vernünftig Raufen lernen

  • ... ich habe hier mal einen Beitrag aus einem anderen Forum als 'Aufhänger' gewählt:

    inoshishi schrieb:

    ... denke es liegt mehr damit zusammen das unsere Gesellschaft oftmals so Gewaltfrei ist.
    Jungs haben heutzutage oftmals so wenig Erfahrung mit Prügeleien, das sie nie das richtige Maß an Gewalt kennen lernen.
    In dem Sinne: Früher hat man sich gestritten, geprügelt und beim Bier
    vertragen. Heute sind Handgreiflichkeiten so selten das jede
    Handgreiflichkeit als ernsthafte Gefahr wahrgenommen wird,
    die dann unnötig eskaliert wird.

    deshalb frage ich jetzt:
    läuft möglicherweise etwas in der Erziehung falsch, müssen Kinder (oder nur Jungs?) das richtige Raufen lernen,
    oder ist 'Raufen' eine gesellschaftlich unerwünschte Erscheinung, die unterdrückt werden muss,
    wo immer man auf sie trifft?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Ich glaube Kinder können sich von alleine ganz natürlich raufen . Das Problem ist das die Eltern sich einfach immer einmischen. Wenn es zu arg wird, ja dann sollte man aus meiner Sicht schon eingreifen, aber wenn nur ein Veilchen dabei herauskommt oder einige lustige Prellungen, ja was solls. So lernen die KInder schon früh das es eben weh tute
    Hindert man sie dran und sie kommen erst später im Vollbesitz ihrer körperlichen Kräfte und eventuell noch bIödzetiungsverblödet dazu sich mal zuraufen : Na dann wird es eben übelst. dann kommen eben Messer und solcher , mit Verlaub, Mist zum Einsatz da jegliche Basiserfahrung auf harmlosen Level fehlt.

  • Kaji :D


    Bei dir laufen die Pädagogen schon morgens im Bademantel sturm, wenn sie das lesen.


    Zwar nicht ganz falsch aber ein Veilchen ist wirklich bisl krass. Augenverletzungen und so... dazu die Tatsache, dass der Mensch von natur aus nach der Entwicklung der stärksten Waffe strebt. Das fängt mit geschnitzten Stöckern an, führt über Erbsenblasrohren zu Pfeil und Bogen bis hin zur Erbsenpistole... Wenn man als Eltern nicht mehr mitbekommt, wie das blaue Auge entstanden ist, dann ist das besorgniserregend. (Ich hatte in meiner Jugend eher Gehirnerschütterungen, wegen Fußballschüssen gegen den Kopf. Danke für euer Verständnis in all den Jahren. :D :D :D )


    Und das ist eben das Problem. Die Weiterentwicklung in die korrekten Bahnen zu lenken. Ich empfinde geleitetes Sparring und Randori als Förderlich. Habe schon mehrfach erlebt, wie manche Kinder dann endlich in der Gruppe ihre Position eingenommen haben, von der aus sie vernünftig auf ALLE anderen einwirken können.


    Das war für mich eine sehr schöne Erfahrung, weil ich lange gegrübelt habe, ob Kampfsport wirklich diesen positvien Effekt auf Kinder hat, wie es oftmals von Großmeistern mit drölf Dangeraden gejodelt wird...


    ... :D Nichts gegen das Jodeln! Ich mag das.


    Also wie gesagt, wenn der Trainer einen Blick darauf hat, ist waffenloses Kämpfen am Anfang und später auch mit Waffen förderlich.


    Sonst entstehen imho zu viele Neugierden, die unbefriedigt bleiben und dann dazu einladen, dass das Kind Kwatsch macht.


    FG

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  • Auch sollte man nicht vergesse, daß Kinder gar nicht so dumm sind, wie manch Erwachsener immer glaubt.


    Gerade in meiner Grundschulzeit (und, ja, sogar noch ein paar Jahre später) gab es immer mal wieder "Spaßkloppen".
    Wir haben gerauft, ein wenig gehauen - aber jeder, wirklich *jeder* von uns, hat zugesehen, daß der andere nur blaue Flecken bekommt und ihm nicht richtig weh getan wird.
    Es gab im Normalfall kein Gejammer, keine Tränen - und auch kein eingreifen der Lehrer, weil die das kannten.


    Wenn Kids heute etwas raufen und man sie das auch machen läßt - meist kommt es dann auch heute nicht zu "großen Aua" die Aufmerksamkeit bedarf.
    Denn Kinder sind auch heute nicht blöd, wenn man sie mal machen läßt.



    Beim Kindertraining ist ein Junge, relativ neu:
    Als eines der anderen Kinder ihn das erste Mal "angerauft" hatte, flossen Tränen (wobei da auch noch erwähnt sei, daß das andere Kind wirklich ziemlich grob und unkontrolliert ist).
    Die nächsten ein, zwei Male wurde erschrocken geguckt.
    Nun, nach ein paar Wochen, ist er immer noch etwas vorsichtig, spielt aber mit.
    Der Bursche taut, im wahrsten Sinne des Wortes, von Stunde zu Stunde mehr auf - sowohl den anderen Kindern gegenüber (Montag wurde schon nur noch verlegen gegrinst, als es einmal leicht gescheppert hat), als auch den Erwachsenen gegenüber (da hab ich ihn beim spielen gar nicht mehr von mir runter bekommen).



    Schwierig wird es nur, wenn sie diese Erfahrungen nicht mehr machen dürfen.
    Wobei ich auch sagen muss: Vielleicht liegt es daran, daß ich in einer Kleinstadt/ Vorort lebe - die meisten Kids hier bis 10/ 11 sind nicht groß anders, als wir damals waren - da wird viel draußen gespielt, gerauft, gestritten, versöhnt, Mist gemacht, ...


    Unterscheiden tut es sich eher ab so 13 - da sind die Kids heute ... "reifer" (möchtegern-erwachsen) als wir früher.
    Zumindest hier hatten die wenigsten Mädchen mit 13 ständig eine Handtasche dabei; etwas, daß ich heute (teilweise!) öfter sehe.

  • Hallo Syron,


    welche KKe betreibst du denn?


    Wäre für das bildliche Vorstellungsvermögen besser, um es einzuordnen, wie man sich das vorstellen kann.

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  • Mir ist nicht ganz klar, in wie weit was wichtig ist, aber okay ^ ^


    Ich mache diverses, aber mein Standbein ist JJ, der Rest unterstützt es - ist mir fast schon wichtiger - macht halt Spaß.
    In meiner Schulzeit hab ich Fußball gespielt ;)


    Was die Kinder machen, läuft unter Kinder-SV, bzw. JJ-Kids.

  • Fußball als Kampfsport, auch eine Variante....KIcher.....
    Gut. Blaues Auge gleich zu heftig. Mit Verlaub, das kam schon mal des Öfteren vor. Mal sah ich bebläut aus, mal der andere, auch wenn mir immer gesagt wurde "Man prügelt sich nicht" Tja als Kind war ich manchmal etwas schwerhörig.
    Was es aber nicht gab : Nachtreten wenn jemand am Boden lag, mit irgendwelchen Gegenständen oder Waffen agieren. Es wurde sauber mit den Händen gearbeitet. Wenn jemand am Boden war ; Fertig. Was da heute gemacht wird, ich kann mich an so etwas nicht erinnern und ich bin noch nicht komplett verkalkt.

  • Hallo Ida, ich übernehme mal das Zitat:

    inoshishi schrieb:

    denke es liegt mehr damit zusammen das unsere Gesellschaft oftmals so Gewaltfrei ist.Jungs haben heutzutage oftmals so wenig Erfahrung mit Prügeleien, das sie nie das richtige Maß an Gewalt kennen lernen.
    In dem Sinne: Früher hat man sich gestritten, geprügelt und beim Bier
    vertragen. Heute sind Handgreiflichkeiten so selten das jede
    Handgreiflichkeit als ernsthafte Gefahr wahrgenommen wird,
    die dann unnötig eskaliert wird.


    Ich bin da etwas irritiert über die schnellen, Gedankensprünge in diesem Zitat. Da wurde zuerst darüber berichtet, dass Jungen wenig Erfahrungen mit Prügeleien hätten, was aus meiner Sicht eigentlich nichts Schlimmes ist (oder ist das tatsächlich schlimm nach dem Motto: "Ich mache mir Sorgen, weil mein Sohn einfach nicht Zuschlagen will...") ... wofür sollte man denn das "richtige Maß der Gewalt" kennen... und überhaupt: Was ist das "richtige Maß" und wer sollte das bestimmen wollen/können/dürfen?


    Dann befinden wir uns plötzlich beim nächsten Gedankensprung in einem Klischee am Biertisch... ich hoffe doch, wir sind uns einig, dass hier nicht vorausgesetzt wurde, dass dies die o. g. Jungen betrifft? Allein hier hinkt dieser Gedankensprung schon mächtig. Und die Klischees bekommen klarere Konturen: Alkohol und Gewalt scheinen irgendwie zusammen gehören zu müssen - hätte man sich ja denken können...


    Mich irritiert der Gedankengang, nur die Gewöhnung an Gewalt bzw. die Konfrontation mit Gewalt würde einen Menschen in die Lage versetzen , logische Gewaltunterteilungen vornehmen zu können. Vielleicht sollt man besser lernen, Eskalationsstufen zu unterscheiden... das zumindest war mein erster Gedankengang hierzu.


    Entschuldigung: Allein die Behauptung, unsere Gesellschaft wäre "oftmals" gewaltfrei, ist einfach eine Behauptung. Wenn ich mich in unserer Gesellschaft so umschaue, sehe ich, das Gewalt allgegenwärtig ist. Was Jungen m. E. daher heutzutage benötigen, ist mit Sicherheit kein Bier, keine Biertischgeschichten und schon keine Prügeleien. Sie benötigen Vorbilder, die ihnen Konfliktkultur erklären und deutlich machen. Oder will hier jemand unbedingt das Klischee des ewig alkoholisierten, mit einem dreckigen Unterhemd gekleideten und sexmäßig allzeit bereiten männlichen Mitbürgers pflegen? Wenn ja, ist man mit so einem Zitat, wie das obige, auf einem "guten Weg".


    Das "Raufen" hat so, wie ich das bisher erlebt habe, auch ganz andere Intentionen, vor allem die der Kanalisation von Energie, der Aufzeigen von Grenzen, dem Befolgen von Regeln zugunsten der eigenen Sicherheit, der Schaffung von Verlässlichkeit, dem "Deal", Sorge für sich und andere zu tragen, usw...

  • Paladin, vielleicht machst Du da gerade einen Gedankenfehler - weil Inoshishi das m.M. nach vollkommen anders meinte:
    Es geht nicht um Gewöhnung an Gewalt oder Biertisch.


    Wenn ich an meine Kind- und Jugendzeit denke, weiß ich, dass wir immer irgendwelche Raufspiele gemacht haben. Sei es der Reiterkampf im Schwimmbad, das manchmal recht ruppige Bolzen oder auch kleinere Auseinandersetzungen auf dem Schulhof.
    Dabei ging es uns nie darum, den anderen zu verletzen sondern eher uns zu positionieren - auch im eigenen Gedankenbild.
    Wenn es vorbei war, kam nicht hinterher irgendein Erzieher und hat uns gemaßregelt oder uns erklärt, dass man so etwas nicht macht. Das war auch gar nicht notwendig, da wir - m.M. nach in der Erziehung zuhause mitbekommen - ein sehr gutes Gefühl dafür entwickelt haben, was geht und was nicht geht.
    Und wurden Grenzen überschritten - was durchaus vorgekommen ist - dann stand man dazu und hat die Verantwortung übernommen.
    Und später hat man mit dem Kontrahenten durchaus auch mal ein Bierchen getrunken, was wiederum nicht heißt, das man sich bis zu umfallen betrunken hat. Cola ging übrigens auch.
    Das war dann eher sowas wie eine "Friedenspfeife" nach dem Motto "Alles wieder im Lot".


    Und das Ganze fehlt heute. Kinder haben kaum noch Platz ihre Energie beim spielen los zu werden. Rasenflächen zum toben gibt es kaum noch. Und das Angebot an Daddelspielen ist auch enorm. Von den Schulzeiten mal ganz abgesehen (Ganztagsschule, Leistungsdruck schon von Anfang an etc.)..


    Ich bin auch der Meinung, das Kindern echte Vorbilder fehlen und das es leider zu viele Eltern gibt, die sich nicht kümmern und die Erziehung anderen übertragen möchten - auch, weil sie selber nicht dazu in der Lage sind.


    Ich verliere mich gerade ein wenig in meinen Gedanken.....


    War es früher anders? Gab es nicht da auch genau diese (Schlüssel-)Kinder? Oder die Eltern, die sich einen Sche... darum gekümmert haben, was mit ihren Blagen passiert?


    Ja gab es ganz genau so - allerdings wurde vieles im kleine geregelt im Gegensatz zu heute, wo alles sofort wer weiss wie ausgeschlachtet und hochgepusht wird. Und wo sofort irgendwo ein Soziologe um die Ecke kommt und erklärt, wie man was zu machen hat.


    Ich hoffe, ich bin nicht zu sehr abgeschweift, aber das sind die Gedanken dazu, die mir gerade durch den Kopf gegangen sind.

  • wofür sollte man denn das "richtige Maß der Gewalt" kennen... und überhaupt: Was ist das "richtige Maß" und wer sollte das bestimmen wollen/können/dürfen?

    Das richtige Maß sollte man kennen damit man im Affekt nicht übertreibt.
    Ala: nur weil eine Streitigkeit handgreiflich wird hat das Opfer ja nicht das Recht seinen Angreifer zu töten.
    Im Zweifelsfall entscheidet ein Richter, aber als gute Heuristik finde ich: wenn der Angreifer auf dem Boden liegt sollte man eventuell nicht mehr auf den Kopf herumspringen? Sowas in der Richtung.


    Um mein Argument nochmal zusammenzufassen:
    Vor dem Unbekannten hat man Angst.
    Wenn man Angst hat ist es sehr wahrscheinlich das man überreagiert.
    Jede Überreaktion hat das Potential ein Fehler zu sein.
    Ein Fehler in einer gewalttätigen Situation kann Menschenleben zerstören.

    Und die Klischees bekommen klarere Konturen: Alkohol und Gewalt scheinen irgendwie zusammen gehören zu müssen - hätte man sich ja denken können...

    Interessant das du dich auf den Alkohol konzentrierst. Mir ging es eher um den Part der Versöhnung. Von mir aus hätten die in der Vegangenheit auch mit O-Saft anstoßen können.

    Wenn ich mich in unserer Gesellschaft so umschaue, sehe ich, das Gewalt allgegenwärtig ist.

    Ich weiß nicht wo du wohnst (ich in Berlin Wedding), aber wenn ich runter auf die Straße gehe habe ich keine Angst angegriffen zu werden. Natürlich gibt es auch hier dunkle Ecken und Orte wo man sich zu bestimmten Zeiten lieber nicht rum treibt. Aber da ich in meinen ganzen Leben noch nicht tätlich angegriffen wurde kann ich deine Wahrnehmung nicht teilen. Bzw. ich definiere "das Gewalt allgegenwärtig ist" einfach anders.

    Was Jungen m. E. daher heutzutage benötigen, ist mit Sicherheit kein Bier, keine Biertischgeschichten und schon keine Prügeleien.

    Hier sind wir wieder bei deinen Bier. Der wichtige Punkt war die Versöhnung.
    Man streitet sich, man prügelt sich vielleicht und danach versöhnt man sich wieder weil man noch miteinander Leben muss.
    Zu lernen sich zu versöhnen ist wichtig. Oder bestreitest du das?


    Jungen brauchen keine Prügeleien. Da stimme ich zu. Ich würde aber behaupten sie brauchen die Möglichkeit sich raufen/wettstreiten zu können. Und die Linie zwischen Rauferei und Prügelei ist oftmals dünn. Also sollte das am besten in einem kontrollierten Rahmen passieren, wie zum Beispiel im Kampfsport.

    Oder will hier jemand unbedingt das Klischee des ewig alkoholisierten, mit einem dreckigen Unterhemd gekleideten und sexmäßig allzeit bereiten männlichen Mitbürgers pflegen?

    Also bisher warst du der Einzige der das so darauf herum pocht.

    Das "Raufen" hat so, wie ich das bisher erlebt habe, auch ganz andere Intentionen, vor allem die der Kanalisation von Energie, der Aufzeigen von Grenzen, dem Befolgen von Regeln zugunsten der eigenen Sicherheit, der Schaffung von Verlässlichkeit, dem "Deal", Sorge für sich und andere zu tragen, usw...

    Volle Zustimmung.


    Btw, da ein Beitrag von mir hier als Diskussionsaufhänger benutzt wird. Hier ist der Link zum Thread dazu:
    Free- (Cage-) Fights als Quelle von Gewalt?


    Und wenn jemand meinen vollständigen Beitrag lesen mag:



  • Wenn man jetzt noch in das Kalkül zieht das es auch diverse Rauflinge gibt die stocknüchtern einfach Spaß daran haben sich zu prügeln, wird es schon wieder lebendiger.
    Was genauso witzig ist, ist die Vorstellung das nicht nur die unteren Schichten, ach ist es schön mal wider den arroganten Pinsel zu geben, sich ebenfalls kräftigst raufen. Komplett sinnfrei übrigens.
    Ich war nun wirklich nicht auf Schulen wo heutige Hartzis die allen Klischees entsprechen ( Unterhemdige Bierflasche ) anwesend waren, und trotzdem : Zack ! Eins auf die Nase weil mir deine Nase nicht passt.
    Ja was tut man in der Situation ? Die andere Nase hinhalten ?
    Wohl weniger, man schlägt erst mal saftig zurück.
    Gut die Eltern und Lehrer haben auf uns Jungs eingeredet wie auf grenzdebile Ackergäule ala Gewalt sei keine Lösung.....Heute sehe ich aber das Gewalt eben die Umgangssprache ist die mit am meisten gebraucht wird. Natürlich nicht durch auf die Nase hauen, sondern durch verbale Gewalttätigkeiten, Mobbing etc.
    Tja da steh ich nun und frage mich: Was für einen Mist haben die mir denn erzählt ? Es ist ein anderer Dialekt der Gewaltsprache den man als reifer Erwachsener spricht, aber der Grundtenor ist eben noch immer der Gleiche.
    Haut dich jemand, schlag zurück.
    Der einzige Unterschied zu Kindertagen : Man ist Weise genug geworden und man hat auch die Möglichkeiten solchen prügelwütigen Irren meistens auszuweichen.


    Kleiner Nachtrag : Natürlich ist Gewalt unschön, blos dadurch das man sie entweder ignoriert oder glaubt durch reine Vorbildeffekte etwas ändern zu können wird sie eben nicht verschwinden.

  • Wenn ich an meine Kind- und Jugendzeit denke, weiß ich, dass wir immer irgendwelche Raufspiele gemacht haben. Sei es der Reiterkampf im Schwimmbad, das manchmal recht ruppige Bolzen oder auch kleinere Auseinandersetzungen auf dem Schulhof.
    Dabei ging es uns nie darum, den anderen zu verletzen sondern eher uns zu positionieren - auch im eigenen Gedankenbild.

    Wenn ich die "Raufspiele und Reiterkampf" auf Freunde und Co beziehe, stimme ich den zu.
    Aber im Bezug auf Auseinandersetzungen im Allgemeinen auf dem Schulhof und in der Nachbarschaft - Nein. Hier ging es meist um eine Positionierung im Sinne von "du stehst unter mir, hier habe ich das Sagen." oder um "du hast was ich haben will"






    Wenn ich mich in unserer Gesellschaft so umschaue, sehe ich, das Gewalt allgegenwärtig ist

    Gewalt drückt sich nicht nur körperlich aus, sondern tritt auch in anderen Formen auf. Von daher kann ich Paladin nur zu stimmen.

  • @Inoshishi

    Beim Zitieren anderer Beiträge zum Zwecke einer direkten Antwort ist grundsätzlich nur der Text zu zitieren, auf den sich die eigene Antwort bezieht. Spam-Zitieren, also das auseinanderstückeln eines eigentlich zusammenhängenden Beitrages, ist verboten. Einerseits werden dadurch Gedankengänge unterbrochen und evtl. sogar falsch wiedergegeben (wodurch eine Diskussion einen völlig anderen Verlauf nehmen kann), andererseits werden Diskussionen hierdurch schnell unübersichtlich und unattraktiv.

    Du solltest den Text als ganzes lesen, bedeutet, dass sich das Eine auf das Andere bezieht. So z. B. habe ich den Alkohol mit ins Spiel gebracht, weil ich Deinen Gedankensprung deutlich machen wollte... zuerst schreibst du von den Prügelerfahrungen der Jungs heute und früher... früher eben beim Bier, was m. E. nicht dazu passte.


    Wir sollten uns in der Diskussion aber eben nicht zerstückeln, sondern klar diskutieren. Für mich ist z. B. ein wichtiger Punkt die Prügelerfahrung, die du im Zitat ja hervorhebst. Ich habe überhaupt nicht nachvollziehen können, warum Jungs sich Prügeln müssen, um später im Leben besser klar zu kommen. Was genau meinst du denn damit?

  • Diskussion tot. :D

    Ach ich bin geduldig.


    Vielleicht kommen noch mehr alte Haudegen. :D

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  • @Drax
    Dann habe ich da tatsächlich Gedankenfehler gehabt, weil ich Inoshishi so verstanden hatte, dass man bei wenig Erfahrungen mit Prügeleien nie das richtige Maß an Gewalt kennen lernen kann.


    Generell habe ich auch Schwierigkeiten, dass heute mit dem früher zu vergleichen. Für mich maßgeblich, weil ich es auch in meiner Arbeit z. B. in der Jugendgerichtshilfe so erlebe, sind die Medien, über die man praktisch immer und überall die Highlights des Lebens der Anderen miterleben kann - das gab es "früher " nicht - Thema YouTube. Nichts ist zu hoch, zu weit, zu schwer, zu peinlich, zu brutal... aber alles ist schon für die Kleinsten zugänglich. Sicher ein Problem der Eltern, allerdings gibt es hier keine 100%ge Überwachung, es sei denn, man nimmt die Dinger weg. Dann wiederum fehlt die Erfahrung im Umgang mit diesen Dingen... wie man's macht... Wir haben uns in unserer Gesellschaft einfach dazu entschieden, freier miteinander umzugehen und merken doch, dass diese Freiheit ihren Preis hat - glaube ich.


    Für mich sind auch die Werte entscheidend, die jeder so bei sich trägt. Früher war es unehrenhaft, jemanden, der am Boden liegt, zu bekämpfen (z. B. mit Tritten zu bekämpfen). Heute wird draufgetreten und sich bekämpft, bis sich nichts mehr regt. Darüber hinaus gibt es heutzutage - gerade auch über die Medien - enorme Druckmöglichkeiten, jemand anderen zu diskreditieren... Stichwort: Mobbing.


    Warum aber schlägt man jemanden, warum wird gemobbt? Aus meiner Sicht liegt das Problem heute am Ego der Leute. Jeder ist ein kleiner König und jeder, der Widerspricht, wird entweder lächerlich oder mundtot gemacht. Daher ziehe ich für mich andere Schlüsse. Anstatt Erfahrungen in Prügeleien zu bekommen, fände ich es gut, den Leuten beizubringen, ihren Ego besser zu kontrollieren. Anstatt die Vorbilder aus dem YouTub Kanal wären die Vorbilder in den Vereinen und Schule wichtig. Hier meine ich "gute Menschen", die einem beibringen, dass man auch miteinander Spaß haben kann und produktiv sein kann, statt dauernd gegeneinander zu arbeiten und so seine Energie zu verschwenden. Lösungs- und Deeskalationsstrategien wären für mich wichtig. Was uns insgesamt fehlt ist eine moralisch haltbare Konfliktkultur, was wir haben, ist eine durch Machtstrategien und Superlativen verzerrte Umwelt.


    Über das Raufen hatte ich diesbezüglich ja bereits etwas geschrieben. Meiner Meinung nach sind die Ziele des Ringens und Raufens auch andere...also kein Vorbereiten auf Gewalt, sondern eher ein abchecken der eigenen physischen und psychischen Ressourcen. Aber da fand ich auch deine Ideen gut und passend.

  • Ich denke, wir sind nicht weit auseinander Paladin.
    Das mit "dem kleinen König" finden ich passend. Viele Eltern tragen heute ihren kleinen den Hintern nach und regeln einfach alles. Papa oder Mama werden es schon richten. Eigenverantwortung lernt man so nicht.

  • Es gibt ja die Kritik, dass die Erziehung gerade im Kindergarten und in der Grundschule, sehr weiblich dominiert ist, und eben dieses jungenhaftes Raufen sanktioniert wird.


    Da steuer ich natürlich zu Hause entgegen.


    Hab mir das Backpfeifenspiel ausgedacht, ich streichel meinen Jungen über die Wange und er gibt mir ne Backpfeife. Pflatsch ......


    Im Wechsel.

  • Dein Sohn ist mittlerweile 18 und austrainierte Kampfhase im Thaiboxen.
    Er verwechselt hin und wieder Ellbogen mit Backpfiefe.
    Seit ca. 6 Jahren spielt ihr das Spiel nicht mehr ohne Mundschutz...


    :respekt:

    Si·g·na·tu̱r
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  • Sagen wir so Schlaghemmungen hat er keine. Kontrolliertes Raufen lernt er "jetzt" beim Kinderjudo.


    Ich mach mir das immer sehr einfach.


    Wolf oder Schaf? Das ist hier die Frage :P


    Eine weitere Frage was mach ich mit meiner Tochter?


    Oder ab welchem alter kann man mit h2h knife combat anfangen?