Wie wird man richtig gut?

  • Hallo Vagabund,


    könnten wir die Frage, wie wird man richtig gut?
    Nicht auch auf die Schule anwenden?


    Jeder Lehrer/in hat eine entsprechende Ausbildung durchlaufen.
    Dann entschieden, nach der Ausbildung, wo der Unterricht beginnt. In der Volksschule oder Gesamtschule, einer höheren Schule, der Berufsschule,
    usw.....


    Als Schüler kann ich mir die Lehrer/innen nicht auswählen.
    Ich kann einen Lehrer als grotten-schlecht, einen als super gut,.... usw. einstufen.
    Aber ändern kann ich nur mich - nicht den Lehrer.


    Daher werde ich mich bemühen müssen die Anforderungen die der Lehrer/in stellt, einzuhalten um den Lehrstoff zu begreifen und auch eine gute Note zu bekommen. Wenn jetzt jemand schreibt, das ändert sich!
    Auch bei der betrieblichen Fort- und Weiterbildung bekomme ich Ausbilder/innen mit denen muß ich zurecht kommen.


    Das ist doch auch im späteren Leben so. Oder kommst Du mit jedem Vorgesetzten gut aus?
    Wenn ich in meinem Leben erfolgreich sein will, dann kann ich mich nur ändern.
    Den Lehrer, den Ausbilder, den Vorgesetzten, .... da klappt es nicht.


    Ob das Beispiel jetzt treffend ist?
    Aber ich hoffe sehr, es hilft bei der Diskussion weiter.


    Mit einem lieben Gruß
    :)

  • Aber insgesamt bewertest Du doch Deine Trainer nach Deinen eigenen Maßstäben bzw. hast Deine eigenen, individuellen Referenzen, an denen du fest machst, was "für Dich" einen guten Trainer ausmacht. Mal ganz abgesehen von einer gewissen "Chemie", die dann auch stimmen muss, wirst Du sicherlich keinen Trainer für Dich als "gut" bewerten, mit dem DU z. B. weniger Kontakt hattest oder der Dir weniger hilfreich zur Seite stand. Ganz anders wäre es doch, würde z. B. ich bei einem oder zwei Trainingsabende mal zuschauen oder mitmachen und sehen und/oder Erfahren, wie Deine Trainer ein Training gestalten. Würde ich in so einem Fall zu den gleichen Ergebnissen, wie Du, kommen? Hätte ich nicht andere Kriterien? Wer von uns beiden wäre denn nun der Wahrheit am nähesten, wenn Du einen Trainer als "gut" und ich den selben Trainer als "schlecht" bezeichnen würde?


    Natürlich kann man Trainer vergleichen, letztlich vergleicht man ja auch vieles andere, wie z. B. Lehrer. Man muss nur dann auch im Blick behalten, dass einige einen Lehrer gut finden, den andere schlecht finden... bei derartigen Vergleiche wird eben deutlich, dass man lediglich individuell bewertet. Man vergleicht also ausschließlich individuell, nach eigenen persönlichen Maßstäben und/oder Refernzen. Wie ich oben bereits erwähnte, gibt es eine ähnliche Diskussion ja auch über Lehrer. Interessant hier ist, dass gute Schüler auch bei Lehrern, die von vielen anderen als "schlechte Lehrer" bezeichnet werden, ihr Abitur schaffen. Und ist ein Trainer wirklich nur im Sinne von "sichtbare Leistungserfolge" gut oder schlecht?


    Was ich - wieder auf das Thema schauend - damit sagen will: Ganz offensichtlich lassen sich "gute" Schüler nicht von ihrem Weg abbringen. Ganz offensichtlich müssen sich diese "guten" Schüler nicht mehr als notwendig auf ihre Lehrer einlassen, vor allem nicht auf deren Launen, schlechten Tage oder der schlechten Chemie. Sie gehen ihren Weg. Ich glaube, dass ihr Motor nicht irgendwo ein "Außenbordmotor" ist, sondern dass ihr Motor in ihnen selbst sitzt und - abgeschirmt von allem Übel - immer weiter läuft. Diese Schüler gehen ihren Weg.


    Genau diese Schüler sind es auch, die z. B. in der Kampfkunst ihren Weg gehen, unabhängig von der Diskussion, ob sie nun in einer "guten" Schule mit einem "guten" Trainer trainieren oder nicht. Und genau um diese Botschaft geht es mir: Den vielen Schülern, die "nur" mittelmäßig sind aber gut sein wollen, zu erklären, dass sie auch beim besten Trainer der Welt - würde es ihn geben - nur mittelmäßig bleiben werden. Sie haben eben nicht verstanden, dass zum Weiterkommen ein Außenbordmotor einfach nicht ausreicht. Die Power muss von innen kommen und so etwas kann man nicht befehlen oder trainieren. Entweder man hat so etwas bzw. es entwickelt sich in einem bzw. man gibt ihm die Chance, sich in einem entwickeln zu lassen, oder eben nicht...dann aber muss man sich auch nicht wundern, wenn man "nur" mittelmäßig ist und niemanden dafür verantwortlich machen, außer sich selbst.


    So einfach können - aus meiner Sicht - Dinge sein. Warum alles immer so verkompliziert wird und in "aber" und "wenn"-Sätze und Endlosdiskussionen auseinander genommen werden muss, ist und bleibt mir ein Rätsel. Ein Rätsel wird mir auch immer bleiben, warum man bei solchen Diskussionen nicht auch in die Lebensrealität schaut, wie z. B. Schule. Ein geradezu Parade-Beispiel, wenn es um die Diskussion "gute" und "schlechte" Lehrer (Trainer) geht.

  • Klar, wer wirklich will, wird sich durch einen mittelmäßigen Trainer nicht aufhalten lassen. Habe ich da nicht schon ein Beispiel erwähnt? :D


    Mir kommt dabei der Spruch "man kann ein Pferd zur Tränke führen, trinken muss es aber alleine" in den Sinn. Alles auf den Lehrer oder Trainer zu schieben, ist eine faule Ausrede.

    Humor ist der Regenschirm der Weisen. (Erich Kästner)

  • Tut mit Leid, aber ich kenne "schlechte" Trainer und Ihr kennt sie auch. Diese Pseudomeister, die Unsinn bis zum Erbrechen erzählen und lehren. Die sich selber beweihräuchern und meinen, sie sind das A und O in dem was sie tun. Denen persönliche Bereicherung wichtiger ist, wie das vorankommen Ihrer Leute. Die bewusst ihre Leute "klein" halten, da sie ja nicht merken sollen, was da für ein Schmarrn verzapft wird.

  • Jeder kennt "schlechte" Trainer... die Frage ist: Sind diese Trainer wirklich "schlecht" oder geht es hier lediglich um Deine und/oder meine Sichtweise. Letzteres muss wohl eher der Fall sein, denn die Trainer, die ich eher als "schlecht" bezeichne, finden andere "gut".


    In dieser Diskussion wären wir sicher ein Schritt weiter, würden wir anerkennen, dass es keinen offiziellen Maßstab für gute und schlechte Trainer gibt. Alles ist individuell. Im Übrigen habe ich es noch nicht erlebt, Schüler "klein zu halten", die gut werden wollen, deren Motor also kein Außenbordmotor ist. Entweder wechseln sie oder werden auch bei diesen Trainern gut. Letztlich wird keine Schule oder kein Verein an Mitgliedern zulegen, wenn von vornherein fest stehen würde, dass dort niemand weiter kommt, also weder im Wettkampf, noch in der eigenen Qualität. Insofern würden diese Trainer geschäftsschädigend für ihren eigenen Verein/ihre eigene Schule wirken.


    Wie gesagt: Ich kenne auch Trainer, bei denen ich sagen würde, dass sie "schlechte" Trainer sind. Allerdings sehen das andere anders und diese Trainer sind sogar recht erfolgreich und haben einen guten Zulauf.

  • Jeder kennt "schlechte" Trainer... die Frage ist: Sind diese Trainer wirklich "schlecht" oder geht es hier lediglich um Deine und/oder meine Sichtweise.

    Die sind wirklich und wahrhaftig schlecht, trotz der Tatsache Anhänger zu haben.

  • Das glaube ich nicht, weil es eben keinerlei feste Vorgaben für sowas gibt. Für DICH sind die schlecht. Kann ja sein. Für mich vllt. nicht. Außerdem müsste ich mal nach dem Background des Betrachters fragen, den haben wir hier noch nicht angesprochen. Wenn jemand gerademal mal vllt. 3 Jahre bei einem Trainer trainiert hat er wesentlich weniger Background und Gewicht in seiner Ansicht, als jemand, der bereits 30 Jahre dabei ist.


    Ich bleibe dabei: Alles absolut individuell. Insgesamt geht es aber um das Thema "Wie werde ich gut". Da spiel m. E. der Trainer eine eher untergeordnete Rolle - er ist Mittel zum Zweck, wie Lehrer. Hatte ich ja schon mehrfach erwähnt.

  • Im Übrigen habe ich es noch nicht erlebt, Schüler "klein zu halten", die gut werden wollen, deren Motor also kein Außenbordmotor ist. Entweder wechseln sie oder werden auch bei diesen Trainern gut. Letztlich wird keine Schule oder kein Verein an Mitgliedern zulegen, wenn von vornherein fest stehen würde, dass dort niemand weiter kommt, also weder im Wettkampf, noch in der eigenen Qualität. Insofern würden diese Trainer geschäftsschädigend für ihren eigenen Verein/ihre eigene Schule wirken.

    ... es soll durchaus Schulen/Vereine geben, die den 'Wettkampf' fürchten wie der Teufel das Weihwasser
    und die 'die eigene Qualität' der Schüler sehr eigenwillig definieren ...


    aber Du hast Recht, ein Schüler, der sich auf diese 'Qualitätsdefinition' einlässt, hat natürlich auch hier wieder den richtigen Trainer gefunden,


    wie man es dreht und wendet, es gibt nur eine Skala von unpassend bis passend,
    und wofür sie passend sein soll, muss der Schüler schon selbst entscheiden,
    und wenn er wirklich engagiert ist, wird er das nach einiger Zeit auch können ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... Beispiel aus der 'allgemeinbildenden' Schule:


    Grundschule Klasse 3, Mathematikunterricht
    Schülerfrage: was ist eigentlich 4 geteilt durch 0,
    Antwort der Lehrerin: natürlich 4, denn wenn du 4 Bonbons hast und niemand will eins haben, bleiben noch alle 4 übrig ...
    (Das ist durchaus genauso belegt, nix Ausgedachtes, grummel)


    Ist das jetzt eine 'schlechte' Lehrerin? Nö, bloß Mathematik kann sie halt nicht so gut ...
    Ist das schlechter Mathematikunterricht? Eindeutig ja ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Das glaube ich nicht, weil es eben keinerlei feste Vorgaben für sowas gibt.

    Doch es gibt in bestimmten Bereichen feste Vorgaben. (Geschichte zB) Wenn da absoluter Blödsinn kommt ist das ganz objektiv schlecht auch wenn manche einer davon begeistert ist.

  • Sorry, aber das sehe ich ganz sicher nicht so. Wer dann z. B. entscheidet, was Blödsinn und "absoluter" Blödsinn usw. ist? Du? Eine Jury? Was alles wäre denn noch Blödsinn... für mich z. B. ist Blödsinn, wenn wieder mal eine neue Kampfkunst zusammengeschustert wird. So setzt jeder seine eigenen Prioritäten, was auch gut ist. Es ist und bleibt individuell und es gibt keine festen Vorgaben.

  • Hallo,


    eine sehr interessante Diskussion.
    Vielen Gedanken könnte man einfach zustimmen aber wie immer liegt der Teufel im Detail.


    Ich habe mir als Anfänger in einer neuen Kampfsport-Art zunächst keine große Gedanken darüber gemacht, welchen
    Status der betreffende Trainer hat. Wird er seinem Gürtelgrad gerecht, hat er die neuesten Lehrgänge besucht, ist er für den Wettkampf, die Formen -Wettkämpfe besser oder unterrichtet er Kinder, Erwachsene .... sehr gut.
    Denn dem Anfänger geht es wie einem Schüler/in, er muß einfach glauben, daß die Lehrerin, der Lehrer wirklich versucht ( in der Schule den Unterrichtsstoff ) im Verein oder der Kampfsport-Schule den Kampfsport richtig zu vermitteln. Wobei da schon die Frage auftaucht, was ist richtig?


    Daher ein Beispiel aus unserem Verein.
    Die Grundlagen für die Kleinen werden bei uns von einer sehr kompetenten Frau auch Schwarzgurt vermittelt.
    Die Gymnastik da gibt es einen, der wirklich sehr beweglich ist und die Dehnungsübungen aller Schüler/innen überwacht und sofort eingreift, wenn er einen Fehler erkennt,
    Die Formen unterrichtet der Chef-Trainer der immer wieder auf Lehrgänge beim Bundestrainer Kata ist.
    Unsere Wettkampfmannschaft ist im Aufbau, daher übernimmt das der jüngste " Schwarzgurt " frisch vom Lehrgang und ein höherer Schülergrad aus dem Landeskader.
    Die Breitensportler möchten nur Karate im Schongang lernen, viel Grundtechniken, dann Kata und das Kumite nur ab und zu, mit besonderer Beachtung der Gesundheit.


    Wir können da einfach noch immer auf einige gute Trainer zurückgreifen, von denen haben natürlich auch einige die Lehrgänge des Sportbundes und die unseres Verbandes besucht.
    Aber das ist nicht über all so.


    Was ich aus meiner Zeit in den Kampfsport-Arten berichten kann?
    Da möchte ich auf diesen Satz von Paladin zurück greifen.


    Ich bleibe dabei: Alles absolut individuell. Insgesamt geht es aber um das Thema "Wie werde ich gut". Da spiel m. E. der Trainer eine eher untergeordnete Rolle - er ist Mittel zum Zweck, wie Lehrer. Hatte ich ja schon mehrfach erwähnt.


    Daher habe ich auch viele Bücher über den Kampfsport, über Dehnungsübungen, ZEN, Autogenes Training, übers Lauftraining, usw.
    besuchte Lehrgänge, denn ich entscheide doch selbst, welche Bedeutung ich diesen Worten beimesse:
    " Wie wird man richtig gut ?"


    Dann möchte ich noch anmerken.
    Die Erwartungen eines jungen Karate-ka und eines älteren Karate-ka von seinem Kampfsport müssen nicht übereinstimmen.
    Besuche ich demnächst einen Lehrgang bei einem anderen Verband, JKA bei Shihan Ochi, dann ist es mir auch völlig egal wo ich stehe, bei den Anfängern, den Fortgeschrittenen, den Meistern. Denn dann möchte ich nur einmal Shihan Ochi auf einem Lehrgang erfahren.
    Daher kann meiner Ansicht nach die Antwort auf die Frage:
    Wie wird man richtig gut.....
    bei jedem User eine andere sein.


    :)

  • Ich sage es mal so. Wenn das Kurikulum festlegt das eine bestimmte Kenntnis der Herkunft einer KK und ein gewisses Verständnis der historischen Zusammenhänge gefordert wird, so ist das ein absoluter Masstab und kein "ich wünsch mir was Land"
    Das hat nichts mit Folklore zu tun sondern einfach etwas mit erprobeten Zusammenhängen.
    Genauso ist das Waffenarsenal anzusehen : Da gibt es auch kein "Man könnte ja auch" Japansiche Schwerter haben ihre Regeln, entweder man hält sich dran, oder man hat in kürzester Zeit Schrott. Das Gilt für die scharfe Klinge genauso wie für das Shinai im Kendo.
    Da gitb es auch keine Abweichungen.
    Das muß´ein Lehrer vermitteln. Kann er das nicht, ist er einfach schlecht.
    Nicht weil ich ihn dafür halte, sondern weil er einfach über Jahrhunderte erprobte und bewiesene Taktiken und Vorgehensweisen ignoriert.
    Und ja die Schwertkunst hat sich immer angepasst, blos sich in einer Zeit wo blos Trockenschwimmen geübt wird anzupassen, das ist albern, weil nicht verifizierbar darzustellen.
    D.h. Ein Lehrer der heute behauptet den ultimativen Jacob auf dem Sektor gefunden zu haben : Schaumschläger !
    Schon wieder ein Beispiel für einen faktisch schlechten Lehrer.
    Der nächste schlechte Lehrer : Ein Lehrer sollte dem Schüler mindestens immer einen Schritt voraus sein. Auch menschlich. Ein Lehrer ohne Jedes Einfühlungsvermögen, ohne jede Menschenkenntnis kann das eben nicht.
    Das ist ein schlechter Leher, denn aufeinander zugehen und voneinander lernen heißt einander verstehen.
    Das fällt nicht von Baum.....
    Ein Lehrer der nicht stetig an sich selber arbeitet und auch seinen Schülern lauscht und von ihnen lernt, ist ebenfals ein schlechter Lehrer.
    Lehrern heißt offen in dem Gedanken sein aber ohne die Realität aus dem Blick zu verlieren.
    Auf meinem Selktor heißt das z.B . wenn mir jemand eine bemerkenswert gute Sache liefert, denke ich drüber nach, denn kein Lehrer ist allwissend, ausser er ist wirklich schlecht.......


    Unter solchen Lehrern wird man niemals richtig gut.


    Ich weis das es so aussieht das viele Widersprüche in dem Text sind. wer diese sieht sollte mal darüber nachdenken ob es wirklich welche sind......


    Das waren meine zwei Pfennig dafür.

  • Sorry, aber das sehe ich ganz sicher nicht so. Wer dann z. B. entscheidet, was Blödsinn und "absoluter" Blödsinn usw. ist? Du? Eine Jury? Was alles wäre denn noch Blödsinn... für mich z. B. ist Blödsinn, wenn wieder mal eine neue Kampfkunst zusammengeschustert wird. So setzt jeder seine eigenen Prioritäten, was auch gut ist. Es ist und bleibt individuell und es gibt keine festen Vorgaben.

    Meins Beispiel war Geschichte, da stellen Historiker fest was passiert ist. Wenn dann Leute trotzdem Fantasy verbreiten ist das schlecht.


    Und wie Kaji breits festgestellt hat gibts es auch anderweitig feste Vorgaben. Bei uns legt die der Soke fest.

  • Ich habe ich noch keinen Trainer kennengelernt, der keine "Fantasy" verbreitet, zumindest so, wie ich den Begriff erklären würde.


    Wir sind und bleiben im Bereich der Individualität. Schauen wir - wie ich nun schon mehrmal ansprach - die Realität, gibt es auch in keiner einzigen Berufs- bzw. Aufgabengruppe Möglichkeiten, offiziell bzw. für jeden nachvollziehbar arbeitende bzw. tuende Menschen in "gut" und "schlecht" einzuteilen. So gibt es keine "guten" oder "schlechten" Bäcker, Bauern, Fahrzeughersteller, Politiker, Krankenschwestern, Polizisten, Pfarrer, usw. usf. Alles was "gut" und "schlecht" ausmacht, wird individuell von jedem einzelnen selbst festgelegt. So sagt der Eine, dass Bäcker-Meyer ein schlechter Bäcker ist und kauft da kein Brot mehr, wohingegen andere eben diesen Bäcker favorisieren. Derartige Beispiele lassen sich mit praktisch allem durchdenken.


    Unser gesellschaftliches Problem: Aufgrund verschiedenster Entwicklungen funktionieren gerade jüngere Menschen immer mehr nach dem "schwarz-weiß-Prinzip". Entweder es ist alles "so" oder "nicht so". Keine Graustufen, keine Farbe. So ein Denken hält nicht nur die Leute selbst auf und vernebelt den Blick auf die eigentliche Vielfalt dahinter, sondern diejenigen, welche ein derartiges "Schwarz-Weiß-Denken" verursachen, schaffen immer wieder Unruhe, Polarisieren und bringen das Denken auf konstruierte Ebenen, die nur noch etwas mit Idealvorstellung und "Barbie-Welt" zu tun haben. Mit Realität hat das nichts mehr zu tun.


    Daher frage ich jetzt einfach mal konkret nach: Welcher Historiker hat bisher was über "gute" und "schlechte" Trainer festgestellt und wo kann ich das nachlesen? Wo kann ich nachlesen, welche "anderwertige" feste Vorgaben es gibt, die "gute" von "schlechten" Trainern unterscheiden lassen? Diesbezüglich würde mir eine einfache aber konkrete Antwort ausreichen. Ich kenne derartige Schriftstücke nicht, bin aber emsig dabei, diesbezüglich dazuzulernen.

  • So gibt es keine "guten" oder "schlechten" Bäcker,

    na ja, das ist ja auch ein Ausbildungsberuf, wenn jemand da gar nix kann, kriegt er eben den Gesellenbrief nicht,
    und um den Meisterbrief zu kriegen, muss man eben noch mehr können ...


    nachtrag: Noten gibt es da aber schon ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Hallo ida,


    darf ich da ganz leise einen Protest einlegen?
    ?(
    Es gibt wohl bestimmte Vorgaben von den Ländern, was, wie, worauf, usw. es bei den Schulleistungen der Schüler/innen ankommt.
    Aber..... es gibt auch Eltern die sind einfach gleicher als andere.
    Denke dabei an einen bestimmten Schüler der trotz längerer Schulpause sein Schuljahr ohne Prüfung ( Noten ) bestehen konnte.


    Es kommt auch da darauf an, wer deine Eltern sind, welches Parteibuch die haben.
    Willkommen in der Bananen -Republik.



    na ja, das ist ja auch ein Ausbildungsberuf, wenn jemand da gar nix kann, kriegt er eben den Gesellenbrief nicht,und um den Meisterbrief zu kriegen, muss man eben noch mehr können ...


    nachtrag: Noten gibt es da aber schon ...

    :P:P

  • nachtrag: Noten gibt es da aber schon ...

    Wieder ein Blick in die Praxis: Noten gibt es genau einmal. Ein einziges Mal gibt es sie zum Zeitpunkt einer Überprüfung. Entscheidende Frage wäre, wie sich die Qualitätssicherung gestaltet. Schule ist da für mich dann kein Maßstab mehr. Etwas, welche Grundidee auf preuzische Gedanken beruht, muss mehr mit Disziplin, als mit Qualität zu tun haben. Sicher schließt sich beides nicht unbedingt aus. Wir sind uns wohl aber doch im Klaren darüber, dass "Begeisterung" einen höheren qualitativen Stellenwert beim Lernen hat, als "Disziplin"?


    Generell aber noch einmal die Feststellung: Der Hauptanteil liegt aus meiner Sicht immer und grundsätzlich beim Lernenden selbst. Jemand, der zwar vorankommen will, aber häufig fehlt und mit dem Trainer zusammen darüber philosophiert, warum er eigentlich so nicht weiterkommt, hat m. E. das Leben nicht verstanden. Denn überall im Leben würde man so nicht weiter kommen... dass hatte ich oben ja bereits ausführlicher erklärt. Warum es aber immer noch Leute gibt, die meine, im Kampfsport wäre es anders, entzieht sich meiner Logik. Ich denke auch, logisch bzw. realitäts- und lebensnahe lässt sich das nicht erklären.

  • Das sehe ich mal ganz anders. Noten entstehen z.B auch durch die kontnuierliche Mitarbeit. Eine gute Klausur mit 15 Punkten verhilft einem eben nicht zu 15 Punkten auf dem Zeugnis. D.h. wer auch da 15 Punkte haben möchte muß wohl oder übel qualitativ hochwertig kontinuierlich mitarbeiten.
    Das in Preussen Dizsiplin höher als Qualität gewertet wurde ist ebenfalls komplett falsch. Dinge wie deutsche Wertarbeit sind eben auf Tugenden wie Dizsiplin bei der Arbeit die nun mal notwendig ist um ein bestimmtes Level zu halten entstanden.
    Disziplin ermöglichet es eben auch bei Dingen die keinen Spaß machen ein überdurchschnittliches Niveau zu halten.
    Würde man nach dem Begeisterungs und Lustprinzip vorgehen, so müßte das Leben ein Wunschkonzert sein, denn andere Sachen als die die einen begeistern würde man mit der seltsamen Haltung niemals hinbekommen und auf Dauer schon gar nicht.


    Das Gleiche gilt auch im Dojo. Ich kenne z.B kaum einen Kendoka der das nervige Suburi-Schlagen nicht unlusitg findet. Aber es muß halt sein, halbherzig ausgeführt ; Man kann es auch bleiben lassen. Also was hilft da ?
    Begeisterung ? Bestimmt nicht, wohl eher die gute alte Disziplin.
    Das gleiche Spiel gilt für das kontinuierliche MItarbeiten im Training. Wer eine ordentliche Prüfung hinlegen will, muß ordentlich trainieren, sonst wird es albern. Mir soll doch keiner erzählen das man immer gleich viel Lust und Begeisterung aufbringt.
    Als Beispiel Hochsommer im Dojo. In einer Kendorüstung ist es schon im Winter schnuckelig warm, Im Sommer fühlt man sich wie im Dampfkocher, bei über 30 ° im Dojo wird es unerfreulich bis widerwärtig. Von Spaß ist da manchmal echt keine Rede mehr. Trotzdem, da muß man duch.
    Durch das Lustprinzip ?
    Wohl weniger.
    Auch hier wieder : Es ist die gescholtene Disziplin die hilft.
    Auf den Punkt gebracht : Preussische Dizsiplin ist ein Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck wie ignoranterweise immer so gerne behauptet wird.
    Mit preussischem Gruß und in der Hoffnung dieses dumme Vorurteil endlich ermordet zu haben
    Kaji


    Wieder ein Blick in die Praxis: Noten gibt es genau einmal. Ein einziges Mal gibt es sie zum Zeitpunkt einer Überprüfung. Entscheidende Frage wäre, wie sich die Qualitätssicherung gestaltet. Schule ist da für mich dann kein Maßstab mehr. Etwas, welche Grundidee auf preuzische Gedanken beruht, muss mehr mit Disziplin, als mit Qualität zu tun haben. Sicher schließt sich beides nicht unbedingt aus. Wir sind uns wohl aber doch im Klaren darüber, dass "Begeisterung" einen höheren qualitativen Stellenwert beim Lernen hat, als "Disziplin"?

  • Hallo KAJIHEI


    ein guter Beitrag, dem ich beinahe vollständig zustimmen würde.


    Nur möchte ich hervorheben, nicht nur die Preußen haben Disziplin und Qualität in ihr Stammbuch eingetragen.
    Wobei ich leise anmerken möchte, Berlin als Hauptstadt von Preußen...
    macht es da gerade vor, Flughafen ...
    nur als Beispiel wie Disziplin und Qualität nicht sein sollten.


    Daher würde ich einfach behaupten, Disziplin und Qualität war jahrelang eine deutsche Tugend.
    Das erwartet der Bürger auch noch ... in geringem Umfang ... bei den Politikern.
    Im Sport und im Beruf ist aber Disziplin und Qualität die Grundlage um erfolgreich zu sein.


    Gruß


    PS: Deine Zeilen habe ich etwas verkürzt. Das ist für mich das Wesentliche!