Selbstverteidigung - Was ist das?

  • Ich habe mal einen Artikel über das Thema Selbstverteidigung verfasst. Lest es Euch mal durch. Wie sehen Eure Erfahrungen aus? Gerne könnte Ihr auch direkt in meinem Blog schreiben:


    http://www.kampfsport-kompakt.…verteidigung-was-ist-das/

  • Mittlerweile glaube ich, dass die KK;SV Fraktion in einer "Blase" lebt.

    Die Blase ist sehr klein und viele der Abgrenzungen wirken auf mich eher künstlich.


    KK; KS; SV ist ein Hobby wie viele andere auch. Aus welchen Grund sich die Leute entschließen einem Verein / Club beizutreten ist doch sehr indivduel.

    Was die Lehrenden dazu antreibt genau so.


    Alle KK/SV Systeme nehmen, ausnahmlos, für sich in Anspruch Ernstfall tauglich zu sein.


    Das reicht vom günstigen Breitensportangebot bis zum marketingtechnischen gehypten Hybrid.


    Was gut was ist schlecht? Welches Angebot spricht mich an? Welches enstpricht meinen Bedürfnissen? Was sind meine Bedürfnisse?


    Was die Realität angeht.

    In der Lokalpresse, die dank Internet an jedem PC zu lesen ist, kann man sich ein gutes Bild machen.

  • Welches enstpricht meinen Bedürfnissen? Was sind meine Bedürfnisse?

    Für mich sind das die Zentralen Fragen.


    Wenn man z. B. nach Autos, Jeans, Handys oder Gurken fragt, ist das m. E. etwas anderes. Hier sind die Interessenten zumeist kundig. Hier trifft man in der Recherche auch nicht auf so viele Widersprüche. In den KK, den KS und den SV ist das anders. Aus meiner Erfahrung heraus wissen Interessenten meistens überhaupt nichts und wenn, haben sie mal eine Doku z. B. auf Pro7 gesehen. Was sind das für Dokus? Naja - die Titel sagen schon alles: "Meister des Kung-Fu" oder "Faszination Kampfsport". Superlative eben. So ein Begriff, wie "Selbstverteidigung" verstärkt dann die Gedanken, die man dann eh schon hatte.


    Will sagen: Die meisten Interessenten kennen Ihre Bedürnisse überhaupt nicht. So können Sie - ganz banal - auch gar nicht wissen, wo die Unterschiede einer SV, eines KS und einer KK überhaupt liegen. Damit kennen Sie auch nicht die gesamte Bandbreite der Angebote und damit auch nicht die Grenzen. Die Frage, welches den eigenen Bedürfnissen entspricht, wird niemand beantworten können. Ich glaube, das stört aber auch nicht, zumindest die nicht, die Geld verdienen möchten... dann wird den Interessenten eben erzählt, was für Bedürfnisse sie haben müssten. So läuft das heutzutage...

  • Dem kann ich zustimmen.


    Allerdings nehme ich KS raus, weil dort klar ist was das Angebot ist.

  • Guter Artikel.


    Der Begriff ist problematisch, weil die SV als eine universelle Lösung verkauft wird. Als ob die Verteidigung von den Individuen anhängt. Das kann man in USA sehen, wo jeder das Recht hat eine Waffe zu haben.


    Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht kann man es als ein gesellschaftliches Problem behandeln. Etwas läuft nicht ganz gut, wenn so viele Menschen für SV-Kursen oder Waffen interessiert sind. Bei meiner KK-Gruppe gibt es 5 Frauen und alle 5 haben Angst, sie trainieren um sich verteidigen zu können.


    Und die Kampfsportschulen schlissen sich auch mit der SV an. Ich sehe das oft bei Thaibox, Kickboxing, MMA...


    Zitat



    Gerade die Japaner haben sich viel Mühe gegeben, der Selbstverteidigung ein sauberes Image zu verpassen: Weiße, saubere Anzüge, Verhaltens- und Ehrenkodexe...


    Nach meiner Meinung die Japaner verkaufen nicht das SV Ding wie wir in Europa und Amerika, sie verkaufen vielmehr eine Tradition, Ehre, Lehre usw. Judo kann ein guter Beispiel sein und sogar wird oft in Deutschland als SV abgelehnt. Bei uns in Europa könnte HEMA die gleiche Rolle spielen. In diesem Fall wird nicht SV verkauft, sondern Geschichte und Kultur. Das finde ich gut und kein Problem damit.

    Grüße.

  • sie trainieren um sich verteidigen zu können.


    Genau das lese ich sehr oft, weil es mainstream ist. Man trainiert, um "...sich verteidigen zu können...". Dazu die Frage: Wann genau ist der Zeitpunkt erreicht, dass sie sich verteidigen können und woran weden sie es merken? Ich bitte darum, bei der Beantwortung so genau, konkret und exakt wie möglich bei der Frage zu bleiben.


    Achtung: Bitte nicht das schreiben, was man dann immer wieder liest: "Das kann man nicht genau sagen und hängt von jeder einzelnen Person ab." Diese Antwort ist m. E. genauso banal wie eine Binsenweisheit, weil es jede Sportart betrifft. Von zwei Wanderern, die den gleichen Weg gehen, kommt der eine eher, der andere später an - nichts und niemand stand ihnen im Weg. Was ist der Grund? Von zwei zur gleichen Zeit startenden Fußballern spielt nun der eine in der Oberliga, der andere in der Kreisklasse. Für beide gilt: Es gab keine Ereignisse, die hierbei besonders berücksichtig werden müssten. Woran also liegt der Unterschied, wenn nicht daran, dass jede Person anders ist?

  • Doch, es bleibt so eine banale Binsenweißheit.


    Die meisten Menschen müssen es zum Glück nie herausfinden, ob und in welchem Umfang sie sich verteidigen können.

    Wenn ich nur auf SV trainiere und nie im realen Leben angegriffen werde, kann ich es nie erfahren, da es was anderes ist, als Szenarientraining.


    Aber wann habe ich mich erfolgreich verteidigt?
    Wenn ich soviel Selbstsicherheit und Stärke ausstrahle, dass ich nicht als potentielles Opfer ausgesucht werde?
    Oder wenn es bei der Schulhofrangelei bleibt und ich stehen bleibe und den Angreifer in den Schwitzkasten nehme oder doch erst, wenn mir wirklcih jemand was will und ich vom Messerangriff mehrere Narben davon trage und überlebt habe?

    Wie viele SV-Trainierenden testen denn ihr können auf VK Basis? Sei es mit entsprechendem Schutz oder auch nach gewissen Regeln? Wie viele haben wirklich Nehmerqualitäten oder brechen nicht direkt nach dem ersten Treffer zusammen?
    Wer verfällt in Schockstarre, wenn er doch mal einem echten Messer gegenüber steht?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Fragst du es mich? Natürlich kann ich nicht genau beantwortet.


    Ich kann nur sagen, ich bin weder besonders groß noch stark und ich könnte alle fünf (1 gegen 1) erledigen, obwohl ich der Neuer bin. Das kann ich hier behaupten, aber auf moralischen Gründen nicht beweisen. Und das ist der Punkt warum SV erfolgreich ist. Selbstverteidigung-Effektivität ist nicht messbar. Und deswegen leben in dieser kleinen Blase so viele Schwindler.

  • Dazu die Frage: Wann genau ist der Zeitpunkt erreicht, dass sie sich verteidigen können und woran weden sie es merken?


    Gegenfrage:


    Wer von den Trainierenden glaubt, dass er sich gegen eine Gruppe von 10 Personen zur Wehr setzten kann?


    Welcher Trainer glaubt, dass SEIN Training, seine Schüler ernsthaft auf so was vorbereiten kann?


    Szenario


    https://www.bz-berlin.de/berli…nner-nach-disko-besuch-an


    2 vs 15


    https://www.wochenblatt.de/pol…pe-greift-20-jaehrigen-an


    1 vs 9

  • So ist es. Jeder kann alles behaupten, beweisen lässte es sich nicht. Ein Fakt. Von daher ist das Satzelement "... trainieren, um sich verteidigen zu können..." ein Ideal und gleichfalls eine Relativierung...


    Sich selbst verteidigen zu können ist nichts weiter als ein misslungender Konjunktiv. Niemand kann sich selbst verteidigen, weil niemand omnipotent ist. Vielleicht hat sich schon jemand gut verteidigen können - das wäre dann aber die Vergangenheit. Ob er dadurch gleich unbesiegbar wird und von sich behauptet, er könne sich nun richtig verteidigen, wage ich zu bezweifeln. Aber: viele denken das von sich. Andere - für mich schlauere Personen - arbeiten darauf hin, sich für den Ernstfall bestmöglichst vorzubereiten. Diese Personen sind für mich weit weg von diesem Superlativ-Gehabe. Niemand kann in die Zukunft sehen. Niemand weiß, ob er sich überhaupt jemals verteidigen muss. Und - wenn er es nicht muss - weiß er auch nicht, warum er bisher noch nicht angegriffen wurde. Mag sein, dass er etwas "besonderes" ausstrahlt, mag sein, dass er einfach auch nur nirgendwo war, wo so etwas passierte. Wer weiß?


    Aber auch wir diskutieren hier nur in Ideale: Alleine und ein vor einem stehender Gegner. Was ist, wenn es sich um mehrere Täter handelt, die nicht vor einem stehen, sondern einem in der Wohnung mit Waffen überfallen, was, wenn da noch die Eherfrau/Freundin bzw. Kinder im Haus sind? Wo eigentlich werden derartige Szenarien in Kampfkunstschulen geübt? Was ist, wenn man selbst gar nicht angegriffen wird, sondern wenn man so etwas beobachtet und Nothilfe leisten muss? Ich meine: Mittlerweile gibt es so viele YouTube Videos und ich kann da nicht erkennen (außer diese Schlägervideos), wo es Übereinkünfte mit Szenarien im Training gibt. Außerdem gibt es mittlerweile einige Videos, die genau das Gegenüberstellen: SV-Training vs. Realität.


    Spinnen die alle, oder ist die Realität für manche noch etwas zu abstrakt und geistig eine Nummer zu hoch?

  • Deswegen kann man schon sagen, man trainiert dafür sich verteidigen zu können, aber es kann kein Versprechen darauf geben, dass es klappt und sicher ist.

    Das Training kann nur die Chancen erhöhen und dabei kommt es dann drauf an, wie das Training mit Leben gefüllt wird.

    Ratter ich stumpf Technik B auf Angriff A ab, wird sich nichts verbessern.

    Wie gehe ich auf verschiedene Szenarien ein?
    Vermittel ich auch eine gewisse Taktik?
    Kann ich in den Leuten den Willen wecken, sowas auch umzusetzen?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Abgesehen von Genauigkeit in der Sprache, meine Meinung ist wie oben geschrieben. Das Problem ist, dass die SV als eine universelle Lösung verkauft wird. Für die Vergangenheit, die Zukunft und alles mögliches. Und das stimmt sicher nicht.

    Spinnen die alle, oder ist die Realität für manche noch etwas zu abstrakt und geistig eine Nummer zu hoch?

    Ich weiß nicht ob alle spinnen, aber viele schon. Manchmal ist Selbstverteidigung Synonym von Selbstlügen. Der Lehrer lugt sich selbst, um überzeugend zu klingen. Die Schüler lügen sich selbst, um sich sicher zu fühlen. Vielleicht einfach menschliche Natur.

  • Genau aus den obigen Gründen lehre und praktiziere ich nicht SV sondern "mein Taekwon-Do".


    Und ich bin ein absoluter Gegner von SV-Kursen - aber das habe ich schon irgendwo anders mehrfach geschrieben.

  • Was die Selbstverteidigungsfähikeit aber erhöhen kann.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Was war gleich nochmal die "Selbstverteidigungsfähikeit"?


    Wie auch immer. Es sind ja lediglich Ideen, Gedanken und Thesen zum Begriff Selbstverteidigung. Im Übrigen glaube ich natürlich nicht, dass alle Spinnen oder intelligent minderwertig sind. Ich glaube es geht eher um den Verkauf von etwas, dass sich besser verkaufen lässt, wenn man etwas klares, universelles und für einen selbst grundweg positives erwarten kann. Das Thema "Angst" greift immer mehr um sich, weil es den Leuten immer näher auf die Pelle rückt. Heilsversprecher waren da immer schon eine gute Wahl.


    Letztlich entscheidet ja jeder für sich selbst, was er für sich favorisiert. In der Kampfkunst sind viele Interessenten nicht kundig genug und komischer Weise erlebe ich es immer häufiger, dass sie beim erst besten Angebot hängenbleiben. Ob Judo, Karate, Taekwondo, Ju-Jutsu oder Kali. Der erste Schritt in einen Verein/eine Schule scheint für viele eine große Hürde zu sein, vllt. weil sie erwarten, dort nur auf gut ausgebildete Kampfsportler zu treffen. Letztlich ist für mich entscheidend, dass - sollte sich doch mal jemand die Mühe machen und intensiver recherchieren - er nicht immer nur auf diese Werbeslogans àla "... bei uns lernen sie, sich selbst verteidigen zu können..." stößt und wenn, dass er diese eben auch "nur" als Werbung identifiziert.

  • Selbstverteidigungsfähigkeit = die Chance, in einer körperlichen Auseinandersetzung besser und sicherer rauszukommen, als ohne was trainiert zu haben.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!