Beiträge von sabiji

    Ja, wenn man die Show-Klamotten Heute so sieht, bekommt man Augenkrebs.


    Meine Frau hatte in den End 80gern bei ihm angefangen zu trainieren. Ich hatte ihm beim NBTHK-Treffen im Samurai-Art-Museum seit langen Jahren mal wieder gesprochen.

    Herleitung? Er war zu Lebzeiten schon berühmt, war dicke mit den Yamada´s, -zig "Großkopferte" seiner Zeit besaßen Klingen von ihm und Heute existieren mind. 40 Yuyos von ihm. Eine Menge für einen Schmied dieser Periode.

    Es bleibt also gar nicht so viel Spielraum zum Herleiten. Minryushi? Nää! Yokoyama? Pffff...! Naotane? Hüstel! und sein mutmaßlicher Lehrer war zu penibel, um so einen Nie-Punk abzuliefern. Außerdem haut die Sugata für den Sensei unseres Helden überhaupt nicht hin. Denn eines muss ich dem Cheffe unseres Gesuchten lassen: ich fand dessen Sugata immer eleganter!

    Nun, in diesem Bereich kann ich Kaji nur beipflichten. In den -zig Jahren, als ich noch aktiv "sammelte", hätte ich Romane über meine Zollerfahrungen schreiben können.

    Normalerweise bin ich wirklich empathisch veranlagt. Gut, habe ich mir des Öfteren gesagt, stell dir vor, du sitzt auf der "anderen Seite" und dann kommen Tag für Tag irgend welche Nasen, die Kraft ihrer Wassersuppe und dem Internet irgendwas einkaufen und anschließend bei mir am Zoll aus allen Wolken fallen.


    Also habe ich es auch versucht, den Zollbeamten ALLEs mitzubringen, was irgendwie nur mitzubringen geht - und kam mir trotzdem vor wie Sisyphos. Es ist echt zum piepen.


    Das war nicht immer so. Vor dem Ebay-Wahn in den 90gern kamen Schwerter oder der Gleichen auch einfach so durch und nach Hause. Sind sie beim Zoll hängen geblieben, musste man halt hin. Damals rollten noch Büsche durch die heiligen Hallen. Nach dem man Aufmerksamkeit erlangte, hatschte der scheintote Beamte zu einer Luke, kam dann mit der Sendung zurück und fragte: "watt hamsen da jekooft?" - "Ein Schwert, Antik, Japan" - "Watt, een Schwert? Wolln se Gurken schnippeln oder wat? Hehe! Na Hauptsache, se schnippeln sich selba nüscht ab wa! Wat hatten der Spaß jekostet?" - "So und so viel, die Rechnung sollte dabei sein." - "Na jut. Is abba een teuret Gurkenmessa, wa? Setzen sich ma da hin, ich mach den Schriebs fertich, kostet noch Steuer, abba wissen se ja sichalich!".


    Das waren noch Zeiten. Die sind längst vorbei. Manchmal waren die Jungs und Mädels wirklich neugierig und Interessiert und haben mit viel "Ooooh" und "Aaaah" die Stücke bewundert.


    Später kam ich mir vor wie ein potentieller Straftäter. Meine Frau kam ab und an mit, damit ich dort nicht übern Tresen springe.


    Das beste war mal, als irgendeine Blitzbirne beim Flughafenzoll in Frankfurt zig Ausdrucke eines Nobel-Händlers aus Japan mit zur Sendung legte und ich dann in Berlin beweisen sollte, dass dieses Schwert keine 5,5 Mill. Yen gekostet hat, wie die tollen Schwertchen auf den Bildern des Kollegen. Keine meiner absolut korrekten Unterlagen, Rechnungen und Konto-Auszüge hatte die Kollegin anerkannt. Ich solle doch am Besten gleich gestehen...

    Die war echt der Meinung, ich hätte das vermisste Honjo-Masamune. Beim dritten Versuch es auszulösen, nach dem ich schon den zweiten beteuernden Brief des jap. Händlers dabei hatte, fing mich vorher ein anderer Kollege der Zöllnerin ab und bat uns in ein separaten Raum. Er entschuldigte sich in Namen des ganzen Hauptzollamtes für die Kollegin, und wickelte den Fall ab.


    Das war sicher ein Extrem-Beispiel. Aber letztens habe ich knapp wieder Schnappatmung bekommen. Für ein Restaurierungsprojekt hatte ich ein jap. Stichblatt in Amiland erworben. Der Verkäufer ist eine Größe in der amerikanischen Sammlerszene, aber kein Händler in dem Sinne. Er hatte das Teil reduziert, so dass ich nicht lange überlegt hatte. Nun hatte der Beste auf seiner Seite das Teil auf "Hold" gesetzt und der Preis war nicht mehr zu sehen. Damit kam "meine Zollbeamtin" überhaupt nicht klar. Wie solle sie jetzt wissen, dass diese Tsuba denn wirklich so viel gekostet hätte? Da steht ja gar kein Preis mehr!


    Ich sagte, ich beschäftige mich seit 28 Jahren mit dem Sch...ß. Die wirklich guten Sachen finden sie eh nicht bei irgendwelchen Händlern, sondern werden innerhalb der Szene verkauft. Und da müssen sie schlicht das annehmen, was als Rechnung bei liegt - ich kann es nicht ändern! Ich zeigte ihr meinen Ganzen E-Mail Verkehr mit allen Absprachen und Summen. Nö, das kann ja für ein ganz anderes Teil sein!


    Ich: ja kann es. Und nun? Der korrekte Preis steht auf der Sendung. Er deckt sich mit meiner Zahlung. Sie können jetzt auf die 500 Dollar nebst Versand einen Bescheid erstellen und EUSt erheben, oder ich verweigere die Annahme und das Ding geht zurück. Bei Paypal hole ich mir umgehend meine Knete zurück und ordere ein ähnliches Stück in England. Das ist dann (noch) nicht Zollrelevant!


    Naja, ich gebe es erst mal so weiter. Sie werden ja sehen was der Kollege sagt. Hier ist ihre Nummer. Der Kollege war allerdings dann tiefenentspannt.

    So sieht es aus. Die Frage ist, wer hat sich in dieser massiv mit Bizen-Den auseinandergesetzt und ist dafür bekannt. Auch "unser" Schmied hat nicht nur diesen Stil gemacht, aber in jedem Fall überwiegend und dafür ist er auch bekannt.

    Naotane war ein Multitalent. Der konnte alle Gokaden mit Schwerpunkt Soshu und Bizen. Das färbte auch auf seine Schüler ab, welche jetzt nicht so die "Bizen-Helden" waren.


    Nächster Zaunpfahl. Unser Mann sah sich nicht in der Tradition alter Bizenschulen. Seine Angel hat z.B. nichts mit der klassischen Bizen-Sugata bei Angeln dieses Stils gemein. Bei Yokoyama passt damit weder die Angel noch der Rest des Stils...

    Ida, am Anfang hattest Du die Zeit ja schon gut eingegrenzt. Damit der erste wichtige Kantei-Schritt. So, dann haben wir den Umstand, dass noch dem Osaka-Shinto-Sukehiro-Revival von Masahide, Suketaka, Masashige usw. mit mordsmäßigen Nie-Orgien ein von Masahide selbst initiiertes Umdenken Richtung Kamakura einsetzte. Dadurch können wir die Shi-Shinto-Periode erst definieren. Bizen in all seinen Spielarten wurde nun das Maß der Dinge. Die Härtung wurde etwas zurückgenommen und in der ersten Periode eher in Ko-Nie ausgeführt.

    In der zweiten Periode kam, insbesondere in Edo durch eine bestimmte Schule, auch wieder Soshu in Form von Shizu-Kopien in Mode und damit auch wieder das Nie. Das war offensichtlich ansteckend ;-).


    Zaunpfahl in diesem Text: wir suchen ein Schmied aus der zweiten Hälfte dieser Periode.

    Freitag der Dreizehnte! Also habe ich noch mal die Unglücksklinge angeschaut und es machte mich nicht glücklicher: kein helles Strahlen am Horizont, keine Posaunen vom Himmel = keine neue Eingebung.


    Was mir bleibt ist dass, was man allgemein bei einer Kantei in diesen Fällen immer machen sollte, bei seinem ersten Bauchgefühl bleiben. Was auffällt ist, dass der Hada sehr sorgfältig und fein gestrickt ist, dass der Hamon Leuchtkraft hat, die Hataraki aber eher subtil wirken und wie Kaji treffend sich alles sehr ruhig darstellt. Mit anderen Worten, es fehlt so ein bisschen der letzte "Schnips", ein bisschen mehr Punk.

    Wenn ich nun Naoe Shizu sage, dann meine ich damit eher einen der vielen Kane... aus dem Gross der Schule, wie Kanetome, Kanenobu, Kanewasweißich...

    Zeitmäßig spätes Nambokucho.

    Auch ich muss zugeben, nach dem ich mir überhaupt mal diese Truppe angesehen habe, ehrlich erstaunt gewesen bin, dass so etwas ernsthaft engagiert wurde.