lustiges Klingenraten oder: wir üben mal Kantei

  • ... hm ja, im Keicho wurden auch solche Klingen gebaut, die aussehen sollten,

    als seien sie suriage aus dem Nanbokucho, aber waren die dann auch mumei?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • JA teilweise schon, allerdings wurden solche Gurkeriche auch im Muromachi gebastelt. Ich sage es ehrlich : O-Sensei schwimmt und rudert diesmal selber. Also nix Zaunpfahl bisher.

  • ... o.k., dann nehme ich mal den Hinweis von Herrn Tsuruta:

    " ... thick blade", das passt nicht so ganz zu Nanbokucho,

    deshalb denke ich, dass ich mich vielleicht mit einer späteren Zeit anfreunden sollte.


    Andererseits ist mir das Konzept von 'thick' und 'thin' blade noch nicht so ganz einsichtig,

    Herr Tsuruta nennt eine Klinge dünn, obwohl die Kasane 0,75 cm beträgt (siehe letztes Rätsel),

    und hier haben wir es mit einer 'dicken' Klinge zu tun mit einer Kasane von 0,68 cm.

    Habe ich da vielleicht irgend etwas übersehen?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Das Gequassel von Tsuruta kann man in eine Pfeife stopfen und anzünden. Jedenfalls in diesem Bezug.

    Was mir bei dem Ding auffällt ist die ungleichmäßige habuchi, der eher wirre Hada mit weisslichem Stich. Ja es wird probiert Soshu zu basteln, aber das Farbspiel fehlt, die Kontinuität der Habuchi ist eben nicht gegeben.

    Nach meiner Meinung müssen wir in der zweiten bis dritten Garnitur suchen.

  • Das Gequassel von Tsuruta kann man in eine Pfeife stopfen und anzünden. Jedenfalls in diesem Bezug.

    ... aus der Sicht eines Experten mag das so sein,

    aber ich gehe mit dem Ehrgeiz an die Sache, ein Rätsel zu raten,

    und wenn mir der Ersteller eines Rätsels einen Wink gibt,

    dann betrachte ich den unter dem Blickwinkel, dass er mich nicht in die Irre führen möchte,

    und ich überlege mir, dass er ja die Lösung kennt.

    Wenn die Klinge also 'dick' sein soll, obwohl sie das objektiv gar nicht ist, dann nehme ich das an,

    und wenn es nach zweiter oder dritter Garnitur aussieht, ist sowieso nur eine Schule gesucht,

    schließlich ist das Ding ja mumei.

    Wie wär's nach einer passenden Schule mit halbwegs guter Reputation zu suchen

    (was anderes dürfte hier wohl kaum rauskommen)

    und zu schauen, welche von denen dann in der fraglichen Zeit deutlich in der Qualität nachgelassen hat ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Ich denke nicht, das Tsuruta so fuchsig ist, wie wir Beide es von unseren alten Lehrer her kennen, Kaji. Tsuruta ist nicht so gepolt, dass er BEWUSST fiese Stücke bringt, um die Kantei-ka aus dem Konzept zu bringen. Das Ding wird eine hochgraduierte Zuschreibung haben.


    ... hm ja, im Keicho wurden auch solche Klingen gebaut, die aussehen sollten,

    als seien sie suriage aus dem Nanbokucho, aber waren die dann auch mumei?

    Es ist ja eines der Merkmale dieser Zeit, Nanbokucho zu kopieren, und nicht nur das, sondern es war eine Zeit der Soshu-Renaissance, die schon in der Sue-Koto einsetzt (Shitahara, Shimada, diverse Mino-Soshu-Mixe, etc). Horikawa Kunihiro als die Initialzündung für die Shinto war nur eine logische Konsequenz. Hier Kunihiros berühmter Yamaubagiri:

    https://japaneseswordlegends.w…the-yamaubagiri-kunihiro/


    Viele wichtige Schmiede seiner Zeit haben stark Soshuesk gearbeitet, gemixt mit dem Stil ihrer ursprünglichen Tradition. Entsprechend dem Mainstream der Zeit haben auch Schmiede 2. oder 3. Garnitur so gearbeitet. Da brauchst Du nur in eins der wichtigsten Schwertschmiedezentren des frühen 17. Jhdts. nehmen: Echizen. Da wurde nicht nur der Soshustil gepflegt, sondern auch der Stil der Soshu-Horimono. Viele dieser Klingen sind nicht signiert und wirken auf den ersten Blick wie Soshu-Nanbokucho-Derivate.


    Die Frage ist: Nanbokucho oder nicht.


    Mittlerweile tendiere ich wieder zu Nanbokucho oder ein ticken später. Die meisten guten Schmieder der Keicho-Generation haben eher sehr "bewusst" gearbeitet. Das fehlt mir hier einfach.


    Aber was ist es? Kann es sein, das sich Nagare Formationen hauptsächlich im Bereich Schneide und Shinogi-Ji zeigen?

  • Horikawa war so mit meine erste Idee, der Hada könnte passen, der Hamon auch, aber der Boshi..ach ne, schon wieder nicht so richtig. Auf der anderen Seite habe ich aus der Schule schon mal so ein Teil gesehen, blos halt mit anderem Bopshi.-

    Meine zweit beste Idee wäre frühes Muromachi, Shiga Seki Kanenobu.

  • Ja, die Boshi...

    Auf der einen Seite ist ein deutliches Kaeri zu sehen und ich meine auf der anderen Seite auch. Insofern sollte nicht viel verändert worden sein.


    Ich glaube, hier haben wir ein Fall von einer Klinge, die man besser in den eigenen Händen halten und mit eigenen Augen sehen sollte.

  • Warum sagt ihr zwei beiden eigentlich nix über die hi?

    Ich finde, so eine Kombination aus bo-hi und futasuji-hi ist doch schon interessant, oder?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... na ja, dann gehe ich mal davon aus, dass Herr Tsuruta mir mit der Beschreibung 'thick blade'

    einen Zaunpfahl schenkt und die Enbun-Joji-sugata auch stimmt und soshu-den sowieso,

    dann lande ich mit dem Rest im Keicho bei der Kanewaka school, und hier eher beim shodai.


    ... ist nur so ein Bauchgefühl ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Freitag ist und ich gebe auf. Es ist das erste mal, dass ich echt keinen Plan habe. Ich weiß nicht, was ich von dem Ding alten soll. Rein nur das Klingenfoto sieht gar nicht so schlecht aus: ein Mix diverser Nie-Körnungen von fein bis grob, recht locker, nichts verklebtes oder zusammengepapptes wie bei manchen Sue-Koto-Klingen. Das Ji zeigt Nie und Chikei.


    Bei den Reflektionsfotos fragt man sich, ob das noch die gleiche Klinge ist. Fade, kraftlos und ohne Leuchtkraft schleppt sich ohne auffällige Hataraki der Hamon dahin. Mit anderen Worten völlig charakterlos. Irgendwie erinnert mich das Ding wie ein schlechter Whisky: mit Auge und Nase denkt man erst: okay, bin gespannt! Im Mund und Abgang ist er platt, einfallslos und schnell vergessen. da hängt einfach nichts nach.


    Genau das ist der Grund, warum ich alle meine Ideen wieder verworfen habe. Das könnte doch...nee, vergiss es, usw, usw...so etwas würde ich keinen meiner Ideen-Schmiede in die Schuhe schieben wollen.


    Selbst zeitmäßig habe ich von Anfang an gewankt. Dennoch bleibe ich bei Nanbokucho oder etwas später. Soshu ja, aber da ist auch einiges Minoeskes. viele Minobegründer haben ihre Wurzeln im Yamato und haben eine volle Breitseite Soshu abbekommen, siehe Kaneuji oder Kinju, usw. Aber diese schlappe Nudel spottet all dem.


    Das ist alles.

  • Freitag.

    Ihr seht mich greinen, denn wisst ihr was auf meinem Zettel steht ?||

    KEINE AHNUNG

    Ds ist das ertste Schwert wo ich selbt bei der Datieirung schon schwimme. Geshen hab ich solche Dinger real gekürztes Nanbokucho, Muromachi, Keicho und Shinshinto. Der Stil ist Soshuesk, aber egall wen ich im NAchtrag mit Blättern abklapperte , es passt nichts, NICHTS.

    Dr Stahl sit weislich, der Hada Hadatach, der Hamon undifferenziertes Gewurstel ohne Leuchtkraft. ALso kann es eigentlich nur ein Schmied der zweiten bis dritten Liga sein, oder aber es ist eine super schwache Arbeit mit einer wirklichen miesen Politur.

    Die Idee die mich noch mit am meisten überzeugt wäre Shiga Seki, die orientierten sich stilistisch an Kaneuji waren aber deutlich schwächer.

    Dummerweise finde ich auch da so viel Haare in der Suppe das ich "nö" sage.

    Ihr seht mich absolut wirr und ahnungslos.


    Vermutlich ist es eine Jumyo-Ichimonji.

  • auf zu neuen Bauchlandungen

    ... na, dann nehme ich jetzt mal Anlauf zu meiner nächsten:

    wegen der Feilmarken auf der Nakago (sujikai-yasurime mit kesho)

    suche ich nach einem Schmied aus dem Shinto oder dem Shinshinto.

    Für Shinto sprächen zunächst einmal die Osaka-yakidashi und die jihada,

    aber die boshi sollte eigentlich anders aussehen, nämlich sugu.


    Aber da gibt es ja auch noch das sehr detailreiche horimono,

    welches auf der omote den Drachenkönig Fudo Myo-o und das Vajra Ken

    und auf der ura einen blühenden Pflaumenbaum und Bambus zeigt.


    Und jetzt beginne ich einmal mit der Arbeitshypothese,

    dass das horimono vom Schmied persönlich angefertigt wurde,

    mal sehen, wie weit ich damit komme ...


    Dieses Motiv habe ich sehr ähnlich bei Ikkanshi Tadatsuna gefunden

    http://www.sho-shin.com/tadatsuna2b1.jpg

    aber irgendwie passt mir der Rest nicht ins Bild,

    weder hamon noch boshi noch nakagojiri sehen passend aus,

    und dann gibt es halt noch die ein oder andere Kleinigkeit im horimono,

    die Flammen, welche Fudo Myo-o symbolisieren, und der Bambusstengel

    sind bei unserem Rätselding anders interpretiert.


    Also wende ich mich vorerst von Ikkanshi Tadatsuna und Shinto ab

    und suche einen anderen Schmied, der über vergleichbare 'Schnitzqualitäten' verfügte,

    und lande im Shinshinto, wo ich auf Sadakazu ('the last great Master of shinshinto') stoße,

    über den habe ich nämlich gelesen, dass seine 'Schnitzereien' an die von Ikkanshi Tadatsuna erinnern.

    Hamon, jihada und boshi passen, auch das nakagojiri,

    was mir allerdings wieder Sorgen macht, das sind die yasurime,

    die sollten nämlich sehr sorgfältig ausgeführt sein,

    das kann ich an unserem Rätselbild aber nicht unbedingt erkennen.


    Ja, vielleicht ist auch eine zweite Arbeitshypothese nötig ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... na, das mit dem 'putzigen Kerlchen' wusste ich schon auch,

    ich habe mich auf die Sage bezogen, nach der es zu einem Drachen mutiert ist,

    'kurikara' halt, und die 'Flammen' habe ich dann für dazugehörig gehalten.

    Wo kommen die Flammen denn sonst so her?

    Von den Drachen werden sie doch nur in Europa gespuckt ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... na, 'jeder Drache' ist wohl übertrieben, aber 'unser Drache' tut es wohl durchaus,

    und die Darstellung bei Tadatsuna sieht eben schon ein bisschen anders aus als bei unserem Rätselding ...

    was soll ich also mit diesem shin no kurikara anfangen?

    und dann gibt es da ja auch noch den pflaumigen Bambus, und überhaupt ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.