Das Wasser kommt doch aus der Leitung

  • In Anbetracht der momentanen Hitzewelle ist im Vogelsberg gerade mal wieder ein alter Aufreger hochgekocht:

    Der hohe Trinkwasserverbrauch Frankfurts

    aber was geht das eigentlich die Vogelsberger an?

    Sehr viel, denn die Stadt Frankfurt kann ihren extrem hohen Trinkwasserbedarf nur zu 20% aus eigenen Quellen decken,

    der Rest wird zu einem großen Teil aus dem Vogelsberg geholt, und dabei handelt es sich keineswegs um eine freiwillige Geschäftsvereinbarung,

    die 'Verträge' dazu sind übrigens teilweise schon mehr als 100 Jahre alt.

    Und während jetzt in Frankfurt lustig die Grünanlagen gewässert werden, die Stadt Privatpersonen auffordert, die Bäume vor ihrem Haus zu gießen,

    nach wie vor uneingeschränkt Auto-Waschanlagen usw. betrieben werden und auch sonst ordentlich Wasser verbraucht wird, um 'sich abzukühlen',

    herrscht im Vogelsberg Wassernotstand, die Bevölkerung ist aufgerufen, nur die unmittelbar nötige Menge zu verbrauchen,

    Gartenbewässerung oder gar Autowäsche und andere Verschwendung sind zu unterlassen.

    Besonders betroffen ist gerade Ulrichstein (die höchstgelegene Stadt Hessens), dort konnte der eigene Wasserspeicher nicht mehr genügend aufgefüllt werden,

    so dass dort mittlerweile das Trinkwasser in Tanklastwagen angeliefert werden muss.


    Und wisst ihr was: Frankfurt hat deutschlandweit gesehen einen der niedrigsten Wasserpreise überhaupt ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Wäre doch mal was für eins der großen Käse Blätter.im Ernst wäre das ein interessanter Artikel wenn gut recherchiert

  • Frankfurter Neue Presse vom 10.10. 2017:

    http://www.fnp.de/lokales/fran…len-wollen;art675,2791126


    Dass Problem ist, dass Frankfurte, wie viele andere Großstädte auch,

    sich für den Nabel der Welt hält:

    wenn es um den zu erzielenden Nutzen geht, wird die 'Region' ziemlich weitherzig betrachtet,

    wenn es um zu erbringende Leistungen geht, wie z.B. Parkplätze für Pendler oder öffentlicher Nahverkehr,

    wird die 'Region' plötzlich sehr klein.


    Aber das wäre eigentlich ein neues Thema,

    mir ging es hier in erster Linie um den sorglosen Umgang mit einer wichtigen Ressource, dem Trinkwasser,

    denn das kommt ja aus der Leitung und in Frankfurt sogar besonders preiswert ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Die Vogelsberger 'läuten' ja schon seit einigen Jahren, aber niemand will das wirklich hören.

    Die 'große' Glocke würde man wohl erst hören, wenn sie die Leitungen einfach kappen,

    aber dazu sind sie noch zu 'zivilisiert' ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Naja, das Problem ist ja, dass solche Ungerechtigkeiten hinlänglich bekannt sind. Dabei sind sie aber auch nur von mäßigem Interesse, das es mich nicht betrifft, sofern ich nicht an benannten Ort wohne.


    Investment-Banken vernichten Milliarden? Mir egal, ich hab mir grade ein neues Auto und ne Playstation gekauft.
    Nestlé privatisiert eine Trinkwasserquelle nach der anderen? Tja, aber deren Joghurt ist halt einfach der allerbeste!
    In Afrika verhungern tausende Kinder? Ja dann sollen se halt ned rumvög... wie die Karnickel.


    Nur weil eine Zeitung etwas rausbringt heißt das noch lange nicht, dass das auch nur irgendwen interessiert. In deinem Fall wurde es ja sogar schon veröffentlicht.
    Und Dank #whataboutism wird eh jeder Aufhänger dazu genutzt, wieder auf die vermaledeiten Flüchtlinge/Merkel/VW zu kommen.


    Aber um auch direkten Bezug auf deinen Post zu nehmen, Ida: Dieses dümmliche Schildbürgertum ist hirnerweichend! Kannste dir nicht ausdenken!

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • ... Frau Heilig von den Grünen, ihres Zeichens Frankfurter Umweltdezernentin, äußerte ja durchaus ihr Verständnis für die Probleme der Vogelsberger,

    aber Zitat:

    “Ich kann auch nicht zugucken, wie in Frankfurt die Bäume vertrocknen.”

    Quelle

    Ja, sie hat natürlich auch 'Absichtserklärungen' parat, was man in Zukunft besser machen könnte,

    ist aber alles ziemlich mager und am eigentlichen Problem vorbei ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Naja, das Problem ist ja, dass solche Ungerechtigkeiten hinlänglich bekannt sind. Dabei sind sie aber auch nur von mäßigem Interesse, da es mich nicht betrifft, sofern ich nicht an benanntem Ort wohne.

    tja, und genau da liegt der Hase im Pfeffer, wer wohnt schon mitten im Vogelsberg, selbst ich wohne ja bloß noch am Rand,

    und der NABU, der sich sonst um jede Kröte kümmert, verhält sich hier auffällig still,

    da müssen wohl erst die alten Buchen und Eichen, die sich nicht mehr so ohne weiteres dem sinkenden Grundwasserspiegel anpassen können, eingehen.

    Ja, 'Naturschutzgebiete' hat es natürlich jede Menge im Vogelsberg, auch 'geschützte' Buchen und Eichen,

    'Wasserschutzgebiete' natürlich auch (damit es den Frankfurtern das gute Trinkwasser nicht vergällt),

    aber um den Wasserhaushalt kümmert man sich halt nicht so gerne, war doch immer genug da ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.