Gesundheit während der Arbeit unterstützten

  • Hallo liebe Kampfsportfans,

    ich bin begeisterter Kickboxer in meiner Freizeit und trainiere jetzt seit 5 Jahren. Es macht mir richtig Spaß und ich merke das es super für meine Gesundheit und Beweglichkeit ist. Ich arbeite als Informatiker und sitzt den ganzen Tag im Büro. Ich habe das Problem dass das lange Sitzen zu Rückenschmerzen führt. Jetzt wollte ich fragen ob es irgendeine Möglichkeit gibt, die ich meinem Arbeitgeber vorschlagen kann, wie die Arbeit angenehmer und gesünder wird. Hoffe ihr könnt mir helfen.

  • Als erstes einen ordentlichen Stuhl.

    Als zweites einen höhenverstellbaren Schreibtisch, so dass du ggf. auch mal im Stehen arbeiten kannst.

    Als drittes dir einen Wecker stellen, so dass du jede Stunde dich einmal durchbewegst. Viel Krankenkassen oder auch Reha-/Physioeinrichtungen haben so süezielle Büroprogramme.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Und von der Krankenkasse geförderte Rückenschulkurse besuchen!

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Du hast ja eh das Recht auf Bilschirmpausen. Da kannst du dich bewegen und ein paar Rückenübungen oder allgemein Gymnastik machen. Und die Sitzhaltung begünstigt das Verkürzen einiger Sehnen/Muskeln. Dem solltest du entgegen wirken. Sonst gibts Dysbalancen und Fehlhaltungen.

  • Uh, betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein riesen Feld und gaaaanz langsam erkennen auch die Arbeitgeber, dass ordentliche Angebote zur Gesundheitsförderung in der Arbeit günstiger sind als Langzeitausfälle wegen Rücken-Problemen oder Burn-Out.


    Den vorhergegangenen Vorschlägen würde ich mich voll und ganz anschließen.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Da habe ich Glück mit meinem Arbeitgeber. Angefangen bei guter Büroausstattung nebst Stehpulten wer mag, Massage am Arbeitsplatz ( 70 % übernimmt der AG), Rückenschultraining im Haus , mehrere geförderte Sportkurse sowie Abo's im Fitnessstudio. Sauna im Haus! Leider wurde im vergangenen Jahr unser Schwimmbad geschlossen, der Instandhaltungsaufwand wurde mit den Jahren zu hoch und die gesetzlichen Vorschriften taten ihr übriges. Dafür haben wir jetzt einen ca. 200 m² großen Sportraum mit Schwingboden.

    Wir haben mehrere Sportgruppen, Badminton, Fußball, Laufen....

    Auch hier beteiligt sich der Arbeitgeber. Alle zwei Jahre können wir uns in einem Sportinstitut durchchecken lassen einschl. medizinischer Untersuchung.


    Und für die Psyche steht ( wir haben schon manchmal einigen Ärger auszuhalten mit unseren Kunden) ein Psychologe zur Verfügung.


    Unser Geschäftsführer hat da schon ziemlich gut verstanden, wo es nötig ist ein wenig zu investieren, es reduziert natürlich die krankheitsausfälle.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Das nenne ich mal gut aufgestellt.


    Bei uns ist es: Passende Büroausstattung nach Wunsch, sprich höhenverstellbare Schreibtische bis zum stehen, passende Bürostühle, ggf. Ball zum sitzen.

    Eine Stunde in der Woche, die wir in Sportgemeinschaften nutzen können oder auch unseren privaten Sport anrechnen können und regulärer Dienstsport.

    Einmal im Jahr einen Gesundheitstag und jährliche medizinische Kontrollen.


    Und keiner schaut einen dumm an, wenn man mal aufsteht, die Isomatte rausholt und sich durchbewegt.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Da ich hauptsächlich von zuhause arbeite (Telearbeitsplatz) habe ich damit keine Probleme.

    Aber auch bei uns in der Firma sind höhenverstellbare Tische und ergonomische Stühle vorgeschrieben. Und wenn ich wollte, würde ich das auch für mein Büro zuhause bekommen.


    Zusätzlich kann man sich auch noch bei Bedarf massieren lassen (wird aber wenig angenommen).


    Das ganze Programm nennt sich "Wellbeing at Work" und soll einen Balance zwischen Beruf und Privatleben ermöglichen.

  • Wow...da tut sich ja wirklich einiges bei euch! Ich kann mich allerdings auch ned beschweren...Yoga-Kurse, Massagen, Betriebssport...wird alles angeboten.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Aber man muss die Möglichkeiten auch nutzen, nachher stampft der AG wegen mangelnder Beteiligung die Angebote ein.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Wenn ich mir das so als Selsbtständiger durchlese...Man habt ihr es gut.....Wenn ihr das nicht nutzt, schöne blöde. Wir müssen das alles privat fianzieren, organisieren etc.

  • Tja, da hat der Staat bisher versagt. Auch und gerade Selbstständige sollten unterstützt werden, eine Vielzahl ist Arbeitgeber und übernimmt Verantwortung für seine Mitarbeiter. Aus gesundheitlichen Gründen Unternehmen zumachen zu müssen ist volkswirtschaftlich nicht zu verantworten.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • ... aber in den meisten Ländern dieser Welt wird immer noch Gewinn damit gemacht,

    dass auf die Gesundheit der Arbeiter wenig Rücksicht genommen wird,

    oder was glaubt ihr, unter welchen Umständen unsere teuren/billigen Klamotten

    oder unsere schicken Smartphones produziert werden ...

    sind wir nicht einfach nur total verpeilt,

    wenn wir meinen, dass unsere Arbeit, die dem Lebensunterhalt dient, nicht gesundheitsschädlich sein darf?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Tja, das ist aber ein wirtschaftliches Problem, diese, ich nenne sie jetzt die Drittstaaten, die ebenfalls den wirtschaftlichen Erfolg der führenden Industriestaaten erreichen wollen.

    Jetzt zu sagen, dass diese Staaten von uns ausgebeutet werden ist mir zu einfach. Hier bei uns waren die Arbeitsverhältnisse vor noch 100 Jahren ( Bielefeld ist ja eine führende Leineweberstadt gewesen mit der ersten industriellen Maschinenweberei) nicht anders in den Arbeitsbedingungen. Wenn Du dir das hier im Museum anschaust wird Dir schlecht. Wir sind nun mal wirtschaftlich weiterentwickelt, haben uns dadurch auch natürlich in den genannten Bereichen weitergebildet und können auf andere Erfahrungen zurückgreifen, sozusagen schlauer geworden. Die Drittstaaten sind wirtschaftlich noch nicht in der Lage das zu finanzieren, obgleich sie über die Problematik genauestens im Bilde sind ( Stichwort Selbstmorde in der Produktion für Apple)

    Ich sehe hier allerdings zwei Punkte die man nicht unbedingt in einen Topf werfen kann, sondern die getrennt betrachten muss.

    Zum einen die Gesunderhaltung des Mitarbeiters hier, zum anderen die vernünftigen Arbeitsbedingungen dort. Da müssen erstmal vernünftige Löhne gezahlt werden, die Arbeitsplätze verbessert und die Arbeitszeiten verringert. Im Bekanntenkreis habe ich eine Textileinkäuferin die von Arbeitszeiten in einer Fabrik in Pakistan berichtet die für eine hochpreisige Herrenmarke arbeitet. 70 Stunden die Woche für etwa 1,50 € pro Tag.... Es sind nicht unbedingt die Verbraucher Auslöser dieser Dumpingpreise, eher sie Unternehmen die maximalen Gewinn erwirtschaften wollen. Ein Hugo Boss Anzug wird in Bangladesch momentan für 9 € produziert, schon mal im Laden geschaut was er kostet.....

    Generell verurteile ich diese Praktiken, aber das Problem ist zu vielschichtig um es auf "schlechtes Gewissen machen" herunter zu brechen.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!