Minderheitenschutz in Deutschland: In NRW werden Jüdische Feste abgesagt (aus Sicherheitsgründen)

  • Smoo

    „P.S.: Warum können die rechten Trolle in den sozialen Netzwerken eigentlich kein Toitsch?“


    Weil die Damen und Herren leider oft nicht so richtig in der Schule mitgekommen sind (aus verschiedensten Gründen).


    Was die Furcht „der juden“ angeht:

    Ein Freund von mir ist Jude in Berlin. Er traut sich mit Kippa nicht allein nach Marzahn oder Neukölln und das schon seit einigen Jahren.

  • Mensch, was ein Glück! Dann ist die akute Lage ja gar nicht schlimma als sonst...


    :P

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Ne ne ne, so nicht Smoo....das nur ein Einzelfall. Mehr Juden als ihn zähl ich hier in Deutschland nicht zu meiner Bekanntschaft. :P

    Aber wie gesagt: Seiner Aussage nach fühlt er sich mit Kippa nicht sicher in Deutschland und das obwohl er Jahre lang in Israel gelebt hat und da sicherlich ebenfalls ein Lied von Sicherheit singen kann.

  • Ja gut, die Lage ist als Jude in Israel eine ganz andere.


    Mögen die Extreme da auch noch viel weiter auseinanderfallen.


    Ich verstehe nicht, wieso die "Blödzeitung" dieses Thema erst jetzt aufgreift. Gestern hatte sie sich, mal wieder unter Verstoß des Rechts am eigenen Bild, erlaubt, einen angetrunkenen pöbelnden Volldeppen im Video zu zeigen. War in der Headline. Vielleicht immer noch auf der Seite zu finden.


    Das ist kein Regelfall, aber auch kein Einzelfall. Wer viel und in verschiedenen Kreisen unterwegs ist, der bekommt schon so einiges mit. Viele Antisemiten gibt es nicht, aber Idioten die nix sagen und weggucken. Das Feld für die Falsche pflügen und sich über beschissene Ernte wundern.

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Ich nenne so etwas "Vermeidungsverhalten". Da wird aus Angst vor der Kniearthrose gleich das ganze Bein amputiert. Wo kein Knie, da auch keine Arthrose.

    Nicht zielführend und bestraft genau die falschen.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Hallo Perath,


    manchmal sagen Metaphern mehr als tausend Bilder ;)


    Ich habe über importierten Judenhass geschrieben, wollte damit aber nicht sagen, dass der aktuelle Judenhass in Deutschland ein Reimport darstellt. Ich hoffe dass das aus meinen sonstigen Beiträgen heraus erschlossen werden konnte. Aber trotzdem eine kleine Richtigstellung einfach aus der Überlegung heraus, dass man das daraus lesen konnte, also aus dem, was ich oben geschrieben habe.


    Fakt ist, und das tut weh, in Deutschland hat man den Judenhass nie anständig erwürgen können :(


    Hier habe ich einen sehr schönen Artikel nochmal gefunden. Wiedermal von der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/antisemitismus-131.html


    P.S.: Bleibt zu hoffen, dass in D diese Internetinhalte in Zukunft frei zugänglich bleiben. Wer weiß, ob wir 2027 nicht auch die Netzneutralität längst abgeschafft haben.


    P.P.S.: Telekomaktion beobachten...


    :D


    FG

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    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Fakt ist, und das tut weh, in Deutschland hat man den Judenhass nie anständig erwürgen können

    wie könnte ein 'anständiges' Erwürgen aussehen?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.
    (Alfred North Whitehead, Logiker und Philosoph, 1861-1947)

  • Kinder vom abstrakten zum konkreten... empathischen Lernen bringen.


    In Klasse 10, also ab gewisser Reife, mal ins KZ fahren, Zeugen hören (wir haben nicht mehr viele), Ausflüge zu WKII Friedhöfen (sind z.T. gigantisch). Vorstellungen und Maßstäbe entwickeln. Welchen Unterschied macht es für einen Normalo, wenn man über 5000 systematisch vernichtete Opfer abstrakt referiert oder über 9.000... dabei waren es Millionen.


    Das sind irgendwelche Zahlen. Davon müssen wir weg. Nur wer den Wert jedes Einzelnen schätzt, der kann das erkennen.


    Es werden keine Verstandesbrücken gebaut und Sozialarbeiter können über Buchstaben erkennen, was tatsächlich geschehen ist. Sowas darf nicht sein. Die Leute müssen konkrete Vorstellungen entwickeln können und nicht ihre heliopsistische eigene Vorstellung aus Videospielen und 40 Jahren Vollkontakteinstecken am Kopf dazu benutzen, sich falsche Luftschlösser zu bauen. Echtes negatives Abgrenzen ist da auch verlangt. Hingehen, anhören, zuschauen, stimmt das? Nein, war viel schlimmer, kann man aber nicht in Geschichtsbüchern für die Schulen so detailgetreu abdrucken.


    Die Verstandesbrücke braucht ein gefühlstechnisches Abbild. Ich will ja nicht erreichen, dass die Leute total trübsalblasend einen Tag der Finsternis an einem WKII-Friedhof erleben und mit sich durchs Leben schleppen. Aber es muss auch erkannt werden, dass gerade so schwierige Themen wie Ungerechtigkeit eine ruhige Debatte verlangen.


    Jetzt haben es die grölenden rechten Vollidioten sogar geschafft, dass Rentensicherheit, Altesarmut, Pflegenotstand glaubwürdig auf ihren Fahnen geschwenkt werden. Das ist doch unglaublich.


    Ich hätte noch viele Vorschläge. Wir hatten an unserer Schule in der Oberstufe ähnliche Veranstaltungen und das war echt verdammt gut gemacht. Nur, es ist zu wenig und ging zurück auf die Initiative weniger Lehrer... war aber auch ein verdammt guter Schulleiter, gibt es ja auch manchmal.


    Bevor es zu viel wird


    gute Nacht


    Der stichelnde Smoo


    :D


    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Besuch von KZs: In fast jedem RLP Geschichte dabei.

    Das Problem ist: Mehrere Schuljahre hintereinander einzig und allein Hinarbeiten auf Judenhass und Holocaust und Co.

    Alle Anderen Vorgänge (allgemeine Gesetze gegen Juden vor 1933 durch die Welt) kommen selten bis nie zum Spruch. Da entsteht leider sehr schnell ein "Nö, warum müssen wir immer schuld sein" Gedanke.

    Der Umgang ist da leider an der Schule, bzw. in der Schulwelt immer noch nicht auf das "weite Ganze" gepolt sondern immer noch bei vielen LEhrern in Richtung "Mir warens schuldig". Wenn da keine breitere Auseinandersetzung als diese Konzentration stattfindet, wird das nichts mit Verständnis und daraus richtig lernen.


    Smoo, die Veranstaltungen die ihr in der Schule gemacht habt: KAnnst du mir dazu mal ne PN mit ein paar Infos schicken? Wäre nett, möchte bei uns im Fachbereich da nämlich mal ein wenig was "reißen" in die Richtung.

  • Alle Anderen Vorgänge (allgemeine Gesetze gegen Juden vor 1933 durch die Welt) kommen selten bis nie zum Spruch. Da entsteht leider sehr schnell ein "Nö, warum müssen wir immer schuld sein" Gedanke.

    Ich bin bereit diesen Gedankenschritt zu gehen... vielleicht sogar welche folgen zu lassen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass der Kerngedanke nicht aufgeweicht wird.


    Der Umgang ist da leider an der Schule, bzw. in der Schulwelt immer noch nicht auf das "weite Ganze" gepolt sondern immer noch bei vielen LEhrern in Richtung "Mir warens schuldig". Wenn da keine breitere Auseinandersetzung als diese Konzentration stattfindet, wird das nichts mit Verständnis und daraus richtig lernen.

    Diesen Gedanke allerdinge, den gehe ich komplett mit. Er zeigt auch auf, dass ich oben etwas vergessen hatte einzuwerfen. Die Fähigkeit zum komplexen Denken zu entwickeln. Verzweigungen, Verästelungen, Auswirkungen, Reichweite etc. das wird nicht unterrichtet, oder wenn, dann nur im Mathematikunterricht. Das ist tragisch. Ich meine es wirklich so. Absolut tragisch.


    Eine böse Zunge sagte mal zu mir, dass die Fähigkeit zum komplexen Denken im System nicht vorgesehen sei. Wenn Politiker in ihrem Ressort über ihre Grenzen denken würden, dann wäre der eine pikiert, weil ihm ins Handwerk gepfuscht wird und der andere stünde unter Verdacht seinen Zuständigkeitsbereich fehleinzuschätzen. Dabei wäre es nur gut und richtig, wenn, auch noch mal in Bezug auf das neu angestrebte Amt (s.o.), die Leute endlich stärker Hand in Hand arbeiten, anstelle Parteibuchtreu und Stromlinienförmig.


    Die Interessen der EU sind im ersten Schritt wirtschaftlich ausgerichtet... dann atmen wir alle, bis wir genug Kraft haben und stellen fest: Sozial kommt DANACH.


    Das ist SO. Das ist keine Kritik von mir oder ein fieser Hinweis. Es macht mich betroffen, halte ich doch eigentlich viel von "unserer" Institution.


    Aber wir haben zu viele Komplettbebreste in hohen Ämtern, das ist auch so. https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Oettinger


    Fürchterlich

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Ich würde da zustimmen...meine eigene Erfahrung aus der Schule ist, dass der Unterricht zum Thema Antisemitismus/Holocaust/3. Reich sehr faktisch und wenig kritisch gestaltet wurde.

    Zusatzveranstaltungen wurden dann immer um den Begriff der Schuld herumgestrickt und haben in uns kein wirkliches Verständnis aufgebracht.

    Bei jungen Schülern weckt das eher Immunreaktionen als Interesse. Und um Schuld sollte es schon lange nicht mehr gehen.


    Nur so lange der Antisemitismus immer noch im Kontext der Schuld andiskutiert wird, wird es auch immer die geben, die sich von diesem Schuldwahn freisprechen und sich dann als Opfer stilisieren. Da dürfen dann "Personen" wie ein Bernd Höcke auf einem Podium stehen und 180-Grad-Wendungen fordern.

    Aber das Problem ist hausgemacht. Das Problem wird nicht verstanden, sondern konsumiert und dann für zu heiß befunden, um es zu schlucken.


    Was wir in der Sache brauchen, ist kritischer Mut zur Erfahrung...nicht noch mehr Geschichts-Unterricht. Am Ende sind wir nämlich weder Täter noch Opfer, sondern wie Gaffer, die an der Unfallstelle stehen und sich reaktiv empören ohne wirklich zu wissen, wovon sie reden geschweige denn sich trauen, vielleicht selbst aktiv zu werden und Maßnahmen zu ergreifen.


    Edit: Mit Maßnahmen meine ich, die Sachverhalte und Missstände aktiv und bewusst anzudenken und dabei auch den Mut zu haben, komplexe Sachverhalte trotz "heißer Herdplatten" kritisch im Kontext zu denken.

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    - Tony Blauer

  • Perath


    In den Worten eines ausländischen Freundes: "Solange ihr Deutschen es nicht schafft, vernünftig mit eurer Vergangenheit umzugehen und auch mal Scherze darüber zu machen egal wie scheiße eure Geschichte ist...solange werdet ihr nicht vernüntig mit den nuen Rechten klar kommen."

  • Serdar Somuncu, unser Hassias, wird uns befreien.

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  • Heutige Berichterstattung:

    https://www.tagesschau.de/inla…ssungsbeschwerde-101.html


    Da hat der Buchhalter ja sauber festgehalten, dass es glatte 300.000 Fälle waren. Man man man. Wie gut, dass diese toitsche Gründlichkeit auch heute noch konsequent durchgezogen wird.


    Zum Beispiel hier, wenn man sich fragt, ob es nicht an der Zeit wäre eine entsprechende Stelle einzurichten, oder, ob man nicht lieber die bestehenden Strukturen aufbessert?

    Ist es eigentlich schon nationalistisch konservativ, wenn man fordert, dass Polizeibehörden und Gerichte wieder vernünftig besetzt werden? Wer will das eigentlich nicht?

    https://www.focus.de/politik/d…esordnung_id_8148150.html

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    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Zitat aus Smoos Link

    " ... so bestätigte dies erneut den Zustand, den wir seit Langem beklagen: Regelmäßig werden jüdische Einrichtungen, Synagogen und Friedhöfe geschändet, werden öffentlich zugängliche Ausstellungen und Installationen mutwillig beschädigt oder zerstört."


    ... also soweit ich das überblicke,

    werden regelmäßig alle möglichen öffentlich zugänglichen 'Einrichtungen' mutwillig beschädigt oder zerstört ,

    selbst Kinderspielplätze und Parkbänke sind davon nicht ausgenommen,

    und als es noch Telefonzellen gab (die, die 'Leben retten' konnten),

    waren auch die nicht von der puren Zerstörungswut ausgenommen;

    na ja und Friedhofs-, Kirchen- und anderweitige -schändungen waren und sind auch in manchen Kreisen sehr beliebt,

    das ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem,

    man sollte sich davor hüten, das als 'Bedrohung von Minderheiten' zu betrachten ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.
    (Alfred North Whitehead, Logiker und Philosoph, 1861-1947)

  • Selbst wenn man es als allgemeines gesellschaftliches Problem betrachten würde, verstehe ich nicht, weshalb das bestimmte Minderheiten nicht besonders stark treffen können sollte.

    Was ich ehrlich gesagt kritisch betrachte, das ist die Forderung nach diesen Poten: Antisemitismusbeauftragte*


    Das würde dazu führen, dass muslimische Minderheiten unterrepresentiert blieben - defacto. Oder andere, an die einfach irgendwie nicht so wirklich richtig berücksichtigt werden wollen...


    Tja, da habe ich mich noch nicht ganz festgelegt. Eine übergeordnete Kommission für ein breiteres Spektrum solcher Fälle empfände ich aber als angebrachter.

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  • Posten
    repräsentiert



    P.S.: Das Forum hat den Edit durch Schneefall erfolgreich verhindert.

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  • Pasend zum Thema bekam ich heut von einer Kollegin (55 Jahre jung) eine Whatsapp, Wortlaut (und ich zitiere direkt): "Du Alex, hast du mitbekommen, dass wir nächstes Schuljahr einen Juden bekommen? Was machen wir denn mit dem, xy und xz (beides Schüler aus dem eher rechten Spektrum) können doch Juden nicht leiden und ich weiß eigentlich auch nicht wie ich mit so einem umgehen soll?"

    Da hats mir erst einmal die Sprache verschlagen. Zum Einen natürlich, weil die beiden Schüler sehr auffällig sind was ihren Fremdenhass/Islamfeindlichkeit/Judenhass angeht (und das obwohl beide aus "gutbürgerlichem" Hause stammen). Andererseits aber auch weil meine Kollegin so gänzlich in der Wortwahl da rein gehauen hat. Als wär ein Jude etwas anderes als ein Muslim, Christ bzw. Mensch ...gruselig.

  • Ja solche Magenverdrehungen...

    Da muss man auf die Absicht abstellen. Eine Whatsapp ist ultra kurz... und der Inhalt "Ein Schutzbedürftiger kommt, wie verhalten wir uns nicht bloß pflichtbewusst sondern auch angemessen?" soll transportiert werden. Die blöde Wortwahl kann über Betonung manchmal gerettet werden. Versuch's mal extrem langsam vorzulesen, dann verschwindet vielleicht das Miese im Bauchgefühl. ;)


    Dass du da Ansprechpartner bist, ist eine echte Auszeichnung - hat mehr Wert als jeder Orden, den ich kenne. ;)


    Die frage nach angemessenem Verhalten ist die Schwierigste überhaupt und man wird mutmaßen dürfen, dass deine Kollegin mit 55 Jahren wohl selbst auch erstmal ihre Lebenserfahrung versucht hat zu bemühen, bis sie zu dem Ergebnis kam, dass sie selbst wohl nicht weiterkommt... sei es aus Unsicherheit oder korrekter Innenschau. Du bist jedenfalls geadelt worden. Eine Verpflichtung im Sinne einer Arbeitsanweisung, oder wie heißt das bei Beamten(?), kann ich jedenfalls nicht rauslesen und sie scheint sich halt echt was zu versprechen. Ich denke, dass man auch daraus schließen darf, dass du wohl früher in solcherlei Angelegenheiten für sie geglänzt hast.


    Dein krummes Bauchgefühl bestätigt übrigens, dass sie richtig liegt. Sie hat sich ganz definitiv an den richtigen gewandt, nämlich an den, der die Angemessenheit nicht allein über Logik herleitet, sondern mitbedacht und auch mit Bedacht über Herzenswärme. :)


    Ihre Wortwahl würde ich ihr nicht zum Vorwurf machen... ganz eventuell aber, wenn sie jetzt zu zig Kollegen rennt und ein Problem konstruiert, das womöglich unangebracht ist, weil sich der entsprechende Mensch einfach zu behaupten weiß. Aber ich würde trotz der Fähigkeit zur Selbstbehauptung des neuen Kollegen nicht auf ein Zeichen der Loyalität verzichten. Nur weil jemand Festigkeit aufweist, heißt das ja nicht, dass man darauf verzichten kann Halt zu signalisieren - und zu spenden, wenn unerwartet doch nötig.


    ---


    Die Frage nach der Wortwahl habe ich heute schon einmal mit jemandem übers Inet schriftlich besprochen. Und zwar im Zusammenhang mit der Gewichtung auf alte Weisheiten. Wir kamen dann zu dem Problem, dass viele Leute einfach viel unterschiedliches Interpretieren und viele alte Phrasen von Nazis Zweckentfremdet wurden, wie zum Beispiel "Jedem das Seine." Denn diese Floskel ist auch heute noch ein Hinweis auf den Maßstab für Verteilungsgerechtigkeit in Gerichtsgebäuden. Hing aber auch mal an einem Haupttor zum KZ (Buchenwald), mit der Besonderheit, dass dieser Spruch an die Insassen gerichtet war (so jedenfalls auf Wikipedia), womit man sich dann fragen muss, wie diese armen Leute sich dann damit beschäftigt haben, da ja Material wohl zur Verteilung nicht gegeben war... wird es wohl die Schuldfrage sein, die da angesprochen wurde. Na selber schuld... Gibt auch ganz tolle Patrioten in D, die sich solche Sprüche auf den Rücken tattovieren lassen: https://www.welt.de/politik/de…attoo-ins-Gefaengnis.html


    Dann haben wir noch darüber gerätselt, wie man gewisse Worte richtig gewichtet. Manche Sätze haben einfach in ihrer Kürze alles nötige enthalten und wurden ignoriert. Hier als Beipsiel die Warnungen vor Altnazis in hohen Ämtern. Die Leute, die diese Warnungen erhielten, haben diesen Worten nicht das [ge(?)]rechte Gewicht beigemessen. Jedes zusätzlich Wort der Erklärung nahm diesen Warnungen eigentlich die Dringlichkeit und Deutlichkeit, weil die Ausschmückung das ganze ja auffängt und abmildert. Daher sind mir kurze Sätze mit herauslesbarer Absicht mit der Zeit lieber geworden. ;)


    Deshalb mache ich hier auch Schluss.


    In Metta

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    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.