Historische Europäische Kampfkunst

  • Die Europäische Kampfkunst weist auf eine ununterbrochene Tradition von mehreren tausend Jahren hin. Vor 700 Jahren verfasste ein Mönch ein Buch über das Fechten mit Schild und Schwert. Diesem Buch sollten in den folgenden Jahrhunderten noch viele weitere Handschriften und Drucke folgen. Sie enthalten die Grundlagen für ein Allkampfsystem, das tief in der Kultur Europas eingebettet war. Von der Anleitung zum gesunden Leben und Ernähren bis hin zum Überleben im bewaffneten Kampf berichten uns diese Bücher.

    Historisch

    Unter dem Begriff „Historische Kampfkunst“ verstehen wir eine Kultur der Kampfkunst von der Antike bis 1918. Es gab eine Kampfkunst davor und danach. Doch diese spielt für unsere Vorhaben keine Rolle. Der Zeitraum wird durch zeitgenössische Quellen definiert. Sekundärquellen sind bei der zeitlichen Einordnung kritisch zu betrachten.

    Europäisch

    Europäische Kampfkunst definiert sich dadurch, dass schriftliche oder gleichwertige Überlieferungen dem geographischen Raum Europas zugeordnet werden. Die Kampfkunst selber kann in ihrem Ursprung von irgendwo her stammen, sie müsste nicht einmal von diesem Planeten sein. Doch die zeitgenössischen Quellen müssen aus dem europäischen Raum sein, und die Kampfkunst als ausgeübt in der besagten Region schildern.

    Historische Europäische Kampfkunst

    Diese Kampfkunst orientiert sich also an den Quellen, die einer bestimmten Zeit und Region zugeordnet sind. Quellen sind zumeist Schriftstücke und bildliche Darstellungen, können aber auch andere Objekte sein. Durch die wirklich außerordentlich vielfältige und dichte Quellenlage können wir heute eine detailgetreue Rekonstruktion manche dieser Kampfkünste lehren. Somit ein Stück Kultur wiederbeleben.

    Weitere Infos auf meiner Webseite: http://historische-fechtkunst.eu/

  • Vor 700 Jahren verfasste ein Mönch ein Buch über das Fechten mit Schild und Schwert. Diesem Buch sollten in den folgenden Jahrhunderten noch viele weitere Handschriften und Drucke folgen. Sie enthalten die Grundlagen für ein Allkampfsystem, das tief in der Kultur Europas eingebettet war. Von der Anleitung zum gesunden Leben und Ernähren bis hin zum Überleben im bewaffneten Kampf berichten uns diese Bücher.

    ... ja nu, da erwarte ich aber mal 'Butter bei die Fische' :)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Zwei Punkte zu denen noch ein paar weitere Ausführungen wünschenswert sind.

    1. Ununterbrochene Tradition

    Wie definiert ihr das den jetzt genau?

    In den japanischen Koryu Budo wird das so verstanden das der Lehrer einen Lehrer hatte der einen Lehrer hatte und das geht solange weiter bis zum eigentlichen Gründer der Kampfkunst. Und jede Person in dieser Linie wurde persönlich von seinem Vorgänger unterrichtet.

    Ich dachte bisher das eine solche Traditionslinie in den HEMA nicht mehr vorhanden ist bis auf einige wenige Ausnahmen von italienischen Messermethoden, Portugiesischen Stockkampf als vielleicht noch einiger alte Fechtmeister mit Florett und Rapier.

    Eine ununterbrochene Tradition suggeriert mir aber genau das.


    2. Mehrere tausend Jahre.

    Euer Text beginnt mit der Erwähnung eines Manuskriptes eines Mönches das vor 700 Jahren geschrieben wurde.

    Wenn ihr dort den Startpunkt eurer ungebrochenen Tradition definiert(das würde das Überfliegen des Textes mir spontan suggerieren) das sind das doch nicht mal tausend Jahre.

  • ... dachte bisher das eine solche Traditionslinie in den HEMA nicht mehr vorhanden ist

    nein, eine 'solche' Traditionslinie gibt es da wohl wirklich nicht,

    aber dennoch wird mittlerweile ja versucht, alte Überlieferungen möglichst authentisch wiederzubeleben,

    und da erwarte ich von dem Threadersteller doch mehr Informationen

    sowohl über die tradierten Quellen als auch über die Umsetzung dieser Quellen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • 1. Ununterbrochene Tradition
    ja, eine solche Tradition von Fechtmeistern gibt es belegt vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. Doch sind es nicht die Lehrer - Schüler Beziehungen, sondern es sind Gilden und Vereinigungen. Durch beide Weltkriege entstand ein Bruch, der die Tradition einschnitt und davon blieben nur 2 Stränge übrig: 1. Studentisches Mensurfechten und 2. Sportfechten
    Wir erforschen diese Tradition einer der Gilden und haben diese zum Teil schon veröffentlicht: http://www.marxbrueder.com/fechtmeister-datenbank/ - wenn das fertig ist, wird der Zeitraum von 1418-1918 belegt sein. 600 Jahre ohne Unterbrechung mit Belegen. Das ist weltweit einmalig.

    2. mehrer Tausend Jahre
    Joachim Meyer schreibt in seinem Buch von 1570 also vor rund 450 Jahren das Folgende:


    "Das aber bey vnsern Voreltern vnnd alten Teutschen / ihre Jugent / neben andern guten Künsten / auch in Ritterlicher übing auffzuziehen im brauch gewesen sey / darff keins beweifens / dieweil solliches durch das werd selbs erwisen / am Tagligt / Dann nach dem die Rómer vermeinten / wei sie die ganz Welt bezwungen / vnnd als sichere Leuth / den wollústen mehr dann guten Künsten / Policey vnd Ritterlichen úbungen oblagen / vnnd dardurch das gantze Reyserthumb zuritter / allenthalban von seinden angefallen vnd zerrissen / seind vor allen Vólckern / die Ritterlichen Teutschen sollichs zu Retten / anzunemen / vnd wider auffzurichten / beruffen vnd erfordert worden."

    Übersetzt ins moderne Deutsch zusammgefasst.
    Zuerst waren die "Alten Deutschen", was die gemacht haben, haben die Römer versucht zu zerschlagen. Als die Römer weg waren bauten die Deutschen ihre Kampfkunst wieder auf. Sie verwendeten altes und das neue von den Römern. Der Begriff "Deutsche" ist hier nicht in unserem modernen Sinne zu verstehen. Sondern es sind allgemein die Völker zu sehen, die in der weiter gefassten Region lebten.

    Dass die Berufung auf die Römer keine reine Fantasie oder Lippenbekenntnisse waren, sieht man an dem Buch von Vegetius https://de.wikipedia.org/wiki/Flavius_Vegetius_Renatus, das gehörte zum Standard jedes besseren Fechtmeisters, genauso wie die römischen Kriegsmaschinen, die in Conrad Keysers Buch enthalten waren.

    Auch wenn wir somit nicht von einer unveränderten Tradition sprechen, so weist einiges darauf hin, dass es eine sehr sehr alte Tradition ist.

  • Welcher Fisch soll es denn sein, da sind so viele

    ... das ist wohl wahr :)

    also fangen wir am besten mal mit diesem Fisch hier an, von dem habe ich nämlich noch nichts gehört:


    Vor 700 Jahren verfasste ein Mönch ein Buch über das Fechten mit Schild und Schwert.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.