Passend zu Weihnachten

  • ... aber da scheinen mir noch Lücken zu herrschen:

    was ist mit dem geschmückten Baum, der auf einem Wohltätigkeitsbasar erworben wird,

    welcher von einem als gemeinnützig anerkannten Verein veranstaltet wurde?

    Wie wird der Baum behandelt, wenn er 'getopft' gekauft wird und gemäß Kaufvertrag nach Weihnachten in die freie Wildnis entlassen wird?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Entspricht voll der deutschen Vollkasko-Mentalität ...


    Alles hübsch geregelt und reguliert und immer mit Netz und doppeltem Boden ... schließlich kann man ja auch auf alles eine Versicherung abschließen. Bloß kein Risiko ! Man könnte ja mal irgendwo scheitern !!! Dann bekommt man das Kainsmal des Versagers eingebrannt ...


    Und was man nicht verbieten kann, wird eben besteuert ... denn schließlich wissen die da oben ganz genau, was gut ist für die da unten. Und solange es jemanden gibt, auf den man mit dem Finger zeigen und nörgeln kann, ist der deutsche Michel zufrieden. Und für alles andere gibt es " Panem et circensis " bzw. " RTL 2 und Hartz 4 ".


    Wenn man dem Michel jetzt aber seinen jährlichen Mallorca-Urlaub, das Grillen, sein Bier und die Bundesliga nehmen würde ... dann würde es im Karton rumpeln.


    Schlaf weiter Michel Schlafmütz ! Das Rennen um die Zukunft machen eh die anderen ...

  • Alles hübsch geregelt und reguliert und immer mit Netz

    ... nee, die eingenetzten Bäume gibt's nur bei den professionellen Verkäufern, die haben dafür so eine Vorrichtung, mit der sie den Baum leichter transportabel machen,

    in den anderen 'Besorgungsszenarien' musst Du Dich mit dem störrischen Wildwuchs rumschlagen ...

    Das Rennen um die Zukunft machen eh die anderen ...

    klar, die Sämlinge, die sich im Urwald durchschlagen können, leben dann wahrscheinlich länger als ihre Artgenossen aus der Schonung,

    andererseits sind die Chancen für solch einen Sämling doch recht gering, die meisten wachsen nicht mal bis zur Weihnachtsbaumgröße ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... und noch eine Frage, die in dem Video im Ausgangsbeitrag überhaupt nicht zur Sprache kam:

    wie werden eigentlich die roten Weihnachtsbäume steuerlich behandelt,

    gilt da der Gleichheitsgrundsatz oder erhalten sie eine Minderheitenförderung oder werden sie gar mit einer zusätzlichen Extrasteuer bedacht?


    Bildergebnis für trump weihnachtsbaum

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ida


    Ich habe in einem etwas größerem Zusammenhang gedacht ... aber große Reformideen des Steuerrechts wurden schon immer mal wieder angedacht und letzlich ( leider ) verworfen.

  • In dem Beitrag wird mit den Durchschnittssteuersätzen für Umsätze in Land- und Forstbetrieben rumgespielt, ohne sie näher zu erklären. Im Gründe gibt es nur den Umsatzsteuersatz von 19%. Für einige bestimmte Umsätze gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% und Sense.

    ... aber da scheinen mir noch Lücken zu herrschen:

    was ist mit dem geschmückten Baum, der auf einem Wohltätigkeitsbasar erworben wird,

    welcher von einem als gemeinnützig anerkannten Verein veranstaltet wurde?

    Wie wird der Baum behandelt, wenn er 'getopft' gekauft wird und gemäß Kaufvertrag nach Weihnachten in die freie Wildnis entlassen wird?

    Vorsicht! Bei einem gemeinnützigen Verein darf auf einem Basar nichts erworben werden. Das ist Erzielung von Einnahmen und die Gemeinnützigkeit ist in akuter Gefahr.

  • Vorsicht! Bei einem gemeinnützigen Verein darf auf einem Basar nichts erworben werden. Das ist Erzielung von Einnahmen und die Gemeinnützigkeit ist in akuter Gefahr

    Das ist so nicht ganz richtig. Einnahmen eines gemeinnützigen Vereines dürfen für den sog. Zweckbetrieb generiert und sogar bis zu einem (eher geringen) Grad auch angespart werden.

    Es muss jedoch zu allen Zeiten gewährleistet sein, dass die Einnahmen für den Zweck, für den der Verein gegründet wurde, aufgewendet werden.

    Die Gemeinnützigkeit ist dann in Gefahr, wenn der betreffende Verein übermäßig viel Vermögen anhäuft, keinerlei Ausgaben im Zweckbetrieb oder ausschließlich im Geschäftsbetrieb aufweisen kann.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Nachtrag: Damit versucht man dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Zweckbetrieb eines Vereins oft größere Kosten verursacht, als durch Mitgliedsbeiträge und Spenden gegenfinanziert werden kann.

    Ein typisches Beispiel wären Schützenvereine. Oft keine riesen großen Mitgliederzahlen, horrende Kosten durch das Bauen/Betreiben von (gesetzlich sehr streng reglementierten) Schießständen und traditionell eher weniger die Empfänger von großen Spenden.

    So lange der Verein also Einnahmen aus Schützenfesten etc. nutzt, um damit den Zweck des Vereins zu finanzieren, ist alles grün. :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Einspruch Euer Ehren und ich bleibe bei meiner Aussage. Das Verkaufen eines geschmückten Weihnachtsbaumes auf einen wie auch immer genannten Basar betrifft zu 99,9% nicht den Zweckbetrieb eines Vereins. Es sei denn, der Verein heißt "Wir verkaufen geschmückte Weihnachtsbäume auf einen Basar e.V.". Doch wieso sollte das FA hier eine Gemeinnützigkeit erkennen?


    Wenn z.B. dein genannter Schützenverein geschmückte Weihnachtsbäume auf einem Basar verkauft (auch wenn er damit lediglich seine Schießstätte finanzieren will), ist das erstens wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb und zweitens Umsatzsteuerpflichtig. Zweckbetrieb ist ausüben des Schießsports und der damit verbundenen Brauchtumspflege. Einnahmen und Ausgaben müssen unmittelbar damit zusammenhängen, um diesen Bereich zugeordnet werden zu können (zum Beispiel Einnahmen aus Schnupperkursen). Ist die Schießstätte in Eigenleistung von Mitgliedern errichtet worden (und so sollte es sein) entsteht Vereinsvermögen. Hier haben wir schon wieder die nächste Sparte. Vermögensverwaltung, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, Zweckbetrieb. Das geht alles auch bei Gemeinnützigkeit, WENN die SATZUNG das hergibt. Schließlich gibt es ja auch sehr große Vereine die Gemeinnützig sind und mit Beträgen in ganz anderen Größenordnungen jonglieren.


    Mit dem "wir brauchen Knete für den Verein, also organisieren wir was" tappen viele Vereine unwissentlich in Fallen. Das "ist doch für den Verein" interessiert das FA nicht, sondern das satzungsgemäße Wirtschaften. Das größte Problem hierbei, die wenigsten Satzungen irgendwelcher Wald- und Wiesenvereine beinhalten einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Wird das FA hier fündig, wird die Gemeinnützigkeit rückwirkend aberkannt und dann wird es teuer. Deshalb mein Satz.

  • Da gebe ich dir insofern recht, als dass das zentrale Element die Satzung ist.

    Einnahmen von Vereinen sind im Geschäftsbetrieb immer Umsatzsteuer-pflichtig, entweder mit dem Regelsatz von 19% oder dem von dir erwähnten geringeren Satz von 7% (je nachdem, was versteuert wird).


    Dass die Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb unmittelbar mit dem Zweckbetrieb in Zusammenhang stehen müssen, ist mir neu. So lange der Verein


    1. nachweisen kann, dass die Einnahmen für den Zweckbetrieb aufgewendet werden

    2. keine signifikanten Vermögenswerte angelegt bzw. gespart werden


    sollte es keine Probleme geben.

    Oder hab ich da grundlegend was falsch verstanden?

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Natürlich kannst und sollst Du die Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb für deinen Verein verwenden. Das ist nicht das Problem.

    Einnahmen Zweckbetrieb sind die Mitgliedsbeiträge oder Spenden, die Zweckbetreffend sind. Bei Turnieren und Wettkämpfen musst Du schon wieder aufpassen. die Stargelder müssen "Gebühren" sein, welche die Teilhabe an einer sportlichen Veranstaltung ermöglichen und im Wesentlichen der Deckung von Abnutzung und einer gewissen Organisation dienen. Dann sind sie Zweckbetrieb, mehr nicht. Kein Rahmenprogramm, keine Massagen, kein Irgendwas. Sonst mutieren Startgebühren schnell zu "Eintrittskarten" bei denen der "Anspruch" auf eine Leistung verbunden ist. Das Käffchen für fuffzich Cent und das paar Wiener für´n Euro ist auch Geschäftsbetrieb.


    Gemeinnützigkeit ist doch eine Steuererleichterung. Dem Verein wird die Einkommensteuer im Sinne der Körperschafts- und Gewerbesteuer erlassen, wenn er Gemeinnützig ist. Deswegen muss auf das "Einkommen", hier die Einnahmen besonders sensibel geachtet werden, damit diese "Steuerbefreiung" erhalten bleibt. Die Gemeinnützigkeit eines Vereins definiert sich über die Satzung, und in der Satzung muss auch definiert sein, wie sich der Verein finanziert. In den meisten Satzungen steht neben den Mitgliedsbeiträgen und Spenden nichts genaueres mehr.

    Vereine wachsen. Am Anfang ist alles noch ideell. Irgendwann kommen Ideen zu Veranstaltungen und Turnieren auf. Kann man machen, dass muss Satzungsgemäß geregelt werden. Gerade was die Einnahmen betrifft. Tatsächlich werden Satzungen aber kaum angefasst, um keine schlafenden Hunde zu wecken.

    Um gegen die Satzung zu verstoßen, bedarf es noch nicht mal Einnahmen. Es werden gerne mal "Aufwand" erstattet. An sich kein Problem. Hier muss man echt aufpassen, wenn es sich um Mitglieder der Vereinsorgane handelt. In aller Regel handeln Mitglieder laut Satzung Ehrenamtlich. Eine Ehrenamtspauschale oder andere pauschale Zahlungen dürfen dann nicht gezahlt werden. Sollen solche pauschalen gezahlt werden, muss die Satzung geändert werden. Mann kann also schnell mit Einnahmen und Ausgaben gegen die Satzung verstoßen. Dafür ist der Vereinsvorstand verantwortlich und haftbar. Und der Verstoß gegen die Satzung zieht den Verlust der Gemeinnützigkeit (im schlimmsten Fall) nach sich.

  • ... hm, nehmen wir also mal an, der örtliche Landfrauenverein lädt in der Vorweihnachtszeit zum gemeinsamen Mützenstricken ein,

    selbstverständlich ist entsprechend der Jahreszeit der Versammlungsraum festlich mit diversen prachtvollenl Weihnachtsbäumen geschmückt;

    am 3. Advent sollen diese Bäumchen dann gemeinsam mit den Mützen auf einem Basar verkauft werden,

    die Mützen sind dann wohl Neuware, aber die Bäumchen sind doch schon gebraucht,

    wie sieht es mit der Besteuerung gebrauchter Weihnachtsbäume aus?





















































































    Weihnachtsbäume

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • sorry, für den großen Leerraum, habe die Ursache 3 Minuten und 1 Sekunde später gefunden :cursing:

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Spielt keine Geige, 19 % da veredelt (geschmückt). Selbst wenn die Dinger 3 Jahre alt sind und keine Nadeln mehr an den Zweigen haben. Es wäre was anderes, wenn Du gebrauchte Weihnachtsbäume ankaufst und sie als gebraucht wieder verkaufst. Dann wird nur die Differenz zwischen An- und Verkauf besteuert (Differenzbesteuerung). Aber Achtung! Wenn du Gebrauchtbäume ohne Schmuck ankaufst und geschmückt wieder verkauft veredelst Du wieder einen Rohstoff. Volle Besteuerung des Erlöses!

    Alles ganz einfach.

  • Danke für deine erhellenden Beiträge. Da bin ich wohl tatsächlich einigen verbreiteten Mythen aufgesessen.

    Da muss ich bei meinem Verein doch wohl tatsächlich nochmal nachschauen, ob das alles so passt (wobei unser Kassier eine Steuerfachangestellte ist und wir die Satzung von einem Steuerberater haben prüfen lassen.) Sollte also an sich alles passen. :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • ... noch ein Versuch, steuerfrei an einen Baum zu kommen:

    Wenn mein Nachbar schöne Bäumchen züchtet, von denen er mir eins schenkt,

    weil ich ihm im Gegenzug eine nette Weihnachtsgans aus meiner Zucht schenke,

    dann geht das schon ohne Steuer, selbst wenn der Baumschmuck noch dazugehören sollte, oder?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Das kommt auf den Umfang beider Zuchten an. Mann bewegt sich im Grenzbereich (oder im Prinzip ist man da schon im A...), wenn man züchtet um Einnahmen zu erzielen. dann ist man unternehmerisch tätig. Irgend ein fieser Nachbar könnte Euch beim Finanzamt anschwärzen. Wenn ihr beide aber korrekt gewerblich agiert, wird bei produzierenden Betrieben immer Eigenverbrauch pauschal angesetzt. Dieser Eigenverbrauch findet sich in eurer EÜR als Erlös wieder und selbstverständlich fällt darauf Umsatzsteuer an. Also eine passive Versteuerung.


    Perath , was meinst Du, wo ich sitze? Jedenfalls nicht auf der dunklen Seite beim FA.

    Als Bogenschütze bin ich ja selbst in einem Verein (einem der ältesten und größten Sportvereine Deutschlands, gegründet 1848). Jede Abteilung mit eigener Satzung und Haushalt. Über den Verein bin ich automatisch im Deutschen Schützenbund organisiert. Dem interessiert nur die Olympia-schiene, ich bin aber Tradi-Schütze. Deshalb bin ich selbst noch in den Verbänden des DBSV und des DFBV. Der DFBV ist der deutsche Vertreter des internationalen Dachverbandes International Field Archery Association (IFAA). Dieser Verein hat erst dieses Jahr die Bowhunter Europameisterschaft in Deutschland/Tschechien mit etwa 2000 Teilnehmern (und mir :S) gestemmt. Nun ist der Verband in Schieflage geraten. Die haben ihren Geschäftssitz geändert. Das neue Finanzamt hat gleich mal geprüft. Es wurden Vorgänge gefunden die nicht Satzungskonform waren. Rückwirkender Entzug der Gemeinnützigkeit und horrende Steuerforderungen. Sieht nach Insolvenz aus.

    Jahresabschlüsse solch großer Verbände MÜSSEN Steuerberater dem Finanzamt einreichen...


    Es ist ein ständiger Kampf der Fronten. Wenn das Finanzamt was finden will, findet es in den meisten fällen auch was.