Chi, was ist das eigentlich?

  • Ähm ja....

    Mal eine eventuell vollkommen irre Frage .

    Wir haben jetzt so grob Ideen herausgearbeit was Chi ist, wie man dazu kommt.

    Jetzt die Frage : Kann man es auch wieder verlieren und wenn ja, wie bekommt man es zurück.

  • Also wenn man jetzt nach der fern-östlichen Tradition geht, läuft das wie folgt:


    Körper-eigenes Chi wird im Dan Tíen (Zinnober rotes Feld) gebildet. Das ist eine Struktur, die an sich unserem Zwerchfell entspricht.

    Man kann also durchaus "viel oder wenig" Chi haben. Durch bestimmte Übungen (Qi Gong) kann man durchaus Chi anreichern, durch Nicht-Üben kann sich die Menge auch reduzieren.

    Viel wichtiger als die Menge ist jedoch der Fluss. Bei gesunden Menschen fließt das Chi frei auf den Körper-internen Bahnen (Meridianen) durch den Körper und die Organe. Dabei wird auch zwischen unterschiedlichen Qualitäten des Chi (Yin & Yang, 5 Elemente) unterschieden.

    In der TCM erklärt sich Krankheit u.A. durch einen unterbrochenen/gestörten Fluss von Chi bzw. einen Überfluss oder Mangel an "Qualität".


    Chi zurück bekommen tust du durch Qi Gong oder anverwandte Übungen. :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Frage doch mal einen Chi-nesen.

    *überreicht Sabiji einen Pokal für diesen (platten aber doch irgendwie sehr tiefgründigen) Witz*

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    - Tony Blauer

  • Tot und Geburt? ^^

    Es ist so, das gerne im Alter dein Chi flöten geht, auch durch Krankheit. Körperlicher und seelischer Schmerz zum Chi-Mangel-Fehlen oder Chi-Blockaden. Massives Chi-Fehlen ist zum Beispiel durch Depressionen zu sehen.

    Wie man es zurück bekommt. Gutes angepasstes Essen, frische Luft, viel Bewegung in der Natur und ein aufbauendes Soziales Umfeld.

    Was eben auch ein guter westlicher Arzt empfiehlt. ^^ Da ist kein grosser Unterschied zum TCM


    Mein SentaSenfDazu ^^

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Qi ist ein sehr ausgefeilter Begriff, der sich in vielem manifestiert.

    Für die Betrachtung in den Kampfkünsten ist es wichtig ihn im Zusammenhang mit der Wesensnatur und Lebensenergie zu betrachten (die NICHT das Qi ist!).

    Begriffe wie „sprudelnde Quelle“, „zinnoberrotes Feld“, „Seidenspinnerin“ haben ganz konkret Texte und Lehren als Grundlage, die sehr komplex sind. Die Kampfkünste haben diese Begriffe nicht entwickelt, sondern nur von dort entlehnt (und zur Anwendung gebracht).

    Wen das wirklich interessiert, der kann sich mal mit dem Neijing Tu beschäftigen.


    All das kann man auch sehr gut mit westlicher Sprache und Wissenschaft erklären, ist aber nichts für ein Forum, da man dann tief in physiologische Vorgänge und neurobiologische Zusammenhänge einsteigen muss, die sich dann in psychologischen und sportmedizinischen Prinzipien manifestieren.

  • Ja, da hast nicht Unrecht. Chi/Qi/Ki,oder wie auch immer, ist so vielfältig wie Sandkörner am Strand. Das Neijing Tu ist eine bildliche Darstellung dessen, was im Huangdi Neijing, in mehreren Bänden, nieder geschrieben wurde. Leider ist das Neijing vom Gelben Kaiser nicht mehr vollständig, dennoch ist es fast für alle Bereiche,ein guter Führer.

    Um das Neijing näher zu bringen, habe ich vor längerer Zeit dieses lustig illustrierte Buch gefunden https://www.exlibris.ch/de/bue…NW25pPch94CFYmtewodbbQJ6A

    Jemand der noch keine Ahnung davon hat, wird hier auf leichtere Art damit heran geführt.


    Durch das ganze hier, kommen wieder viele Erinnerungen hoch, dessen was ich schon vergessen glaubte ^^

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  • Letztendlich muss man halt einmal die Kosmogenese des Taoismus verstanden haben und wie sich das auf die stoffliche und geistige Welt auswirkt. Wenn man dies einmal gut erklärt bekommt ist es völlig logisch. Selbst Dinge wie Hun und Po Seelen lassen sich dann logisch mit westlichen Begriffen beschreiben und erklären.

    Ist halt eine sehr viel ältere, animistische, Sprache.

    Das Neijing Tu mit seinen erläuternden Texten (aus dieser Taoismusströmung) ist dort eine sehr große Hilfe.

    Wenn man es auf heutige Termini überträgt sind Dinge wie „Zinoberrotes Feld“ oder „gelbe Halle“ viel besser zu verstehen, wobei ich gerade das Üben mit den „bildlichen“ Begriffen sehr viel besser finde als dafür die „modernen“ Begriffe zu nutzen.

    Die modernen Termini bedienen den Verstand, nicht das Gefühl/Geist...

  • Das stimmt, die alten Texte sind nicht leicht zu verstehen. Als ich das erste Mal das Daodejing gelesen habe, war alles Böhmische Dörfer. Erst als ich mich dann noch mit der Bild-Schrift-Sprache herumschlug, wurde es etwas klarer. Dann war das I Ging auch noch ein Schritt weiter zum Verständnis... und heute liegen noch andere im Schlafzimmerregal, die auch noch "bearbeitet" werden müssen.

    Auch Interessant fand ich die Taoistische Numerologie. Das hat mir noch mal ein wenig die Augen geöffnet, wie doch extrem die Zahlenwelt, uns aufschlüsseln kann. Ist am Schluss auch ein Teil des ganzen Horrorskopgedöns Chinas. :D

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