Beiträge von sabiji

    Meine Tochter ist jetzt 19. Aber als sie noch ein Hüpferling war, kam sie aus der Grundschule mit Tuwörtern und Wiewörtern (statt Verben und Adjektiven) und dergleichen nach Hause. Diese Begrifflichkeiten waren nicht Teil meiner Schulausbildung. Da war ein Verb ein Verb und ein Adjektiv ein Adjektiv und außerdem gab es früher mehr Lametta!

    Ja, die Boshi...

    Auf der einen Seite ist ein deutliches Kaeri zu sehen und ich meine auf der anderen Seite auch. Insofern sollte nicht viel verändert worden sein.


    Ich glaube, hier haben wir ein Fall von einer Klinge, die man besser in den eigenen Händen halten und mit eigenen Augen sehen sollte.

    Ich denke nicht, das Tsuruta so fuchsig ist, wie wir Beide es von unseren alten Lehrer her kennen, Kaji. Tsuruta ist nicht so gepolt, dass er BEWUSST fiese Stücke bringt, um die Kantei-ka aus dem Konzept zu bringen. Das Ding wird eine hochgraduierte Zuschreibung haben.


    ... hm ja, im Keicho wurden auch solche Klingen gebaut, die aussehen sollten,

    als seien sie suriage aus dem Nanbokucho, aber waren die dann auch mumei?

    Es ist ja eines der Merkmale dieser Zeit, Nanbokucho zu kopieren, und nicht nur das, sondern es war eine Zeit der Soshu-Renaissance, die schon in der Sue-Koto einsetzt (Shitahara, Shimada, diverse Mino-Soshu-Mixe, etc). Horikawa Kunihiro als die Initialzündung für die Shinto war nur eine logische Konsequenz. Hier Kunihiros berühmter Yamaubagiri:

    https://japaneseswordlegends.w…the-yamaubagiri-kunihiro/


    Viele wichtige Schmiede seiner Zeit haben stark Soshuesk gearbeitet, gemixt mit dem Stil ihrer ursprünglichen Tradition. Entsprechend dem Mainstream der Zeit haben auch Schmiede 2. oder 3. Garnitur so gearbeitet. Da brauchst Du nur in eins der wichtigsten Schwertschmiedezentren des frühen 17. Jhdts. nehmen: Echizen. Da wurde nicht nur der Soshustil gepflegt, sondern auch der Stil der Soshu-Horimono. Viele dieser Klingen sind nicht signiert und wirken auf den ersten Blick wie Soshu-Nanbokucho-Derivate.


    Die Frage ist: Nanbokucho oder nicht.


    Mittlerweile tendiere ich wieder zu Nanbokucho oder ein ticken später. Die meisten guten Schmieder der Keicho-Generation haben eher sehr "bewusst" gearbeitet. Das fehlt mir hier einfach.


    Aber was ist es? Kann es sein, das sich Nagare Formationen hauptsächlich im Bereich Schneide und Shinogi-Ji zeigen?

    Ich denke bei den allermeisten klassischen KK/KS steht die Ursprungssprache für Begrifflichkeiten und Techniken vollkommen außer Frage. Es wäre auch Eigenartig, wenn bei mir im Kendotraining anstatt "Men, Kote, Do" "Maske, Handschutz, Kürass!" gebrüllt worden wäre.

    Anfänger waren stets angehalten, sich schnellstens der Begrifflichkeiten zu befleißigen, da ratlosen Rumstehen nach kurzen Anweisungen nur den Trainingsfluss behinderte.

    Im Grunde ist das auch nicht sonderlich schwierig und in meiner Kendo-Vergangenheit haben die Meisten neben dem Praktischen auch das Vokabular gut aufgesogen. Es gab immer ein paar Verpeilte, die irgendwas "Exotisches" machen wollten, sonst aber keinerlei Bindungen zu dem hatten, was sie machten. Die waren aber auch nie lange da.


    Tja, und bei unserem Nihonto-Hobby geht gar nüscht ohne japanisch. Mittlerweile bin ich eingerostet, aber zu meinen Hoch-Zeiten konnte ich auf Anhieb ohne Kanji-Verzeichnis die meisten Schwertsignaturen lesen. Dazu kam, das es vor 25 Jahren so gut wie keine (und wenn nur sehr allgemeine) deutsche, wenige englische (besonders zu erwähnen das Nihonto-Koza) und somit meißt nur japanische Fachliteratur gab. Heute ist natürlich alles besser. und Ihr habt ja uns hier im Forum.biggrin-svg


    Aber ich kann mich noch an einige Posts erinnern, als hier im Nihonto-Forum endlich mehr Action aufkam. Sinngemäß: "is ja total Interessant von was ihr redet, aber ich verstehe nur Ägypten. Müsst Ihr auch in deutsch immer noch dazu schreiben...".

    Haben wir auch Anfangs gemacht, ist aber total anstrengend.

    Nehmt einfach Ida als glorreiches Beispiel, das es auch hier funzt - wenn man nur will.thumbup-svg

    Verdammte Axt! Ähnlich habe ich auch gedacht, geschrieben und dann wieder gelöscht.


    Irgendwas stört mich ebenfalls ganz gewaltig an dem Ding. Mir ist genauso der Hamon aufgefallen. Auf den Klingenfoto sieht man deutliches Nie, aber das Reflektionsfoto enttäuscht vollkommen. An manchen Stellen ist das Nioiguchi breiter, an anderen kraftlos ausgedünnt, fusselig und wirkt insgesamt auch recht schlapp und teilweise konzeptlos. Dass alles wirkt nicht wirklich wie eine gute Arbeit aus der Zeit. Da haben viele Sue-Mino-Arbeiten mehr Power und Punk.


    Der Hada zeigt allerdings viele Chikei, dennoch stört mich auch hier irgendwas...

    Als ich die Auflösung "Yamato-Shizu" gestern gelesen habe, war ich zuerst fest überzeugt, Tsuruta hat sich wieder mit seinen Kantei vertüdelt. Ich mag Yamato-Shizu sehr, aber bei dem Ding wäre ich um´s verrecken nie auf Yamato Shizu gekommen. Ich bleibe nach wie vor bei Chikuzen Sa.

    Das neue Ding: Naoe Shizu, ganz eindeutig! biggrin-svg

    Ich bin eine ganz schöne Schlappnudel geworden und muss dringend an meine Zuggewichts-Fitness arbeiten.


    Deshalb:


    -die Europameisterschaft Bowhunter mit meinen starken Wurfarmen mit 54 lbs auf den Fingern absolvieren,

    - die Selbige mit einen Platz in der vorderen Hälfte abschließen,

    - dabei jede Menge Spaß haben und nette Leute kennen lernen.


    Des Weiteren:


    -noch 5 Kilo abspecken und 95 Kilo Kampfgewicht halten.


    - endlich mein Schwert von Kaji poliert zu bekommen,


    - und selbigen weiter in den A... treten, seine Gesundheit auf Vordermann zu bringen.


    Auf was ich kaum oder keinen Einfluss habe:


    - das mein reicher Verwandter aus Übersee, von dem ich noch nichts weiß, ´ne dicke Erbschaft hinterlässt.


    - sonst mögen alle bei guter Gesundheit bleiben.

    Nein Ida, ist jetzt auch meine Schuld mit dem Begriffs-Wirrwarr. Eine Nijuba schwirrt nicht irgendwo im Ji rum, sondern steht schon im Kontext zur Hamon. Aber auf Grund solch kräftiger und fließender O-Hada Strukturen können Nie-Formationen entstehen, die Utsuri-ähnlich sind, in dem Sinne aber kein "Schattenhamon" sind. Man sieht sehr deutlich auf der Klinge diese Ansammlungen aus kräftigen Nie.


    Ich mag mich irren, aber mein Tip basiert aus reinem Bauchgefühl. Leider habe ich wenig Zeit mich genauer darum zu kümmern, deswegen bleibe ich dabei. Mit deiner Enju-schule warst du zumindest geografisch nicht weit von meiner Idee entfernt. Wir hatten auch die Provinz kürzlich im Kantei, nur eine andere Schule.

    Ich bitte um Korrektur meiner Klingenbeschreibung ...

    Moin Ida,

    wenn ich mir Deine Beschreibung durchlese, entsteht vor meinem geistigen Auge eine ganz andere Klinge. "sanft verlaufender Hamon, suguha-basierend, stellenweise flaches Notare und eingemischrs ko-gonome". Das ließt sich eher yamatoesk.


    Wie immer gefällt mir Tsurutas Oshigata nicht. Sehe ich mir die Reflexionsbilder an, geht da ganz schön der Punk ab. Ich sehe einen sehr aktiven Gonome-midare und irre viel Nie. Ja, er verläuft nah an der Schneide, aber um wie viel mag der Hamon sich schon durch diverse Polituren und Materialverlust der Schneide angenähert haben?


    Utsuri? Ich weiß nicht so recht. Ich tippe eher auf Nie-Formationen, welche sich an O-Itame-Nagare-schichten angelagert haben, teilweise Nijuba erzeugen oder Yubashiri-Charakter haben.


    Einen ähnlichen Effekt habe ich bei mir auf einer Klinge von Monju Shigekuni, der auf einer Seite seltsamerweise immer O-Hada fabriziert.


    Der hohe Shinogi passt allgemein zu einer solchen Klingenform.


    Ich kann mir vorstellen, aus was deine Enju-Zuschreibung basiert, aber der Grundcharakter von Enju ist an sich ein ganz anderer. Zumal Enju auf Yamashiro beruht.


    Ich würde mit dem Rührkuchen-Hada, Gonome-Midare in Nie-Deki, Sunagashi und Kinsuji in einer anderen Tradition suchen. Dann eine Schule, die gerne Naginata gebaut hat.

    Smoo, ich kenne weder den Typen noch das Video. Zudem wundert es mich, dass Aokigahara erst in den letzten Jahren von unserer voyeuristischen und bigotten Gesellschaft wahrgenommen wurde.


    Außerdem gab es meines Erachtens schon genug Videos bei Youtube über Aokigahara mit irgendwelchen Sensations-Touris. Der Typ hatte wohl einfach Pech, das ihn die Sch...ßelawine erwischt hat. Offensichtlich weil das Thema eben schon zig mal durchgekaut wurde.


    Selbstmord gibt es auf der ganzen Welt, und wer sich umbringen will, dem tut kein "Denkanstoß" irgendeiner pubertierenden Fönlocke aufhalten. schon gar nicht in Japan, wo Selbstmord einen ganz anderen kulturhistorischen Hintergrund hat.

    Frohes Neues!sparkling_wine-svg


    Na, so rätselhaft ist das Ding gar nicht. Terukane sollte ziemlich sicher stimmen. Mich erinnern diese Formationen eher an Segelohren. Ganz typisch für Terukane sind zum Beispiel für die Zeit untypischen extrem gestreckten Kissaki. Von der Form sehen die dann fast eher wie Shinshinto-Klingen aus.


    Apropos Shinshinto: diese gegenläufigen Wellen und der spiegelgleiche Hamon sind auch ein wichtiges Kantei-Merkmal für Ozaki Suketaka, der ja Osaka Shinto kopiert hat. Nur diese "Schwupper" in den Hängen hat er so nicht gemacht. die sind eher in einer glatten "Dünung" verlaufen.

    So ähnlich wie Schnueffler schreibt. Das mit dem Erkennen eher weniger, denn die Herrschaften waren mit ihren Farben, Wappen und dergleichen bunt wie die Pfingstochsen und auch so leicht zu identifizieren.

    Wer jedoch sein Visier hoch klappt, zeigt bewusst eine Blöße und erwartet einen ehrlichen Kampf. Denn eines darf man nie vergessen - auf dem Schlachtfeld überlebt nur wer den Gegner tötet - egal wie. Nix Ehre, nix Fairness.


    Schulterschluss zeigen. Kommt noch aus den Zeiten der Landsknechte und deren Gewalthaufen. Schulter an Schulter, mehrere Glieder tief waren die Pikenträger kaum zu knacken. der Gegnerische Haufen allerdings auch nicht. So wurde geschoben und gestochen, bis eine Seite nicht mehr die Nerven behielt. Half das nicht, bildete man Gassen für "Gassenhauer", die mir Biedenhändern, Hellebarden und ähnlichen auf die feindlichen Pikenträger einschlugen.


    Nerven behalten. Wie eben schon geschrieben. Studiert man den Verlauf von Schlachten, stellt man immer wieder fest, dass beim Aufeinanderprallen von Heeren meist weniger drauf gehen, als beim anschließenden Rückzug einer Armee. Ob Schildwälle, Gewalthaufen oder Linieninfanterie. Die Front, die wankt und zuerst "die Nerven verliert" - auch wenn eigentlich in der Überzahl, hat verloren. In der Schlacht von Towton in den 1460gern war die Lancaster-Armee um ein Drittel überlegen und verlor fast die Hälfte der Männer hauptsächlich bei der Flucht.

    Wann wir unter die Pickelhaube kommen, ist derzeit noch offen. Sein Computer konnte sich bisher erfolgreich gegen Annäherungsversuche Kajiheis erwehren. Weitere Ersatzteile seien bestellt und auch der Pickel der Haube wird frisch geschärft...