lustiges Klingenraten oder: wir üben mal Kantei

  • Hei Jungs, ich bin auch noch da... lese nur sporadisch mit wenn es die Zeit erlaubt. Ich gebe das hier nicht auf!!

    Zu viele Hobbys || und wenn es beim Hobby schon zur mühsamen Arbeit wird.. is es nur Kacke!! Dann kann es kein Hobby mehr sein :rolleyes:

    Ich vermisse es hier mit zu Raten!!!!

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Mensch Koga, ich dachte schon in der Schweiz sind die Bürgersteige bereits hochgeklappt und das Internet wegen des nahen Winters abgeschaltet. :thumbsup:


    Und wieso raten? Lieber Koga, liebe Ida - guckt ihr Bild von Schwertchen.


    Die Form ist insgesamt stimmig. Der kleine mutige Schwung der Sori sei der Klinge für die Zeit verziehen. Das Tapering ist recht unauffällig und die Kissaki eine minimalst extendierende Chu-Kissaki. Das ganze schwert wirkt ubu. Zusammen mit dem feinen Ko-Itame und den Suguha-Kogunome-Ashi-Hamon und der recht kurzen Nagasa von etwa 64 cm würden bestimmte Aktivisten eines anderen englischsprachigen Nihonto-Forums diese Klinge als ganz spätes Shinto oder noch besser als Gendai der Showa-Zeit sehen mögen. Doch das ist nicht der Fall, denn die Klinge ist ziemlich astreines ...-Shinto.


    Der Hada ist herzallerliebst feines Ko-Itame. Lustige kleine Chikei würmeln da drinne herum. Der Bereich des Shinogi-Ji ist etwas dunkel geraten und fast hätte es den Anschein, der Hada setzt sich dort fort. Doch nein, schaut man genau hin, nagarisiert der Hada und zeigt partial Masa. Ach, und das feine Ji-Nie erzeugt einen zarten Lüster.

    Na wenn das nicht Shinto ist...


    Der Hamon glänzt mit tiefen Nioiguchi und gut kontrollierten Nie und ist wie oben schon geschrieben als Suguartiger Ko-Gunome mit fleißigen Ashi. Man beachte die Ko-Maru-Boshi mit togarisierten Akzent. Ach so, ein Shinto-Merkmal fehlt uns. Die Hamon beginnt eher mit einem Hüpfer anstatt mit einer Yakidashi. Aber der Schmied hatte es wenig mit Yakidashi.


    Jetzt könnte man grübeln, wer diesen feinen Ko-itame mit dieser Art Hamon gebastelt hat. Wir erinnern uns so etwas ähnliches schon mal gehabt zu haben, was aus der Ecke Echizen kam, aber in Edo gebastelt wurde. Aber Yasutsugu ziiiieht den Hamon eher in die Länge, wie die sanfte Dünung des Meeres. Zu dem würde ich da mehr masamiges im Shinogi-Ji sehen wollen. Hier sieht es eher aus, als ob feiner Regen auf ruhiges Wasser trifft und dadurch kleine Gonome und Einschlags-Ashi erzeugt. Altes Eisen har auch ähnliches verbrochen- aber neee - dieser Stil ist so ziemlich typisch für einen sehr guten Schmied aus einer großen Stadt...


    Nachher muss ich auflösen, weil ich morgen auf Schulung bin.

  • Wahrscheinlich eine Klinge aus der Überlappungszeit von Sho und Ni. Ich würde die Klinge schon um Kanbun datieren wollen. Der Ni hat auch Juyos verbrochen. Warum nicht der Nidai.

  • Hier der nächste Kandidat, diesesmal nicht ganz so einfach.

    Die ziemlich dünne Kasane und die seltsamen Yasurime wollen mir gar nicht gefallen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Die Klingenform mit der länglichen Spitze ist ebenso typisch für den Schmied wie der zur Hauptschule nicht passende Boshi.

  • na, bevor ich ganz einroste,

    fange ich mal mit der Frage an: 'Was weiß ich über das Ding?'


    sugata:

    Shinogi-zukuri mit ausgeprägter Tori-zori, in Anbetracht der Länge von 71,6 cm vergleichsweise schlank,

    die Kasane ist mit 5,8 mm recht dünn, funbari kann ich nicht erkennen, aber die Klinge dürfte ubu sein.

    Die Kissaki ist eine etwas längliche chu-Kissaki.

    Insgesamt wirkt das Ding wirklich recht elegant, wie Herr Tsuruta in seiner Beschreibung ja auch vermerkt.

    Allerdings irritiert mich seine Aussage, dass Breite und Dicke der Klinge 'regular' sein sollen ...

    Die Nakago hat nur ein mekugi-ana (Hinweis auf ubu?),

    die Yasurime sind auffällig, weil sie seeehr steil sind, nennt man so etwas o-sujikai?

    Das Nakago-jiri ist weder ganz v-förmig noch ganz rund, aber symmetrisch,

    die tiefste Stelle liegt nicht unter dem Angelgrat.


    Hada:

    im Shinogi-ji ist es Itame-Masame, sagt Herr Tsuruta, auf dem Bild kann ich das nicht so recht erkennen,

    wird aber wohl so sein ...

    im Ji haben wir Reiskörner.


    Hamon:

    beginnt mit einem Yakidashi und geht dann in ein recht lebhaftes Gunome Midare,

    das oft ziemlich dicht an den Ji heranreicht, über.

    Die Habuchi ist relativ breit und weist keine scharfen Grenzen auf.

    Es gibt Sunag-ashi und Kinsuji.

    Ansonsten sieht die Yakiba ziemlich 'wölkchenmäßig' aus (leichte Wolken, so wie an einem schönen Sommertag).

    Boshi ist midarekomi mit hakikake.


    also trotz Bauchschmerzen wegen der Kasane (die ist einfach zu dünn)

    ordne ich das Ding jetzt mal ins Shinto ein, eher ganz früh.

    Als Provinz muss Hizen, wegen Konuka-hada,

    die Schule ist nicht Hauptlinie Tadayoshi, weil die solche Yasurime in der Nakago nicht haben.


    Aber wie gesagt, die Kasane ist ungewöhnlich,

    weniger als 6 mm habe ich für Shinto bis jetzt noch nicht gefunden ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Also mal die Hinweise kompakt.

    1. ) Dieser Schmied machte gerne lange Spitzen.

    2. ) Dieser Schmied baute gerne Hakikake in Midare-Boshi ein,, ganz anders als die anderen Vertreter der Großgruppe.
    3. ) Er war berühmt berüchtigt für seine extremen O-Sujikai Yasurime.

  • 3. ) Er war berühmt berüchtigt für seine extremen O-Sujikai Yasurime.

    ... also doch O-Sujikai, danach hatte ich in # 1934 doch gefragt ...


    na denn schließe ich mal den Yukihiro aus und lande bei Masahiro (Masanaga).

    Wenn beim letzten Rätsel 'Masahiro' die richtige Antwort war, warum nicht dieses Mal wieder ;)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Ansich keine schlechte Idee.....Aber der Bosdhi, die Kissaki bei Mashiro, dann noch diese ulkige Yakidashi....Ne....dat Süppchen schmeckt nicht.

  • ... ja, ich habe mich wohl von dem schönen Gunome Midare etwas blenden lassen

    und davon, dass die beiden einfach leichter zu 'finden' waren ...


    aber ich hätte wohl doch eher auf Tadakuni kommen müssen,

    hab mal wieder zu schnell kombiniert und nicht lange und sorgfältig genug gesucht.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.