Chi, was ist das eigentlich?

  • In einem anderen Thread bin ich auf diese Aussage gestoßen:

    Aber eine Sache ist ganz sicher:

    Der westliche (christliche-jüdisch-naturwissenschaftliche) Kulturkreis hat allerhöchste Schwierigkeiten das Chi zu verstehen, geschweige denn es zu bemerken.

    und weil ich ebenfalls 'allerhöchste Schwierigkeiten' habe, 'das Chi zu verstehen' , habe ich jetzt diesen Thread eröffnet.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Ich komme ja aus der koreanischen Ecke, bei uns heißt es KI. Meiner Meinung nach, ups jetzt trete ich wahrscheinlich vielen auf die Füße, wird der Begriff oftmals mystifiziert und überbewertet.

    Schaut man sich Videos von Chi-Meistern an, die ihre Partner durch bloßes Chi durch die Gegend fliegen lassen, so ist das Scharlatanerie in meinen Augen.


    Ki, so wie ich es verstehe und meinen Schülern versuche zu erklären, ist die konsequente Handlung. Ich will meine Hand nach rechts bewegen, also mache ich es. Unabhängig davon, ob ich festgehalten werde.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Boah...die Frage mit ein paar Sätzen zu beantworten ist schier unmöglich.

    Ich halte es da aber ähnlich wie Kibon...Chi ist für mich keine Energie im eigentlichen Sinne sondern eher ein Konzept oder eine sehr konkrete Philosophie. Wenn ich mehr Zeit habe kann ich ja mal was dazu sagen.

    Dass ich Chi im klassischen Sinne nicht verstehe habe ich im Baguazhang-Thread grade schon kurz umrissen. :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Ein wirklich toller Artikel und perfekt als Grundlage für die Diskussion.

    Grade der Absatz über Chi in KKs ist hier hervorzuheben.

    Dass dabei das von Feuer ständig zitierte Buch von Bruce Frantzis herangezogen wird, ist super!


    Ansonsten lässt der Artikel aus meiner Sicht kaum Lücken!

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Für meine Geschmack zuviel Tamtam.

    Man kann die Kernsaussage doch kurz auf den Punkt bringen :

    Der Geist beeinflußt den Körper und umgekehrt.

    Mehr scheint es nicht zu sein.

  • Ki, so wie ich es verstehe und meinen Schülern versuche zu erklären, ist die konsequente Handlung. Ich will meine Hand nach rechts bewegen, also mache ich es. Unabhängig davon, ob ich festgehalten werde.

    Da zitiere ich mich mal selber. In meinem Verständniss ist Chi oder Ki nichts anderes als konsequente Handlung, Wille und Körper müssen zusammenspielen. Ein bischen Wollen und ein bischen Bewegung führen nicht zum gewollten Effekt.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • In meinem Verständniss ist Chi oder Ki nichts anderes als konsequente Handlung, Wille und Körper müssen zusammenspielen.

    Im chinesischen nennt man dieses Konzept Xing Yi oder Hsing I. Auf diesem Konzept baut ja auch die Kampfkunst Xingyiquan oder Hsing I Chuan auf.

    Übersetzt heißt dieses Konzept Wille - Form. Hintergrund ist, dass jeder Bewegung (also auch Kampftechnik) eine Idee bzw. eine Intention vorausgehen muss. Stimmt die Idee nicht, wird die Bewegung fehlerhaft, nicht zielführend sein oder sogar ganz ausbleiben.

    Im Xingyiquan lautet eine Grundregel: "Dein Gegner soll wie ein Grasbüschel sein, über das du einfach hinwegschreitest" Dies bezieht sich zum Einen auf die technische Geradlinigkeit des Systems, zum anderen aber eben auch auf das dahinter liegende Mindset. "Geh rein, zögere nicht und lass dich nicht aufhalten."

    Das ist also diese von dir angesprochene Konsequenz. Insofern stimme ich dir da voll und ganz zu!


    Für meine Geschmack zuviel Tamtam.

    Man kann die Kernsaussage doch kurz auf den Punkt bringen :

    Der Geist beeinflußt den Körper und umgekehrt.

    Mehr scheint es nicht zu sein.

    Im Grunde genommen könnte man das so zusammenkochen, ja.

    Nur denke ich, dass ein so missverstandenes und dabei ausführliches Konzept wie Chi durchaus auch eine ausführliche Erläuterung verdient. Je präziser die Darstellung, desto klarer wird die Grundlage, auf der der Text verfasst wird.

    Einfach nur auf die rein psychosomatische Grundidee zu verweisen würde viel zu viele Fragen zurücklassen. Und ein Text, der sich Zeit nimmt, auch Zusammenhänge zu erläutern beantwortet eben viele davon bereits im Vorfeld.

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    - Tony Blauer

  • Für meine Geschmack zuviel Tamtam.

    Man kann die Kernsaussage doch kurz auf den Punkt bringen :

    Der Geist beeinflußt den Körper und umgekehrt.

    Mehr scheint es nicht zu sein.

    Mehr ist es - in meinen Augen - auch nicht!

    ABER: Der Weg das hin zu bekommen ist für viele nicht gangbar, sie wollen viel in viel zu kurzer Zeit. Um aber das eigene - nennen wir es mal "Versagen" - zu kompensieren, wird mystifiziert. Und Schwupps, hat man einen Grund!

    An Chi/Ki ist nichts geheimnisvolles, aber um Physis und Psyche als Einheit zusammen zu bekommen, bedarf es viel Zeit und Übung.

  • Eigentlich witzig das es den Leuten so schwer fällt, dabei ist es eine angeborene Sache.

  • Jap...nur als Säuglinge und Kleinkinder sind bei uns Körper und Geist im Einklang...danach dividieren wir beides aufgrund verschiedenster Faktoren auseinander.

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    - Tony Blauer

  • Nicht zwangsläufig, man muß sich einfach mal selber zuhören.

    Ich z. B. hab die Erkenntnis fast schon auf dem Silbertablet serviert bekommen durch eine wirklich duselige Geschichte.

    Eigentlich hatte ich eine üble Grippe, Abends 39,5 Fieber, am nächsten Morgen aber eine nette Uniklausur auf die ich einfach spitz wie Lumpi war. Also rauf aufs Rad, quer durch Berlin geradelt, 6 Stunden Klausur geschrieben (und bestanden ).Von solchen Ereignissen habe ich einige in beiden Richtungen.

    Übrigens an die Uniklausur kann ich mich deshalb so gut erinnern, weil, ich wirklich fertig ausgesehen haben muß. Der Prof wollt mich zuerst nicht mitschreiben lassen weil ich zu krank aussehe. Verrückter Weise fühlte ich mich aber eigentlich ganz wohl...

    Ich weis daher aber auch eines, die Sache hat einen bitterbösen, wenn nicht gar teuflischen Ziegenhuf....

    Sind beide Elemente angeschlagen, dann freue man sich auch die Wechselwirkung. Das durfte ich auch erfahren.

  • Ich weis gar nicht ob ich dazu was schreiben soll? Denn das ganze Chi/Ki Zeugs ist so verzwickt das es lange braucht um auf zu zeigen; was es ist, wie es wirkt und was es bewirkt.

    Wo kommt es her, was ist es überhaupt, was macht es genau? Fragen über Fragen und keiner kann, außer 42, genau die Antwort liefern mit einem Fingerschnippen.

    Vor Jahren hatte ich mal begonnen ein Buch zu schreiben über das Wesen aller Dinge und den Bezug zu den KK. Hab es abgebrochen weil ich es nicht fertig brachte, die Flut an Wissen und Gedanken, strukturiert und geordnet auf das Blatt Papier zu bringen.

    Mist! Mein Kopf rotiert schon wieder! :D

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Ich denke, hier haben wir es mit einer Art "Urinstinkt" oder "Reaktion" zu tun, die an sich mit Kampfsport nichts zu tun hat und in jedem von uns mehr oder weniger schlummert. Dieses Phänomen zeigt sich gerade in Notsituation und erfolgt intuitiv und ohne bewusstes Denken. Es ist das "über sich hinaus wachsen" bzw. "das hätte ich dir gar nicht zugetraut" oder jemand hat "todesmutig gehandelt". Wie Kibon so schön schrieb, Konsequentes Handeln und Wollen, nur das in meiner These über die Konsequenzen der Handlung nicht "nachgedacht" wird, sondern es gilt ein Ziel ohne "wenn und aber" zu erreichen. Das "wenn und aber" ist in diesem Augenblick gar nicht existent. Alle Energie wird gebündelt, um das Ziel zu erreichen.


    Geist und Körper sollen eine Einheit bilden. Ommmmm... Perath schrieb so schön, dass nur Säuglinge und Kleinkinder diesbezüglich schön im Einklang stehen. Ja klar, weil die im Wesentlich noch massiv Instinkt gesteuert sind. Wenn ich was haben will, muss ich es machen. Komme ich nicht zum Ziel, plärre ich. Häufig klappt es dann auch. Da wird nicht über Konsequenzen nachgedacht, nicht taktiert oder für und wieder abgewogen. Die Befriedigung der Bedürfnisse hat oberste Priorität. Es ist Teil des Überlebensinstinkts. Wer den Schnabel am weitesten aufsperrt, hat die besten Chancen. Das Schwächere dabei auf der Strecke, spielt überhaupt keine Rolle. Die Katzen-Mamma greift wahnwitziger Weise wie eine Furie den Rotti an, um ihren Wurf zu schützen. Das wütende Bündel purer und kompromissloser Energie kann, muss aber nicht den Rotti beeindrucken, dass wertvolle Zeit gewonnen wird das nackte Katzenleben zu retten oder sogar den Rotti ganz zum Rückzug zu überzeugen. Das hängt ganz von der Erfahrung des katzenmordenden Rotti ab. Katzenmama weiß nicht, wie fit diesbezüglich der Rotti ist. Sie kann nur mit aller Konsequenz nach vorne gehen, wenn Sie keine Wahl mehr hat. Das KANN Erfolg haben. Reine Intuition.


    Wir dagegen wollen im Alltag immer eine Wahl haben. Wir sind sozial geprägt, meiden eher Konflikte oder versuchen sie grundsätzlich erst mal ohne Gewalt zu lösen. Es ist unsere antrainierte Beißhemmung.


    Ki im Kampfsport ist deshalb für mich diese Beißhemmung, oder eben das bewusste Denken zu blocken und intuitiv zu handeln. Das große Problem im Allgemeinen im Kampfsport ist, dass das Wort Kampf leider nur Teil einer Begrifflichkeit ist. Der Großteil der breitensportlichen Hobbykampsportler muss weder um sein Leben noch um seine Gesundheit fürchten. Das ist auf der einen Seite natürlich gut, auf der anderen Seite macht es aber "Ki" zu etwas schwer "greifbaren".

  • Naja, die Frage war ja; Chi, was ist das eigentlich?

    Kurzfassung? Hmm. wahrscheinlich noch verwirrender als es eh schon ist. Ausführlich? Uii, das wird ein Roman ^^

    Wer will sich den Roman antun? Den da kommen Sachen, die man nicht so glauben will und evtl. dann erst recht nicht verstehen kann.

    Bei bedarf kann ich einen kleine Abriss gestalten, über was, dass bereits über 3000 Jahre alt sein kann.

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Bei bedarf kann ich einen kleine Abriss gestalten, über was, dass bereits über 3000 Jahre alt sein kann.

    Einen kleinen Abriss von jemandem, der auch einen Roman zum Thema schreiben könnte, würde ich wirklich gerne lesen :)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Und zur Stärkung des Inneren gibt es als Speisung eine frische Abrissbirne, besonders saftig.

  • Naja, die Frage war ja; Chi, was ist das eigentlich?

    Kurzfassung? Hmm. wahrscheinlich noch verwirrender als es eh schon ist. Ausführlich? Uii, das wird ein Roman ^^

    Warum sollte eine Kurzfassung es noch verwirrender machen. Ich denke nicht, dass es so kompliziert ist. Ki ist uns schon so oft im Leben begegnet, nur haben wir es nicht erkannt.

    Mit esoterischen Erklärungen über Energieströme erntest Du höchstens ein vages "Aha".

    Ob Kampfkunst oder nicht, der erste Punkt um überhaupt so etwas wie Ki zu fassen ist Überwindung. Überwindung im Sinne, etwas mit der selbst auszufechten. Zwänge, Ängste, Befürchtungen, Unsicherheiten, Zweifel usw. die dich blockieren zu neutralisieren. Wie das geht?

    Was haben wir im Kendo gemacht? Den Anfängern das Laufen beigebracht? Ja auch. Grundschläge? Sicher. Aber das ist es nicht.

    Atmen! Schreien! Und das mit Überzeugung!


    Oft kamen ganz taffe junge Leute, cool, locker und selbstbewusst, wie man sich eben so in Berlin-Friedrichshain so gibt. Hey, Kendo ist cool, will ich machen. Klar, los geht´s. Ichi, Ni.....San, Shi....! Gut, das mitzählen aus voller Kehle beim Aufwärmen und bei den Grundübungen ist fremd und ungewohnt. Da hat man noch Verständnis.

    Aber es war oft dann immer das selbe: der Grundschlag zum Kopf heißt Men. Gleichzeitig mit dem Schlag auf den Kopf des gerüsteten Trainingspartners rufst du laut Men! ....piep...! Nein, konzentriere dich und dann laut und kräftig Men! ...piep...! Nein, noch mal! Hole tiiief Luft und dann mit Schmackes nach vorn mit Men! ...piiiieps...! Nee, so wird das nichts. Schau mal, als Du dich vorgestellt hast, sagtest du forsch und selbstbewusst deinen Namen und wer du bist. Es ist das selbe wenn du mit dem Shinai zuschlägst. Machst du es mit flachen Atem oder hältst du die Luft an, liegt weder Kraft noch Überzeugung drin. Versuche mal zuzuschlagen und gleichzeitig einzuatmen. Das geht ziemlich schief. Jetzt lass aber mal ordentlich die Sau raus mit einem ordentlichen Meeeeennn! Und du wirst sehen, das dann Power hinter steckt.

    Atmen ist Energie. Die Atmung richtig einzusetzen ist noch mehr Energie. Falsches Atmen dagegen blockiert. Hier erfährt man schon so eine leichte Ahnung was Ki ist.


    Was ist passierte, als du als Steppke auf dem 10 Meter Brett gestanden hast und vor den Mädels den Affen machen wolltest? Wieder runter gehen? Ausgeschlossen, dann hattest du Weltverbot. Was machst du um irgendwas zu überwinden, vor dem dir Angst und Bange ist. Unmittelbar bevor du es tust und dich überwindest holst du tief Luft, machst ein "Stoßseufzer" und durch. Ganz unbewusst setzt Du deine Atmung ein!

    Es bedeutet aber auch, dass du zu einer Entscheidung gekommen bist. Es ist ja unbestreitbar, dass um so länger du haderst vom 10 Meter Turm zu springen, um so unwahrscheinlicher wird es, dass du überhaupt springst!


    In den Neunzigern gabs in der Nähe ein Volksfest. Unter anderem konnte man einen "Weltrekord" mit dem Bungee springen. Mit so einem Mords Kranausleger 150 Meter. Das Heftigste war, da hin zu gehen und zu sagen: Sch...ße, ich machs! (das zweitheftigste war dann die Knete für den Blödsinn zu blechen). Da hoch gezogen zu werden und runter zu hüppen war dann eher nebensächlich, denn ein zurück war indiskutabel und ich war eh voll drauf mit Adrenalin.


    Es ist Heute ungemein hipp so etwas wie das Hagakure als Budoromantik abzukanzeln. Ja klar, weil man es nicht kapiert. Unter anderem steht da auch die 7 Atemzüge Regelung drin. Sprich, treffe wichtige Entscheidungen binnen 7 Atemzüge! Kernaussage: Denke nach, entscheide aber schnell und entschlossen. Alles mit dem Zauberwort Atemzüge! Denn es ist vollkommen Wumpe, ob du mit einem Schwert zuschlägst oder einfach nur "mental" eine Entscheidung triffst. Wenn nicht Energie/Atmung/Ki dahinter steckt, wird nichts "Entschlossen" sein.

    Deswegen bin ich bei Kibon und seinem Vergleich mit dem konsequenten Handeln. Etwas hat nur Energie, wenn Du es mit Überzeugung tust. Alles andere ist Weichkeks.


    Das schlimmste am Anfang meiner Bogenkarriere war als Letzter bei Turnieren an der Schießlinie zu stehen. Ich hatte sofort das Gefühl, die gesamte Halle glotzt nur auf mich. Alle Konzentration war weg und ich habe fast den Atem angehalten - nichts ging mehr. Was hat mich das geärgert! Wenn ich gesagt hätte, ist doch egal ob alle gucken, geht doch um "nichts", wäre total falsch gewesen! Denn natürlich gings um was. Ich wollte gut abschneiden. Nee sogar aufs Treppchen. Natürlich will ich besser sein. Wozu gehe ich sonst auf ein Wettkampf? Als Tabellenfutter? Neee!

    Ich habe mich gezwungen, den letzten Pfeil kurz vor Ablauf der Uhr zu schießen. Das wussten auch die anderen und haben deswegen besonders schon drauf gewartet. Es ist wie das 10 Meter Brett. Es gibt kein zurück, atme ruhig weiter, fokusziere die ablaufende Zeit und das Ziel. Alles andere blendet sich plötzlich aus.

    Das war kein Ding von eben auf gleich. Es war lange Übung und Training mit besonderer Beachtung meiner Atmung und ich habe Turniere mitgemacht wo ich nur konnte. Bevorzugt in Gruppen mit Schützen, die ich nicht kannte. Also unter realen Bedingung. Ich denke ich übertreibe nicht, wenn ich mich Heute als nervenstarker Schütze bezeichne. Es ist eine Art von Ki, eine stille Art vielleicht, aber nach hochwertigen Turnieren bin ich kaum körperlich, wohl aber mental ziemlich erschöpft. Ich muss in sekundenschnelle durch Konzentration auf mein immer gleichen Bewegungsablauf und Atmung mein Denken wegbekommen. Von mir aus diese berühmte "Leere". Das gelingt im Wesentlichen ganz gut, aber eben auch nicht immer. Im Gegensatz zu früher reflektiere ich weniger den Nichttreffer, sondern den Fehler in meinem Bewegungsablauf.


    So, nun habe ich den Roman geschrieben. Ich hoffe, dass ich etwas über mein Verständnis über Ki darlegen konnte.

  • Okay, da sind wir verschiedener Auffassung dessen was Chi ist. Joa, jeder kann sich darunter vorstellen was es sein kann, aber andere Ansichten als Esoterisch dar zu stellen ist auch nicht so richtig.

    Also was soll jetzt den Chi sein? Ich werde es Geschichtlich angehen und auch parallelen in der Moderne aufzeigen zum Verständnis dessen, was die Denker damals meinten.

    Das Chi ist ein Produkt aus dem Daoismus. Deren Denkstruktur ist so alt, dass man den Ursprung nicht erkennen kann. Erste Aufzeichnungen sind ab 1000v. Chr. vorhanden und viele Schriften wurden leider verbrannt auf den Befehl eines Kaisers.

    Gut, was hat jetzt der Daoismus mit Chi am Hut? Dazu muss man wissen, dass der Daoismus starken Einfluss hat in den Bereichen; Mathematik, Kosmologie (Astronomie), Politik, Landwirtschaft u.s.w. Und da gehen wir direkt zur Astronomie und Mathematik. Den da erkannten die Gelehrten des Daoismus, das sich das Universum ausdehnt. Sie berechneten das alleine durch die Veränderungen der Positionen der Sterne. Daraus ergaben sich ihr Schlussfolgerungen, dass es irgendwann alles mal einen Beginn gehabt haben sollte. Eine Zeit, bei der Alles-Eins war und aus dem Eins-zu Allem wurde. Dieses von Alles-Eins zu dem Eins-zu Allem wurde nach ihrer Auffassung durch Chi. Parallele zum Modernen; Die Theorie des Urknalls. Dieser Knall hatte ja eine Unmenge an Energie. Wie wolle nun die Moderne ihre Theorie unterlegen? Genau, in dem sie ein Atom beschossen um den Knall zu simulieren. Vergleich; Die Moderne verwendet Energie um ein Alles-Eins zu Eins-zu Alles zu machen. Also war die Idee der Daoisten und der Moderne Wissenschaft die gleiche. Es musste eine Energie sein die etwas Einzelnes zu vielem machte. Die Daoisten erkannten dann aber noch etwas anderes, die aus diesem Knall dazu erschaffen wurde. Sie nannten es dann Yin und Yang. Tag und Nacht, Sonne und Mond, Kalt und Heiss.. dazu die Parallele im Modernen; Die Theorie von Materie und Anti-Materie.

    Und weiter geht es. Dieser Gedanke das der Chi (Atem) aus dem Eins-zu Allem machte, müsste bedeuten, dass dann auch in Allem diese Chi drin sein sollte. Bei dem einen mehr und in anderem weniger, beim einen Gutes Chi, beim anderen Schlechtes Chi, alles ganz im Sinne von Yin und Yang (Dualität). Das ging dann auch über in ihre Medizin, die dann später noch eine wichtige Rolle spielen wird. Die Medizin hat eben diese Idee, das Chi in allem sein soll, mit dem Aspekt des Yin und Yang, und wendete das beim Menschen an. Das das auch mit seiner ganzen Umwelt zusammen hängt, war den Daoisten sowas von klar. Dazu ein Beispiel Gedanken der Daoisten und parallel der Moderne; Das der Mensch lebt muss er Atmen (Luft, gutes Chi) und Essen (Nahrung, gutes Chi). Das sind für ihn wichtige positive Dinge. Was dann aus dem Menschen raus kommt ist beim Ausatmen Stickstoff (Luft, schlechtes Chi) und Kacke (ehemals Nahrung, schlechtes Chi). Was aber für uns Schlecht ist, muss nicht schlecht für andere sein. Den Pflanzen sind unser Gegenpol. Für unsere Pflanzen ist Stickstoff aus unserem verbrauchten Atem (Luft, gutes Chi) und unsere Kacke ihr Dünger (Nahrung, gutes Chi). Die Pflanzen wiederum wandeln das zu ihrem schlechten um. Zu Sauerstoff (Luft, schlechtes Chi) und ihre Blüten und Früchte (Nahrung, schlechtes Chi). Und das ist wiederum alles gutes Chi für den Mensch und Tier. Vergleichen wir das mal mit der Moderne; Das alles ist im Grunde nichts anderes als alles nur ein Haufen Atome und Moleküle. Die wiederum immer eine andere Form angenommen haben. Die eine Form ist gut für Mensch und Tier und die andere, schlecht für uns aber wieder gut für die Pflanzenwelt. Was hat jetzt dieser Atomhaufen mit Chi am Hals? Chi ist dann das was es umformt. Oder, es ist die Bewegungsenergie der Moleküle, in einem Ding. Nehmen wir mal das Wasser. Stehendes Wasser hat wenig Bewegungsenergie. Kommt jetzt der Mensch und wendet zusätzliche Bewegungsenergie auf, indem wir einen Löffel oder Stab ins Wasser halten und umrühren, bekommt das Wasser Bewegungsenergie mit und setztes in Fliessen (stark bewegende Moleküle) um. Was kann man da sonst noch nehmen? Hitze ist eine gute Energiequelle für die Wassermoleküle. Je mehr Hitze um so mehr Bewegungsenergie im Wassermolekül und dann ändert sich das Wasser sogar zum sprudelnden Wasser und dann zu Dampf mit so viel Energie, dass es eine Dampflock antreibt. Kälte ist dann eher die negative Seite des Wassers, denn sie verringert die Bewegungsenergie und zwingt die Moleküle zum Stillstand in Form von Eis.

    Aus dem heraus hat nun der Daoist, in der Medizin das Chi ebenfalls als Grundlage seiner Überlegung herangenommen. Einfach gesagt; geht es dem Menschen schlecht, hat er schlechtes Chi. Oder das Chi kann nicht im Menschen fliessen wie es soll und blockiert irgendwo. Darauf Basiert nun das ganze TCM von heute. Und daraus wurde auch das Chi-Gong entwickelt. Noch einfacher; Essen (Nahrung, gutes Chi) wir gut, geht es uns gut. Können wir nicht kacken (Nahrung, schlechtes Chi), geht es uns nicht gut.

    Nehmen wir das mal zusammen. Bewegungsenergie mit den Molekülen und nennen es einfach Chi. Was bewirkt es den? Ein Heiler, der sein Chi verwendet um anderen fehlendes Chi zu geben kann folgendes (und das ist wissenschaftlich belegt), er kann seinen Körper aufheizen ohne nur eine Körperbewegung zu machen. Er regt nur das Chi in sich und bringt die Moleküle in Schwung und entwickelt Wärme. Und dieses Prinzip wenden wir in allem an, was wir dann Chi nennen. Bespiel aus einem Video; Kerze auspusten mit Faustschlag oder offenen Hand, ist dann nichts anderes als Chi, dass die Moleküle vor der Faust/Hand verdichtet und in Bewegung bringt und dann die Flamme eher umhaut als ausbläst. Oder die «Eisenfaust». Hier wird mit dem Chi, die Moleküle in der Faust verdichtet und macht sie «härter». Oder man erhöht so seine Schlagkraft… Aus dem TCM hatten wir ja das fliessende Chi im Körper. Nach Yin/Yang, gutes und schlechtes, oder blockiertes Chi in den Meridianen. Das alles kann den Menschen so direkt beeinflussen. Und so kommt eben das Chi-Gong und Tai-Chi, was uns Gesundheitlich Besserung bringt (und für die Esoteriker; Besserung verspricht^^).

    So und jetzt könnt ihr euch euren Senf selber dazu denken *gg*

    Boah! Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben! Aber Arbeit ruft! Wääh!! Schlechtes Chi!! :D

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D