Kommunikation und Identität im Internet

  • Hallo liebe Gemeinde,


    augrund einer kleinen Randbemerkung, dass doch bitte auf das Rechte Maß an Unterstreichungen zu denken ist, um die Leserlichkeit nicht zu stören, ist mir danach die Idee gekommen, einmal die Kommunikation im speziellen zu diskutieren.


    Viele sagen sich: Klar kann ich!


    Aber ich möchte gerne zwei Dinge vorweg präsentieren, die mir persönlich aufgefallen sind, für die ich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebe.


    -----


    1.
    In einem Seminar habe ich gelernt, dass Dinge wie das Framen von Satzteilen (das gezielte Einfärben des Hintergrunds von Wörtern) als sehr störend wahrgenommen wird. Auch zu viel Unterstreichungen (ab über 3 Wörtern, so war glaube ich die Regel) wird der Lesefluss gestört. Fettmarkierung und Hintergründe in schrillen Farben, stellten sich ebenso als Störfaktoren heraus.


    Es scheint, als wäre es das beste, wenn man der Netiquette folgt.


    2.
    Doch so einfach ist es nicht, denn wenn alle gelich schreiben, geht das Individuum flöten. Alt eingesessenen Forumiten hilft das etablierte Immage, jedoch können Neulinge ohne jede Forenerfahrung häufig nicht schritt halten mit den Kritiken und bekommen zu wenig Zeit sich ins Forengewusel einzuleben.
    Im internationalen Vergleich gelten die deutschen Internetforen als monoton - so habe ich es mal aufgeschnappt. Man könnte auch einfach sagen: zu unbunt. Viele verzichten aus Angst vor sozialer Verachtung auf eigene Vorlieben. Schreiben im "Spektrum" der Boardfunktionen wird als delinquentisches Verhalten wahrgenommen und geahndet.



    Man hat festgestellt, dass insbesondere in Deutschland sehr viel Wert auf Inhaltliches gelegt wird, dabei aber der Verknüpfung "Usernamen - Immage" mit Fortschreiten des "Wirkens" eine weitaus größere Bedeutung beigemessen wird - sorry keine Quelle. Früher oder später führt das dazu, dass die Inhalte, egal ob richtig oder falsch, von der Person nicht mehr ernst oder überhaupt noch wahrgenommen werden ;) . Dabei ist gerade für jüngere Menschen die Interaktion wichtig. Wenn hier die Rückmeldungen fehlen, weil die Ignorierfunktion allzugerne benutzt wird, etablieren sich Kommunikationsregeln innerhalb der Altersklassen, die einen generationsübergreifenden Austausch komplexer Ansichten erschweren. Das ist ein tragischer Verlust in meinen Augen.




    Zur Lösung des Zweiten wurde daher vorgeschlagen, dass man zur Entwicklung einer Internetidentität ruhig auf Besonderheiten des eigenen Sprachgebrauchs zurückgreifen soll und auch von den angebotenen Forenfunktionen reichlich gabrauch machen soll. Allerdings nur, solang' dem Thema beigetragen wurde und die eigenst gewählten "Besonderheiten" den Ausdruck seiner selbst vermitteln sollen.



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    Daher möchte ich gerne mit euch zwei Dinge diskutieren:
    1. Wie kann man das Verhältnis aus "Beitrag zum Thema und Expressing Yourself" mit der Wahrnehmung der Forumiten eurer Ansicht nach in Einklang bringen?
    2. Wie steht ihr zu der Aussage, dass ein Mensch sich einfach immer weiter entwickelt und ständig neue Ausdrucksweisen seiner selbst findet, und das die Internetgemeinde mit mehr Geduld selbst ein größeres Verständnis bzgl. des Lesens "zwischen den Zeilen" entwickelt?


    P.S.: Ich persönliche bediene mich gerne der Markierung "innerer Aspekte" durch blau und "objektiver" durch rot. Bislang kamen diesbezüglich noch keine Beschwerden auf.


    P.P.S.: Das Einbinden von Videos und Bildern, die die dargestellten Ansichten unterstützen empfinde ich als super, vor allem, wenn dadurch ein weiteres Gebiet der inneren Gedankenwelt erweitert wird.


    P.P.P.S.: So noch ein Thread dann ist Ruhe angesagt :D


    FG

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Wie im wahren Leben: Wenn ic h mit jemandem aufgrind seiner Ausdrucksweise, Art oder sonst etwas nicht kann - habe ich im NOrmalfall nichts mit ihm zu tun und ignoriere ihn (von Hallo sagen und ähnlichem abgesehen), bzw. interagiere in erster Linie dann mit ihm, wenn es nicht anders geht (falls man mit diesem Jemand halt unweigerlich zu tun hat).


    In Foren ähnlich: Wenn jemand zu bunt oder unterstrichen schreibt oder aber keinerlei Rechtschreibregeln und Co beachtet, ich die Ausdrucksweise so gar nicht abkann - ist das ganz klar seine Entscheidung und auch Recht und er kann sich auch gerne darüber identifizieren, muss dann aber halt auch damit leben, daß ich ihn weitestgehend ignoriere, wenn mir da nach ist.

  • Ich finde es störend und eben nicht im Bereich der Kommunikation als angemessen eigene Identitätsmerkmale in den Vordergrund zu stellen. Rot ist für mich ( ebenso wie das lange unterstreichen ganzer Passagen oder Fettschreibung) nichts anderes als ein "Anschreien".


    Das hat absolut nichts, aber auch gar nichts mit den Individuums-Rechten ( die gelten doch in beide Richtungen) zu tun, sondern ist nur ein unzulänglicher Versuch aufzufallen.


    Wer meint, mich in einem direkten Gespräch anschreien zu müssen, dem begegne ich gern mit Taubheit bis seine Stimmlage wieder im Normalbereich ist.


    Gerade in einem Forum wie diesem hier, wir wünschen uns doch eine höfliche und sachbezogene Kommunikation, haben meiner Meinung nach solche Spielchen nichts zu suchen.


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Hallo Syron,


    Danke für deinen Beitrag.


    Es ziehmt sich nicht über andere zu schreiben, ich tue es ausnahmsweise mal trotzdem.


    Wer genau auf die Fehler seiner Mitforumiten achtet, könnte evtl. Etwas lernen. Zum Beispiel dann, wenn sie jemand gezielt einbaut und eine Message sendet.


    Wenn man sich keine Mühe gibt dies zu erkennen, dann geht das an einem vorbei.


    Mir hält man immer vor, ich würde "zu viel hineininterpretieren". Aber ein einfaches Nachfragen gibt mir dann häufig recht... womit ich nicht angeben möchte, dass ich mehr wüsste, sondern nur zeigen möchte, dass mit mehr Zeit zum Verstehen auch mehr Äpfel auf den Boden fallen :p .


    Gemeint sind die Komplexen Wortklaubereien des Users Shohei, der im KKB sehr eindrucksvoll gewirkt hat. Nur leider haben Manche lieber auf ihm rumgehackt, als auf seinen Inhalten. Das Letztere hätte "unendlich viel gebracht". Ich möchte wirklich niemanden angreifen oder so!


    Nochmals schade drum, dass er hier nicht mitschreibt, aber das soll nicht Diskussionsinhalt sein. Ich wollte nur aufzeigen, dass "Ignoranz" kein Mittel ist, um anständig eine Konversation mit einem "Plenum" zu führen.


    FG


    und


    dir noch einen schönen Tag


    Cu Smoo

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Hallo Kibon,


    dein Gefühl des Anschreiens kannst du nicht dem Flüsternden zum Vorwurf machen.


    Ich finde, dass ein Aufmerksammachen auf Inhalte kein Versuch ist, um aufzufallen.


    Nach deiner Ansicht, damit will ich dir nicht zu Nahe treten, könnten wir die Boardfunktionen auch abschaffen.


    Wäre es nicht vielfältiger, wenn wir uns in einem breiteren Spektrum der Buchstabenaneinanderreihung unterhalten könnten? Wie stehst du dazu?


    Auch dir noch einen schönen Tag

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Hi Smoo,


    ich finde Unterstreichungen, Fettschrift etc störend, weil sie den Lesefluss einerseits bremsen und andererseits der Schreibende offenbar der Meinung ist, dass der Leser ohne diese "Hilfestellungen" den Inhalt nicht erfassen kann.


    Winke


    Mac

  • Hallo smoo,
    da setzt Du schlichtweg eine Plattitüde in den Raum, woher soll ein Leser wissen, ob der andere Flüstert? Die visuelle Aufnahme von Texten wird durch ebendiese Form in grafikdesign bewusst genutzt. Eine farbliche Hervorhebung ist nicht gleichbedeutend mit einer sachlichen Information.


    In meinem täglichen Leben habe ich mit ellenlagen Projektberichten zu tun. Jeder Projektleiter wird dir einen PJ-Bericht vor die Füße werfen, wenn dort ständig und wiederholt "Aufmerksam-machungen" vorzufinden sind. Damit wird nämlich der Blick nur auf diese Passagen gerichtet und nicht auf den Kontext. Sehr schöne Beispiele sind da zum Beispiel aus PJ-Akten vom BER zu finden, Ablenkung um Negationen zu verschleiern. Der geneigte Leser in diesem Forum ist, und das behaupte ich mal, durchaus in der Lage Inhalte zu differenzieren und auch zu verifizieren.


    Was die Boardfunktion betrifft, ist das meiner Ansicht nach kein Argument. Hinterlegt ist eine Word-Applikation die zur Verfügung steht, sofern man Sie anwenden möchte. Das heisst nicht, dass man muss!


    Die deutsche Sprache ist durchaus so vielfältig und bunt, wenn ich das Wort Hund in rosa schreibe wird's dennoch kein Schmetterling. Vielleicht in einem Prosa-Forum? party-svg Wenn das vorhandene Spektrum nicht ausreicht......


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!


  • So steht's geschrieben, aber ich schrieb : Rot ist für mich..... das sollte mein persönliches Empfinden darstellen!K/

    Das ist dann allerdings auch sehr eigenwillig. Das ist so als wenn du im Gespräch jemand verbietest das Wort "Gummibär" zu verwenden, weil du dich dann bedroht fühlst.

  • Das ist dann allerdings auch sehr eigenwillig. Das ist so als wenn du im Gespräch jemand verbietest das Wort "Gummibär" zu verwenden, weil du dich dann bedroht fühlst.

    Zum einen stehe ich auf Gummibärchen und sonstige Süßigkeiten, zum anderen sind wir genau da, wo die Diskussion ad absurdum geführt wird: smoo möchte eine Akzeptanz für farbige, unterstrichene oder sonstige verblümelungen, gleichzeitig wird damit aber wiederum nicht akzeptiert dass jemand das dämlich- ja dazu stehe ich- findet.


    K/

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  • Das Schwierige im Internet finde ich persönlich, das Gestik, Mimik und Betonung komplett fehlen, von daher halte ich es schon für angebracht, mittels unterstrich, kursiv und fettdruck zu betonen.



    Der Nutzen geht natürlich verloren, wenn alles unterstrichen, kursiv oder im Fettdruck ist.

  • Hi brandenburger,


    Unterstrich ist dann Gestik, kursiv steht für Mimik und Fettdruck für Betonung?


    Wie unterscheidet der Unterstrich dann die verschiedenen möglichen Gesten, welches kursiv steht für lächeln und wie sieht ein Fettdruck für leise Sprache, lautes Reden und Gebrüll aus?


    Interessierte Grüße


    Mac

  • GROSSBUCHSTABEN stehen für lautes Reden, Gebrüll oder eben Schreien. Das ist die Konvention.


    Als Flüsteren empfinde ich zumindest wenn der Schriftgrad kleiner ist.


    Fett kursiv unterstrich lese ich aus dem Kontext heraus.


    Auf die schnelle finde ich im Netz nichts Brauchbares, wo die allgemeine Verwendung (fett, kursiv, unterstrich) definiert ist.





  • Hi brandenburger,


    es geht mir nicht darum, im Netz was zu finden.


    brandenburger schrieb:

    das Gestik, Mimik und Betonung komplett fehlen, von daher halte ich es schon für angebracht, mittels unterstrich, kursiv und fettdruck zu betonen

    Ich möchte lernen, welche genaue Bedeutung Unterstrich, kursiv und fettdruck in Deinen Beiträgen haben, da Du sie offenbar als Betonung für Gestik umd Mimik und Betonung verwendest.


    Viele Grüße


    Mac

  • Wenn du mich so fragst, wenn ich etwas unterstreiche kursiv setze, oder in fett schreibe, möchte ich das ganz besonders betonen.



    Also weniger als Ersatz für Gestik und Mimik, mehr Betonung

  • ich kenne es eigentlich nur so, dass man etwas fett schreibt, wenn es um genau diesen einen Punkt geht, den man gerne hervorheben möchte. Wenn man es alle Nase lang nutzt, wird es einfach nur nervig und dann auch überlesen.


    Wenn jemand ständig in seinen ellenlangen Texten Unterstreichungen, kursive Schriftweise oder fett nutzt, ohne das er inhaltlich was aussagt oder diese Markierungen einem zentralen Punkt dienen, dann ist es mMn. nur um zu trollen und zu nerven.


    Vor allem, wenn so versucht wird, die eigene Meinung als alleinige Wahrheit darzustellen, auch wenn man von diesem Thema keine Ahnung hat.


    Dies führt in der Regel dazu, dass diese User dann meist als Reizpunkt dastehen.


    Was die Farbe rot angeht, so kenne ich dies aus sehr vielen Foren, dass es genutzt wird, wenn ein Mod oder Admin seine Funktion ausübt und dies damit kenntlich machen will.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!


  • Zum einen stehe ich auf Gummibärchen und sonstige Süßigkeiten, zum anderen sind wir genau da, wo die Diskussion ad absurdum geführt wird: smoo möchte eine Akzeptanz für farbige, unterstrichene oder sonstige verblümelungen, gleichzeitig wird damit aber wiederum nicht akzeptiert dass jemand das dämlich- ja dazu stehe ich- findet.
    K/

    Naja worauf ich hinaus wollte ist, daß du dir hier deine eigene Regel (was du als Schreien empfindest) aufgestellt hast, die allerdings niemand anders so kennt. Im Internet wird halt Schreien mit Großbuchstaben emuliert.

  • Naja worauf ich hinaus wollte ist, daß du dir hier deine eigene Regel (was du als Schreien empfindest) aufgestellt hast, die allerdings niemand anders so kennt. Im Internet wird halt Schreien mit Großbuchstaben emuliert.

    Na da passt das ja wunderbar in das Thema: Ich habe hier keine Regel, weder für mich noch für sonst wen aufgestellt, sondern, noch einmal, geschrieben dass es mein Empfinden ist. Wenn überhaupt müssten die Nettiketteregeln des Forum geändert werden, habe ich das verlangt? Nicht das ich wüsste.


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Wenn es dein Empfinden ist, ist es auch deine persönliche Regel. Und nein du hast es nicht verlangt, aber ich habe Smoos OP so verstanden, dass die Gepflogeheiten hier geklärt werden sollen. Wobei ich persönlich das überflüssig finde, da es schon lange Gepflogeheiten fürs Inet und Foren gibt.