Yaki-ire, Die Entstehung der Härtung

  • HIer mal ein Video wo schön zu sehen ist, welchen Einfluß das Yakiire auf den Klingenkörper und insbesondere die Sori hat.

  • Der Begleittext in dem Video gibt für mich nicht viel her, also habe ich mich darauf konzentriert, zu 'sehen'.
    Und da habe ich als Anfängerin schon noch meine Schwierigkeiten.


    Yakiire ist doch der Name für den Prozess, in dem die Klinge bis zur Rotglut erhitzt wird und dann in einem Wasserbecken abgeschreckt wird.
    Das sieht man in dem Video ab ca 4:30 :
    Der Schmied erhitzt die Klinge allmählich, dabei zieht er sie gleichmäßig durchs Schmiedefeuer,
    jetzt glüht die Klinge auf ihrer gesamten Länge.
    Nachdem sie noch einige Male durch die Esse gezogen wurde, wird sie in einen Trog mit Wasser getaucht.


    An welcher Stelle des Härtevorgangs nimmt der Schmied Einfluss auf die Form?
    Oder habe ich den Begriff Yakiire vielleicht nicht richtig verstanden?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • An welcher Stelle des Härtevorgangs nimmt der Schmied Einfluss auf die Form?

    Bei der Form der Klinge vor dem Yakiire, beim Kohlenstoffgehalt des verwendeten Stahls und auch bei der Art der vorbereiteten Yakiba.


    Die bösen Atome sind Schuld. Die Raumanordnung der Atome verschiebt sich mit der Temperatur, von kubisch-Flächenzentriert in kubisch Raumzentriert. Mit mehr Kohlenstoff verschiebt sich das in einen niedrigeren Temperaturbereich, was auch den Unterschied zwischen Eisen und Stahl ausmacht.
    Beim sehr schnellen Abkühlen erfolgt eine schlagartige Umwandlung des Raumgitters und der Kohlenstoff hat keine Möglichkeit dieses zu verlassen. Es bleibt unter beengten Verhältnissen im Raumgitter "verspannt" - also Verspannungsgefüge.
    Zwei Effekte: dieser Bereich wird dadurch härter, als der Bereich, der sich langsamer Abkühlen kann und wo sich das Kohlenstoff in das gewohnte Raumgitter wieder anordnen kann = diffundieren. Und zweitens: der "verspannte" Bereich, also die Yakiba dehnt sich aus und "verbiegt" den Rest der Klinge. Ein heikler Moment, der zu Rissen -> Hagire führen kann. Um die Spannung etwas zu mildern, wird die Klinge nach dem abhärten wieder etwas "angelassen". Das senkt zwar die Härte, aber es senkt sie auf ein praktikables Maß. Sonst wird fliegt dir das gute Stück beim ersten Hieb um die Ohren.


    Der Schmied muss also bei aller Gestaltung der noch ungehärteten Klinge vorausahnen, wie sie sich nach dem Härten von der Form her verändern wird.

  • Bei 5.07 sieht man doch wunderbar wie sich die Klinge wegen den von Sabiji genannten Gründen wie von Zauberhand krümmt.


    Anlassen der Klinge. Wer glaubt das machen nur Schmiede,denkste. Z.B viele Militärklingen waren von der Schmiede aus so hart das sie nicht schleifbar waren. Was sollte man also machen ? Genau man erwärmte sie etwas und zwar mittels eines brennenden Strohbündels.
    Wer das gemacht hat, die Polierer !

  • Bei 5.07 sieht man doch wunderbar wie sich die Klinge wegen den von Sabiji genannten Gründen wie von Zauberhand krümmt.

    Das 'sieht man' eben nicht immer so einfach,
    das muss manchmal erst noch erklärt werden (danke dafür, Sabiji :) ),


    wenn man dann weiß, was es wo zu 'sehen' gibt, dann 'sieht' man manchmal anders ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Das 'sieht man' eben nicht immer so einfach,das muss manchmal erst noch erklärt werden (danke dafür, Sabiji :) ),


    wenn man dann weiß, was es wo zu 'sehen' gibt, dann 'sieht' man manchmal anders ...

    Damit hast du unbestritten recht. Das macht das Erklären manchmal schwierig.