Das Hick-Hyman-Gesetz unterstellt -strenglogisch weitergedacht- nahezu allen KÄMPFERN traditioneller Kampfarten: Aggression

  • Hallo in die Runde,


    der ein oder andere erinnert sich vielleicht. Wir hatten ja einmal über die Reaktionsgeschwindigkeit gestritten.


    Grundannahme ist: Je mehr Techniken zur Verfügung stehen, desto langsamer ist eine Reaktion des jeweiligen Kämpfers auf einen Angriff (waffenloser Nahkampf). Alle 8 Techniken, verlangsamt sich die Reaktionsgeschwindigkeit um das Doppelte.


    Wenn ich mir jetzt einfach mal mein Sammelsurium anschaue und durchgehe wo ich überall mal trainiert habe: Es gibt fast keine Kampfart, die ich da mitmachen konnte, die weniger als 20 Techniken bietet. Zu den Ausnahmen gehört das Boxen, Combatives.


    Aber das stellt jetzt nur meine Erfahrungswerte dar.


    Hingegen sind alle anderen KS/KK-Konzepte, die ich trainiert habe und auch die, die icglaube einschätzen zu dürfen: also wo geschlagen und getreten - womöglich sogar geworfen und gerungen wird, sozusagen überladen. Eine sinnvolle schnelle Reaktion ist auf einen bereits gestarten Angriff (so dieses Naturgesetz) kaum möglich, eigentlich sogar ausgeschlossen.


    Daraus ergibt sich, dass alle Kämpfer, die zuviele Techniken beherrschen, naturgemäß verlangsamt reagieren, also der Gefahr ausgesetzt sind: 1. zu kassieren und 2. aus dem Notwehrrecht rauszufallen, weil man auf einen erfolgten abgeschlossenen Angriff eigentlich nicht mehr agieren darf, weil das vom "Unmittelbarkeitskriterium" des § 32 StGB in Deutschland nicht mehr gedeckt wird und "Privatrache" darstellt.


    Und nu?


    Ja da machen wir uns alle strafbar... also im Falle eines Falles...


    Begründung:

    Reagieren können wir erst, wenn wir das Ausholen zu einem Schlag erkennen. Da ist sowieso schon der Kasus Knacktus überhaupt: Welcher Idiot holt heute eigentlich noch aus? (Außer Batman, wenn er gegen Bane kämpft... Ninjutsuka eben... :D ) Die Reaktion ist jedenfalls nur gerechtfertigt, bis der Angriff endgültig beendet wurde. Beim Diebstahl, wenn die Beute gesichert wurde. Beim Fratzenballern, wenn der Gegner verfehlt hat und sich neu ausrichten muss(!), denn solange er wild umsich schlägt, ist ein gegenwärtiger Angriff vorhanden. Wenn er auch nur einmal "sortiert", kann nur ein neuer Angriff erfolgen, Auf den man neu reagieren müsste. Das heißt: wenn kein weiterer Schlag droht und wer jetzt diesen potentiellen Gegner kampftechnisch angreift, der begeht selbst eine Körperverletzung.

    Bevor jetzt wieder jemand ohne sinnerfassend gelesen zu haben meint: Der Smoo spinnt jawohl! Ähh... Der liest sich einfach mal hier fröhlich vorher ein. Und die Herleitung oben, darf gerne ohne Modus ad hominem vviderlegt werden :D :

    1. https://www.koerperverletzung.com/grenzen-der-notwehr/
    2. https://books.google.de/books?…arkeit%20Notwehr&f=falseh


    Nicht die Seife fallen lassen ihr Sauhunde! (Lieber Gleichstellungsbeauftragte: Ich kenne kein weiblichen Pendentwitz hierfür!)


    Wie immer ohné Arohrgans


    FG

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Ich hatte noch da stehen:

    Aber ganz gerade aus


    Sm8


    ---


    Hat der typische Forenbugg mal wieder weggayfrühtsüggt. Den Rest konnte ich noch retten. *grumml*

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Definiere mal: Kein weiterer Schlag droht.

    Wenn mir Person A eine semmeln will, ich weiche aus, er schlägt an mir vorbei und dewht sich wieder in meine Richtung, gehe ich davon aus, das er sich für den nächsten Angriff positioniert.

    Somit ist der Angriff noch immer Gegenwärtig.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Definiere mal: Kein weiterer Schlag droht.

    Wenn mir Person A eine semmeln will, ich weiche aus, er schlägt an mir vorbei und dewht sich wieder in meine Richtung, gehe ich davon aus, das er sich für den nächsten Angriff positioniert.

    Somit ist der Angriff noch immer Gegenwärtig.

    Die Positionierung alleine macht keinen Angriff aus. Das ist das Problem mit dem ich mich auch schwer tue.


    Hand aufs Herz, das jemand einmal zuschlägt und dann aufhört, das ist unrealistisch. Für mich beginnt hier auch nur Spekulation, wenn die Fälle so abstrakt und vereinfacht dargestellt werden. Es ist sysyphuhs Arbeit das korrekt herauszustellen. Solange man jedenfalls keinem Angriff ausgesetzt ist, steht man ganz schön blöd dar, wenn man zuschlägt. Und als jemand der viele Techniken beherrscht, steht man gleich zwei mal dumm dar.


    Es ist utopisch zu glauben, man könne jemals das Ideal eines passiven "Reaktivkämpfers" erreichen, wenn man Karate, Taekwondo o.Ä. gelernt hat. Da kann man dem Hicks-Hyman-Gesetz nach eigentlich immer nur davon ausgehen, dass er entweder Glück hatte, oder Privatrache begangen hat.


    Man hatten die ganzen Bushidos da draußen immer ein Schwein. :D

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    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Bevor man jetzt wieder auf den Systemquatsch zu sprechen kommt: Es geht um einen Kämpfer, der durch das Training einer Kampfart über 20 Techniken gelernt hat.


    Frage von mir: Wäre es nicht sinnvoll "primär" und "sekundär" Techniken im Training zu unterscheiden? Könnte man dadurch die Reaktionsgeschwindigkeit wieder verbessern?


    ---


    Hervorhebung: von Nöten!

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Du musst ja nur für dich den Angriff begründen können und so StA und Gericht überzeugen.


    Und ich glaube nicht, dass die Mehrzahl der Techniken etwas verlangsamt.

    Automatismen wird es immer geben und dann kommt erst die Vielfalt.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Wie das vor Gericht laufen kann ist gruselig, habe als Zeuge schonmal mit Bauchschmerzen den Saal verlassen. Also da gebe ich dir Recht.


    Das mit der Verlangsamung scheint aber zu stimmen. Ich glaube man täte gut daran, wenn man hier mal Fachliteratur verlinken täte... Möglicherweise finde ich was in der Bib.

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Ich glaube, dass wir Kampfsportler dazu neigen, die Realität in unseren Köpfen zu idealisieren. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird hier davon ausgegangen, dass ein Angreifer vor einem steht und Angreift. Damit hat der Verteidiger - so er dann Kampfsportler ist - schon einmal 3 Vorteile:


    1. Er sieht den Angreifer bzw. der Angreifer ist für ihn klar auszumachen

    2. Er sieht den Angriff, d. h. der Angriff ist für ihn klar auszumachen

    3. Es handelt sich um einen Kampf "Mann gegen "Mann", d. h. es ist kein weiterer Angreifer im Spiel - genau das wird in den Kampfpsortarten ja auch gelehrt...


    Insofern: Klassisches Ju-Jutsu. Genauso wird im Ju-Jutsu trainiert. Realistisch fand ich das noch nie. Die Frage ist: Wird hier im Thread tatsächlich von diesen Dingen ausgegangen? Meiner Erfahrung nach sehen Straßensituationen - was die drei von mir benannten Dinge anbelangt - zu gefühlten 80% anders aus. Um das mal mit dem zu vergleichen, was ich oben geschrieben habe, würde die Aufzählung für ein - aus meiner Sicht - realistisches Szenarium folgendermaßen aussehen:


    1. Er sieht nicht, wer ihn angreift. Es kann einer, können aber auch mehrere Angreifer sein. Er weiß das nicht, weil der den Angreifer selbst nicht gesehen hat. Dieser hat sich nicht vorher angekündigt, es gab - aus der Situation heraus - aber auch keinen Anlass, anzunehmen, dass jetzt und hier ein Angriff erfolgt.
    2. Er sieht den Angriff nicht, für ihn macht es "Dong", aber er weiß nicht, warum bzw. was da passiert ist. Beine wackeln, geben nach, er fällt auf den Boden. Weil er den Angriff weder gesehen, noch vorgeahnt hat, kann er sich nicht dagegen wehren und muss ihn "einstecken" (Nehmerqualitäten). Entweder er steht wieder auf oder ist KO.
    3. Zumeist stehen mehrere Angreifer gegen einen, um auch die Absicht (z. B. Raub) gelingen zu lassen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass drei Angreifer erfolgreicher gegen eine Person agieren können. Da auch Täter so ein wissen haben, ziehen sie das auch durch. Der Kampf "Mann gegen Mann" ist - auf die Realität bezogen - aus meiner Sicht ein Mythos, der - vielleicht - dann auch nur noch auf Schützenfesten zu finden ist...


    Insofern kann hier auch ein Kampfsportler, der sich verteidigt, auf Notwehr plädieren. Im Übrigen ist der Begriff "gegenwärtig" keine feste Größe. Ein Angriff ist nach meinem Verständnis so lange gegenwertig, bis der Angreifer entweder auf den Boden liegt, oder der Angreifer vom Opfer ablässt und flieht.

  • Paladin

    Bitte nicht alle JJ Vereine und Varianten in einen Topf schmeißen.

    Ich unterscheide TurnstangenJJ von realistisch trainiertem JJ.

    Verständnisse und Prinzipien, wie sie z.B. von L. Morrison und M. Coup vermittelt werden, findet man auch im "klassischen" JJ, wenn man sich nicht hinter seiner Bierplautze und dem schwazen Bauchweggürtel (Alternativ: Absperrband) versteckt.


    Was du bei deiner ersten 1.-3. Aufzählung beschrieben hast, fällt bei mir unter Grundlagentraining. Ich persönlich halte das auch für sehr essentiell, da ich mit diesen Grundlagentraining nicht einzelne Techniken vermittel, sondern anhand einzelner Techniken Prinzipien. Und diese Prinzipien sollen/können dann auf andere Angriffe umgesetzt werden.


    Was bei deiner zweiten 1.-3. Aufzählung beschreibst, ist dann die Umsetzung des Grundlagentrainings. Dies kommt bei mir dann für die Leute, die die Grundlagen beherrschen und die Prinzipien für sich umsetzen können. Da gibt es dann entsprechendes Szenariotraining und auch Sparring in den verschiedensten Formen.


    Was aber bleibt, was auch mMn. schneller geschieht, ist die erste Reaktion auf einen Angriff. Der erste Selbstschutz, stabile Position, sichere Position, etc. Und daraus dann auch eine schnellere Reaktion eines Konters.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • "Mann gegen "Mann"

    Ich schlage vor fortan so zu schreiben: "Kämpfer*in". Aber ist nur ein Vorschlag. Ganz persönlich finde ich, dass es von mehr Mühe zeugt und Stil hat. ;)


    zu gefühlten 80% anders aus

    Hätte jetzt sogar mehr erwartet. Viel zu individuell. Und die Moral von der Geschicht "Das dacht' ich vorher nicht." Ich kenne niemanden, der als gloreicher Held aus einer 1 on 1 Situation rausgegangen ist. Die haben alle kassiert.


    Nur in Situationen, wo jemand überrascht wurde gab es klarere Verhältnisse. Aber das würde ich schon eher unter feigen Anschlag verbuchen und hier nicht im Thread näher beleuchten wollen.


    Insofern kann hier auch ein Kampfsportler, der sich verteidigt, auf Notwehr plädieren. Im Übrigen ist der Begriff "gegenwärtig" keine feste Größe.

    Das hast du gut rausgelesen. Habe ich ja oben mit der Beutesicherung beschrieben und steht auch so in den Links. :)



    Ein Angriff ist nach meinem Verständnis so lange gegenwertig, bis der Angreifer entweder auf den Boden liegt, oder der Angreifer vom Opfer ablässt und flieht.

    Hier hast du es leider nicht ganz richtig dargestellt. Nach gängiger Auffassung, also nicht nach deiner, ist der Angriff beendet, wenn der Schlag des Angreifenden ins leere ging, dieser sich neu orientiert/sortiert und keinen weiteren Angriff erkennen lässt.


    Die Grenze wäre auch nicht das am Boden liegen, wenn er da nämlich weiter rumschlägt und tritt, bleibt er Angreifer. Das führt zwangsläufig zu dem Problem, wie man das Wiederaufstehen zu bewerten hat. Und weil es wie Arsch auf Eimer passt, schreibe ich jetzt hier meine Erlebnisse mit dem Körperverletzungsfall zwischen zwei seltenen Prachtexemplaren auf:

    Es handelte sich um zwei ehemalige Freunde, die am 1. Mai in Recklinghausen am Hügel in Streit gerieten. Der eine war Cappyträger und im rechten Spektrum der Gesellschaft zu verorten, der andere, der diesem Spektrum vom äußerlichen Erscheinungsbild (Skinhead) viel näher kam (Klischee), war wohl Aussteiger. Beide besoffen wie Hulle und gaben eine herrliche Geräuschkulisse ab, wie sie sich für balzende Jungspunde gehört... *HUST* . Kamen ins Schubsen und rangeln. Ich drehte mich um: Höchstens 40-50m Entfernung und hatte freie Sicht. Es ging das Geklatsche los, ein Angreifer war nicht auszumachen. Auf einmal schubste der Cappyträger doch etwas beherzter und es gab eine eindeutige Wendung, denn der Aussteiger fiel hin... und das war heftig... man kann auch auf Rasen ganz schön hinknallen und das klatscht tatsächlich. Leicht benommen stieg dieser wieder auf, mittlerweile waren doch einige Besorgte aber auch Schaulustige vor Ort. Dauer des Geschehens bis hier her, keine 30 Sekunden. Das baute sich super schnell auf. Ich war eigentlich mit meinen Leuten gerade dabei zu gehen. Als der Aussteiger gerade das eine Bein aufstellte und dabei war das andere nachzuziehen, denn er war sichtlich benommen, da führte der Cappyträger einen vollkommen ungehemmten Fußtritt frontal ins Gesicht aus. Und das hat auch geknallt. Der "Aussteiger" fiel zu boden und bekam noch einpaar Tritte am Boden liegend in die Rippen ab. Als ich hinrannte ließ der Cappyträger davon ab und flüchtete... Ich half dem Opfer zunächst.


    Die Geschichte ginge jetzt hier noch weiter: Suchaktion, Polizei, Zeugenaussagen, Telefonate, Krankenhausaufenthalt des Opfers über 5 Tage mit inneren Blutungen gebrochener Nase und und und... Gerichtstermin: Cappyträger war vorbestraft und stritt den Fußtritt zum Gesicht ab. Der andere Zeuge konnte sich nicht genau erinnern... Bewährung. Zukunft sonst komplett versaut. Strenge Auflagen. Keine Wiedergutmachung nichts. (Adhäsionsverfahren nicht beantragt... und wenn, dann hier das Originalzitat "Greifen Sie doch mal einem nackten Mann in die Tasche.")


    Von dieser Person, die ich hier als Aussteiger erinnere ging, als sie aufstehen wollte, obwohl ich keinen als Angreifer ausmachen konnte, wahrlich keine Gefahr mehr aus. Aber besoffene Volldeppen sehen das vvahrlich anders.


    ---


    Ein "prophylaktisches Ausschalten" würde ich nur der Vernunft geschuldet generell nicht ausschließen. Gerade bei Tyrannenfällen, wenn die/der Partner*in sich emotional lösen konnte und dem körperlichen Angriff ein Ende setzen konnte, die Gefahr, dass die Flucht verhindert werden würde wäre zu groß. Aber das ist auch nur meine Erfahrung. Und ich sehe hier zum Glück hohe Grenzen und kein einfaches "War ein strategischer Vorteil, den ich nicht ungenutzt lassen wollte."


    Einfach wachsam sein.


    FG

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Deswegen schrieb ich ja auch: weitere Angriffe nach eigener Wahrnung. Und dies dann dem StA und ggf. Gericht glaubhaft machen.

    Schlag geht ins leere, Angreifer dreht sich wieder in meine Richtung ist für mich ein Anzeichen, dass er weiter angreifen will.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Meinst du nun eigene Wahrnehmung oder Warnung?


    Ja Schnueffler, das ist die einfachste Vorgehensweise aber die Schverhalte stellen sich seltenst so einfach dar, dass man im Alleingang ohne Zeugen "über-zeugend" sein könnte. :P

    Ansonsten sei mir der Hinweis erlaubt, dass wir uns vom Thema entfernen.


    Wie muss man ein Training gestalten, um nicht nach her als Aggressor dazustehen? Die Üerzeugungskraft in einem Rechtsprozess wird jawohl nicht Trainingsbestandteil sein, denn dann ist es viel zu spät.

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Wahrnehmung war gemeint.

    Deswegen sollte man sich bei sowas, wenn es zu einer Anzeige kommt, sofort professionelle Hilfe nehmen, die einen entsprechend beraten kann.

    Ohne Zeugen wird es immer Aussage gegen Aussage sein.

    Mit Zeugen kommt es immer drauf an, wie man sich verhält, wie die Vorsituation ist, wie weit das Ganze gegangen ist.

    WIe kann man es trainieren?
    Schwer, aber man kann mMn. ein paar Tips geben, die man nicht unbedingt öffentlich stellen muss, wie man sich besser als friedfertiger Verteidiger darstellen kann, der nie eine Klopferei wollte.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Deswegen sollte man sich bei sowas, wenn es zu einer Anzeige kommt, sofort professionelle Hilfe nehmen, die einen entsprechend beraten kann.

    Prozesskostenhilfe bekommst du erst, wenn du so dermaßen wenig Kohle hast, dass du am Existenzminimum angelangt bist.


    Die meiste Gewalt erfahren Leute aus der sog. unteren Gesellschaftsschicht... "Oben" bescheißt man sich eher gegenseitig, da halten sich auch Anwälte eigentlich lieber auf. Man verdient Schweine Mos und keiner weiß am Ende, wie es wirklich war. So mein Eindruck.


    Wer sich jedenfalls keine Rechtsschutz leisten kann, der hat ein Problem. Meistens sogar ein Großes.


    ---


    WIe kann man es trainieren?
    Schwer, aber man kann mMn. ein paar Tips geben, die man nicht unbedingt öffentlich stellen muss, wie man sich besser als friedfertiger Verteidiger darstellen kann, der nie eine Klopferei wollte.

    Meine Anmerkung ging in die exakt andere Richtung. Ich wollte gerade nicht das Verhalten als Zeuge ins Spielbringen, sondern das in der konkreten Situation:

    1. Wie wird man Reaktionsschnell, wenn man den Fehler begangen hat und zu viel lernte.

    2. Woran macht man nun einen gegenwärtigen/gestarteten Angriff fest. Betonung: FEST, nicht überzeugend erläutern, sondern ab wann haut man besser drauf?


    Das ist sau schwer. Wenn jemand eine Pistole in der Hand hält bspw. dann ist das zwar saugefährlich, aber keine Bedrohung. Die liegt erst vor, wenn jemand mit der Pistole auf mich zielt (mir schon passiert und ich kotze bis heute) oder wenn er etwas so konkretes sagt, das darauf schließen lässt, dass er sie benutzen wird "Du hast noch einen Wunsch frei."


    Ja dann muss man wohl mal jemanden mit einer Faust überzeugen... vielleicht auch zwei... rein prophylaktisch.


    Meine Linke heißt übrigens: Schlagendes Argument.

    Die Rechte: Ende der Diskussion.


    :D

    :P

    ;)


    FG

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Was lernst du? Einzelne Techniken, sprich Abwehr A auf Angriff B, Abwehr C auf Angriff D oder lernst du Prinzipien?

    Bei letzteren wirst du immer schneller werden, wenn du die Prinzipien so trainierst, bis zu zu einer Standartreaktion werden, auf eine gewisse Art des Inputs.


    Festmachen kann ich den Beginn eines Angriffs nur für mich selbst. Es gibt keine fixen Regeln. Reicht es, wenn der potentielle Angreifer sich etwas wegdreht, um mMn. aus der Drehung Schwung zu generieren um überraschend zu schlagen? Oder ein dummer Spruch von ihm?

    Es ist und bleibt ein subjektives Empfinden, welches man dann ggf. im Nachgang begründen muss. Und das dann ordentlich.


    Und die 75-100€ für ein Erstberatungsgespräch sollte man definitiv investieren.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ich lerne:

    1. Kampf: Basierend auf Angriff und Abwehr, auch Angriffabwehr und Konterangriffe... allein das füllt schon einen Standardsmooposting mit gefühlt zu kurzer Länge für mich...

    2. Prinzipien: Hart auf Weich, Weich auf hart; Wer greift ist blöd; Wo ein Kopf ist, da sind auch idR. Beine; Wo Beine sind da ist...; usw.

    3. Szenarien: Flucht, Deeskalation, Einschüchterung,

    4. Auch und so viel mehr: Körperschule, Isolationsübungen zum Einschliff von Techniken. Verdeckte Angriffe, Verdecken von Angriffen... Vortäuschen von... Ich finde wir unterhalten uns hier gerade viel zu "Mount of stupid". Das ist flach. Training kann nicht bunt genug ausfallen, darf aber nie den Kampfbezug verlieren.


    Festmachen kann ich den Beginn eines Angriffs nur für mich selbst. Es gibt keine fixen Regeln. Reicht es, wenn der potentielle Angreifer sich etwas wegdreht, um mMn. aus der Drehung Schwung zu generieren um überraschend zu schlagen? Oder ein dummer Spruch von ihm?

    Das kann man fast nur aus der Rückschau genau analysieren. Und dabei gelten fixe Regeln. Aber du hast Recht, man muss es selbst festmachen. Und es wäre gut zu wissen, wo man das sinnvollerweise tut.


    Beispielsweise die Empfehlung "eine Armlängeabstand" wurde von vielen Vollidioten :) da draußen verrissen. Dabei ist das in einer Großstadt eine vernünftige Empfehlung, die ich mitte der tausender Jahre auch lernte - und zwar von verschiedenen Trainern in waffenlosen nahkämpfen. Einer von denen sagte Zitat: "Es ist mir zu gefährlich, wenn in meinem Alter jemand diese Schwelle unterschreitet, dann schlage ich eben zu." Und ich verstehe ihn. Eine Armlänge ist schon verdammt nah. Dass viele Leute zu dusselig sind mal einbischen für sich selbst zu üben, wofür man ja keinen Kurs besuchen müsste, gibt kein Recht auf Frau Reker zu schimpfen... sie erhielt aus der KK-/KS-Szene viel zu wenig Rückhalt.


    Die Drehung nach hinten reicht eigentlich auch nicht. Was will man daraus ablesen? Ich würde dann vermutlich ständig umgeklatscht werden, weil ich mich mal wieder drehend um einen verspannten Muskel kümmere.


    Da würde ich eher auf eine Gesamtschau für mich selbst abstellen. Und dann landen wir auch bei so spannenden Themen wie das periphere Sehen von Kampfkünstlern und Kampfsportlern.


    - Ist die Situation so gestaltet, dass eine Eskalation vermutet werden kann?

    - Welcher der Kontrahenten kommt als Angreifer in Betracht?

    - Auf welcher Distanz befindet er sich?

    - Wie verlagert er sein Gewicht? Bewegt er sich dabei rhythmisch oder ist er eher starr?

    - Ist die Schulter in aufgeladener Position? oder wechselt es mit der Stellung? (Vorweganalyse des ansatzlosen Schlagens)

    - Gibt es Trigger, oder ist bereits einer erfolgt?

    => Kann man fliehen, dann fliehen. Schweigen bevorzugen, wenn der andere bereits in Rage ist. Ist der andere noch nicht in Rage, zutexten, denn sprechenden wird zugehört, dabei Distanz aufbauen. Fliegen aufgrund von Rage schon Beleidigungen... Jetzt spiele ich den Ball dir zu Schnueffler. Wir sind in einem Team. Das Tor steht frei. :D


    WAS JEDSD!?

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    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Das mit dem Wegdrehen war auf die Situation gemünzt, es gibt Ärger, er dreht sich weg und lädt Energie für einen Schlag.

    Das wäre in dieser Situation MEINE Einschätzung und auf Grund dieser Einschätzung würde meine Reaktion erfolgen. Diese wäre dann je nach Situation unterschiedlich.
    Kann sein, dass ich ihn abschieße und Hackengas gebe, genauso wie ich pflück ihn runter und fixiere ihn.

    Aber all das muss innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde geschehen.


    Dafür brauche ich aber wie du gesagt hast, die Gesamtschau, ich habe es Situation genannt.

    Diese muss ich für mich subsumieren und dann entsprechend agieren.

    Kann auch sein, dass ich nur meine Hände offen zur Diskussion erhebe, mich etwas anders positioniere, laut werde um Zeugen zu bekommen.


    Ich war oft genug in der Situation, wo es dann hieß, umschmieren oder nicht. Teilweise nicht auf Grund von Notwehr, sondern im Rahmen des UZwG. Auch da ist die Entscheidung ähnlich.


    Es ist also immer die Gesamtsituation, meine Einschätzung und wie ich das alles dann ggf. verkaufen muss.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Es ist also immer die Gesamtsituation, meine Einschätzung und wie ich das alles dann ggf. verkaufen muss.

    Das ist immer und alles im Leben.


    Das andere unterschreibe ich blindlinks. Bin eher der Typ Hände hoch und freundlich fragen: "Alles OK?"


    Und meine Deeskalationsrate ist sau hoch. Da bin ich auch einbisl stolz drauf.

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

    - George Santayana, Philosoph und Schriftsteller.

  • Deshalb sagte mein erster TKD und Judo Lehrer auch immer "keine Gefangenen machen"!

  • Ich sehe es wie immer sehr pragmatisch : Wenn es geht mit dem ersten Schlag Lampen aus beim Gegner. Na , ja Freunde haut man nicht.

    Wenn das nicht reicht, mit allem was da ist drauf und dran. Verliert man dann...Gottes Wille, gewinnt man, auch gut. Aber in in einem ernsthaften Klopfgefecht erst philosophieren wer sich wie verhalten könnte im gerichtsverwertbaren Fall ; ich glaube meine Grill meine jodelt. Ich stelle mir gerade so die Situation vor, der Ippon hat nicht gesessen, das Gegenüber zickt noch herum, hat aber durch den Schlag eine dreiviertel Drehung erfahren, ich sehe also sein Rückseite. In diesem Augenblick sage ich so dann "Bitte so stehen bleiben, ich muß erst analysieren welche juristen Konsequenzen es haben könnte, falls ich Ihnen jetzt mit voller Wucht won Hinten eine mitgebe "

    Leider ist das Gegenüber in solchen defizilen Fragen nicht so bewandert, so,.liege ich danach mit gebrochen Kiefer juristisch korrekt im Krankenhaus....

    P:S eventuell wird man trotzdem noch verklagt, der arme Kerl hat sich den kleinen Finger verstaucht beim Kieferschlag.