Namen sind Schall und rauch???

  • Kürzlich kam mir ein Hapkido-Handbuch unter mit netten Fotos, Texte der Technikbezeichnungen und Stellungen allerdings in deutsch. Nun, es gibt viele verschiedene Stile mit oftmals geringfügig unterschiedlichen koreanischen Bezeichnungen, das mag für den ein oder anderen schon verwirrend sein, zugegeben. Aber, sollte man sich nicht eigentlich als KK-Ausübender die Mühe geben, die Bezeichnungen auch in koreanisch zu können? Mir hat es bei Seminaren, ob bei Koreanern oder im Ausland immer sehr geholfen nicht erst groß nachfragen zu müssen was gemeint war.

    Wie ist es bei euch? Nutzt ihr koreanisches, japanisches oder sonstisches ( der ist für Smoo :) ) Vokabular?


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Ich nutze viele Sprachen.

    Meist die, in der sich eine Technik, Stellung, etc. eingebürgert hat.

    Meist für die Anfänger dann noch mit der deutschen Übersetzung.

    Bsp.: Juji Gatame (japanisch), Armbar ("amerikanisch" aus dem MMA), Leisten-/Kreuzstreckhebel (deutsch)

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Wir nutzen auch koreanische Begriffe nach ITF!


    Gerät man dann aber an einen WTF Taekwondoin oder an eine Kwon-Jae,Hwa Betreibenden gibt es schon Verwirrungen.

    Ich kenne sowohl die einen wie die anderen Begriffe, aber Jüngere sind da überfordert!


    Grundsätzlich sollte man als Ausübender einer Kampfart die gängige Terminologie nutzen.


    Schmankerl dazu:

    Auf einer DAN Prüfung sollte ein Teilnehmer mal eine bestimmte Technik machen, die in koreanisch angesagt wurde. Als er verwirrt dreinblickte, fragte der Prüfer was los ist. Antwort:"Wir nutzen nur deutsche Begriffe!"


    Was dazu kommt:

    Für mich ist es einfacher zu sagen "gunnun-so, ap-jumok, kaunde paro ap-jirugie" wie "Vorwärts-Stellung, Schlag mit der gleichseitigen Vorderfaust in der mittleren Stufe nach Vorne"!

    ABER - meine Leute müssen alle Techniken ins Deutsche übersetzen können - weil sie auch m.M. nach sonst nicht verstehen, was sie da eigentlich machen!


    Habe ich Gäste aus anderen Stilen, versuche ich immer rudimentär zu übersetzen "Side-Kick = Yoko-Geri = Yop-chagi"!

  • Auch ein Schmankerl: Auf einer Danprüfung wurde durch einen Meister ein Tritt angesagt : Umdrehen Hacke treten!

    Darauf der Prüfling zum Vorsitzenden Prüfer ( einem Koreaner) : was meint er ? (Achtung Kuk Sool Termini!) Hoedjeon Chaggi, Dyt Tora Chaggi oder Tora Kumchi Chaggi?

    Gelächter beim Vorsitzenden, rotes Gesicht beim Meister :)

    K/




    Hoedjeon Chaggi : Rückwärts gedrehter 360° Fersendrehtritt

    Dyt Tora Chaggi : 180° Körperdrehtritt

    Tora Kumchi Chaggi : 180° Körperwendung mit Hakentritt

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Ich denke bei den allermeisten klassischen KK/KS steht die Ursprungssprache für Begrifflichkeiten und Techniken vollkommen außer Frage. Es wäre auch Eigenartig, wenn bei mir im Kendotraining anstatt "Men, Kote, Do" "Maske, Handschutz, Kürass!" gebrüllt worden wäre.

    Anfänger waren stets angehalten, sich schnellstens der Begrifflichkeiten zu befleißigen, da ratlosen Rumstehen nach kurzen Anweisungen nur den Trainingsfluss behinderte.

    Im Grunde ist das auch nicht sonderlich schwierig und in meiner Kendo-Vergangenheit haben die Meisten neben dem Praktischen auch das Vokabular gut aufgesogen. Es gab immer ein paar Verpeilte, die irgendwas "Exotisches" machen wollten, sonst aber keinerlei Bindungen zu dem hatten, was sie machten. Die waren aber auch nie lange da.


    Tja, und bei unserem Nihonto-Hobby geht gar nüscht ohne japanisch. Mittlerweile bin ich eingerostet, aber zu meinen Hoch-Zeiten konnte ich auf Anhieb ohne Kanji-Verzeichnis die meisten Schwertsignaturen lesen. Dazu kam, das es vor 25 Jahren so gut wie keine (und wenn nur sehr allgemeine) deutsche, wenige englische (besonders zu erwähnen das Nihonto-Koza) und somit meißt nur japanische Fachliteratur gab. Heute ist natürlich alles besser. und Ihr habt ja uns hier im Forum.biggrin-svg


    Aber ich kann mich noch an einige Posts erinnern, als hier im Nihonto-Forum endlich mehr Action aufkam. Sinngemäß: "is ja total Interessant von was ihr redet, aber ich verstehe nur Ägypten. Müsst Ihr auch in deutsch immer noch dazu schreiben...".

    Haben wir auch Anfangs gemacht, ist aber total anstrengend.

    Nehmt einfach Ida als glorreiches Beispiel, das es auch hier funzt - wenn man nur will.thumbup-svg

  • Aber ich kann mich noch an einige Posts erinnern, als hier im Nihonto-Forum endlich mehr Action aufkam. Sinngemäß: "is ja total Interessant von was ihr redet, aber ich verstehe nur Ägypten. Müsst Ihr auch in deutsch immer noch dazu schreiben...".

    Haben wir auch Anfangs gemacht, ist aber total anstrengend.

    Nehmt einfach Ida als glorreiches Beispiel, das es auch hier funzt - wenn man nur will.thumbup-svg

    Der Wunsch kam unter anderem auch von mir, soweit ich mich erinnere. Aber dazu muss man die nötige Zeit haben sich dort einzuarbeiten. Keine Entschuldigung sondern einfach ein Sachstand.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Ja, ja. Deutsch im Nihonto Bereich, bis heute die Lachnummer. Habaki "Klingenmuffe", Seppa "Untersetzer"...Es gibt einfach keine adequaten Übersetzungen.


    Kendo...Lange ist es her, auf die Idee da irgendwas in Deutsch zu sagen wie z.B, die lustige Zählerei ...Auf die wäre keiner gekommen. Man hat es einfach mitgelernt. Halt nicht dieses Weichflöten Lernprogramm moderner Natür.

    Entweder man lernt etwas richtig, oder nicht.

    Was Madame Ida angeht ; es gab bisher blos einen Menschen der mich derartig wie sie durch schnelle Auffassungsgabe im Schwertbereich beeindruckt hat.....Der ist rostig.

  • sonstisches

    Sacht man datt so bei euch hömma?


    ----


    Ich konnte mal das komplette ITF-TKD Standardrepertoire. Gefehlt haben nur einpaar wenige Exoten, wie die Bärentatze oder andere ähnliche Techniken.


    Bin heute eher der Typ, der die Techniken nach gängigen Begriffen benennt. Wer sagt schon: "Halbkreisfußtritt zum Oberschenkel"? Datt haißt Lohkikk!


    :D

    Eigentlich möchte ich lieber Deutsche Begriffe verwenden. Vielleicht stelle ich die englischen daneben, wenn einer Probleme hat.


    Kibon

    Lustiger Thread! Mir schwebte seit Tagen die damalige Diskussion um den Roundhousekick zu Chucknorriswitzzeiten im Kopf herum. Damals gab es wirklich viele Karateka und Taekwondoin, die das für einen Sidekick hielten. :D


    Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Kickboxer und K1-Leute sich damals einen abbrachen, um das endlich klarzustellen. Schlussendlich wussten die Taekwondoleute nicht, ob Paltung oder Dollyo-Chagi :D (Drax nicht hauen! Ich weiß was du sagen willst ;) )


    FG

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • kleines OffTopic:
    Gast 2

    Erinnere dich bitte an deine Kritik mit der Rechtschreibung und halte dich selbst dran.

    Ende.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • ... das, was hier diskutiert wird, ist ja eigentlich kein spezifisches Kampfkunstproblem,

    sondern auch auf viele andere Bereiche anzuwenden, in denen man eine 'Fachsprache' kennt.


    Klar muss man die zugehörigen 'Vokabeln' lernen, wenn man sich mit so einem Fach beschäftigt,

    die Aufgabe dieser Ausdrücke ist es ja gerade, eine gewisse Eindeutigkeit und Effizienz in der Diskussion oder Beschreibung eines Sachverhalts herzustellen;

    warum soll ich z.B. auf Deubel komm raus einen deutschen Begriff für die Begriffe

    Quotient, Produkt, Integral, Matrix, Vektor, Grammatik, Partizip, Verb, Adverb ... verwenden?


    Ja, erklären muss man den Schülern diese Begriffe, aber dann müssen sie die auch anwenden.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Meine Tochter ist jetzt 19. Aber als sie noch ein Hüpferling war, kam sie aus der Grundschule mit Tuwörtern und Wiewörtern (statt Verben und Adjektiven) und dergleichen nach Hause. Diese Begrifflichkeiten waren nicht Teil meiner Schulausbildung. Da war ein Verb ein Verb und ein Adjektiv ein Adjektiv und außerdem gab es früher mehr Lametta!

  • ... und dass ein Verb kein 'Tuwort' ist, sollte eigentlich jedem klar sein,

    oder was 'tut' ein Bild, das an der Wand hängt?

    richtig: es fällt nicht runter ... *g*


    na ja, so ist es halt, wenn man unbedingt nach deutschen Begriffen sucht, um Fachsprache zu ersetzen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... nachtrag

    *g* bedeutet: selbst wenn das Bild herunter fiele, täte es nichts ...


    und genau deshalb ist es wichtig,

    Fachsprache adäquat anwenden zu können.

    Und wenn ich mich z.B. für das Kantei japanischer Klingen interessiere,

    dann ist eben meine erste Aufgabe, die Fachsprache zu erlernen,

    dann erschließen sich mir die verfügbaren Informationen zum Thema sehr viel leichter ...


    auf die Kampfkünste übertragen sieht das dann wohl ganz genauso aus.

    Es ist aber nicht so, dass es da keine deutschen Fachausdrücke gäbe,

    man betrachte nur die alten Fechtbücher,

    aber auch hier gilt es, Fachsprache von Alltagssprache zu unterscheiden.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... was aber keine Tätigkeit ist, sondern ein Zustand ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Manchmal bin ich in einem Zustand, in dem ich herumhängen tue.....



    Jaja, tue benutzt man nicht.


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • ... was aber keine Tätigkeit ist, sondern ein Zustand ...

    Ich hänge mich ans Reck.

    Ist eine Tätigkeit.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ich hänge mich ans Reck.

    Kommt drauf an wie.

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • ... na ja, wenn ich das Bild an die Wand hänge, ist das durchaus eine Tätigkeit,

    aber meine, und nicht die des Bildes,

    und wenn ich mich ans Reck hänge, werde ich dabei sicher tätig,

    aber wenn ich dann erst mal hänge, dann besteht die erforderliche Tätigkeit eben nicht im Hängen,

    sondern im Festhalten, deshalb befinde ich mich hängenderweise in einem Zustand,

    den ich durch die Tätigkeit des Festhaltens aufrecht erhalte ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.