Beiträge von sabiji

    Moin Drax!


    Nun, Ida zerrt für die aktuelle Kanteiklinge die Nobukuni-Schule auf die Tanzfläche. Diese Schule entstammt der Ryukai Schule die wiederum auf Rai Kunitoshi zurück geht. Rai ist eine der klassischen Schulen der Yamashiro Tradition. Das besondere bei Nobukuni: er gehörte zu den Schülern Soshu Sadamunes. Deshalb besitz diese Schule Stilmerkmale der Yamashiro und Soshu-Tradition.


    Kajihei möchte dagegen sin Tanzbein mit Aoe schwingen. Aoe arbeiten auch mit Merkmalen der Yamashiro-Tradition, sind aber auf ihrer geographischen Nähe zu Bizen auch stark von diesen beeinflusst. Anders herum natürlich auch.


    Ich dagegen kann nicht mit jemanden tanzen, bei dem ich dessen Tanzstil nicht eindeutig erkennen kann. Am ehesten würde ich ihn der Rai-Schule zuordnen, die das Ding mitte des 14. Jhdts. gebastelt hat.

    Das Thema ist schnell abgehakt: Schulen haben Präferenzen welche sich allerdings hauptsächlich auf die Masse und teilweise auf die Geometrie beziehen.

    Die Sugata ist der erste und wichtigste Punkt jeder Kantei. Das ist doch schon was.


    :( Ich finde es schade. Aber genau das wären die Schnittpunkte die mich so dringend interessieren. Tatsächlich wäre es ein sooo weites Feld!


    Beispiel: Keicho ist klar, Kanei ist klar, Kanbun ist klar - gut, nicht jede Schwertschmiedeschule hat sich sklavisch an diesen Duktus gehalten, sie z.B. Hizen. Aber so um 1650, kurz vor der klassischen Kanbun-Sugata tauchen vermehrt recht kurze Schwerter auf um die 60 bis 66 cm, ähnlich Katate-Uchigatana. Ich kann nur mutmaßen warum, wissen tue ich es nicht. Was gebe ich dafür, das hier Ko-Ryu-Heinis Ideen geben könnten. Könnte es mit dem Yagyu Shinkage Ryu zu tun haben?

    Das war ja auch die Fechtschule der Owari-Tokugawa. Owari war eine der wichtigsten Stätten der Tsubako, lange vor den Tokugawa. Die sogenannten Yagyu-Tsuba wurden aber erst gegen Ende Kanbun und ab Enpo populär. Da waren die Schwerter schon wieder deutlich länger, die "Yagyu-Tsuba" un-proportional dagegen klein.

    Die Owari-Tosho dieser Zeit bringen kein Licht ins Dunkel. Es scheint tatsächlich ein überregionales Phänomen zu sein. Was wäre ich dankbar, wenn hier was aus der Ko-Ryu Ecke käme.


    Ich könnte unendlich weitermachen. Warum, wieso, weshalb. Ich würde es so gerne auch, oder gerade aus dieser Ecke wissen wollen. Das meine ich wirklich ernst. Es gibt so viele Schnittstellen.


    Schade. Das war auch immer mein Bestreben, meine Intension, hier Verbindungen zu schaffen.

    Wäre das nicht einen eigenen Thread wert?

    Was nun ein "gutes" Schwert ausmacht ist natürlich stark davon abhängig, ob es ein Sammler oder ein "User" bewertet.

    In Messerforen wird hitzig und ausgiebig über ideale Stahlsorten, Härtegrade und Klingenformen für Outdoormesser diskutiert, wo sich selbst Messermacher schon in die Haare bekommen haben.


    In Bogenforen schwört so mancher auf den bestimmten Bogen, die bestimmte Geometrie, das bestimmte Material, den Pfeil, dessen Ballance, die bestimmte Federform.


    In Jagdforen ...


    usw, usw...


    Und in den Schwertkampfkünsten zum Thema Schwert?


    ...?

    Ich bedaure was hier vorgeht. Ehrlich.

    Ich sehe es anders. Aber ich kann es jetzt nicht mit wenigen Worten aus den Handgelenk schütteln. Da gehen mir jetzt zu viele Gedanken durch den Kopf, als dass dabei was vernünftiges bei raus kommt. Ich hielt es immer für ein Ideal, dass jemand, der sich den "Weg des Schwertes" oder der Schwertkampfkunst verschreibt, auch solide Kenntnisse über sein wichtigstes Werkzeug besitzen sollte. Ein Kenner des Bijutsu Token würde zu weit führen. Aber solide Kenntnisse. Er sollte erkennen können, was ein gutes Schwert aus macht.


    Ich bin bereit an einem Abend bei netten Essen und Bier darüber zu fachsimpeln. Aber hier wäre es mir verlorene Liebesmühe.

    Aber ich schwinge doch beispielsweise gar kein Schwert mehr. Ich starre lediglich Altmetall an und fasel anschließend für Otto Normalverbrauer wirres Zeug. Ryoma schwingt noch, Shinken wohl auch. Schwanken tue ich manchmal.

    Tja, ich bin auch in 2 Bogen-Foren. das eine läuft ganz gut, das andere eher bescheiden. Aber selbst in den frequentierten Forum habe ich schon lange nichts vernünftiges mehr geschrieben, weil vieles schon so oft durchgekaut wurde. Oft sind es auch nur belanglose Themen, die aber intensiv breitgelatscht werden. Manchmal habe ich den Eindruck, genau so etwas wollen auch die Leute. Denn stelle ich mal ein tiefgründiges Thema, bekomme ich wenig antworten mit Nährwert.

    Mal sehen was Kaji sagt. Als ich das letzte mal so ein Dingens gesehen habe, musste ich dem Besitzer (der es über Ebay geschossen hatte) meine Befürchtung mitgeben, dass eine Restaurierung nicht mehr viel übrig lassen würde. Auch wenn sie auf den ersten Blick noch kräftig wirken, allein auf Grund ihrer Umarbeitung und langen Vitae sind sie oft nur noch Schatten ihrer selbst. Das Teil hatte allerdings einige nette Kirikomi, also empfahl ich dem Besitzer sie in Ehren zu bewahren.

    Das Ding ist O-Suriage. Horimono wie diese sitzen an der Klingenbasis. Wäre die Gravur original, würde diese un-proportional auf der Klinge "hängen".


    Nobokuni? Viel zu brav. Langschwerter waren nicht so deren Ding. Vom Shodai sind vielleicht 2 (?), 3 (?) bekannt. Wenn dann waren die ziemlich kurz. Dolche und Dambira sind üblicher.

    Auto habe ich nie gemacht, nur Motorrad. Den Irrsinn habe ich nur im ÖPNV. Was aber noch viel irrsinniger hier in Berlin ist, Radfahrer! Manchmal habe ich echt der dringende Bedürfnis ein Vertreter dieser Spezies einzufangen und zu obduzieren. um herauszufinden, ob in der Birne so etwas wie ein Gehirn vorhanden ist und wenn ja, was an diesem Gehirn vollkommen falsch läuft. Radfahren in Berlin ist das Ausleben persönlicher Freiheit abseits sämtlicher Regeln und allgemeinverbindlicher Normen.


    Dabei bin ich selbst jahrelang Fahrrad gefahren, täglich auf Arbeit und zurück. Und zwar Friedrichshain-Prenzlauer Berg-Friedrichshain. Ihr denkt, ihr seit harte Kerle, schmerzfreie Kampfsportler? Nee, der durchschnittliche Berliner Radfahrer ist Kampferprobter und um längen kaltblütiger und skrupelloser.

    Also Samstag war ich schon ziemlich baff und musste erstmal schauen, ob Tsuruta sich nicht vertan hat und ein anderes Schwert mit der Auflösung meint. Kongo Hyoe kenn ich anders.


    ida , die Horimono sind mit Sicherheit Atobori. Das Shinogiji wirkt recht breit und der Shinogi hoch, was den Effekt der "dünnen" Kasane hervorrufen kann. Ansonsten scheint es ein kleines Chikei-Monter zu sein. Sehr schön anzusehen.