Beiträge von Paladin

    brandenburger: Das Problem ist einerseits - übergeordnet - , dass ja in der PKS 2017 bereits mit der PKS 2016 verglichen wird, die 2016'ner also bereits enthalten ist und Du - andererseits - alles dazu tust, um einer derartigen Vergleichbarkeit entgegenzuwirken. Genau das ist nicht nur unsriös sondern auch manipulativ. Daher Deine Verwarnung und die deutliche Ansage, dass zu unterlassen. Wenn Du das nicht verstehst, reicht es mir, dass ich das verstehe und eine ziemlich genaue Vorstellung von dem habe, was in diesem Forum auf keinen Fall Nahrung bekommen soll.


    Ok. Ich glaube, dass lassen wir jetzt mal hinter uns und wenden uns dem Thema zu, bei dem wir ja auch - gedanklich - weiter waren...

    Häufig diskutieren wir Themen, die in der Öffentlichkeit äußerst kritisch gesehen werden. Mit "kritisch" meine ich, dass es hierzu mehrere ganz unterschiedliche Auffassungen gibt. Zur Unterstreichung der eigenen Argumentation greifen viele User dabei auf die Verwertung von bestimmten Quellen zurück, wie z. B. auf Zitate bekannter Menschen und auf Statistiken. Dabei fällt auf, das praktisch jeder Quelle unterstellt wird, nicht seriös zu sein. Anders gesagt: Das Totschlagargument ist: Vertraue keiner Quelle. Damit werden Zweifel gesäht. Die Grundsätzlich Frage wäre dann, sollte man sich überhaupt noch auf Quellen beziehen? Sind alle Quellen schlecht und unseriös oder ist es vielmehr heutzutage einfacher, eine Quelle als unseriös zu deklarieren, nur, um den Gesprächspartner argumentativ damit den Wind aus den Segeln zu nehmen? Werden wir langsam so nicht alle irgendwann mal zu Reichsbürgern und stricken uns die Welt, so, wie sie für uns am besten ist?


    Wann also sind Quellen seriös, wann unseriös oder gibt es tatsächlich nur unseriöse Quellen? Wie häufig stolpern wir in Diskussionen über Ausnahmen und machen diese zur Regel? Wie aufgeklärt sind wir heutzutage bei der Flut an Informationen? Wo lernen wir den richtigen Umgang mit all diesen Informationen, wo können wir das lernen, wo und wie lernen das unsere Kinder in der Schule, deren Hauptaufgabe es ganz offensichtlich später sein wird, richtige von falschen Informationen gut trennen zu können? Ein äußerst spannendes Thema mit vielen Sichtweisen und hoffentlich auc heinigen Erkenntnissen... viel Spaß beim Diskutieren:!:

    Also die statistischen Grundlagen sollte man schon in Zweifel ziehen dürfen,

    auch wenn sie von einer 'verlässlichen' Quelle stammen ...

    Aber natürlich. Genauso kann man auch die Zweifler, welche die statistischen Grundlagen in Zweifel ziehen, selbst in Zweifel ziehen dürfen. Letztlich geht es um Intelligenz, Wissen, Erfahrungen und den Sachverstand eines jeden Einzelnen. Eigentlich gibt es keinen Grund, öffentlichen Quellen zu misstrauen. Allerdings würde mich ein grundsätzliches Misstrauen nicht wundern, denn heutzutage schauen viele Menschen bei einer Sache zuerst danach, was gegen diese spricht, als zuerst nach dem zu suchen, was dafür spricht (bei Menschen schaut man meist zuerst, was einem vom anderen trennt, als nach den Gemeinsamkeiten zu schauen). Ebenso ist es Salonfähig geworden, den Einzelfall als Regelfall zu verdrehen. Eine äußerst destruktive und pessimistische Sichtweise auf die Welt. Ich hoffe dann immer, dass diese Menschen weit entfernt von Kindern sind und nichts mit deren Erziehung und Bildung zu tun haben...


    Ich stelle also fest, dass Du keine andere Formulierung parat hast. Schade. Der Rest Deines Beitrages war OT, weil es in diesem Thread nur um die Ergänzung der Board-Regeln geht. Ich denke, damit ist der Sinn dieses Threads auch erfüllt. Er sollte ja lediglich auf die Erweiterung unserer Board-Regeln hinweisen.

    Die eigentliche Aussage z. B. einer Kriminalstatistik:


    1. Die Anzahl der Gewaltverbrechen sind gesunken, oder

    2. Die Anzahl der Gewaltverbrechen sind gleich geblieben, oder

    3. Die Anzahl der Gewaltverbrechen sind gestiegen


    Wenn Du eine passendere Formulierung hast, her damit :thumbsup:

    Aus aktuellem Anlass wurden eben die Board-Regeln durch einen Zusatz geändert. Ich bitte hierbei um Kenntnisnahme und Umsetzung:


    Generelle Regeln:



    Bei der Verwendung von Statistiken ist Folgendes zu beachten:


    1. Bitte verwenden Sie grundsätzlich Statistiken aus seriösen Quellen, hierzu gehören z. B. öffentliche Institutionen, Behörden oder Ministerien. Weniger seriös können Zeitungen (auch Online-Zeitungen), Lobbyisten, private Finanziers, Verbände, etc. sein. Bitte vorher genau überprüfen (wenn nicht sicher, dann bitte einen Moderator ansprechen/anschreiben), da wir Statistiken unseriöser Quellen sofort löschen!
    2. Bei der Verwendung von Statistiken ist es wichtig, sich unmittelbar an den betreffenden Zahlen bzw. Angaben zu halten. Eine persönliche Interpretation der verwendeten Statistiken ist nur erlaubt, wenn diese ausdrücklich als solche zu erkennen ist und sich diese persönliche Interpretation in ihrer Tendenz nicht wesentlich von der eigentlichen Aussage der Statistik entfernt. Eine persönliche Erklärung der Statistik zum Zwecke bestimmter Zusammenhänge ist erlaubt, wenn diese explizit auch Absicht, Anlass oder Sinn der Statistik ist. Auch diese muss extra als solche gekennzeichnet werden.
    3. Thema: Alternative Fakten. In diesem Forum ist es nicht erlaubt und wird somit - ohne Vorwarnung - sanktioniert, wenn Statistiken z. B. aus politischen oder finanziellen Interessenslagen bewusst Fehl- bzw. MIssinterpretiert werden, um einen bestimmten Effekt (z. B. Angst oder Hass) zu unterstützen bzw. ihn hervorzurufen.

    brandenburger : Ich habe Dir eine PM geschickt. Und noch einmal der Hinweis auf die neue PKS HIER aus dem dem Jahr 2017.  


    Zur Erinnerung: Die Zahlen flossen in die Argumentation mit ein, weil diese - bereits seit Jahren - mehr oder weniger rückläufig sind, das Gefühl vieler Bürger allerdings unsicherer wird. Eine gegensätzliche Entwicklung, die doch komisch ist? Genau hier, so war mein Einwand, kommen die vielen Anbieter von SV-Kursen ins Spiel. Sie suggerieren einerseits, dass es tatsächlich einen Anstieg von Gewalttaten gibt und bieten andererseits gleich die Lösung: SV-Kurse. Weiter bin ich der Auffassung, dass es hierbei rein ums Geldverdienen geht, diese SV-Kurs wurden für viele Schule eine zuverlässige Einnahmequelle. SV-Kurse zum Zwecke des Einstiegs wären m. E. kein Problem, SV-Kurse zum Zwecke des Erlernens von Techniken für die Straße schon, weil man sowas in einem

    Kurs nicht lernen kann... es fehlen Übung, Routine, Modifikation, Erfahrungen, etc.

    Lieber Brandenburger... wer lesen kann, ist klar im Vorteil.


    Die obige Tabelle macht deutlich, welche Deilikte in ihrer Quantität her gesunken sind. Fakt: Praktisch sind alle Delikte gesunken, außer die der sexuellen Selbstbestimmung. Ich weiß nicht, woher Du Deine Zahlen hast, ganz sicher aber nicht von der polizeilichen Kriminalstatistik, wie Du oben suggeriert hast. Langsam finde ich das, was Du hier machst, auch unseriös.


    Noch einmal: Die Zahlen sind insgesamt gesunken und nicht - so wie du es hier darstellst - gestiegen. Ich bitte darum, dies noch einmal selbst nachzulesen und zu überprüfen. Zusammengefasst im Übrigen auch weniger Morde, in Prozent: - 1,6 % - ich habe die Zahlen extra mit einem roten Pfeil markiert. Ich hoffe, der Pfeil ist groß genug?

    Auszug aus der polizeilichen Kriminalstatistik, hier auch gut zu sehen, wie das Vorjahr aussah. Wie gesagt: Schon lange in der Waage oder am Abnehmen, außer die Strafdelikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die gleichbleibend hoch ist... Ich denke, es ist immer gut, selbst nachzulesen: HIER


    Statistik.jpg


    http://www.spiegel.de/panorama…h-gesunken-a-1206707.html

    http://www.faz.net/aktuell/pol…-nicht-mehr-15579774.html


    Übrigens: Es gibt nur die PKS aus dem letzten Jahr, die "nächste PKS" wäre die von 2018 und die gibt es erst - logischerweise - 2019.


    Die Botschaft ist eindeutig die: Deutschland wird sicherer, die gefühlte Sicherheit sinkt. Genau darum geht es: Wer ist es eigentlich, der diese "gefühlte Sicherheit" beeinflusst und genau darauf habe ich oben meine Gedanken zu geschrieben: Es gibt eine regelrechte SV-Lobby, die - weil sie sehr gut an diesen SV-Kursen verdient - überhaupt keinen Grund hat, damit aufzuhören. Ist doch klar, dass dann dafür auch kräftig geworben wird und ebenso ist klar, dass - wo geworben wird - auch gelogen wird.

    Angesichts der großen Zahl gerade solcher Angebote bin ich mir da noch etwas unsicher,

    zumal mir hier noch nicht die Wechselwirkung zwischen Angebot und Nachfrage klar ist.

    Im Grund hast Du Dir das damit auch selbst beantwortet. Ich fass das mal in meinen Worten zusammen: Der Grund für ein Angebot ist grundstzlächlich Wirtschaftlichkeit. Die Angebote von SV-Kursen gibt es, weil man damit viel Kohle verdienen kann. Damit das auch so bleibt, gibt sich der Wirtschaftszweig von SV-Anbietern alle Mühe zu suggerieren, mit einem Kurs gleichfalls auch Lösungen anbieten zu können. Die Krux: Der mündige Bürger ist nirgendwo unmündigen, als wenn es um seine persönliche Sicherheit geht. Beweis: Deutschland ist faktischer sicherer geworden, fast sämtliche Delikte - vor allem die Gewalttaten - sind eindeutig Rückläufig. Sie waren im Übrigen immer schon auf einem niedrigen Level. Gegen diesen "gesunden Menschenverstand" steht die gefühlte Sicherheit. Bedeutet: Die Kriminalität sinkt, die Unsicherheit in der Bevölkerung steigt. Bedeutet: Die Werbung der SV-Anbieter scheint noch zu funktionieren.


    Hier blendet der mündige Bürger auch all seine Fähig- und Fertigkeiten des lebenspraktischen Bereiches aus und wird innerlich zum Kind: naiv, ohne Weitblick und ohne das Gefühl der Realität. Beim Kauf einer Jeans investiert so eine Durchschnittsdeutscher mehr Zeit, als für die Wahl einer Kampfkunstschule zum Zwecke der eigenen Sicherheit. Wenn jemand ein neues Auto kaufen möchte und ein Renault-Händler sagt ihm, dass Renault die besten Autos baut, glaubt das der Käufer nicht. Warum? Weil jeder Hersteller damit wirbt, das "beste" Auto zu bauen. Wenn ein "Kampfkunstexperte" erklärt, Karate wäre die beste Kampfsportart, glaubt man das. Karate ist tödlich, da gibt es Geheimtechniken und es gibt diese Superlative: Mit Karate kann man sich richtig verteidigen.


    Kurzum: Ein Angebot entsteht aus einem Wirtschaftlichen Gedanken. Für SV-Kurse (gerade für Frauen SV-Kurse) gibt es einen Markt. Viele verdienen daran. Wer schneidet sich schon den Ast ab, auf dem er sitzt? Notfalls erklärt er den Ast zum Naturerbe und spätestens das glaubt jeder - auch wenn es noch so absurd klingt. Warum? Weil SV auch geheimnisvoll ist, man als Laie ja eh nicht so viel versteht und man sich immer als "Grashopper" fühlen will...

    Also würde das in de Konsequenz bedeuten, wollte man wirklich , realitätsnahe SV trainieren müßte alles alles erlaubt sein im Training.

    Genau. Bedeutet: Man müsste z. B. Arme und Gelenke brechen können, Kehlkopf in die Wirbelsäule drücken, in die Augen stechen, mit dem Messer real stechen und schneiden dürfen (hoher Blutverlust, Muskeln und Nerven durchtrennen, etc.). Bedeutet auch: Das Training sollte unbedingt in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses stattfinden, da die Verletzungen und Tötungen an der Tagesordnung wären.


    Allerdings: Genau das könnte nicht nur ich, sondern eben auch der Gegner. Um eine realitätsnahe SV zu trainieren, wäre es dann auch so, dass ich z. B. zum Training komme, mich gerade umziehen will und der Angreifer, der vllt. schon ziemlich nahe zu mir steht, greift mich dann z. B. mit einem Messer an und verletzt mich vllt. auch durch Stiche und Schnitte, weil ich mit dem Angriff nicht gerechnet habe - wie im täglichen Leben.


    Die SV muss weg vom Denken, in einem Straßenkampf müsse man siegen... solche Gedanken versportlichen den Ernstfall. In der Realität geht es ums pure überleben und darum, dass Verletzungen bei einem selbst nicht so übel ausgehen. So weiß man z. B. in Messerkampfsystemen, dass man in einem Ernstfall totsicher geschnitten und/oder gestochen wird und trainiert deshalb z. B. die Hände enstprechend zu halten und bewegen. Sowas habe ich bisher bei noch keinem einzigen SV-System gesehen.

    Ne Ida... die Frage, ob man so etwas überhaupt trainieren kann, weil alles so "überraschend" kommt, stellt sich nicht. Natürlich wäre es von Vorteil, so eine SV zu trainieren, weil diese Systeme so konzipiert sind, dass die zu erlenenden Techniken einen anderen schädigen können.


    Das Problem ist doch: Niemand weiß, ob er mal in so eine Situation gerät und - wenn ja - wann. Praktisch kann das jeden Tag passieren. Die meisten Menschen werden allerdings nie in ihrem Leben mit so einer Situation konfrontiert. Allerdings: Denen, den so etwas passiert, tröstet nicht, dass sie eine Ausnahme sind. Ein einziger Vorfall kann für die Betroffenen das gesamt Leben verändern.


    Meine Absicht ist es, darauf hinzuweisen, wie die Realität ist - nicht, wie sie Kampfkünstler gerne hätten und/oder wie sie gerne trainiert werden: Der Täter als Dummy, ohne große Gegenwehr, Angriffe sind abgesprochen, Verletzungen nicht zu befürchten. Ich finde, da wird der Ernstfall zu stark verharmlost. Auch dieses "plötzlich und unerwartet". Jeder weiß, was damit gemeint ist, nur in der SV meint man, dass "plötzlich und unerwartet" eigentlich "schleichend und erwartet" meint. Letztlich sehe ich im Training meine/n Kontrahenten, auch das ist auf der Straße anders...


    Ich finde, dass in der SV Täter und Täterverhalten sehr verharmlost, runtergespielt und für die SV handelbar aufbereitet wird. Würde man es wirklich realistisch angehen, bedeutet es auch nicht gleich den Weltuntergang... also keine schwarz-weiß-Malerei. Es bedeutet nur, dass sich die Lernenden einer SV über die Realität von Ernstfällen bewusst sind. Ebenso sind sie sich über die Grenzen eines SV-Trainings bewusst. Das wäre schon mal sowas wie ein "guter Anfang"...

    Erstaunlich: Viele Trainer raten - gerade bei Messerangriffen - die Flucht zu ergreifen. Eigentlich wollen sie damit sagen, dass Messerangriffe sehr gefährlich sind und man demnach eher fliehen, als sich dem Angreifer stellen sollte. Die Botschaft ist klar. Doch: Macht eine Flucht Sinn bzw. wann macht eine Flucht Sinn? Über dieses "richtige Reagieren" in einem Ernstfall habe ich bereits im Blog geschrieben, ist HIER nachzulesen.


    Zusammengefasst: Eine Flucht macht grundsätzlich nur dann Sinn, wenn man ziemlich genau einschätzen kann, dass man schneller und ausdauernder ist, als der/die Angreifer. Das ist zwar sowas wie eine Binsenweisheit, wird aber - obwohl sowas eigentlich jeder weiß - so gut wir gar nicht beachtet. Warum? Keine Ahnung. Noch einmal: Wer flüchtet sollte unbedingt schneller als der/die Angreifer sein. Bedeutet: Übergewichtige, ältere und unsportliche Menschen - um mal einige wenige von vielen betroffenen Gruppen zu benennen - sollten so eine Flucht von vornherein ausschließen. Umgekehrt: Es gib eigntlich nur sehr wenige Personengruppen, für die Flucht eine reale Option wäre.


    Weiterhin geht es darum, dass - wenn man flüchten wollte - diese auch nur ein bisschen vorzubereiten. Was ich damit meine ist, dass man sich in so einem Fall z. B. von "Lasten" befreit, wie z. B. unpassendes Schuhwerk, Taschen bzw. Handtaschen, usw. Was allerdings niemals zurückbleiben darf, sind wichtige, persönliche Dinge, wie z. B. der Personalausweis in der Handtasche - um es mal ganz deutlich und plakativ zu machen.


    Letztlich sollte man noch wissen, wohin man läuft. Es heißt ja immer, dass - wenn man flüchtet - dann i. d. F. eine "Öffentlichkeit herstellen sollte"... Auch wieder so ein Ratschlag, der meines Erachtens in der Theorie besser klingt, als er in der Praxis umsetzbar ist. Flucht ist ein Urinstinkt. Bedeutet: Gibt man ihm nach und flüchtet tatsächlich, beherrschen zu diesem Zeitpunkt Urinstinkte zu einem sehr großen Teil unseren Körper. Tunnelblick, Adrenalinausschüttung, Herzrasen... alles Auswirkungen. Mit klarem Denken haben diese Situationen nichts mehr zu tun. Ganz abgesehen davon, dass man für eine "Öffentlichkeit herstellen" erst einmal eine Öffentlichkeit braucht. Täter sind Chancenkiller. Jede Chance, die sie dem Opfer rauben, kommt ihnen zugute. Täter greifen dort zu, wo die größte Möglichkeit eines Erfolges besteht. Sicherlich nicht in einer Fußgängerzone? Naja... vielleicht in der Nähe einer Fußgängerzone, was ja schon einmal eine gute Aussicht auf Erfolg einer Flucht darstellt. Dann gilt aber: Schneller und Ausdauernder als der/die Täter zu sein.


    Wie man es auch dreht und wendet: Bei wirklich genauer Betrachtung des Ratschlages "flüchte lieber, als Dich ein Messer zu stellen" fällt mir immer wieder auf, dass dieser Ratschlag nicht wirklich eine gute Strategie bei einem Ernstfall darstellt. Was ich rate? Entweder man sorgt sich um seine persönliche Sicherheit und trainiert eine professionelle Kampfkunst, in der mit und gegen Messer gearbeitet wird (FMA) oder man muss eben auf das zurückgreifen, was man so über seine Lebenszeit als Ratschläge gehört und mitgenommen hat und wird die dann in einem Ernstfall überprüfen müssen und muss dann mit den Ergebnissen "leben". Für Letztere wird dann der Ernstfall zu einer Überraschungskiste...


    Grundaussage von mir ist also: Flucht nur dann, wenn man schneller und ausdauernder als der/die Täter ist, das richtige Schuhwerk/die richtige Kleidung trägt und nichts zurücklassen muss. Oder übersehe ich etwas: Sollte auch Opa-Fritz, der 120 Kg schwere Bernhard, die 42-jährige Hausfrau Brigitte und der völlig unsportliche Frederik eine Chance bei der Flucht haben? Vielleicht gleich zum nächten Haus laufen und dort klingeln? = Genau das habe ich auch schon einmal gehört. Binsenweisheit: Wo kein Haus ist, ist wohl auch keine Klingel. Umkehrschluss: Du hast als Opfer Glück, wenn Du genau vor einer Häuserreihe überfallen wirst, der/die Täter gehbehindert sind und Du nur den Arm ausstrecken musst, um eine Klingel zu erreichen. Mal im ernst: Wer wird sich auf diese doch sehr vage und unzuverlässige Prognose in einem Ernstfall verlassen wollen, nach dem Motto: Wird schon so sein und gut gehen, einen Plan B benötige ich daher nicht?


    Meine Frage: Wie hört sich das an, was ich über Flucht denke und formuliert habe? Was erzählen Euch Eure Trainer und Ausbilder über die Flucht, was ist Eure Philosophie als Trainer?:/

    Ich frage mich gerade, wie das, was Du erzählst, mit dem, was man auf dem Video sieht, zusammen passte? Ich sehe, dass das Mächen überrascht ist. Was ich nicht sehe, dass sich das Mädchen z. B. ängstlich umschaut oder irgendwie zu erkennen ist, dass sich das Mädchen unwohl, beobachtet oder sonst etwas fühlt. Es läuft nicht, keine Panik.

    Nun, es ist nicht nur meine. Zumindest Brandenburger hat es auch so verstanden. Was ich mit nochmal lesen sagen will: Leute schreiben oft nicht was sie meinen und dann kommt es zu Mißverständnissen. Vielleicht ist das hier der Fall.

    Vielleicht wäre es in so einem Fall gut, nachzulesen, ob man es richtig verstanden haben kann? Daher noch einmal meine Frage: Hast Du es nur so verstanden oder hatte ich es tatsächlich erwähnt... jetzt mal bitte konkret!


    Ich habe oft genug erwähnt, dass es in der Realität nicht nur das plötzlich und unerwartet gibt und mir wurde dann eine "Schwarz-Weiß-Malerei" vorgeworfen. Allerdings ging es mir tatsächlich in der Hauptsache um das plötzlich und unerwartet und was genau das zur Folge hat. Grund: Meines Erachtens wird dieses Szenarium in der Selbstverteidigung - und das ist das Thema dieses Threads - vernachlässigt, bis verleumdet. In der Selbstverteidigung geht es Hauptsächlich um das Thema "Kampf Mensch gegen Mensch", welches so in der Realität m. W. n. kaum noch vorkommt, außer bei Bierfest- und Schützenfeste, also die "üblichen" Schlägereien.


    Lieber Tyrdal: Ich muss mir meine Posts nicht selbst durchlesen, ich weiß, was ich geschrieben habe. Von daher konnte ich Deine Ansicht nicht nachvollziehen und bat Dich, konkret zu belegen, wie Du zu der o. g. Erkenntnis kommst. Vielleicht probierst Du es ja noch einmal? Einem User etwas zu unterstellen, finde ich nicht nett, sofern man es nicht wirklich belegen kann. Somit würdest auch Du mir die Chance geben, die Sachlage richtig zu stellen. So bleibt immer ein übler Beigeschmack und den möchte ich hier nicht haben. OK?


    Hier ein aktuelles Video, Angriff passiert plötzlich und unerwartet, die Situation wurde aber vom Opfer mit energischer Gegenwehr gelöst:


    TYRDAL schrieb:

    Aus deinen Worten habe ich entnommen, daß so plötzlich und unerwartet die einzige wahre Realität ist.

    Nur um das mal aufzugreifen: Hier bitte ich konkret um den Beleg meiner Worte, auf die Du Dich hier beziehst. Sollte das so sein, muss ich mich dafür entschuldigen, denn genau das wäre - wie Du richtig erklärt hast - völlig widersinnig.

    Und ich bereite mich nunmal nicht auf unlösbare Aufgaben vor.


    Wer oder Was sagt, dass plötzlich und unerwartet grundsätzlich unlösbare Aufaben sind? Du interpretierst: plötzlich +unerwartet = unlösbar. Meine Aussage im Artikel ist die: plötzlich +unerwartet = lösbar durch Improvisieren. Da man bei plötzlich und unerwartet keine Zeit für rationales Überlegen hat, muss man auf sein Improvisationstalent zurückgreifen. Nicht für die Realität trainieren nach dem Motto "1000 Techniken für 1000 Gelegenheiten", denn die Zeit, sich aus 1000 Techniken in dieser Sekunde die passende herauszusuchen, hat man nicht. Beim Training von Drills wird dieses Improvisieren gelernt, wie z. B. beim Sumbrada: Zunächst greif jemand an, man verteidigt und startet einen Gegenangriff. Partner verteidigt und startet seinerseits einen Gegenangriff. So lernt man die Angriffswinkel, die richtige eigene Position. Bis hierhin ist noch alles abgesprochen. Improvisation fängt da an, wo dann nichts mehr abgesprochen ist. Eine von vielen Übungen, die adäquat auf ein plötzlich und unerwartet vorbereiten. Du siehst, ein plötzlich und unerwartet ist über das passende Know-How durchaus lösbar, auch wenn lösbar bedeutet, dass man in einer Übergriffssituation lebend herausgekommen ist. Als Kampfkünstler sollte man sich von dem Gedanken fernhalten, die Straße wäre ein Übungsring und man könne von daher die Kämpfe dort mit einiger Übung immer gewinnen. Durch das plötzlich und unerwartet wird die Straße zu einer riesigen Gefahr für Leib und Leben. Wenn Du angegriffen wirst weißt Du auch vorher nicht, ob da noch eine Waffe oder noch ein Angreifer im Hintergrund lauern. Alles unterliegt einer Dynamik. Diese gilt es im Training abzugreifen und - so gut es geht - zu bearbeiten.


    Was bleibt, ist das Bewusstsein, sich im Training zu befinden.

    Noch einmal: Deine Beiträge sind für mich kaum noch inhaltlich erfassbar. Sie treffen überhaupt nicht den Kern und ich habe das Empfinden, es reicht Dir, einfach so ein bisschen an der Oberfläche zu kratzen... mein Wunsch für diese Diskussion ist aber: Nicht an der Oberfläche kratzen, keine "Kampfkunst-Romantik" sondern konkret und unmittelbar an der Realität des Lebens (nicht DEINE Realität) orientiert. Eben solche "Argumente" wir Deine, lassen Betrachter auch wirklich nur grobmotorisch am Ernstfall teilnehmen...


    Das, was ich an Deiner Argumentation kritisiere, ist im folgenden Satz subsummiert: "Meine SV Situation hatte ich zwar meist nicht erwartet, aber sie kamen nicht so plötzlich." Damit hast Du - in meinen Worten - folgendes geschrieben: Ich war überrascht (nicht erwartet), aber eben nicht überrascht (nicht so plötzlich). Das ergibt keinen Sinn und genauso argumentierst Du die ganze Zeit... mal so, mal so. Nichts klares, konkretes und alles nur, wie DU es erlebt hast. Es geht aber nicht um DEINE Lebensrealtität, sondern um die Lebensrealität um uns herum. Daher auch die übergeordneten, durchaus vergleichbaren "Unglücke" im Verkehr und zu Hause. Lebensrealität ist: Entweder es kommt etwas erwartet (weil z. B. geplant, geahnt, im Sichtfeld) oder unerwarter (weil eben nicht geplant, im Sichtfeld, vorgeahnt). Das ist die Realität und kein Schwarz-Weiß-Denken, da viele Dinge nach diesem "entweder-oder-Prinzip" ablaufen. Sehr häufig kann man als Mensch eben nur ein einziges Ding bedienen. Dazu mal ein in meiner Praxis absolut passendes und stimmiges Pendant: Entweder man ist schwanger oder ist es nicht. Es gibt kein "Halbschwanger", wie mir in meiner Praxis immer wieder Menschen klar machen wollen. Auch das ist keine "Schwarz-Weiß-Malerei" sondern Lebensrealität. Manchen Menschen fehlt da ganz offensichtlich auch die Bildung, derartige Kausalitäten zu erfassen.


    Als ebenso grob-denkerisch kritisiere ich Deine Abwägung der Gefährlichkeit von Waffen. Für Dich ist ein Messer tödlicher, als eine Faust. Hierzu vielleicht mal die Realität eines 15-Jährigen, den Du dazu nicht mehr befragen kannst, weil er durch Faustschläge getötet wurde. Die Story steht heute, am 18.04.2018 in unserer Tageszeitung "Die HARKE" ist aber auch online:


    Fünfzehnjähriger an eigenem Blut erstickt

    Zwei Jugendliche verabreden sich, um einen Streit auszutragen – einer der beiden stirbt. Nach der Obduktion steht fest: Der 15-Jährige hat vor seinem Tod Faustschläge gegen Kopf und Oberkörper erlitten.


    Diesbzüglich ist zu erwähnen, dass hier alles vorher geplant wurde, es passierte also nicht plötzlich und unerwartet, Endete aber letztlich tödlich für einen der Protagonisten. Ich glaube nicht, dass es sich bei diesem 15-Jährigen um einen lebensmüden Jungen gehandelt hat. Vielmehr hat er wohl die Gefahr eines Kampfes mit Fäusten völlig unterschätzt.


    Würde ich noch weiter gehen und behaupten, dass z. B. Boxer oder Straßenschläger ihre Fäuste zur Waffe ausgebaut haben und hinzufügen, dass nicht nur Fäuste, sondern auch Ellbogen und Knie tödlich sein können - würdest Du dem zustimmen? Was ich meine: Du verallgemeinerst und bringst wiederum nur Deine eigenen Dinge, die Du so erfasst, wie nur Du sie erfassen kannst, in den Mittelpunkt dieser Diskussion und stellst diese dann wiederum als "allgemeinen Fakt" hin.

    Gerne kann man ein internes Ranking aufstellen, welche Waffen die tödlichsten sind, wie z. B. Pistole, Messer, Faust. Tatsache - und da rede ich jetzt nur über mich - ist aber, dass ich - sollte ich mal gegen eine Pistole, einem Messer oder einer Faust stehen - bei allen diesen drei Waffen gleichbleibend motiviert in meiner Verteidigung bin. Ich für mich sage also nicht, dass - wenn mich jemand mit "empty hands" angreift, ich mich bequem zurücklehen kann, weil ja alles nicht so schlimm ist. Ich würde mich gegen einen sichtbar unbewaffneten Angreifer genauso zur Wehr setzen, wie gegen einen sichtbar bewaffneten. Der Grund hierfür ist, dass ich meine Gesundheit und mein Leben (oder das Anderer) verteidige und das ich weiß, dass auch eine Faust, ein Ellbogen oder ein Knie tödlich sein kann.


    Aber, dass ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit.


    Denn: Thema war ja plötzlich und unerwartet, was bedeutet, dass ich ja zunächst gar nicht weiß, womit ich angegriffen werde und - übergeordnet - um wieviele Täter es sich überhaupt handelt. Genau diese Realität finde ich in Deinen Aussagen überhaupt nicht wieder. In diesem Thread geht es nunmal darum, was plötzlich und unerwartet bedeutet. Das war nun das Dritte und letzte Mal, Dirch auf das Thema hier zu führen.


    Vielleicht ein letzter Punkt: Da Du nicht - wie Du hoffentlich schon gemerkt hast - allein auf diesem Planeten wandelst, gibt es einerseits die jeweiligen Realitäten eines jeden einzelnen Menschen, aber auch übergeordnete Realitäten, die wir alle gleich Beobachten, wie z. B. das Wetter, Kriege, Schule. Das Leben hat es dann wiederum so ansich, dass jeder ein anderes Bewertungssystem dieser Beobachtungen hat: Es regnet. Das sehen alle. Die Eine findet Regen schön, der Andere nicht und ein Dritter will sich da nicht festlegen. Manche Dinge passieren plötzlich und unerwartet, wie z. B. Banküberfälle, deren Essenz es geradzu ist, plötzlich und unerwartet zu passieren. Warum? Weil die Täter genau daraus den größen Profit für sich schlagen können. Das Problem an Banküberfällen ist, dass niemand vorhersagen kann, ob man evtl. selbst mal Opfer von sowas wird und - wenn ja - wann das sein kann. Insofern passt unerwartet und plötzlich ausgezeichnet.

    Meiner Ansicht nach gibt es eben diesen "Extremfall" nicht. Entweder es passiert plötzlich und unerwartet, oder nicht. Wenn nicht, habe ich Möglichkeiten und Zeit für meinen Schutz, wenn doch, habe ich diese Zeit nicht. DAS ist das Leben und kein Labor. Im täglichen Leben läuft es genauso, wie ich durch Verkehrs- und Haushaltsunfälle erklärt haben, die ebenfalls plötzlich und unerwartet passieren.


    Opfer werden Menschen, die - aus ihrer Sicht - in "Extremfällen" hineingezogen werden.


    Um mal an Deinen Beispielen zu bleiben: Von einer Katze erschreckt zu werden wäre ein Beispiel, wenn von meiner Reaktion i. d. F. meine Gesundheit und/oder mein Leben abhängen würde. Von daher sind die Beispiele mit dem Messer, mit dem Verkehrsunfall und mit dem Unfall zu Hause schon naheliegender, die mit der Katze und der Mettwurst dann wohl nicht.


    Wie ich bereits schrieb: Beim plötzlich und unerwartet geht es darum, was im Menschen passiert: Man erschreckt sich und reagiert - zumindest im ersten Moment - wahrscheinlich mit einem Reflex. Da hier das Thema "Selbstverteidigung" diskutiert wird, muss das Ereignis, welches plötzlich und unerwartet passiert, also etwas mit einem Angriff auf Leib und Leben zu tun haben, um mal wieder konkret am Thema zu bleiben. Und da gibt es - meiner Meinung nach - keine Extremfälle und keine harmlosen Fälle. Schaut man auf die jeweiligen Ergebnisse, ist auch jemand, der z. B. einen Messerangriff mit nur wenigen Schnitten überlebt - aus seiner Sicht - in einem Extremfall gelandet. Ich maße mir gar nicht an, zu entscheiden, bei welchen Übergriff/Überfall es weniger schlimm abgelaufen ist. Oder anders in Schwarz/Weiß: Alles, was besser ist, als getötet zu werden, müsste ja dann nicht so schlimm sein. Frage wäre: ist das so?