Kampfkunst und Sprache ...

  • Gottfried Keller (ein Schweizer) schreibt in seiner Novelle 'Kleider machen Leute' gleich auf der ersten Seite,

    auf der sein 'Held', ein Schneidergeselle, vorgestellt wird, folgenden Satz:

    "Das Fechten fiel ihm äußerst schwer, ja schien ihm gänzlich unmöglich, ..."

    Aus dem Zusammenhang wird klar, dass hier mit 'Fechten' das Betteln gemeint ist,

    aber was hat ein Begriff aus der Kampfkunst mit dem Betteln zu tun?

    Gut, ich habe also gesucht und bin fündig geworden:

    http://idiome.deacademic.com/731/fechten

    O.k., das ist jetzt bloß ein ziemlich 'exotisches' Beispiel dafür, dass Kampfkunst die Sprache beeinflusst,

    deshalb habe ich weiter gesucht und bin dabei auf eine sehr interessante Zusammenstellung aus dem Fechtbereich gestoßen:

    http://www.fechtfabrik.de/inde…begriffe-und-redensarten/

    Da sind viele Begriffe/Redensarten dabei, deren Herkunft ich auf den ersten Blick gar nicht mehr erkannt hätte.


    - Kennt ihr weitere Begriffe/Redensarten, die aus der Kampfkunst kommen?

    - Gibt es Beispiele aus anderen Sprachen?

    - Kann die Sprache auch Einfluss auf die Kampfkunst nehmen?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.
    (Alfred North Whitehead, Logiker und Philosoph, 1861-1947)

  • Die Firma Duschdas hat das Formenlaufen für sich entdeckt und gibt für die meisten Duschgels die Empfehlung an, ob es sich beim Duscherlebnis für For-Men eignet.


    :D


    Jetzt bin ich aber wirklich raus.

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Farbe bekennen - wird oftmals mit Kartenspiel in Verbindung gebracht. Im Tjost des Mittelalters musste man seine adlige Abstammung per Wappenrolle nachweisen, um teilnehmen zu können.


    Den Bogen nicht überspannen - erklärt sich schon von selbst.


    Der Stab, Stabs-Offiziere, Staff-Sergeant usw. kommt tatsächlich von Stave, dem Bogenrohling. Ab Edward I wurden Bogenschützen im großen Umfang als taktische Einheiten geführt. Dazu wurden unzählige Staven, Pfeile und Sehnen mitgeführt. Diese rückwertigen Dienste waren der Stab, später die Organisationseinheit für alles, was eine Armee bedarf.


    Salutieren - die Hand an der Kopfbedeckung der Neuzeit stammt aus der Ritterzeit. Als galt als Ehrbezeugung unter Rittern das Visier zu öffnen. Noch in der Zwischenzeit wurde das heute zackige Grüßen eher wie das imaginäre Öffnen eines Visiers ausgeführt.

  • Mit offenem Visier kämpfen: Steht sprichwörtlich für eine absichtlich "leicht" oder sanft geführte Diskussion/Streit

    Rutsch mir doch den Buckel runter: Entgegen der landläufigen Meinung hat das nichts mit unserem Rücken zu tun sondern ist ein Begriff aus der Wikinger-Zeit. Wenn man im Schildwall seinen Gegner tötete, fiel dieser wegen der ganzen Schieberei auf den Schild seines Gegenübers und rutsche dann den Schildbuckel hinunter. Mit diesem Sprichwort

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • ...wünscht man jemandem damit EIGENTLICH den Tod.



    Sorry, die Technik spinnt grade bissl und mir werden teilweise ganze Sätze gefressen. :(

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Heißt mit offenen Visir kämpfen nicht soviel wie sich zu erkennen geben und keien Geheimnisse und Hintergedanken zu haben?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Kenne ich in dem Zusammenhang jetzt nicht. Aber das heißt nicht, dass es nicht so sein könnte, wie du sagst. Und Sinn würde es so auch ergeben. ;)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • So ähnlich wie Schnueffler schreibt. Das mit dem Erkennen eher weniger, denn die Herrschaften waren mit ihren Farben, Wappen und dergleichen bunt wie die Pfingstochsen und auch so leicht zu identifizieren.

    Wer jedoch sein Visier hoch klappt, zeigt bewusst eine Blöße und erwartet einen ehrlichen Kampf. Denn eines darf man nie vergessen - auf dem Schlachtfeld überlebt nur wer den Gegner tötet - egal wie. Nix Ehre, nix Fairness.


    Schulterschluss zeigen. Kommt noch aus den Zeiten der Landsknechte und deren Gewalthaufen. Schulter an Schulter, mehrere Glieder tief waren die Pikenträger kaum zu knacken. der Gegnerische Haufen allerdings auch nicht. So wurde geschoben und gestochen, bis eine Seite nicht mehr die Nerven behielt. Half das nicht, bildete man Gassen für "Gassenhauer", die mir Biedenhändern, Hellebarden und ähnlichen auf die feindlichen Pikenträger einschlugen.


    Nerven behalten. Wie eben schon geschrieben. Studiert man den Verlauf von Schlachten, stellt man immer wieder fest, dass beim Aufeinanderprallen von Heeren meist weniger drauf gehen, als beim anschließenden Rückzug einer Armee. Ob Schildwälle, Gewalthaufen oder Linieninfanterie. Die Front, die wankt und zuerst "die Nerven verliert" - auch wenn eigentlich in der Überzahl, hat verloren. In der Schlacht von Towton in den 1460gern war die Lancaster-Armee um ein Drittel überlegen und verlor fast die Hälfte der Männer hauptsächlich bei der Flucht.

  • Das hat Hand und Fuß.

    Nun wenn man früher noch ein Fuß hatte um sich im Steigbügel zu halten und eine Hand für das Schwert, so auf in das Gefecht.