut und zu allen Zeiten bereit, mich selbst kritisch zu hinterfragen, wenn mir der Anstoß dazu gegeben von. Egal ob "von den Anderen" oder von mir selbst.



    ida : Die Tatsache, dass ich Sticken und StRicken nicht auseinander halten kann, hat das ganze Gleichnis versaut...das ist peinlich! :D

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Nicht böse sein, aber der ganzen Diskussion hier zu folgen ist mir (meiner Meinung nach) schon wieder zu anstrengend...sleeping-svg

  • Warum sollte da jemand böse sein? Ist doch dein gutes Recht, dieser Meinung zu sein.

    Nur die Tatsache, dass du diese Meinung hier öffentlich gemacht hast und nicht einfach der Diskussion nicht mehr folgst, lässt auf einen Appell bzw. eine Aussage im Subkontext schließen. Oder seh ich das falsch? ;)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Ich präferiere Modell 1, denn bei Modell 2 wird fast immer einer vergessen...

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Warum sollte da jemand böse sein? Ist doch dein gutes Recht, dieser Meinung zu sein.

    Nur die Tatsache, dass du diese Meinung hier öffentlich gemacht hast und nicht einfach der Diskussion nicht mehr folgst, lässt auf einen Appell bzw. eine Aussage im Subkontext schließen. Oder seh ich das falsch? ;)

    Das ist in der Tat eine zutreffende Feststellung. Mit "nicht böse sein" wollte ich eine soziale und emotionale tangierende Komponente in Kontext meiner Kernaussage bringen, um mich intelligenter darzustellen, als ich im Grunde bin... sparkling_wine-svg

  • Das ist in der Tat eine zutreffende Feststellung. Mit "nicht böse sein" wollte ich eine soziale und emotionale tangierende Komponente in Kontext meiner Kernaussage bringen, um mich intelligenter darzustellen, als ich im Grunde bin...

    Und jetzt auch noch Fishing for Compliments! :D Argh, verdammter Subtext! ;)

    Ne, mal ehrlich. Was konkret ermüdet dich denn an der Diskussion über die Diskussion? Die Länge? Die Redundanz? Die Unmöglichkeit, zu einer Konklusion zu kommen? Würde mich wirklich interessieren. :)

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    - Tony Blauer

  • @ Perath:

    Was meinst du denn, wieso es immer kommt, das Diskussionen abdriften?


    Ich sehe den Hauptgrund drin, dass oftmals viele Nebenkriegsplätze angezettelt werden und man sich in ellenlangen Beiträgen verliert. Man ist dann nicht mehr bei einem Thema, sondern eher wie bei Kaffee und Kuchen beim plaudern. Dann bringt ein Dritter noch etwas mit ein, was noch weniger mit dem Thema zu tun hat und schon ist man schwupps ganz wo anders.

    Auf der enderen Seite werden oftmals nur die eigenen Meinungen vorgetragen, die dann in keinster Art und Weise mit Fakten unterfüttert werden. Auch das dient sehr dem sich verzetteln.


    Wenn es um eine konrete Fragestellung geht, ist es für mich sehr dienlich, wenn Person A eine Aussage trifft, diese ggf. an ein, zwei Beispielen verdeutlicht und wenn möglich an einer Studie belegt (Wenn es zu der Kernaussage passt, wie A ist besser als B. Dann bleibt es nicht nur eine eigene Meinung)


    Was keine Diskussion aufkommen läßt, ist das einfache posten von Links, egal welchen Inhaltes, ohne das man selbst was dazu sagt.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Mwaaaah, jetzt geht die Zitierfunktion schon wieder nicht mehr. Dann eben ohne.


    @Schnüffler: Was du sagst impliziert, dass diese Nebenkriegsschauplätze absichtlich aufgemacht werden. Oftmals ergeben sich aber in Diskussionen unterschiedliche Diskussionsstränge, die eben nur einen Teil des ursprünglichen Themas aufgreifen. So etwas kann aber ganz natürlich und aus dem Kontext heraus passieren.

    Kennst du die Sendung "Lebenslinien"? Schau dir mal den Vorspann an, dann weißt du genau, worauf ich hinaus will. :)


    Was mich viel eher stört sind Kurzposts, die mit dem Thema rein gar nichts zu tun haben und oft auch darüber hinaus keinerlei inhaltliche Relevanz beinhalten. Was mich dann noch viel mehr stört ist, wenn diese Kurzposts dann auch noch aufgegriffen werden. Ein kurzer Auslug ins Offtopic kann eine Diskussion durchaus mal entspannen, aber Seiten-weise auf Inhalts-befreite Seiteneinwürfe einzugehen ist in der tat ein sehr störender Nebenkriegsschauplatz.


    Was das Unterfüttern von Meinung durch Fakten angeht: Warum muss ich das? Das habe ich ja ein paar Posts zuvor schon erwähnt...meine Meinung kann auf vielem basieren, darunter auch auf Fakten. Vielleicht habe ich mir meine Meinung aber auch auf Basis von religiöser Überzeugung oder Ähnlichem gebildet. Wichtig ist nicht, worauf eine Meinung basiert, sondern dass jedem zu allen Zeiten klar ist, dass es sich um eine MEINUNG handelt und nicht um einen Fakt.

    Wo ich dir vollkommen recht gebe ist aber, dass Beispiele oder zumindest eine Erläuterung, wie man zu der Meinung kommt, hilfreich ist.


    Beispiel: Ich sage "Karate ist scheiße!"

    Ist das eine Meinung? Ja. Lädt diese Aussage zur Diskussion ein? Nein

    Diese Meinung steht für sich komplett alleine, man weiß nicht, wo man ansetzen soll um zu diskutieren. Will der TE mit dieser Aussage überhaupt diskutieren?

    Die erste Frage auf solch eine Aussage (nach dem Shitstorm ^^) wäre "Warum?"

    Und genau diese obsolete Frage kann man sich sparen, wenn der TE seine Meinung nicht nur äußert, sondern auch deren Herleitung mit liefert.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • SO, um bei deinem Beispiel zu bleiben.


    A: Karate ist scheiße.

    B: Karate ist das Beste.


    Da wird nie eine Diskussion raus, außer Beleidigungen oder anderes. Da sind wir auf einer Linie.


    A. Karate ist für mich scheiße, weil für mich im freien Kampf die Deckung zu sehr hängt, in der SV die Stände zu tief sind oder im Sportkarate zu sehr rumgehoppelt wird....

    B: Im Karatestil XYZ wird aber genau darauf geachtet, deswegen keine Verallgemeinerungen bitte, siehe meine Erfahrungen und hier ein Link zur technischen Umsetzung.

    A: Link zu einen Video, Hier wird aber genau das als SV verkauft, Hier sieht man...

    Da kann sich eine Diekussion draus entwickeln, in der alle Parteien ihre Meinungen einbringen und diese auch begründen. Ein informativer Austausch.


    A: Karate ist scheiße.
    B: Karate ist geil. Ich weiß das, alle anderen haben keine Ahnung.

    C: Damals im Winter 73 habe ich mit einem Mawashi Geri einem Schneemann den Kopf runtergetreten.

    D: Schneemann, ich muss mehr Glühwein saufen.

    A: Kannst du es mal bitte begründen, wil ich empfinde es so, weil... (s.o.)

    B: Meine Meinung wurde nicht durch Fakten und Studien widerlegt, also habe ich Recht.

    A: Aber brgründe doch mal deine Aussage.

    C: SAufen.

    B: Ja, jetzt ein Bier auf meinen Sieg.
    A: Ich warte noch auf deine Begründung.

    D: Hach damals unterm Tannebaum.

    B: Weihnachtsgeschite wird erzählt.

    A: Huhu? Kommt nocch was?

    C: Glühwein mit Schuss.

    D: Weihnachtsmarkt.

    A: Huhu?

    B: Du hast mir nichts widerlegt, also habe ich Recht, Weihnachtsmarkt, Schneemann, Glühwein.


    So empfinde ich es bei einigen Diskussionen. Und das sind die, wo ich persönlich der Meinung bin, dass ich in Grün dazwischen grätschen muss.


    Im zweiten Beispiel kann es gut passieren, dass es Nebenkriegsplätze gibt. Diese sollten dann aber in einem gesonderten Strang verfolgt werden. Dazu kann ich dann als Mod anraten oder zwei Stränge draus machen.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Also erst mal ein riesen Dankeschön für dieses geile Beispiel! Es passiert selten, dass ich alleine vorm Rechner sitze und wirklich lachen muss! :D

    Davon mal abgesehen stimme ich dir zu 100% zu! Das Selbe beobachte ich auch! Und dass du dich da bemüßigt fühlst, in Grün rein zu gehen ist absolut nachvollziehbar!

    Muss ich gar nicht mehr zu sagen.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Gerne.

    Das stellt natürlich meine persönliche Meinung dar.

    Andere User mögen es ggf. anders sehen.

    Aber deswegen unterscheide ich für mich:
    Kurzer Informationsaustausch mit Quellen und Belegen zu Plaudereien.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • ... ich möchte noch einmal betonen, dass Schnüffler hier geschrieben hat:

    Wenn es um eine konrete Fragestellung geht ...

    das Problem kann aber auch schon darin begründet liegen,

    dass es oftmals gar keine konkrete Fragestellung gibt;

    viele Themen werden, ob bewusst oder unbewusst, sehr offen formuliert,

    was dann wieder dazu führen kann, dass sehr viele lose Fäden (Nebenthemen und Ähnliches) entstehen.

    Aber gerade solche Themen können gelegentlich sehr interessant sein,

    nur sollte man eben darauf achten, die losen Fäden irgendwie zusammenzubringen ...


    ... im übrigen spielt natürlich auch die Erwartungshaltung eine wichtige Rolle,

    man kann auch aus Äbbelwoi einen hervorragenden Glühwein zubereiten,

    wenn man bereit ist, diese Möglichkeit zu erwägen ;)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.
    (Alfred North Whitehead, Logiker und Philosoph, 1861-1947)

  • Das ist dann wieder der Unterschied zwischen einer lockeren Plauderei und einem konkreten Informationsaustausch. ;)

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!