Wie wird man richtig gut?

  • Auch wenn du jetzt vermutlich explodierst......
    Dieses es ist eine subjektive Sichtweise ist in diesen Fällen einfach Nonsens. Es gibt Techniken die gehen, und es gibt viel Kram der eben nicht funktioniert. Was diese Herrschaften vorführen in diverse Videos und auch in life zählt genau dazu.
    Selsbt wenn ich dir sagen würde wen ich life geshen hab und mich köstlich über seine technische Schlamperei amüsierte, von dir kommt dann wieder "subjektiv"
    Die Schwertkunst ist eben kein Sport. Sie wurde erfunden um wirklich zu kämpfen .
    Selbst wenn man diesen Faktor als minor betrachtet, die Technik die unser Budo Weltmeister da zeigt, damit hast du in sekundenschnelle bei schneller Ausführung keine Finger mehr. Du kannst es gerne ausprobieren ob ich hier "subjektiv" rede. das ist nicht böse gemeint, blos man muß auch aklzeptieren das es Fachkompetenzen die auf technisch erprobten Fakten basieren gibt.
    Das sind einfach Fakten.
    Fakt ist es ebenfalls das diese ganzen Hanseln von allen, wirklich allen richitgen Schwertschulen belächelt werden weil sie eben NIchts verstanden haben.
    Also ist es damit der Subjektivität nicht weit her mehr, ausser alle Profis haben keine Ahnung und die ganzen Schwertschulen die während der Jahrhunderte der Kämpfe ihre Techniken entwickelten waren überflüssig.
    Oder um es anders zu sagen : Es gibt mehr als genug erprobte Schwert KK die sich aber in den meisten Grundtechniken ähneln. warum ? Weil das Abweichen eben tödlich ist.
    Für den Gegner ?
    Nein für einen selbst.
    Wenn sich jemand schon beim Ziehen des Schwertes die eigenen Finger amputiert : Da fehlen mir die Worte.


    Das seine Schüler ihn ben für klasse halten, Kunststück, sie wissen es ja nicht besser.
    Man könnte ihn ja per Gekiken verhauen blos wer wischt auf ? Ich gehe davon aus das der Begriff nicht geläufig ist daher : http://www.gekiken.org/


    Langer Rede kurzer Sinn : Die Subjektivität hört da auf wo der faktisch technische Nonsens beginnt.

  • Kajihei schrieb:

    Selsbt wenn ich dir sagen würde wen ich life geshen hab und mich köstlich über seine technische Schlamperei amüsierte, von dir kommt dann wieder "subjektiv"

    Explodieren werde ich nicht - das tut ja weh. Ich wundere mich nur. Du schaffst es tatsächlich, in diesem einen Satz von DEINEN Beobachtungen zu sprechen oder tatsächlich anzunehmen, dass andere Menschen ihre Beobachtungen genauso verarbeiten, wie Du. Bedeutet: Alle Menschen sehen im Fernsehen Werbung für "Persil" und DU siehst sofort, dass ist verarsche und denkst Dir (weißt?), alle anderen Menschen denken in diesem Moment genauso? Ich frage mich dann spontan: Niemand dürfte mehr Persil kaufen, die Marke müsste längst tot sein. Ist sie aber nicht... offensichtlich hat jeder Mensch seine eigene Sichtweise, somit auch seinen eigenen Willen?


    Und es ist Fakt ja? Du hast beobachten können, dass sich Schüler beim Ziehen des Schwertes die eigenen Finger amputiert haben? Das ist auch so von Dir beobachtet worden, oder lediglich ein Gedankenkonstrukt, weil da - Deiner Meinung nach - so ungeschickt umgegangen wird? Und wenn weißt Du, dass dies der Fehler des Meisters ist, weil der gesagt hat, zieht Eure Schwerter so, dass ihr euch die Finger amputiert? Sorry, kann ich nicht glauben. Ich glaube eher, Du hast da jemanden im Blick, den DU für weniger oder gar nicht kompetent hälst, Dir Sorgen machst und Dich fragst, warum so jemand so etwas unterrichten kann und seiner Verantwortung nicht gerecht wird.


    Wenn letzteres so sein sollte, kann ich Dich beruhigen: Ich deutete bereits an, dass vor allem in den traditionellen Systemen, wie z. B. Jiu-Jitsu, Judo, Karate, Taekwondo und auch immer noch im Ju-Jutsu eher leienhaft mit Messern umgegangen wird. Da werden z. B. Blocktechniken zur Messerabwehr benutzt, was nicht nur Uralt-Techniken sind, sondern auch lebensbedrohlich sein kann. Diese Trainer "verkaufen" genau das auch in ihren Lehrgängen, sowohl in Nienburg (also da, wo ich trainiere), als auch in Hannover. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass ich bei denen auf Granit beiße - sie verteidigen "ihr Ding". ICH halte das für absolut unseriös, die Anderen für absolut seriös. Auch ich könnte nun sagen, dass die Trainierenden sich irgendwann die Aterien und Bänder durchtrennen lassen werden (vergleichbar mit Finger amputieren)... hilft nichts.


    Andres Beispiel gefällig... vielleicht noch Beispiele, mit einer absoluten Sprengkraft? Gerne! Ich halte z. B. auch "Systema" für absolut unseriös. Seit 40 Jahren trainiere ich Kampfkunst und dann sehe ich da zu 70% übergewichtige Männer, die sich weder bewegen, noch decken und die zudem noch mit völlig unrealistischen Angriffen (zu langsam, zu indirekt, zu inkonsequent, vorher abstoppen, etc.) ihr "Können" zeigen. Aber das ist eben nur meine subjektive Sichtweise, andere sehen das - ganz offensichtlich - anders.


    Weiteres Beispiel gefällig? Gerne! Der sogenannte "Non-Kontakt KO". Das ist nun der völligste Blödsinn, den ich je gesehen, erlebt und gehört habe. Ich hatte hier auch mal ein Video veröffentlich, was passiert, wenn jemand meint, er könne den anderen mit "imaginärer Energie" besiegen und der andere sagt: "Scheiß drauf, den hau ich um". Das waren nur Sekunden und unser Freak hatte schon eine ganze Menge klarer Treffer einstecken müssen... Glück für ihn, denn die beiden haben das ganze aus der Hocke ausgeführt. Für MICH ganz klar: Wenn das kein Beschiss ist, weiß ich nicht mehr, was beschiss ist. Für ANDERE wiederum nicht...


    Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt kein kollektives Denken! Es gibt nicht den von Dir benannten faktisch technischen Nonsens - Das ist eine glatte Behauptung von Dir. Es gibt lediglich Dein eigenes individuelles Wertesystem, mit dem DU auf die Dinge schaust. So, wie DU auf die Dinge schaust, schauen andere eben anders auf die Dinge und bewerten sie entsprechend anders (wie die oben absolut nachvollziehbaren Beispiele "Systema" und "Non-Kontakt KO" zeigen). Einige so wie Du, andere eben nicht so wie Du. Aufgrund der Beispiele, die ich Dir genannt habe, sollte das nun endlich geklärt sein. Im Übrigen ist das Wort "Objektivität" zumindest in meiner Fachwelt gestrichen, es wird so nicht benutzt. Dafür gibt es das Wort "Intersubjektivität".

  • Hallo,


    bin wirklich gespannt, wie sich die Diskussion entwickelt.
    Wenn jeder auf seine Ansichten beharrt, wird man sich bestimmt nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen können.


    Macht es wie die Politiker, die klammern das unliebsame Thema aus.


    Gruß

  • Gut, das kannst du nicht glauben. dann schließe ich mal nur mein Nähkästchen auf. Insgesammt habe ich drei solcher Hanseln aufwischen dürfen. Das darfst du wörtlich nehmen. Man sagt ihnen tut es bitte nicht und schon, voila, eine nähwürdige Schnittverletzung in der Pfote.
    Also erst Hand grob verbinden und wenn nötig abbinden, dann ab in die Notaufnahme mit dem Vogel, fand ich immer prima sowas.
    Danach die Sauerei aufwischen. Lecker sage ich dir lecker !
    Was meinte mal so ein Vogel : Ne mit einem scharfen Schwert trraut er sich nicht, er nimmt nur Iaito, also stumpfe Klingen.
    Klar mit denen ist selbst der größte Schwachsinn harmlos.
    Genau den bringen diese schlechten Lehrer aber ihren Schülern bei.
    ISt das meine subjektive Haltung, wohl weniger, da herrschat absoluter Konsens in der echten Schwertszene die sich eben doch von diesem Gaijin Phantasiegebilde unterscheidet.
    Wir lehren Techniken mit denen man den Gegner schneidet, nicht sich selber. Diese Techniken sind alle kampferprobt zu Zeiten wo man den Gegner auch wirklich noch in das Jenseits beförderte. Hätten sie nicht funktioniert wären die Leher nicht lange genug am Leben geblieben um sie weiter zu vermitteln.
    Techniken wie sie von diesen Leuten gezeogt werden sind mit scharfen Schwertern selbstmörderisch.
    NIcht nur ich durfte aufwischen sondern fast jeder Lehrer der mit solchen Leutchen zu tun hatte.
    Sie hören nicht zu, sie halten sich für O-Sensei Soke-Shihan. ( Wenn e geht noch mit golddurchwirkter und rosa getupfter BAuchbinde )
    Wenn es drauf ankommt ?
    Pffffffffffffff, das war die heiße Luft.
    WIe gesagt diese Erfahrung haben alle Kenjutuska die ich kenne mit solchen Herrschaften gemacht.
    Also von singulärer Meinung ist da echt keine Spur mehr.
    Das ist eben die Realität die sich auch nicht wegdiskutieren läst.


    Übrigens Hasenbein und dieser Budoweltmeister sind die Lehrer ! Wenn die schon solchen grandiosen Mist bauen, was wird dann wohl bei den Schülern herauskommen ?
    Schwert sind gefährliche Waffen und daher reagier ich auf Nonsens damit etwas allergisch.
    Der Umgang mit ihnen ist reine über jahrhunderte erprobte Technik.
    Entweder man beherrscht sie oder nicht.
    Wenn nicht sollte man eben nicht unterrichten.

  • wird man sich bestimmt nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen können.

    ... das ist ja auch nicht unbedingt das Ziel, oder?


    aber mir drängt sich immer mehr die Ergänzung der Frage auf:
    'wie wird man richtig gut in ...?'
    worin der Schüler 'richtig gut' werden möchte, muss er selbst entscheiden,
    aber ich behaupte nach wie vor, dass ein Lehrer genau das, worin ein Schüler 'richtig gut' werden soll,
    selbst ordentlich kapiert haben sollte, sonst ist er ein schlechter Lehrer für einen wirklich ambitionierten Schüler ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Sorry Kajihei... wir wiederholen uns hier. Du willst mir hier zwanghaft erklären, dass es objektiv beobachtbare Kriterien dafür gibt, dass es "gute" und "schlechte" Trainer gibt. Ich lese dabei allerdings immer nur DEINE eigenen Beobachtungen und Erfahrungen und - daraus resultierend - Deine Sichtweise. Nichts, was man objektiv auf andere Trainer übertragen könnte. Schwert-Systeme sind - wenn ich mich nicht irre - absolut in der Unterzahl und Deine Beispiele sind nicht nur aus diesem Grund absolut nicht repräsentativ. Ich hatte Dir ja bereits beschrieben, dass ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Soweit zu gehen, dass MEINE Erfahrungen allerdings repräsentativ wären, würde ich nie... wie ich bereits gefühlte 1000mal erwähnte: Andere haben da andere Erfahrungen gemacht, also positivere. Diese Meister unterrichten weiterhin Schüler und manche dieser Schüler werden - aller Wahrscheinlichkeit nach - wohl auch richtig gut. Woran das liegt? Das hatte ich auf den vielen Seiten zuvor bereits erklärt: Weil es NICHT der Trainer ist, der einen Schüler im wesentlichen "gut" werden lässt, sonder der Schüler selbst.


    Im Übrigen hast Du bisher ein wichtiges Argument einfach ignoriert: Auch "gute" Trainer, wenn man sie dann auch an "guten" Schülern misst, die objektiv z. B. Weltmeister hervorbrachten, brachten eben auch "schlechte" Schüler hervor. Dan Inosanto - beispielsweise - hat einige gute Trainer hervorgebracht. Nun muss man sich Folgendes vor Augen führen: In seiner Akademie trainierten bisher sicherlich 1000de von Schülern, die eben nicht gut wurden. Nun könnte man Schlussfolgern: Eine sehr schlecht Bilanz, denn weniger als 1% der Schülder von Insosanto wurden richtig gut. Hm... aber ist mein Maßstab hier wirlich objektiv? Nicht missverstehen: Dan Inosanto ist für mich einer der besten Trainer... dass kann für andere, anders sein... z. B. für Dich.


    @Ina
    Das Thema "worin gut" hatten wir hier schon. Das ist nicht eine Frage des Trainers, sondern eine Frage des Schülers, also was er will, Stichwort: entweder Außenbordmotor oder den Motor in sich haben... aber das kannst Du ja nochmal nachlesen.

  • @Ina
    Das Thema "worin gut" hatten wir hier schon. Das ist nicht eine Frage des Trainers, sondern eine Frage des Schülers, also was er will... aber das kannst Du ja nochmal nachlesen.

    ... nein, ich bin nicht die 'ina' ...
    im Übrigen passt Deine Antwort nicht zu meiner Aussage, wie man leicht nachlesen kann ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Gut du willst es nicht wahrhaben. Es besteht KONSENS zwischen allen Profis auf dem Schwertsektor, das es Blödsinn was diese Herrschaften unterrichten.
    KONSENS
    KONSENS. D.h. Wir sind alle der Meinung in dem Bezug . Ist das denn so schwer zu lesen ?
    Das so gut wie alle echten Schwertlehrer die gleichen Erfahrungen haben habe ich auch geschrieben, widerum elegant nicht zur Kenntnis genommen.
    Damit ist es defacto eben nicht subjektiv. Unterhalte dich bei Bedarf mal mit Kenjutuslehrern aus dem Koryu. ( Da ich von japansichen Schwertern als Vollprofi lebe und eben nicht als Hobbyist höre ich da so Einiges und bin halt so arrogant mir daher nach über 30ig Jahren ein Urteil anzumassen )


    Auf mein Argument das ein schlechter Lehrer den Schülern eben falsche Techniken vermittelt gehst du geflissentlich nicht ein.
    Ich kann dir es gerne auseinanderklamüsern an einem Beispiel, blos dann kommt von dir wieder der "subjektive Eindruck".
    Das ist kein subjektiver Eindruck, das nennt sich Fachkompetenz.
    Schwertkunst ist ein Handwerk und keine tralala wünsch dir was und jeder macht wie er denkt Veranstaltung.
    So etwas ist verantwortungsloser Mist.
    So etwas dann mit "Das ist nur dein Eindruck" ab zu tun, ist einfach eine Ignorante Haltung gegenüber den reelen Fakten die solchen Hanseln das Handwerk erleichtert.
    Frei nach dem Motto "Jeder hat nur seinen subjektiven Eindruck, also gibt es kompletten Blödsinn nicht"
    Damit gewinnt man bei mir keinen Blumentopf.
    Irgendwelche Interlektuellen Überhöhungen helfen da auch nicht. Wenn jemand seinem Schüler schlichtweg irre Ausweichmanöver, selsbstzerstörerische Schwerttechniken zeigt, gehört er eigentlich aus dem Lehrerstand geschmissen....Geht ja leider nicht.
    Und nochmal : DAS IST NICHT MEINE ALLEINIGE MEINUNG


    Man kann es auch noch anders begründen, rein faktisch. alle Schwertschulen des alten Japan haben in der Handhaltung und Schwertführung Gemeinsamkeiten, auch wenn sie stilistisch vollkomen unterschiedlich sind.
    Gretchenfrage : Warum wohl.
    Antwort weil es im Gefecht Sinn macht. Wie gesagt, das wurde ja zwangsweise erprobt.
    Jetzt kommt da so ein modernes Hasenbein hereingeschneit z.b und erzählt was völlig anderes....wo ist der Beweis das es geht ?
    Da werden eben mal einige hundert Jahre an reeller Erfahrung ignoriert.
    Übrigens Kenjutuska aus der echten alten Truppe haben ihn schon vorgeführt.......Was zu beweisen gewesen ist.


    Wo habe ich eigentlich gesagt das ich für alle KK spreche oder diese beurteilen kann, nirgens, Ich habe explizit darauf hingewiesen das ich nur meinen Fachbereich beurteilen kann, eben um dieses allgemeine Geschwurbel zu unterbinden. Was bei den Körperkuschlern läuft , ich seh es mir an und denke großenteils Bahnhof, aber ich bin nicht so arrogant mir irgendwelche Kompetenzen da anzumassen um diese Dinge beurteilen zu können.
    Jetzt zu argumentieren es ist ja nur eine kleine Gruppe. Stimmt auffalllend wir sind wenige, aber deswegen stimmen die Lehrprinzipien nicht mehr ?


    Ich wiederhole : Ein Lehrer muß sein Fach beherrschen als absolute Grundlage. ist das nicht der Fall, ist er einfach schlecht .Egal wie gut und motiviert der Schüler ist, er wird es eben niemals richtig lernen.


    Auf dein Argument das auch schlechte Trainer gute Schüler produzieren können : Ja Zufälle gibt es immer, das liegt dann aber defecto nicht am Lehrer sondern wohl eher am Schüler. Es gab auch Schüler von Analphabeten die Schreiben lernten, ist deswegen der Lehrer gut ?
    Blöderweise hatte das aber nichts mit meine Argumenten zu tun die gravierender sind.
    Ich rede hier nicht von Feinheiten sondern von Inkompetenz.
    Dementsprechend ist es ein Nebenkriegsschauplatz mit Nebelkerzeneffekt der einfach nicht zieilführend ist.


    Ich möchte abschließend mich bei dir für den harten Tonfall entschuldigen, aber es gibt einen Punkt da hört der Spaß auf. Wenn Trainer duch Inkompetenz die Gesundheit ihrer Schüler gefährden, da mache ich nicht mit.


    Gruß
    Kaji

  • Kajihei schrieb:

    Auf mein Argument das ein schlechter Lehrer den Schülern eben falsche Techniken vermittelt gehst du geflissentlich nicht ein.

    Ich weiß nicht, ob ich das als Argument überhaupt erkannt habe. Nichtmal jetzt erkenne ich es als Argument. Allesfalls ist es eine Behauptung. Du behauptest, schlechte Lehrer bringen Schülern grundsätzlich falsche Techniken bei und genau daran könne man sie erkennen. Wäre es doch so einfach... Ich denke allerdings, der Ausgangspunkt unserer Diskussion wird klarer. Als ich nämlich Judo und Karate trainierte, versuchte man mir beizubringen, mich den Gegebenheiten unterzuordnen. Man erklärte mir, die Dinge seien so, wie es der Meister erklärte. Ich musste mich dem Sport anpassen. Prima dachte ich... gebe ich doch gleich meinen gesunden Menschenverstand an der Eingangstür ab, dann habe ich auch kein Problem mehr mit den Aussagen des Meisters, wenn es z. B. im Karate darum ging, ein Messer mit einem Doppelblock abzuwehren. Dilettantisch, sowas machten damals nicht mal die Kinder bei uns.. nun das von diesem Großmeister. Natürlich erklärte er das hingabevoll, duldete aber keinen Widerspruch. Dieser Trainer war FÜR MICH eine klare Bremse, eigentlich müsste ich hier sagen, er war (ist) ein "schlechter" Trainer. Allerdings habe ich gesehen, dass die anderen Schüler anders dachten und das, was der Meister da erklärte, aufsaugten. Aus ihrer Sicht war der Meister ein "guter" Trainer.


    Ich glaube, dass Japaner und die Japanischen Kampfkünste größtenteils - und so habe ich sie eben nur kennengelernt - auf einer "Ein-Ansicht-Basis" aufbauen. Was der Meister erzählt, gilt. Dass meinte ich übrigens auch mit der Unterscheidung zwischen "innerer" und "äußerer" Disziplin. Die "äußere" Disziplin dieses Meister habe ich gut ertragen und wegstecken können, weil ich über eine sehr guten "inneren" Disziplin verfüge, die da z. B. sagt: nach außen hin immer fein lächeln, jede Übung - und ist sie für mich noch so dämlich - absolut ausloten. Mein Motto: Auch wenn ich bei FÜR MICH "schlechte" Trainer trainiere, würde ich mir das Leben nochmal schwer machen, wenn ich mich noch innerlich gegen so ein Training wehren würde.


    Ich bin immer noch viel unterwegs, so z. B. im Judo, Taekwondo und Ju-Jutsu. Fast überall sehe ich (auch im Judo in der sogenannten "Selbstverteidigung"), wie Messer stumpf, unwissend aber mit vollem Elan über Blöcke und Doppelblöcke abgewehrt werden. Mittlerweile spreche ich das bei den Trainern an... die meisten erlebe ich so, dass sie praktisch mit den Achseln zucken und erklären, dass sie das so überliefert bekommen haben... Tradition eben und ganz so verkehrt wird das dann wohl nicht sein können. Es fehlt da dann an Einsicht. Da bleibt nichts mehr übrig, als sich zu bedanken und auseinander zu gehen.


    Wie Du oben erwähntest, ist es mit Messern... diese Abwehrhandlungen würden in Echtzeit erhebliche Gesundheitsschäden oder sogar den Tod bedeuten. Trotzdem trainieren 1000de diese Techniken mit voller Begeisterung. Im Übrigen war diese "falsche Technik" - wie Du sie nennst - eine unter mehreren. Letztlich habe ich in meinem Karate-Training nicht nur Mist bzw. falsche Techniken trainiert. Bedeutet: Deine These, dass "schlechte" Trainer daran zu erkennen sein, dass sie "falsche Techniken" vermitteln ist für mich - sorry - überhaupt nicht nachvollziehbar... ich würde das sogar mit dem Wort "blödsinn" erklären. Meine These ist, dass eigentlich jeder Trainer auf diesem Erdball hin und wieder falsche Techniken weitergibt. Teils deswegen, weil er das selbst so gelernt hat, teils deswegen, weil er was eigenes präsentieren will, teils deswegen, weil Realsitik zugunsten eines Stiles und/oder einer Idee untergeordnet wird. Sowas kann viele Gründe haben. Allerdings hier gleich zu sagen, weil er das so zeigt, ist er als "schlechter" Trainer zu entlarven, wäre genauso, als würde ich einen Apfel gleich als schlecht einschätzen und wegwerfen, nur weil er eine oder zwei "schlechte" Stellen hat.


    Ich meine: Alles eine Frage der Sichtweise, von daher alles absolut subjektiv. Im Übrigen: Störe Dich bitte nicht am Begriff "blödsinn"... eigentlich meine ich das gar nicht böse, rein subjektiv betrachtet ist es aber das einzige Wort, was mir hierzu eingefallen ist, um zu zeigen, wie abwägig bzw. vorurteilsbehaftet das Denken "schlechter Trainer, falsche Techniken" ist. Wie gesagt: Wäre das so einfach...

  • Ich wiederhole : Ein Lehrer muß sein Fach beherrschen als absolute Grundlage. ist das nicht der Fall, ist er einfach schlecht .Egal wie gut und motiviert der Schüler ist, er wird es eben niemals richtig lernen.


    Auf dein Argument das auch schlechte Trainer gute Schüler produzieren können : Ja Zufälle gibt es immer, das liegt dann aber defecto nicht am Lehrer sondern wohl eher am Schüler. Es gab auch Schüler von Analphabeten die Schreiben lernten, ist deswegen der Lehrer gut ?

    ... und das gilt für alle Fächer, die unterrichtet werden, wenn ein Lehrer nichts von seinem Fach versteht,
    dann kann sein Schüler nicht die optimale Entwicklung nehmen.
    Wenn ein Schüler so gut ist, dass er sich nach und nach selbst bei einem Lehrer, der Analphabet ist, das Schreiben und Lesen beibringt,
    was meint ihr, wie gut der erst werden könnte, wenn sein Lehrer kein Analphabet wäre ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Kajihei schrieb:

    Auf dein Argument das auch schlechte Trainer gute Schüler produzieren können : Ja Zufälle gibt es immer, das liegt dann aber defecto nicht am Lehrer sondern wohl eher am Schüler. Es gab auch Schüler von Analphabeten die Schreiben lernten, ist deswegen der Lehrer gut ?

    Habe ich eben erst gelesen... ein SUPER-Argument. Das ist übrigens Hauptteil meiner These und gleichfalls dass, was ich meine, wenn ich sage, dass Schüler nicht den Außenbordmotor sondern den inneren Motor benutzen sollte. Wenn Du noch einmal an den Anfang gehst, wirst Du feststellen, dass wir an dieser Stelle zu 100% übereinstimmen. Ob gute oder schlechte Lehrer... die Schüler, die vorankommen wollen, kommen voran. Auf die Frage, "wie wird man richtig gut" kann also nur die Antwort lauten: Die beiden wichtigsten Eigenschaften, die ein Sportler unbedingt haben muss, um auch "gut" werden zu können, sind also einerseits seine hohe Trainingsanwesenheit (möglichst zu jeder Einheit), andererseits seine dann hohe Trainingsmotivation, die ihn auch dann nicht aus der Bahn wirft, wenn ein Training mal nicht optimal läuft oder der Trainer bzw. Lehrer nicht optimal auf ihn eingeht/eingehen kann. Er reduziert sich nicht nur auf seine persönlichen Vorlieben, sondern nimmt alles mit. Damit schafft er sich nicht nur eine große Basis an Wissen und Können sondern bleibt darüber hinaus sowohl physisch als auch psychisch offen und vielseitig.

  • Ich habe mir den Thread noch einmal durchgelesen und würde gerne hierzu gerne Folgendes ergänzen, wobei ich grundsätzlich weiter der Meinung bin, dass es keine "guten" und "schlechten" Trainer gibt:


    Mehrere Ereignisse haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass es wohl aber "geübtere" und "ungeüberere" sowe "motivierte" und "weniger motivierte" Trainer gibt. Ich habe da folgendes Beispiel vor Augen: Ein Trainer, der mehr auf ein Training achtet, welches irgendwie allen entgegenkommt und bei dem alle gleich gefördert werden sollen (z. B. viele Spiele, grundsätzlich wenig anstrengend, hauptsächlich von den Mitgliedern gewünschte Techniken) ist der Auffassung, dass es im Verein keine Mitglieder gibt, die sich besonders anstrengen wollen. Auch ist er der Meinung, im Verein gäbe es keine Talente, die besonders zu fördern wären.


    Daraus resultierend spaltete sich der Verein in zwei Lager: Die einen trainierten bei diesem Trainer, die anderen beim "normalen" Trainer, welcher das Training anspruchsvoller gestaltete und vor allem auch die Mitglieder im Blick hatte, die sich durch ein sehr motiviertes Training hervortaten. Das Problem: Die Mitglieder, die beim obigen Trainer mit wenig Anspruch trainierten, kamen in den Techniken einfach nicht weiter. Die meisten besuchten dieses Training, weil es eben weniger anstrengend war, sie einfach nur dahingingen, etwas trainierten, dann wieder nach Hause gingen. Aus diesem Training konnte der Verein daher keine Mitglieder für besondere Events nehmen, wie z. B. Wettkampf, Vorführungen, Seminare, usw.


    In gewisser Weise würde so ein Trainer dann allgmeine wohl eher unter "schlechten" Trainer laufen, für mich läuft er - wie gesagt - eher unter "wenig motivert" und "ungebübte", weil er durch seine eigenen Einstellung - nicht durch sein Können (!) - andere Mitglieder lediglich begleitete, nicht aber führte und förderte.

  • Hm, ich bleibe bei der Meinung, das es auch schlechte Trainer gibt. Einfach welche, die nicht kommunizieren können, die Leute einfangen und mitnehmen, selbst wenn sie technisch auf der Höhe sind.

    Bei manchen legt es sich mit der Zeit, in der sie als zweiter Trainer mit auf der Matte stehen oder unter ANleitung ein Training geben, bei anderen bleibt es aber ein Leben lang so.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ja natürlich gibt es gurken trainer. leute die ihre schüler nicht in grundübungen ausbilden. die können keinen liegestütz korrekt drücken und ihre schüler darauf auch nicht. dann gibt es diese hampelmänner, die nichts anderes machen als ihre koreographie. nach her erklären sie allen, dass sie dadurch den tieferen sinn des kämpfens verstanden hättn und deshalb gott weiß wie gefährlich angriefen können. nur demonstrieren das geht ja nicht, weil dann müsste der gegner den tod in kauf nehmen. ansonsten geht es nur unter rücksichtnahme und kooperation, weil es muss ja ungefährlich sein.


    das ist klar, die leute, die nicht kämpfen aber kampfsport anbieten, können selbst nicht kämpfen udn darauf ihre schüler auch nicht, also haben sie den kampf nicht vermittelt, also sind sie schlecht trainer.