Einer eine Idee dazu

  • Hi


    habe auf einer Onlineplattform ein Kabutogane erstanden angeblich späte Edo.

    Das Teil ist aus Eisen wie ihr erkennen könnt.

    Es sind noch Reste der "alten Farbe" vorhanden sowie spuren von Gold.

    Ich würde gerne hören ob jemand eine Idee dazu hat wie ich das wieder Instandsetzen kann.

    Damit meine ich den roten "Rost" im inneren relativ gut entfernen und das äusserliche wieder in Schuss bekomme.

    Bitte keine modernen Lackierideen da ich alles was ich tue auf traditionellem Weg mache. Das fängt beim Habaki an und endet beim Sayajiri.


    Ich würde gerne das Kabutogane an einem Trainingsschwert bzw an einer der Tsuka dieses Schwertes nutzen.


    Neues Honoki is schon da/ Saya und Tsuka größe ;) Samegawa auch bestellt.

    Plan ist mit Seiden Ito zu wickeln in der Frabe tetsu.

    Ich habe meine letzte Tsuka nach dem beispiel der Kashima Sisters gewickelt und werde es diesmal wieder tun. Bilder im Anhang.

    Meine zusätzliche Frage wäre ob ich das Kabutogane auf dieser Art von Samegawa Wickeltechnik nutzen kann. Wäre Blöd das ganze zu vermasseln. Ich habe unbearbeitete Haut gekauft und Somit ist sie noch Braun, die arbeit soll sich also Lohnen.

  • Interessant wäre auch ob mir evtl jemand sagen könnte ob er hier Tekkotsu erkennt oder ob es sich um Dekorative Linien gehandelt hatte die mittlerweile verwaschen/abgegriffen sind.

    Ich habe gelesen das Tekkotsu nach langem tragen und Abnutzung in Erscheinung tritt.

  • Ich meine Linien zu sehen, die vom Nagako-Ana gleichmäßig nach außen führen. Solche Linien werden in der Regel als Amida-Yasuri bezeichnet (sozusagen der Strahlenkranz/Heiligenschein buddh. Gottheiten). Ein Beispiel siehst Du hier: http://tsubaka.ru/46_en.htm


    Tekkotsu kann ich keine erkennen.

  • Danke für den Link Sabiji!!! :)


    Ok damit hat sich das dann geklärt, es sind also eher Dekorative Linien.

    Ich danke vielmals ;)

  • Hi all^^ Okay.. meine Augen werden auch alt, aber auf dem Tsuba erkenne ich teilweise ein Chrysanthemen-Muster und sogar Ansätze diverser Kanji's. Leider hat das Ding echt gelitten. Etwa gleiche Eisen-Tsuba werden so zwischen 1750-1850 gesetzt. Vergleichsstücke http://ancientpoint.com/inf/19…fantastic_inlay_work.html https://picclick.com/a019-TSUB…72-118g-283021014600.html

    Aber ob es wirklich nur Eisen war?? Ich sehe da noch andere Färbungen die mich irritieren. Kann mit der Art der Verwitterung zusammen hängen.

    Ich weiss nicht, mit was für einer Lösung die Restauratoren solche Oxidationen behandeln, aber das könnte noch mehr Aufschluss geben.

    Das Kabutogani sieht mir schwer nach dem aus https://picclick.com/a019-TSUB…72-118g-283021014600.html

    Deines sieht mir noch sehr vergewaltigt aus. Wohl einer zu hastig mit einer Feile gewesen. Vielleicht war es mal mit Urushi lackiert worden... so sieht es mal aus wenn man noch in tiefen Rillen rein schaut. Da schimmert es wirklich noch schwarz heraus.

    Tja, wenn man nich die genaueren Geschichte der Sachen kennt, ist es einfach schwierig darüber was zu sagen.. ;)

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Hi danke für die ausführliche Antwort!

    Ja es scheint es wären Linien die als oder zu einer Dekoration dienten.

    Dieser heiligen Schein oder eben Chrysantheme.

    Das Kabutogane sieht tatsächlich aus als wäre es mal Schwarz gewesen. zum Teil sieht man auch goldene Farbe oder Blattgoldreste.

    Leider kann man die Tsuba wahrscheinlich kaum noch retten bzw das alte aussehen wiederherstellen.

  • Tatsächlich sieht es so aus als wäre an manchen Stellen ein Rest von etwas anderem. Nochmal ein paar Bilder


    Ich denke aber für ein Trainingsshinken wäre das optimal. Ich mag allgemein das Daimyo Zeug nicht. Es ist einfach nicht authentisch. Die meisten Bushi nutzten eher einfache und sinnmäßige Montierungen bis zur Edo Periode als das Zweckmäßige zum "hauptsache schön" mutierte.

  • Nochmal

  • Tekkotsu entstehen nicht durch das häufige Anfassen der Tsuba. Die Ursache für die Dinger sind verschieden Eisen resp. Stahlsorten die verbaut wurden sowie der Härtungsvorgang. Was wir hier sehen ist das klassische Rostpockenmuster. Was das Motiv angeht, ich erkenne auch nur rudimentäre Amida Yasurime, ansonsten, Mondlandschaft, so leid es mir tut.

    Was die Einfachheit der Montierungen angeht, schlichtweg falsch.Z.B. kam es kaum eine so farbenfrohe Periode wie das Momoyama.

    Was die Tsuben angeht, hier mal ein Beispiel : http://www.shibuiswords.com/ea…ron%20sukashi%20tsuba.htm

  • Danke dir für die Info Kaji! ;)

    Zur Gestaltung der Schwertmontierungen tendiere ich eher Richtung schicht weg Sengoku. Eisen Eisen Eisen und Stahl. Zumindest finde ich das im Training ganz passend.

    Bei uns im Dojo sind zwar auch die alten Samurai die auf dem Pferd in den Sonnenuntergang reiten...aber ich mag es schlicht. Aber diese Tsuba nutze ich nun doch nicht....;)

  • Habe eine Idee: Das ist Alteisen respektive Schrott. Aber des einen Schrott mag eines anderen Schatz sein.