lustiges Klingenraten oder: wir üben mal Kantei

  • ....

    Bisher habe ich übrigens keine Namen genannt.

    'Hankei war es nicht' hab ich von Dir,

    aber der ist schon seit Sonntagabend mein 'Hauptverdächtiger',

    und ich möchte nicht so ohne weiteres von ihm lassen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Shinto ? Das Ding ist O-Suriage ! Kasane zu dick ? Warum wenn die Klinge Kenzen ist, also gut erhalten ist ?

  • Der Stil stimmt auf jeden Fall.

    Bisher habe ich übrigens keine Namen genannt.

    Du sprachst von "das Vorbild". Deswegen ding ich von Norishige aus. Ansonsten fällt mir nur noch Tametsugu ein. Ich meine in Nürnberg mal ein Tametsugu gesehen zu haben. Der sah aber anders aus.

  • Ja, den Tametsugu kenn ich auch. Der steht sogar zur Debatte.

    Der Witz ist, das man immer bei Go, so heißt die Gruppe, an den super wuchtigen Hada denkt, stimmt bloß nicht immer.

    Da hab ich schon einige Bauchklatscher hinter mir.

    Seh ich mir aber das Schäumende an, diese algenartigen Strukturen, den Hamon..doch, ich schätze das könnte stimmen.

    Wäre es wirklich Shizu, dann versteh ich nur noch "Schwein das ins Uhrwerk schaut". Dann haben wir so viele unterschiedliche Stile von dem Kerlchen, daß es mich graust.

    Was mich an der Shizu These stört :Keine Togari, nirgens.

  • Erst mal wohooo für den Yamato-Shizu und dann meine Entschuldigung: war von Freitag an übers WE auf Fachtagung. Jetzt werde ich mal ein Blick auf das neue Schwert werfen.

  • Mein Zettel ist noch ganz leer :(

    mir sind im Moment irgendwie die Ideen ausgegangen.


    Das einzige, was mir bis jetzt eingefallen ist:

    die sugata könnte aus der späten Muromachizeit stammen, hada und hamon sind vielleicht Mino,

    und ständig laufen mir irgendwelche Schmiede, die Kane-weißnichwas heißen, über den Weg.

    Ich schwimme da gewaltig und könnte den ein oder anderen Zaunpfahl dringend brauchen ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Ich schmeiße mal die Zaunpfahlproduktion an.


    O Kissaki und schwaches Breitentapering = Nanbokucho oder Revival in späterer Epoche.

    Ein Fumbari gibt's nicht, und doch wirkt die Klinge nicht Suriage. Die Keicho Kopien dagegen sollen wie gekürzte Nanbokuchos wirken. Ich glaube, da musst Du noch mal eine andere Epoche prüfen.


    Was dabei auch hilft ist das Ara-Nie. Apropos Nie und spätes Muromachi - das ist nicht wirklich Mino-Konform. Hier kracht aber alles vor Nie. Welches Gokaden passt da eher.


    Hada: schau Dir den Hada mal gaaaanz genauuuuu aaaaaan. Da sind ebenfalls nicht zu übersehende Zaunpfähle eingewebt. Alles zusammen ergibt ganz eindeutig eine Klinge von ... aus...:)

  • Übrigens die Klingen dieser Provinz sind extra fett und schwer. Daher legte sich die Herren der selbigen auch ein Kreuz im Keis als mon zu, ist ja auch ein Kreuz so ein Ding zu tragen.

    Der Grund für diese extra schwere Ausführung ist eine bestimmte Fechtschule....

  • ...der Sinn dahinter war, einmal hinzusemmeln und dann sollte kein Gras mehr wachsen. Was mich nur wundert, meine Tochter ist genau in dieser (ehemaligen) Provinz. Mit ihren 1,74 überragt sie dennoch die allermeisten deutlich...und dann solche fetten Prügel.

  • ... na dann werde ich mal nach Japans tiefem Süden stapfen, würde zumindest auch zur Farbe passen ('blackish steel')
    mit so ein paar stabilen Zaunpfählen zum Festhalten wird's schon ein bisken einfacher :)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • So dann versuche ich mal die 'Zaunpfähle' ein bisschen zu sortieren:


    Bei der Epoche bin ich jetzt im Shinshinto, weil die Klinge nach Nanbokucho-Revival aussieht, ohne aber die im Shinto zu erwartende Suriage-Wirkung zu haben.

    Das passende Gokaden ist wohl wegen der hamon und wegen des vielen nie eher Soshu-den.

    Die jihada ist feines itame, stellenweise etwas größeres mokume, weist jede Menge ji-nie auf, das immer wieder auch in die ha reinreicht, dazu kommt noch ordentlich chikei und die berühmten 'Süßkartoffelranken' (da habe ich einen Hinweis von Herrn Tsuruta übersehen :().


    Das 'Kreuz im Kreis' war ein besonders dicker Zaunpfahl :) der zur Shimazu-Familie führt,

    in der Satsuma-Provinz gab es zu dieser Zeit zwei herausragende Schmiede, die beide am Hof angestellt waren und den Ehrentitel Hoki no Kami erhielten.

    Wenn ich mich jetzt nicht total verfranst habe, dann sollte es einer von den beiden sein, evtl. aber auch ein Schüler.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Bei der Epoche bin ich jetzt im Shinshinto, weil die Klinge nach Nanbokucho-Revival aussieht, ohne aber die im Shinto zu erwartende Suriage-Wirkung zu haben.

    Jain. Mit Satsuma ist das so eine Sache, ähnlich wie bei Hizen. Vielleicht nicht ganz so uniform. Das Nanbokucho Revival hatte sein Höhepunkt ohnehin erst in der zweiten Hälfte des Shinshinto. Im Grunde genommen führen "Deine" beiden Schmiede nur die Tradition der Shinto-Satsuma-Schmiede fort. Außer dass sie mit ihrer späten Schaffensphase die Shinshinto tangieren, haben die Klingen wenig mit diese Renaissance zu tun.

    und die berühmten 'Süßkartoffelranken' (da habe ich einen Hinweis von Herrn Tsuruta übersehen :().

    Ja wo denn? Ich hätte Tsuruta knutschen können, dass er da nicht geplappert hat.

  • Ja wo denn? Ich hätte Tsuruta knutschen können, dass er da nicht geplappert hat.

    ... na ja, so ganz direkt hat er es ja auch nicht gesagt, aber ich bin drüber gestolpert, als ich genauer wissen wollte, was 'yubashiri' ist,

    gleich einer der ersten Treffer mit diesem Suchbegriff war https://www.nihonto.com/satsuma-yasusada/,

    da kam dann natürlich auch das 'imozuru' zur Sprache,

    und da habe ich versäumt, mir das noch mal ganz genau anzuschauen ...

    Hab ich dann nach euren 'Zaunpfählen' nachgeholt, und ich glaube, man kann außerdem sogar den 'Heringsrogen' sehen.


    Unsere Klinge ist also im Shinto-Satsuma-Stil geschmiedet, aber es ist nicht gesagt, dass sie aus dem Shinto stammt, denn:

    "Satsuma swords are noted for having a relatively uniform style of workmanship. They are also noted for the fact that this style of workmanship changed very little between the Shinto period and the Shinshinto period." (Quelle)


    Bei meiner Suche hatte ich bisher nur Zeit, mir drei Satsuma Schmiede ein bisschen näher anzuschauen

    (arbeite parallel gerade noch an einer anderen Baustelle (Flurrenovierung))

    - Yasusada: kommt nicht in Frage, weil ich da in der boshi einen deutlich längeren 'Rückschlag' erwarte

    - Motohira: kommt wegen der Yasurime nicht in Frage

    - Masayoshi: ist der, bei dem ich keine Widersprüche zu unserer Klinge finden konnte


    Deshalb lautet mein Tipp:


    Satsuma Kanko Taira Masayoshi

    Suche das Einfache und misstraue ihm.