Beiträge von Paladin

    Smoo schrieb:

    Primär ist der Gedanke, wie kann man trainieren, die Reaktionsgeschwindigkeit hoch zu halten? Wie kann man trainieren zu vermeiden in die Situation eines Schlagabtausches zu geraten?

    Ich weiß nicht, ob das Thema hier noch mehr hergibt, aber:


    Reaktionsgeschwindigkeit hatten wir schon als Thema. Das ist eigentlich ganz einfach, denn es gibt - vereinfacht gesagt - zu beeinflussende und nicht zu beeinflussende Faktoren. Bedeutet: Auch mit noch so guten Training lässt sich der biologische Faktor der Nervenleitschwindigkeit nicht unterbieten.


    Und noch eine - wieder recht simpel klingende - lebenspraktische These: Reaktion kann man nur auf dass zeigen, was man - wie auch immer - mitbekommt. Der Clou bei Tätern ist ja der, dass sie - gemeiner Weise - immer dann tätig werden, wenn man es nicht denkt oder vermutet. Ich weiß, es ist kaum zu ertragen, aber tatsächlich ist diese Strategie durchaus erfolgreich für die Täter. Auch hat sich als gute Strategie für Täter herausgestellt, im Team zu arbeiten. Was ich damit sagen will: Es wird immer nur aus der einen, und damit scheinbar einzigen, Sicht gesprochen, die des Opfers. Dabei muss doch klar sein, dass für ein Opfer nur das übrig bleibt, was der Täter übrig lässt. Wenn also ein Angriff plötzlich und unerwartet passiert, dann passiert er nunmal plötzlich und unerwartet. Da gibt es dann nichts mehr zu reagieren, höchstens einzustecken - sprich: Nehmerqualitäten. Die wiederum kann man sehr wohl im Training bedienen. Ironie des Schicksals: Häufig werden Nehmerqualitäten aber nicht trainiert, weil man irrsinniger Weise davon ausgeht, dass man im Ernstfall als Kampfsportler immer eine Chance hat. Man diskutiert also lieber das eher unwahrscheinlichere, als das naheliegende.


    Will sagen: Zu vermeiden ist ein Schlagabtauch nur in "Face to Face" Situationen und in Filmen. Nur in Situationen, in denen ein Täter als Täter einwandfrei auszumachen ist, kann das funktionieren, ansonsten nicht.

    Ich glaube, dass wir Kampfsportler dazu neigen, die Realität in unseren Köpfen zu idealisieren. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird hier davon ausgegangen, dass ein Angreifer vor einem steht und Angreift. Damit hat der Verteidiger - so er dann Kampfsportler ist - schon einmal 3 Vorteile:


    1. Er sieht den Angreifer bzw. der Angreifer ist für ihn klar auszumachen

    2. Er sieht den Angriff, d. h. der Angriff ist für ihn klar auszumachen

    3. Es handelt sich um einen Kampf "Mann gegen "Mann", d. h. es ist kein weiterer Angreifer im Spiel - genau das wird in den Kampfpsortarten ja auch gelehrt...


    Insofern: Klassisches Ju-Jutsu. Genauso wird im Ju-Jutsu trainiert. Realistisch fand ich das noch nie. Die Frage ist: Wird hier im Thread tatsächlich von diesen Dingen ausgegangen? Meiner Erfahrung nach sehen Straßensituationen - was die drei von mir benannten Dinge anbelangt - zu gefühlten 80% anders aus. Um das mal mit dem zu vergleichen, was ich oben geschrieben habe, würde die Aufzählung für ein - aus meiner Sicht - realistisches Szenarium folgendermaßen aussehen:


    1. Er sieht nicht, wer ihn angreift. Es kann einer, können aber auch mehrere Angreifer sein. Er weiß das nicht, weil der den Angreifer selbst nicht gesehen hat. Dieser hat sich nicht vorher angekündigt, es gab - aus der Situation heraus - aber auch keinen Anlass, anzunehmen, dass jetzt und hier ein Angriff erfolgt.
    2. Er sieht den Angriff nicht, für ihn macht es "Dong", aber er weiß nicht, warum bzw. was da passiert ist. Beine wackeln, geben nach, er fällt auf den Boden. Weil er den Angriff weder gesehen, noch vorgeahnt hat, kann er sich nicht dagegen wehren und muss ihn "einstecken" (Nehmerqualitäten). Entweder er steht wieder auf oder ist KO.
    3. Zumeist stehen mehrere Angreifer gegen einen, um auch die Absicht (z. B. Raub) gelingen zu lassen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass drei Angreifer erfolgreicher gegen eine Person agieren können. Da auch Täter so ein wissen haben, ziehen sie das auch durch. Der Kampf "Mann gegen Mann" ist - auf die Realität bezogen - aus meiner Sicht ein Mythos, der - vielleicht - dann auch nur noch auf Schützenfesten zu finden ist...


    Insofern kann hier auch ein Kampfsportler, der sich verteidigt, auf Notwehr plädieren. Im Übrigen ist der Begriff "gegenwärtig" keine feste Größe. Ein Angriff ist nach meinem Verständnis so lange gegenwertig, bis der Angreifer entweder auf den Boden liegt, oder der Angreifer vom Opfer ablässt und flieht.

    Finde die Richtung der Diskussion irritierend. Wenn jemand nicht weiß, was der Gesprächspartner für Erfahrung - worin auch immer - hat, lohnt sich das Nachfragen. Das Kopfkino springt einfach zu leicht an...


    Wenn es darum geht, die Kampfunterschiede von Leicht- zum Vollkontakt nachvollziehbar zu machen, schaut man mal ins Ju-Jutsu. Dass JJ des DJJV kämpft ausschließlich im Leichtkontakt. Bedeutet: Einen anstürmenden Gegener darf man zwar entgegenen, aber - Regelkonform - ausschließlich im Leichtkontakt. Damit hält man natürlich keinen heranstürmenden Angreifer auf und so passiert es, dass der Werfender dadurch, dass er nicht mit einer entsprechenden Energie gestoppt werden kann, grundsätzlich zum Wurfansatz kommt. Der verteidigende Kämpfer hat dann nur noch die Chance, den Wurf als solchen zu vereiteln, was sehr häufig - gerade unterhalb der Landesmeisterschaften - zu ganz bösen Gelenkverletzungen führt: Angreifer macht ne Menge Druck, Verteidiger hält zunächst hart dagegen (weil: stoppen darf er nicht). Sollte in so einem Fall der Angreifer dann doch zum Wurf kommen, wird dieser Wurf dadurch, dass plötzlich die Gegenenergie fehlt, mit einem "Ruck" beschleunigt. Dieses Szenario habe ich etliche Male bei den Verschiedensten JJ-Wettkämpfe gesehen...


    Nicht so, beim JJ-Allkampf, bei dem nun alles erlaubt ist. Mit dem gleichen Kämpfer, der in einem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften im JJ Vizemeister wurde, habe ich im gleichen Jahr in Berlin die Deutschen Meisterschaften besucht. Da habe ich kaum Kämpfer gesehen, die - so wie im JJ-Fighting-System, einfach in den Mann gelaufen sind, um zu werfen. Die bezogen da regelmäßig Prügel durch Ellbogen und Low-Kicks. Ergo: Es wurde viel zurückhaltender gekämpft, wodurch die Verletzungsgefahr durch "schräge Würfe" praktisch gen "0" ging. Genau an diesen Erfahrungen mache ich fest, dass es ein enormer unterschied ist, ob jemand im Leichtkontakt heranrauscht, um den Gegner zu werfen, oder ob dies im Vollkontakt stattfindet.


    Hierzu vielleicht - im NAchtrag - noch ein Gedanke: Im JJ gehörten die Würfe immer schon zu den sogenannten "harten Verteidigungstechniken", wie auch die Schlag- und Tritttechniken. Man stelle sich hier im JJ-Fighting-System das durch den Leichtkontakt und dem zulassen von Würfen einhergehende Ungleichgewicht vor: Der Angreifer darf den Wurf im Vollkontaktmodus durchführen, der Verteidiger hingegen darf sich nur mit Leichtkontaktmitteln zur Wehr setzen. Von daher haben und hatten Judo-Kämpfer im JJ-Fighting-System immer schon die Nase vorn... Kicken und Boxen - beispielsweise - wird da höchst riskant, weil man natürlich gerade die Beine gut abfangen kann... Lowkicks gibt es ja auch nicht, d. h. der Angreifer muss auf Höhe der gegnerischen Arme angreifen. Diese Regeln sind ein totales Chaos und führen eben auch immer wieder zu wirklich bösen Verletzungen... im Leichtkontakt!


    In diesem Sinn kann ich Schnüffler da auch nur zustimmen.

    Vor einigen Jahren ist mir beim Taekwondo-Training etwas ähnliches passiert, allerdings nicht beim Kicken, sondern zwischendurch. Durch mein Turntraining früher habe ich mir so einige positiven Dinge erhalten können, wie z. B. die Vorwärtsdehnung. Am besagten Tag haben wir etwas gesparrt, zwischendurch habe ich mich mit einem Vorwärtsspagat gedehnt. Habe ich - geschätzte - 4 x wiederholt. Beim 5. Mal machte es dann im hinteren, oberen Oberschenkel "klong" und ich wusste sofort, dass da was kaputt war. Konnte dass Bein auch so nicht mehr bewegen - tierische Schmerzen. Arzt meinte: Muskelfaserriss... Letztlich habe ich mich darauf verlassen. Bei mir hat es ca. 7 Monate gedauert, bis ich wieder vernünftig trainieren konnte. Vor allem waren die ersten Wochen eine Katastrophe - viele Schmerzen. Dennoch war Mobilität wichtig, aus meiner Trainerausbildung weiß ich, dass Muskeln regelrecht "verkleben" können, insbesondere bei Muskelverletzungen und fehlender Mobilität. So etwas bekommt man später nicht mehr wieder korrigiert...


    Wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin alles Gute bei Deiner Genesung...

    Ja, Ida, es gibt mehr als Behauptungen und Fakten. Kurz wiederholt geht es um die eigene Sichtweise (ob Behauptung, Erfahrung, Überlegung, Fragen, Problem, Gedankenspiele), die in diesem Forum als solche bezeichnet werden sollten (also als eigene Erfahrung, Überlegung, Frage, Problem, Gedankenspiel, etc.) und - von daher - nicht als Fakt, also eine "gesicherte Realität". Wenn wir davon ausgehen, dass jede individuelle Mitteilung - wie Du sagst - wertvoll ist und nicht verloren gehen soll, verstehe ich nicht, warum es dann nicht auch als eigene Erfahrung, Überlegung, Frage, Problem, Gedankenspiel, etc. in eine Diskussion einfließen sollte? Vielleicht unterliege ich da einem Denkfehler...


    Ich wundere mich ein bisschen über die Reaktion, die m.M.n. aussagen, dass sich eigentlich jeder an die Regeln hält. Wenn das so ist, stimmt die "Diskussionskultur" doch in diesem Forum und das Thema wäre somit abgearbeitet. Frage wäre: Wo genau liegen die Problem... bei "den Anderen"? Wenn mir diese Frage mal jemand beantworten könnte...

    Perath

    Einer der Gründe für die Existenz dieses Forums war, ist und bleibt die Trennung zwischen Behauptungen und Fakten. Wo auch soll hier das große Problem sein? Das von Dir gebrachte Beispiel trifft es nicht, denk da lieber an den Thread, in dem jemand als Fakt hinstellte, jemand in der Kampfsportart XY würde sich schneller entwickeln, als jemand im Kampfsport AB. Das Resultat: Eine sich ewig quälende Diskussion. Sprich: Wenn ein User etwas behauptet und sagte, dass er es behauptet, besteht - aus meiner Sicht - kein Problem. Das Problem entsteht, wenn ein User eine Behauptung als Fakt hinstellt. Eigentlich sollte jeder daran interessiert sein, so etwas zu trennen (allein schon aus Gründen der eigenen psychischen Stabilität), ich bin es auf jeden Fall. :thumbsup: 


    Thema: "Strikte" Einhaltung der Board-Regeln? Jeder kann lesen und jeder hat sicherlich in etwa eine Vorstellung von der Sinnhaftigkeit dieser Regeln. Ich glaube nicht, dass wir hier darüber diskutieren sollten, ob - wenn man auf einige Board-Regeln hinweist - dies gleich als "strikt" anzusehen ist. Letztlich frage ich mich, über was wir hier diskutieren, wenn doch eigentlich alles so läuft? Von daher könnte man dann diesen Thread auch schließen... oder?


    Achso, nochmal die Frage: Man selbst macht ja alles richtig, es liegt an "den Anderen"... kann es sein, dass viele diese Sichtweise entwickelt haben?

    Zunächst einmal glaube ich, auch jeder Mod weiß, was unter "übersichtlich" und "unübersichtlich" zu verstehen ist. Problem hierbei ist tatsächlich das Timing: Wann greift man ein? Eigentlich kann ein Mod dabei nie richtig agieren, wobei "richtig" im Sinne von "aus der Sicht der Diskutierenden" gemeint ist. Es geht ja auch nicht darum, einen Diskussionsfluss zu stören, es geht wohl aber darum, z. B. die Übersichtlichkeit eines Themas, so gut es geht, zu erhalten. Es geht auch darum, Behauptungen von Fakten zu trennen, da m. E. gerade im Kampfsport genau damit jongliert wird - das haben wir hier nunmal häufig erlebt. Da für mich genau dieser Punkt, also die Trenunng von Behauptung und Fakt, ein ganz wesentlicher Teil bei der Erstellung dieses Forums war, wird genau darauf auch mehr geachtet. Und es geht genau darum: Fakten von Behauptungen zu trennen. Ansonsten kann man natürlich nur so mit Behauptungen und Fakten um sich schmeißen...


    Vornehmlich geht es mir allerdings hier um folgenden Punkt: Wir haben klare Regeln und ich unterstelle, dass jeder diese kennt. Bisher habe ich für mich daher als eigentliches Problem den EGO ausgemacht. Sollte das in etwa hinkommen, hat jeder von uns die Möglichkeit, das zu ändern. Was außerdem - aus meiner Sicht auch hier - nicht gewollt ist, einen User zu liken. Dafür habe ich die Likes hier überhaupt nicht eingeführt. Ich beobachte aber, dass es hier immer häufiger um Sympathie- bzw. Stil-Bekundungen geht. Die Likes habe ich hier mit eingebunden, um die Argumentation als solche zu liken. Genau das sollte sich eben auch ändern, sonst machen Likes aus meiner Sicht keinen Sinn, weil sie regelrecht zum Zwecke der Solidarität zu jemanden eingesetzt werden...

    Ich frage noch einmal ganz vorsichtig nach: Ist man selbst nicht der schlechteste Ratgeber für sich? Ich glaube, jeder hat verstanden, worum es geht. Das Problem: Man selbst schließt sich hier aus, weil man davon ausgeht, selbst diese Fehler nicht zu produzieren. Aus meiner Sicht gibt es von daher auch nur eine einzige Fehlerquelle: ICH. Wie Perath es nett ausdrückte: Die Notwendigkeit der Selbstreflexion. Leider schaut man immer nur auf den Anderen, weil man das eigene Vorgehen als - selbstvertständlich - korrekt beurteilt. Dabei ist man sich selbst der schlechteste Berater.


    Daher meine Meinung: Jeder fängt bei sich an. Wie? Indem das Wort "Ich" häufiger im Kontext mit "m. E." oder "m.M.n." oder sonst was. Wenn man schreibt: "Das wurde bereits belegt, bitte auch gleich den Beleg bringen. Dazu die Board-Regeln:


    1. (...)
    2. (...)
    3. (...)
    4. (...)
    5. (...)
    6. Bei der Verwendung von Zitaten fremder Quellen ist unbedingt auf die genaue Quellenangabe (z. B. Quelle, Tag der Recherche, usw.) zu achten. Außerdem steht grundsätzlich die Qualität der Quelle im Vordergrund, nicht die Quantität, also möglichst viele Quellen auflisten. Insgesamt ist es untersagt, in einem Posting mehr als drei fremde Quellen zu bennen - alles andere sind Spam-Zitate. Darüber hinaus besteht von Seiten der Administratoren ein hoher Anspruch an eine zitierte Quelle, d. h. eine Quelle sollte kein breites Meinungsbild (Mainstream) spiegeln, sondern explizit klare Fakten zu einem diskutierten Inhalt liefern.
    7. Beim Zitieren anderer Beiträge (Postings) zum Zwecke einer direkten Antwort ist grundsätzlich nur der Text zu zitieren, auf den sich die eigene Antwort bezieht. Das Zitieren eines gesamten Postings ist genauso untersagt, wie das Spam-Zitieren, also das auseinanderstückeln eines eigentlich zusammenhängenden Beitrages. Einerseits werden dadurch Gedankengänge unterbrochen und evtl. sogar falsch wiedergegeben (wodurch eine Diskussion einen völlig anderen Verlauf nehmen kann), andererseits werden Diskussionen hierdurch schnell unübersichtlich und unattraktiv.
    8. (...)
    9. Beim Verfassen eines Beitrages (Postings) ist unbedingt auf eine übersichtliche Formatierung des Beitrages (mind. in Absätzen aufgeteilt) zu achten, eigens hierfür gibt es in der Formatierungsleiste entsprechende Hilfen. Ebenso ist darauf zu achten, dass die Gedankengänge in einem Beiträg nicht zu lang - und damit - zu unübersichtlich werden.
    10. Diskussionen sind das „Herz und die Seele“ eines Forums und spiegeln die jeweilige Diskussionskultur aber auch den Willen wieder, Wissen, Fakten und Erfahrungen möglichst kompakt und übersichtlich zur Verfügung zu stellen. Damit Diskussion qualitativ hochwertig und attraktiv bleiben, nicht unübersichtlich werden und/oder sich Diskussionen im Kreis drehen, liegt es – bevor Sie ein Thema und/oder einen Beitrag schreiben – in Ihrer Verantwortung, die Such-Funktion zu benutzen bzw. sich zuerst in betreffende Themen einzulesen. Sollten Sie dazu beitragen, ein Thema im Kampfkunst-Forum durch…
    • ...zum Thema nicht gehörende Äußerungen (Off-Topic)
    • ...Fragen, die bereits im gleichen Beitrag einige Seiten zuvor beantwortet wurden
    • ...Argumente, die zuvor bereits erörtert wurden
    • ...die Erstellung einer neuen Frage oder eines neuen Themas im Thema selbst
    • ..."Crosspostings" - gleiche Fragen bzw. Inhalte in verschiedenen Foren
    • ...Hinweis auf illegale Aktivitäten, Geschäfte, Versammlungen, Warez, Cracks, usw.

    unnötig zu Ungunsten der Qualität und der Übersichtlichkeit zu beeinträchtigen, werden Sie dafür von den Administratoren bzw. Moderatoren sanktioniert (Verwarnungen bis zum Ausschluss aus diesem Thema oder dem Forum). Bitte wählen Sie deshalb – auch und gerade wenn Sie ein eigenes Thema erstellen – den Namen des Themas und dessen Zugehörigkeit (also unter welchem „Überpunkt“ Sie Ihren Beitrag veröffentlichen wollen) sorgfältig aus! Denken Sie daran, dass Ihr Thema auch - dem Sinn nach - zu dem jeweiligen „Überpunkt“ passen muss.

    Wahrscheinlich aber wird es künftig daran liegen, wie nahe wir uns als Moderatoren an die Board-Regeln halten und auf Verstöße immer wieder hinweisen. Ich nehme mich da mit ein: Es fehlt uns m. E. noch an der Routine, die Board-Regeln in einem gesunden Kontext einzusetzen. Was wir wollen: Übersichtlichkeit und Fachlichkeit. Was wir immer häufiger bekommen: Unübersichtlichkeit und Behauptungen.

    Ich muss Drax da - fast - ausnahmslos zustimmen. Derartige Diskussionen haben es geradezu an sich, dass sie Schieflagen erzeugen. Irgendwo hier haber ich das schon einmal geschrieben: Wird ein Mädchen Opfer eines sexuellen Übergriffs, liest man tatsächlich: "Ein Mädchen...", wird ein Junge Opfer, liest man häufig: "Ein Kind...". Sexuelle Übergriffe - und das muss allen bei derartigen Diskussionen klar werden - sind niemals Einbahnstraße - wobei es klare Regeln gibt: Frauen sind Opfer, Männer sind Täter. Schade finde ich es, dass aber genauso diskutiert wird. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Frauen auch Männer bereits "angemacht" bzw. "sexuell belästigt" haben. Ich höre dann immer "Männer sind da härter im nehmen"... geht es nicht eigntlich um den Vorfall als solchen?


    Will sagen: So eine Diskussion im Gender-Kontext zu führen, halte ich für "an der Sache vorbei". Täter und Opfer werden geschlechtsspezifisch identifiziert und eigentlich könnte man die Diskussion an dieser Stelle beenden, da der Ausgang klar ist. Die Frage, die übrig bleibt ist: Was machen wir nur mit unserem männlichen Geschlecht?

    Gesichtswahrung = sein Gesicht zu wahren = persönlich unbeschadet (aus einer Diskussion) herauskommen. Zumeist erkennt man selbst den Irrtum eines Arguments und versucht dann, z. B. über eine plötzliche Kompromissbereitschaft, einen argumentativen Deal rauszubekommen.

    Ich habe - heimlich - den Eindruck, wir alle wissen, was Gos und was NoGos sind, können uns aber aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht immer daran halten und suchen aus Gründen der Gesichtswahrung - mehr oder weniger deutlich - den Fehler bei den anderen.

    Ich suche gerade Bezugsquellen für den Escrima-Wettkampf.... explizit Wettkampfwesten, Handschuhe (dickere) und Unterarmschoner... wer hat denn bereits Erfahrungen mit welchen Ausrüstungsgegenständen gemacht? Wo kann man die käuflich erwerben?

    Mich würde jetzt mal interessieren, wie eine Positiv-Liste aussehen kann. Zwei Fragen:


    1. Wie sollte diskutiert werden, was ist ein "guter Stil", wie lang sollte ein Beitrag max. sein, wieviele Gedankengänge sollte er max. enthalten, um insgesamt nicht unübersichtlich zu weden?

    2. Wie können die Moderatoren dazu beitragen, eine eben solche Diskussionskultur zu formen?


    Interessant wäre für mich noch die Frage: Wie weit sind wir von dieser Diskussionkultur entfernt?

    Für mich hilfreich zu erfahren wäre, wo Smoo und ich thematisch aneinander vorbei reden :thumbsup:


    Ich habe nicht das Gefühl, dass wir aneinander vorbeireden, eher, dass das Thema verwässert, so z. B. durch die zwar netten, aber dem Thema nicht dienlichen Exkursen der turnerischen Inhalte des 19. Jahrhunderts und des Themas "Fitness, was ich darunter verstehe bzw. nachlesen konnte". Das Thema, in dem Smoo und ich unterschiedliche Sichtweisen haben ist, ob es tatsächlich gute und schlecht Kampfsportarten gibt. Hier habe ich lediglich auf alle anderen Sportarten hingewiesen (Lebenspraxis) und das es überall sonst um die Wettkämpfer (also die Menschen und nicht die Sportart) geht. Nicht missverstehen: Unterschiedliche Sichtweisen sind ja gut, nur muss eben auch ersichtlich weden, worin diese Unterschiede konkret bestehen...

    Hallo HerrMann,


    Fitness ist m. E. ein Trend. Fitness stellt verschiedene Anwendugnsmöglichkeiten dar: Krafttraining, Dehnen, Tae-Bo, etc. Je nach dem, was man möchte: Gewicht reduzieren, Muskeln aufbauen, einfach nur fit bleiben. Von daher finde ich, ist Fitness kein gutes Beispiel für unser Thema. Im Übrigen möchte ich daran erinnern, dass nicht ich dieses Beispiel einbrachte.


    Kampfsport, Kampfkunst, Selbstverteidigung sind Überbegriffe, wie Ballsportarten, Leichtathletik, usw. Karate, Judo, Aikido, sind dann Kampfsportarten, Kampfkünste, etc. Turnen ist und bleibt ein einziges System, nämlich Turnen. Da ich nun selbst ein paar Jahre geturnt habe, weiß ich, dass es - wie im Kampfsport - ein Pool von (Turn)Übungen gibt, die - jeweils zum Zwecke der Vergleichbarkeit in Wettkämpfen - in Leistungsklassen aufgeteilt sind. Wettkämpfe wiederum sind aufgeteilt in festgelegte Turnübungen (jeweils für die Leistungsgruppen) und die Kür, eine vom Turner selbst erstellte Zusammenstellung von Turnübungen (auch evtl. eigene Turnelemente eingebettet in andere). Allerdings: Die Turnübungen bleiben immer gleich. Nur: Jeder Turner turnt sie anders. Ob ein Turner also gewinnt oder verliert, liegt einzig am Turner selbst, nicht am Turnen!


    Hier wären wir dann wieder beim Menschen und seinen Möglichkeiten, ein System nach seinen eigenen Attributen auszurichten, also der ursprünglichen Idee des Jeet Kune Do. Eine Kampfsportart oder Kampfkunst ist immer nur so gut oder so schlecht, wie sein Anwender.

    Dass jemand aber wissenschaftlich und methodengerecht bei seinen Analysen vorgeht, macht die Analysen als solche nicht unwissenschaftlich - es geht mir um die Vorgehensweise, wenn ich den Begriff wissenschaftlich verwende. Daher bleibe ich auch konsequent bei diesem Begriff.

    Doch. Wissenschaftlich ist nunmal wissenschaftlich. Unwissenschaftlich ist, wenn jemand erklärt, ihm sei egal, was wissenschaftlich ist und seine eigene Interpretationen von Wissenschaftlichkeit als Maßstab nimmt. Für dieses Forum - das möchte ich deutlich machen - gibt es keine Irritationen, was Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit betrifft. Wir orientieren uns an allgemein gültige Richtlinien für wissenschaftliches Arbeit. Grund: Gegenüberstellung von Behauptungen und gesichertem Wissen. Behaupten kann man viel, wie man an Deinem Beispiel gesehen hat. Wenn es dann um den Beweis geht, sieht das schon anders aus. Bitte beachte das künftig bei Deinen Beiträgen.


    Im Übrigen ist es im Wettkampf - und da bediene ich wieder mal die Lebenspraxis - eine Binsenweisheit, andere Kämpfer bzw. andere Mannschaften und deren Systeme zu analysieren. Keine Sportart hat sich dabei verändert, auch keine Kampfsportart. Was sich geändert hat: Das Kampfverhalten, die Strategie, etc. (Stichworte: Kämpferprofile)


    Smoo schrieb:

    Aus meiner Erfahrung heraus habe ich dann noch die These aufgestellt, dass bei zwei "geklonten" Kämpfern, derjenige nach 6 Monaten überlegen sein wird, der ausgiebig den Bodenkampf trainiert hat.

    Hierzu kann ich nur sagen: Meine Erfahrungen sehen da anders aus. Ich würde diesbezüglich gar nicht so weit gehen wollen, derartige "Regeln" aufzustellen. Ich habe immer nur gesehen: Derjenige Kämpfer wird nach 6 Monaten überlegen sein, der besser kämpft, als ein anderer, vergleichbarer Kämpfer.

    HerrMann schrieb:

    Im Kampfpsort wird immer wieder darüber gestritten, welches Kampfsystem das Beste ist. Da es nur im Kampfsport diese Diskussion gibt (Das stimmt so nicht. Wenn du dir z.B. am Wochenende die Bundesliga anschaust, wirst du sehen, wie unterschiedliche Taktiksysteme (? Ging es nicht um die Vergleichbarkeit von Kampfsystemen? Taktik gibt es in jemden System und genau die unterscheidet die Kämpfer untereinander) aufeinander treffen, um am Ende der Spielzeit den Platz als Sieger zu verlassen. Ein älteres Beispiel wäre der Streit um unterschiedliche Turnsysteme in Deutschland (Es gibt keine unterschiedlichen Trunsysteme in Deutschland, der Barrenstreit war im vorletzten Jahrhundert, es ging um Ziele des Turnens.) im letzten Jahrhundert, auch "Preußischer Barrenstreit" genannt. Eine andere aktuellere wäre da für mich die mittlerweile unzähligen Fitnesssysteme (Genau: Davon gibt es viele, da es auch unterschiedliche Ansätze gibt, wie z. B. Kraftaufbau, Audauer, Beweglichkeit). Aber: Auf eine Systemdebatte will ich nicht hinaus und das geht auch aus meiner Sicht völlig am Thema dieser Diskussion vorbei.) und da man sich aus diesem Grund die Frage stellen muss, warum das so ist, (Du kannst dich auch dagegen entscheiden.)komme ich ausschließlich auf wirtschaftliche Gründe. Denn: Wo ein Bedarf zu decken ist (hier: Sicherheit, Angst nehmen, unbesiegbar werden), gibt es ein Angebot (hier: DIE beste Kampfkunst bzw. DER beste Kampfsport). Es gibt also eine große Adressatengruppe und dann - regional - Anbieter, die in konkurrenz zueinander stehen, sofern es um den Anspruch geht, DAS beste System z. B. zum Zwecke der Selbstverteidigung anzubieten. Ich finde, dass derartige Mechanismen schon mehr an die Öffentlichkeit gebracht gehören, da es hier letztlich auch um die Aufarbeitung von z. T. dreisten Lügen geht. (Unseriöse Anbieter gibt es leider zu häufig, das stimmt.)(Ja).

    Hallo HERRMANN,

    sicherlich lassen sich die einzelnen Diszipline nicht ganz auf das Beispiel mit der Leichtathletik übertragen - ich meine allerdings, im Groben doch. Denn: Aikido ist eine gänzlich andere Sportart, als das Thaiboxen, ähnlich dem Kugelstoßen und Speerwerfen. Vielleicht sind die Nouancen tiefsinniger. Meine eigentlich Botschaft war aber die: In jedem anderen Sport - außer im Kampfsport - ist es eine Binsenweisheit, dass die Leistung eines Sportlers nicht am System, sondern an einem selbst liegt. Hat man alles im Blick, ist es natürlich auch eine Leistung des "Systems" um den Sportler, sprich Trainer, Management, etc. Aber auch hier sind es wiederum Menschen mit ihren Fähig- und Fertigkeiten, die - je nach ihrer Praxisorientierung - hilfreich oder weniger hilfreich sein können.


    Im Kampfpsort wird immer wieder darüber gestritten, welches Kampfsystem das Beste ist. Da es nur im Kampfsport diese Diskussion gibt und da man sich aus diesem Grund die Frage stellen muss, warum das so ist, komme ich ausschließlich auf wirtschaftliche Gründe. Denn: Wo ein Bedarf zu decken ist (hier: Sicherheit, Angst nehmen, unbesiegbar werden), gibt es ein Angebot (hier: DIE beste Kampfkunst bzw. DER beste Kampfsport). Es gibt also eine große Adressatengruppe und dann - regional - Anbieter, die in konkurrenz zueinander stehen, sofern es um den Anspruch geht, DAS beste System z. B. zum Zwecke der Selbstverteidigung anzubieten. Ich finde, dass derartige Mechanismen schon mehr an die Öffentlichkeit gebracht gehören, da es hier letztlich auch um die Aufarbeitung von z. T. dreisten Lügen geht.


    Dein letzter Absatz: Sicherlich hast Du einen Argumentationsstrang aufgebaut. Dabei empfand ich den Anfang eher am Diskussionsstil orientiert, das Ende eher beim Thema. Das hat mich irritiert. Vielleicht ist man selbst auch nicht immer der beste Ratgeber für die eigenen Inhalte? Wie auch immer: Deine Argumentation im letzten Absatz ist klar und schlüssig und m. E. auch völlig richtig. Gerade beim Lesen des letzten Absatzes habe ich mich spontan gefragt, warum man eigentlich im Kampfsport explizit auf die Wichtigkeit des Austausches untereinander hinweisen muss? Hierzu muss ich erwähnen, dass ich jahrelang Fußball gespielt und geturnt habe. Meiner Erinnerung nach ist der sportliche Austausch dort selbstverständlich... auch habe ich im Fußball selbst Mannschaften trainiert und auch hierbei habe ich immer einen regen Austausch mit Trainerkollegen gehabt. Von daher...


    By the way: Mir gefällt Dein Schreibstil!

    Inhaltlich kann ich Dir gut folgen, thematisch weniger gut, weil ich da ein hin- und herjonglieren von Argumenten lese, mir aber Deine Positionierung fehlt. Natürlich ist eine Haltung oder Positionierung zu Themenbereichen kein muss, trägt allerdings zur Meinungbildung anderer und zu einem "...angeregten Austausch mit anderen Sportlern über deren Erfahrungen..." maßgeblich bei.


    Die - aus meiner Sicht - wirklich schwiereige Angelegenheit bei Diskussionen im Kampfsport ist die, dass Thesen und Behauptungen zumeist mit den Gedanken eines empirischen Backgrounds einhergehen. Sehr häufig trifft man auf Behauptungen, bei denen es heißt, diese seien längst überall bekannt bzw. wären Realität bzw. wären verifiziert. Auf derartige Phänomene trifft man in anderen Sportarten nicht. Nehmen wir als Beispiel die Leichtathleten mit ihren ebenfalls vielen, unterschiedliche Unterbereichen (z. B. 100 m, Weitsprung, Speerwerfen). Niemand käme dort auf den Gedanken, sich darüber zu unterhalten, welche der Unterbereiche nun die besten sind. Jeder dort weiß, dass bei einer guten Leistung nicht z. B. "der Weitsprung", sonder "der Weitspringer" gewonnen hat.


    In der Kampfkunst wird m. E. eine grundweg konfuse Diskussionskultur gewählt, weil nur so die eigentlichen Offensichtlichkeiten in den Hintergrund geraten, um die Sicht auf die Werbefläche frei zu halten. Je plausibler eine Behauptung formuliert wird, umso höher die Wahrscheinlichkeit, mit dieser zu punkten. Eigentlich kennen wir diese Strategien aus der Werbung, wo wir sie ständig entlarven. Im Kampfsport ist das anders. In der Lebensrealität muss ich keine Wäsche weißer waschen, als ein anderes Waschmittel - das habe ich schnell verstanden. In der Kampfkunst-Realität kann ich unbesiegbar werden, zumindest kann ich dafür werben. Ich kann immer wieder neue Stile erfinden, neue Techniken und Tricks, neue Prinzipien entwerfen, usw. Auch wenn das alles noch so irre ist, kommt die Seriösität sofort zurück, wenn da jemand steht und erklärt, er sei ein Meister und wisse, was er sagt. Wohl gemerkt: Ob man sich "Meister" oder "Professor" nennt ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass dies jeder Behaupten kann und es nirgendwo überprüft wird... und auch wenn: Es hat keinerlei Auswirkung, sowohl auf den Betreffenden, als auch auf dessen Thesen, die immer noch durch die Kampfkunstwelt geistern. Niemand scheint ein Interesse an der Wahrheit zu haben, so scheint es.


    So etwas macht Diskussionen, wie diese hier, äußerst schwierig. Hier meint die eine Seite, es läge am System, dass ein Kampfsportler gut wird, die andere Seite meint, es läge nur an den Kampfsportlern selbst. Eigentlich ist eine derartige Diskussion in so einem Forum aus den o. g. Gründen nie zu einem Ende zu bringen. Meiner Meinung nach liegt das zumeist am mangelnden Transfer der Lebensrealität in den Kampfsport (siehe Beispiel der Leichtathletik). Von daher war ich eigentlich schon ganz froh, dass wir zumindest ein Agreement hinbekommen haben und damit eine Art Botschaft für das Thema entstand.


    Damit dieses Agreement auch fortbestand hat, fände ich es unklug, nun von einer ganz anderen Seite zu diskutieren, welche das Thema einerseits verwässert, andererseits durch untransparente Inhalte verschleppt. Daher würde ich mir wünschen, möglichst konkret am Thema zu bleiben und das "überhaupt" woanders - also in einem anderen Bereich dieses Forums - zu diskutieren.