Der "ich habe die Schwerter schön!" Fred

  • Inspiriert von Kogarasus OT im Klingenraten mache ich hier eine Schwerterkiste auf. Hier kann ja jeder vollkommen subjektiv seine "Lieblingsschwerter" bzw. anderweitig bemerkenswerte Klingen, welche ihm im Net vor die Augen gekommen sind, rein packen. So können sich auch andere daran ergötzen, Kommentare geben oder es ergeben sich Fragen dazu. Außerdem passt es ergänzend prima zum Klingenraten Thread. Schön wäre es, wenn jeder kurz was zu seinem Link schreiben könnte. z.B. warum er das Stück zeigenswert hält.


    Ich fange mal an.


    Ein Aizu Izumi no Kami Kanesada : http://www.toukenkomachi.com/index_en_tachi&katana_A090616.html


    Ein sehr elegantes und doch kräftiges Schwert. Bemerkenswert der sehr feine und de facto fehlerfreie Masame-Hada. Ich mag solche ruhigen, unaufdringlichen und doch sehr qualitätvollen Arbeiten. Der Preis ist jedenfalls auch Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass man dafür die letzte Aoe-Klinge aus dem Nanbokucho mit Juyo-Papieren bekommt. Dennoch ein sehr schönes, wenn auch teures Schwertchen.


    Und noch eins, ganz frisch bei Aoi: http://www.aoijapan.com/yari-m…ribute-as-sue-seki-School


    Eine Yari, Sue-Seki. Sie hat eine schöne Länge und, was besonders ins Auge fällt, einen typisch Minoesken und aktiven Hamon. Yari werden immer mit mehr Fokus auf Funktionalität gebaut, weshalb der Standart-Hamon bei Yari sich im Wesentlich aus einen Suguha-basierten beschränkt. Hier mal was "aktives" und altes (Sue-Koto) und recht langes, gut passend für eine Sammlung.

  • Ach und noch was zu der Yari. Sie ist verhältnismäßig breit und mit 9 mm recht dünn. Diese Yari ist eher ein Cutter für den virtuosen Umgang für einen mit der Yari erfahrenen Samurai. Weniger die schlichte Spitze einer Stoßlanze des typischen Fußsoldaten.

  • Was mir da auffällt, ist diese Stufenartige optische an der Wurzel zur Angel. Es sieht so aus, als hätte man da neu angesetzt. Sprich, als hätte die Nakago sich wegen Feuchtigkeit verabschiedet und dann wurde einfach eine neue hin gedängelt. Das sieht aus als wäre da ein anderer Stahl eingearbeitet worden. Ist das normal oder doch eine Reparatur? Dann würde sich auch der Preis verstehen. Der dünkt mich auch billich..

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Na siehste, wozu so ein Fred doch gut ist. Nee, Kogaratsu, da ist nichts repariert worden. Da hat sich nur so etwas wie Kaji, nämlich der Togishi ausgetobt. Ist so etwas ähnliches wie der Polier-Absatz im Munemachi-Bereich bei Schwertklingen. Kajihei wird das besser erklären...

  • Na das muß an a Kopf packen ! Kopf nennt sich nämlich die Wurzel des Yari, der Sockel. Der Übergang vom Sockel zum eigentlichcn Blatt sowie die Ecken bei anderen Yaritypen sind extrem schwer sauber zu schleifen. Beim Grundschliff bekommt man noch scharfe Kanten hin, beim Shiage der Endpolitur verzweifelt man sanft. ( Viele Polierer lehnen komplexe Yariformen ab )
    Was macht man also . ? Man bastelt ein MIgaki, eine Stahlpolitur als Muster auf den Übergang.
    Der kann ganz verschieden Formen haben.
    Mal hier eine schöne Variante auf einem nicht ganz so miesem Schmied.
    http://sanmei.com/contents/media/A72280_Y1518_PUP_E.html
    Übrigens die Dinger sind wirklich übel zum Schleifen.
    Durch diese Stahlpolitur wirkt der Stahl dichter und dunkler.
    Das erklärt den Effekt auf dem vorgestelltem Yari.

  • Aha verstehe. Das wäre so wie anstatt alles längs gerubbelt da mal als Muster quer gerubbelt. Nur mit anderem Mittel.

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  • Also Kaji, mit der Satsuma-Klinge gehe ich vollsten Konform. Die die 70ger Jahre Sofa-Soff-Saya des armen Dolches ist alledings nur was für Fetischisten...

  • Wie kann man blos etwas gegegn ein Sofa haben....
    Aber trotzdem, hier kommte, hier ist es, hier erstrahlt es :
    Das stählerne Streifenhörnchen !
    http://www.nihonto.us/MIZUTA%20KUNISHIGE.htm
    Das Ding muß in echt aussehen wie ein amerikansicher, überkandidelter Weihnachtsbaum.
    Kurz einfach irre.
    Also mir gefällts. :D

  • Darauf habe ich gewartet das du mit dem Kunishige kommst. Also ich habe da folgende Theorie: als Meister Kunishige den Lehmmantel nach stundenlanger Arbeit endlich fertig hatte, legte er die Klinge zum Trocknen bei Seite. Morgens kam dann die billige, illegale Putzfrau aus China vorbei, um wie jeden Morgen klar Schiff bei den Kunishiges zu machen. Voller entsetzten sah sie die völlig lehmverkrustete Klinge:" Uiiii, gal nicht gut! Wieso machen Meistel immer alles dleckich? Muss ich schön wischi-wischi machen. Dazu fügte sich, das Meister Kunishige nicht besonders gut sah, den es gab ja noch kein Fielmann, welche auch gar nicht ihren Profit steigern wollen, sondern nur das Wohl des Kunden im Auge (ha ha) haben. So bemerkte Meister Kunishige nie die Putzattacken an den Schwertern.
    Und so traf sich, das einige hundert Jahre später ein Gaijin Namens Kaji voll des Jubels ob der streifigen Klinge ausbrach!

  • Hier geht es mal nicht um die Schönheit der Klinge oder Koshirae.
    http://www.aoijapan.com/wakiza…igned-attributed-to-kaifu


    Tsuruta rastet zwar förmlich aus und bezeichnet die Klinge als "marvelous", aber über Geschmack lässt sich streiten. 600.000 Yen für eine unsignierte "Kaifu" Klinge ist schon ein ordentlicher Brocken. Gut, die Montierung ist en Suite und erinnert eher an einen reichen Provinzdödel/Händler, aber fein würde ich ganz andere Montierungen bezeichnen.


    Wie dem auch sei, mir geht's um "Kaifu". Höre ich Kaifu, denke ich in erster Linie an Küchenmesser und -Beile bzw. Gartengeräte. Kommt eine Klinge in Schwertform vor, dann als Dolch oder Waki. Die Klingen haben keinerlei künstlerischen Anspruch, sind meist grob, kantig und kräftig und wirken wie Werkzeuge. Ich kann mich nur an Kaifu-Klingen aus der Shinshinto-Periode erinnern.


    Nun schreibt Tsuruta, dass Kaifu bis in die Kamakura zurück reicht. Von derart alten Kaifus habe ich noch nie gesehen oder gehört. Selbst die Schwertliteratur schweigt.


    Eine bitte an unsere Durchleuchtigkeit, zum Thema vielleicht ein paar Sätze zu verlieren.

  • Och Kaifu war schon vor dem Shinshinto recht aktiv. Ich entsinne mich noch gut an einige Scheusslichkeiten naus dem Muromachi. Das waren die klasischen Katakiri Küchenmesser, die Dinger werden ja auch wirklich so genannt, Hocho-Kaifu.
    Der Kunde ist sanft explodiert als ich ihm sagt edas sein Küchenmesser fertig ist... ^^
    Allerdngs, man muß der Awa Kaifu Gruppe eines zugestehen. Sie behielten über alle Jahrrhunderte ihren trockenen, fasrigen Stahl bei incl zumeist labbrigen Hamon.
    Sieht eine Klinge aus wie ein verunglücktes Küchengerät, ist der Hamon labberig und der Hada Mist ; Glückwunsch sie sind stolzer Besitzer einer Awa Kaifu Klinge. :D
    Oder sachlich gesagt : Ich habe noch keine Klinge von den Leuten gesehen die gut war.
    Das EInzige was die Truppe interressant macht ist das sie nicht auf der Angel sondern zumeist auf dem toshin dem Klingenblatt signierten.
    Das war es dann aber auch mit Bemerkenswertem.


    So spricht der Durchleuchtete. aka St. Glühbirne :saint:

  • Oh ja! Da stinkt jede andere Rüstung anderer Länder voll ab! Die Vielfalt und die kleinsten Details sind einfach der Hammer!

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  • Man muß aber dazu sagen das sind wirklich die besten von den Besten . Eine Dunstkiepe auch Helm genannt fängt da so bei 20 000 Eumeln an. Was die Tengurüstung gekostet hat ? Na wir reden hier von irgendwas was defintiv nicht unter 150 000 liegt.
    Aber der Baulöwe Müller mit der Barbie hat es ja.

  • :D Genau, die Tengurüstung hat es mir auch gleich angetan :thumbsup:
    Tja, das so ein Kaputo mal kurz ein kleiner PKW kostet... ist halt so, aber wert sind sie es... gerade der mit dem schönen Ryujin vorne drauf... *sabber*

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