Beiträge von Perath

    Zunächst einmal hat das sicher nichts mit überlegenen Kampftechniken zu tun.

    Ich denke, dass dahinter schlichtweg gutes "Marketing" gestanden hat, das dann von Hollywood aufgegriffen wurde. Sowohl die Eastern-Filme als auch der große Ninja-Boom haben ja die asiatischen Kampfkünste erst weltweit verbreitet.

    Diesen Trend wiederum haben die Ursprungsländer dann aufgegriffen und z.B. durch ihre Showtruppen (Shaolin, etc.) verstärkt.

    Das Kalaripayattu ist ja eher ein sehr in sich geschlossenes System, in dem auch absolut nicht jeder Depp ausgebildet wird, der auf seinem Selbstfindungstrip in Goa hängen geblieben und sich in eine Schule verlaufen hat.

    Das Muay Thai ist ja ebenfalls extrem verbreitet durch seine sportliche Komponente.


    Ich denke zudem, dass sowohl China als auch Japan historisch gesehen wesentlich aktivere Rollen gespielt haben als kleinere asiatische Länder.

    Naja, das Problem ist ja, dass solche Ungerechtigkeiten hinlänglich bekannt sind. Dabei sind sie aber auch nur von mäßigem Interesse, das es mich nicht betrifft, sofern ich nicht an benannten Ort wohne.


    Investment-Banken vernichten Milliarden? Mir egal, ich hab mir grade ein neues Auto und ne Playstation gekauft.
    Nestlé privatisiert eine Trinkwasserquelle nach der anderen? Tja, aber deren Joghurt ist halt einfach der allerbeste!
    In Afrika verhungern tausende Kinder? Ja dann sollen se halt ned rumvög... wie die Karnickel.


    Nur weil eine Zeitung etwas rausbringt heißt das noch lange nicht, dass das auch nur irgendwen interessiert. In deinem Fall wurde es ja sogar schon veröffentlicht.
    Und Dank #whataboutism wird eh jeder Aufhänger dazu genutzt, wieder auf die vermaledeiten Flüchtlinge/Merkel/VW zu kommen.


    Aber um auch direkten Bezug auf deinen Post zu nehmen, Ida: Dieses dümmliche Schildbürgertum ist hirnerweichend! Kannste dir nicht ausdenken!

    Ich bleibe da ich von allen gebeten wurde

    Das freut mich, ehrlich!



    Warum ich das gelöscht habe : Ich wollte eine noch weitere Eskalation verhindern. Desweiteren um Schaden abzuwenden sowohl vom Forum als auch dem Museum. Ich habe mir schon was dabei gedacht, denn leichtfertig mache ich sowas nicht.

    Das verstehe ich. Meiner Ansicht nach wäre es da jedoch eleganter gewesen, den Thread mit genau diesem Hinweis zu schließen. So wäre eine weiterführende Eskalation unterbunden worden, wir hätten jedoch trotzdem die Möglichkeit gehabt, die Eskalation nachzuvollziehen anstatt plötzlich das Ergebnis einer nicht mehr sichtbaren Diskussion zu betrachten und damit "umgehen zu müssen". Ich hoffe du verstehst, was ich meine.

    Zumal ja anderen Usern hier der Wunsch nach Löschung ihrer Beiträge bereits verwehrt wurde. Diese hatten halt nur eben mangels Mod-Rechte nicht die Möglichkeit, ihre Postings selbst zu löschen.

    Ja, aber den entsprechenden Thread einfach zu löschen wo man die entsprechenden Aussagen nachlesen könnte, war auch nicht das Gelbe vom Ei.

    Da möchte ich mal ausdrücklich zustimmen.

    Ich bin seit vielen Jahren in Foren unterwegs, habe auch schon das Ein oder Andere als Mod betreut. Und ich bin auch dort immer wieder auf die Unart gestoßen, dass Reaktionen auf Streitigkeiten/Diskussionen öffentlich verkündet werden, deren Hergang aber im Verborgenen bleibt.

    Das führt in den meisten Fällen zu recht unreflektierten Aussagen und Bündnisfällen und nicht selten zu Spaltungen innerhalb der Community.


    Ich hätte als mündiger Leser gerne selbst die Möglichkeit, mir eine Meinung zu bilden. Und genau hierfür ist ein Forum ja auch da. Um zu diskutieren.

    Wenn aber die Beteiligten nicht den Wunsch hegen, die Diskussion öffentlich zu gestalten, dann möchte ich bitte auch nicht wissen, warum die jeweiligen Streitparteien ihre Entscheidungen treffen.


    Ums mal an diesem konkreten Fall fest zu machen: Ich schätze Kajihei als Diskussionspartner und als Fachmann. Seinen Weggang bedauere ich insofern zutiefst. Ich hätte nur gerne gewusst, welche Argumente/Aussagen letztendlich zu dieser Entscheidung geführt haben. Seine Aussage, man wäre seinem Hilfegesuch mit Arroganz und Abwertung begegnet, kann ich jedoch mangels Quelle nicht nachvollziehen. Da wäre es mir lieber gewesen, er hätte seinen Weggang neutral und ohne Vorwurf in eine mir nicht nachvollziehbare Richtung verkündet. So steht jetzt öffentlich ein Vorwurf im Raum, den ich nicht nachvollziehen kann und so hinnehmen muss.


    Das Löschen von Diskussionen ist in meinen Augen ganz schlechter Stil und ein absolutes No-Go in Foren. Ausnahmen wären natürlich Hetze, rassistische/sexistische Äußerungen und dergleichen.

    Hier habe ich das Gefühl, der Inhalt der Diskussion gehe mich als "normalen" Forums-User nichts an, das Ergebnis möge ich nebst Vorwürfen jedoch bitte fressen.

    Ein weiterer auffälliger Unterschied is das Prinzip der Ausrichtungslinie, das im Guangzhou Wing Chun eher von sekundärer Natur ist.

    Das finde ich interessant. Sprichst du dabei die Ausrichtung auf die Zentrallinie des Gegenübers an? Meiner Erfahrung nach funktionieren viele Techniken aus dieser Kampfkunst nämlich nicht mehr, wenn die Zentrallinie verlassen wird.

    Kannst du da noch ein bisschen näher drauf eingehen? :)

    Der Zoll ist genauso wie die Polizei oder das Finanzamt eine Behörde. Das bedeutet, dass da tagtäglich tausende Aufträge, Anfragen, Kuriositäten und Klagen auflaufen.

    Wenn du deine Papiere beibringst und deiner Auskunftspflicht nachkommst, macht das den Job der jeweiligen Sachbearbeiter sehr viel leichter. Deswegen kommst du aber nicht automatisch früher dran ;)

    ich glaube, das ist ein Missverständnis, als 'Gast 2' das geschrieben hatte, trug er noch seinen ursprünglichen Namen,

    die Umbenennung erfolgte erst später und hat sich dann auf alle seine Beiträge, auch die ganz alten, ausgewirkt ...

    Tatsächlich, da hab ich mich geirrt. Sorry, ich nehme alles zurück! :)

    Ich kann dich beruhigen, das war nur von kurzer Dauer. Persönlich zu werden und das als Argument zu führen ist weiterhin Usus hier.

    Komm schon. Du weißt, dass ich dich immer sehr hier geschätzt habe. Aber sich aus bekannten Gründen im Forum abzumelden um dann als Gast nachzutreten ist auch nicht cool. Entweder biste am Start oder nicht.

    für mich stellt sich aber immer noch die Frage, ob ich es hier mit einer für Europa typischen Verteidigungssituation zu tun habe,

    oder ob mir so was eher in den USA passiert, wo jeder Depp eine Schusswaffe führen darf.

    Eine vorgehaltene Schusswaffe ist in Europa natürlich (noch) keine gängige Verteidigungssituation. Aber ich hab das ja an anderer Stelle schon mal gesagt: Wenn du auch nur die Einzige unter einer Millionen bist, die in eine solche Situation gerät, stellt sich die Frage nach "gängig oder nicht" nicht mehr. Weil dann kannst dus entweder oder nicht.


    Und hier liegt jetzt der Knackpunkt: Ich bin Selbstschutztrainer und unterrichte das Zeugs. Gun Disarms würde ich jedoch niemals unterrichten, aus dem ganz einfachen Grund, dass ich noch nicht mal im Entferntesten Erfahrung mit so etwas habe. Wie sich eine körperliche Auseinandersetzung auf mein Auffassungsvermögen und so weiter auswirkt, das weiß ich. Aber eine vorgehaltene Schusswaffe? Keinen blassen Schimmer! Also unterrichte ich es nicht, auch wenn die Technik REIN THEORETISCH da wäre.

    Es wird behautet, dass Schläge, Tritte und Fausstöße im Ernstfall funktionieren ...

    1. Aus dieser Perspektive kann man das so sehen, ja. ;)

    2. Es wird allgemein behauptet, dass Krav Maga funktioniert. Das hängt jetzt aber sehr stark davon ab, bei wem/wo man Krav Maga trainiert. Krav Maga ist in etwa so homogen wie die Speiseeis-Theke in einem All-Inclusive-Hotel. Hundert verschiedene Sorten, jedes schmeckt anders aber alles ist Eis. :D

    also wenn ich mir in den vorgestellten Szenarien die Rolle des Schusswaffenträgers betrachte,

    dann kann ich nicht verstehen, wieso er sich ohne jede Notwendigkeit so dicht in die Nähe seines Opfers begibt.

    Ganz einfach: Wenn sich der Angreifer mit seiner Waffe auf eine sinnvolle Distanz stellen würde, hätte sich das Thema Gun-Disarm ohnehin erledigt, da du als Verteidiger gar nicht ran kommst (wenn wir jetzt mal eine Tötungsabsicht unterstellen).

    Da dieses Video aber zeigen soll, wie gut ein Disarm funktioniert (oder eben auch nicht), muss sich der Angreifer nun eben so nah ran stellen. Warum er das nun tut ist ja an sich egal. ;)

    Pharao: Combatives bezieht sich nicht auf Techniken innerhalb eines Stiles oder Systems. Combatives ist ein Überbegriff für Systeme und Anwendungen, die rein auf die Selbstverteidigung abgestimmt sind und entstammen ursprünglich dem militärischen Bereich, also dem taktischen Nahkampf.

    Wenn es im Ernstfall funktioniert, ist es sozusagen "Combative".

    Tja, letztendlich ist es eben doch der Mensch, der mit seiner Doofheit, das Geschriebene falsch interpretiert als es der Autor eigentlich gedacht haben wollte.

    Und damit schlagen wir sehr elegant wieder den Bogen zum ursprünglichen Thema. :)

    Denn genau hier liegt ja des Pudels Kern...kein Mensch weiß, wie die jeweiligen Schriften zu interpretieren sind. Und das führt eben genau dazu, dass unterschiedliche Menschen die Deutungshoheit für sich beanspruchen und anderen ihre Deutungen absprechen.

    Dass sich die Bücher (also vor allem Koran und Bibel) da oft recht ähnlich sind, führt halt dann eben auch dazu, dass "Unkundige" die Inhalte des Einen nicht von denen des Anderen unterscheiden können. Aber anstatt das zum Anlass zu nehmen sich über Gemeinsamkeiten zu unterhalten versucht man verzweifelt, die Unterschiede deutlich zu machen. Und das ist problematisch, denn es beginnt plötzlich, in der Glaubensfrage zu menscheln...nur sollte es da eben nicht menscheln sondern gotteln. ;)

    Ich findes es auch interessant, dass große Teile der Fantasyportion im AT aus älteren Mythen "geklaut" wurden. Wobei die älteren Versionen teilweise den besseren Unterhaltungs- und Moralapostelwert haben.

    Naja, das Christentum ist ja in dem Sinne nicht erfunden worden. Ein großer Teil der christlichen Lehre (dazu zähle ich auch Feiertage, Heilige, etc.) wurden ja aus bereits früher vorherrschenden Religionen übernommen. Entweder als reine Abwandlung oder um die Bekehrung zu erleichtern.

    Genauso stehen ja noch heute viele Kirchen auf ehemaligen Kultplätzen ihrer heidnischen Vorgänger.



    Davon ab ist der Gott des AT der Gott(und in manchen Interpretationen der Vater) von Jesus.

    Was ja bedeuten würde, dass Jesus der Bruder von Adam und Eva ist. ;)

    Aber daran sieht man ja, dass das AT und das NT zwei getrennt voneinander zu betrachtende Werke sind. Der Gott im AT hat nur wenig mit dem Gott im NT gemein, zumal dieser ja im NT wesentlich weniger als aktiver Gestalter präsent ist.

    So wie in Vikings...die ersten Staffeln drehen sich um Ragnar, die letzten haben dann eher seinen Sohn Bjorn im Fokus. ;)

    Na gut, ich bezog mich natürlich zuvorderst auf die Katholische Kirche, da diese die größte christliche Organisation weltweit ist.


    Dass du die christliche Alltagslehre von der Bibel loslöst, finde ich persönlich sehr schön. Denn es bestätigt meine Meinung, dass soziale Grundwerte zuerst da waren und das jeweilige Buch diese erst danach für sich als Deutung in Anspruch genommen hat.

    Aber es ist nun mal so, dass die katholische Lehre sich in ihrer Vermittlung von Werten vor allem auf das Wirken Jesu Christi und seiner Jünger bezieht.

    Die Schöpfungsgeschichte ist zwar ein schöner Fantasy-Roman aber erst Jesus hat ja den Grundstein für die heutige Christenheit gelegt. Auf ihm beruht das ganze Theater ja.


    Dass sich nur ein Teil der Christen auch mit der Bibel beschäftigt sondern lieber vorgefertigte Leitsätze nachbrabbelt (ohne deren Ursprung überhaupt zu kennen) ist eine traurige wie lächerliche Tatsache. ;)

    Die 'Wirklichkeit' der 'Buchgeschichte' ist je nach Herkunft und Sozialisation des Gläubigen eine andere,

    das kann man nicht einfach mit 'historischen Tatsachen' beiseite wischen.

    Natürlich ist die Geschichte jedes Mal eine andere. Ich habe ja auch nie etwas anderes behauptet.

    Aber ganz grundsätzlich...Tatsachen jedweder Art sind nun mal dazu da, Meinungen und Befindlichkeiten "weg zu wischen". Dafür sind es ja Fakten.

    Dass sich diese Fakten je nach Lokalisation und Sozialisation anders darstellen ist ja klar.


    Alles schön und gut, trifft aber exakt so auch auf den urpsrünglichen Jahwe zu. Der war auch mal einer von vielen, hatte ne Frau und verdammt viele Fehler. Irgendwann wurde er durchgesetzt, weil aber einer alleine scheinbar doch nicht reicht hat man den Polytheismus hintenrum durch die Heiligenverehrung wieder eingeführt. Und was die Opfer angeht, im alten Testament türmen sich sich die Berge an Tieropfern, Vorhäuten etc. nur so. Sogar von einem Kindsopfer ist die Rede. Und nein, das AT kann man nicht einfach ignorieren, wie es viele Leute heute gern tun.

    Da bin ich ganz bei dir. Die Entwicklung von Religionen hat sich auch durchaus von polytheistischen hin zu monotheistischen abgespielt. Die Heiligenverehrung ist da ein wunderbares Beispiel! Ein Gott als übergeordnete Instanz, "ehemalige Götter" in Form von Heiligen.

    Das AT kann man nicht ignorieren, nein. Es spielt in der heutigen Christenheit jedoch eine sehr untergeordnete Rolle, da die christliche Alltags-Lehre sich ja vor allem auf Kumpel Jesus und seine Homies bezieht. Und die bildet halt nur das NT ab.

    zumal Inquisition und gewaltsame Verfolgung der "falschen" Christen ja noch bis heute nachwirkt, siehe Nordirland.

    Die Inquisition hatte mit der Christianisierung absolut nichts zu tun. Die Inquisition war dafür zuständig, innerhalb der Christenheit auf die Einhaltung der vorgegebenen Glaubenssätze zu achten. Außerdem wurde die Inquisition erst verhältnismäßig spät ins Leben gerufen. Ich verstehe aber, worauf du hinaus willst.



    Und beim Islam(du hast ja alle Buchreligionen angesprochen) war (bzw. ist immer noch) die gewaltsame Missionierung sehr offensichtlich der Fall.

    Das ist insofern richtig, als dass die gewaltsame Durchsetzung der Religion im Hier und Jetzt gut beobachtbar und dokumentiert ist. Dabei darfst du aber auch nicht vergessen, dass die gewaltsame Durchsetzung immer "medien-wirksamer" ist als eine friedliche Missionierung. Tatsächlich ist es aber so, dass der Islam sich wesentlich mehr als das Christentum durch Gewalt und Eroberung verbreitet hat.



    Und worin genau liegt der Vorteil nur an einen Gott zu Glauben?

    Okay, machen wir eine Reise in die Vergangenheit, als unsere Vorfahren noch dem alten Asatrú anhingen (ich unterscheide hier jetzt mal nicht zwischen germanischen und skandinavischen Völkern)

    Im Asatrú gibt es eine ganze Menge Gottheiten, die jedoch nicht wie "unser" heutiger Gott als übergeordnete, moralische Instanz verehrt wurden. Die Götter waren wie die Menschen auch fehlbar, sie hatten Pläne, Ziele, haben Fehler gemacht, den ein oder anderen Bock geschossen, kurzum: sie waren nicht perfekt. Man kann sagen, dass die Götter den Menschen damals wesentlich näher waren, und das ist durchaus wörtlich gemeint. Da konnte es schon einmal vorkommen, dass Odin sich als Wanderer ans Feuer setzte und den Geschichten lauschte.

    Vieles von dem, was die Menschen damals nicht verstanden (Wetterphänomene, Naturphänomene, etc.) wurde mit göttlichen Handlungen oder Gefühlen in Verbindung gebracht. Wenn es donnerte schleuderte Thor seinen Hammer Mjölner, bei Sturm zog die Wilde Jagd über den Himmel und riss unachtsame Menschen mit sich fort.

    Ein sehr großes Problem der damaligen Zeit war der Totenkult. Nur wer ehrenvoll in der Schlacht oder bei der Jagd fiel, mit der Waffe in der Hand, konnte als Einherjer an Odins Tafel in Valhall sitzen. Für Kranke oder Alte blieb Helheim, ein sehr blasser und langweiliger Ort.

    Durch die Fehlbarkeit der Götter und die schlechten Aussichten nach dem Tod (was die Germanen und Wikinger ja in der Schlacht auch so gefährlich machte) waren die Menschen also gezwungen, Verantwortung für sich und ihr Seelenheil zu übernehmen.

    Man musste allerlei Götter in allerlei Lebenslagen zufriedenstellen (durch Opfer, Verhaltensweisen, etc.), wollte man sich nicht deren Zorn oder Neid zuziehen.

    Man könnte also sagen, dass das Asatrú eine sehr individualistische "Religion" war, in der die Verantwortung und die Tat sehr stark im Vordergrund standen. Dem entgegengesetzt sitzen am Fuße des Weltenbaumes Yggdrasil die drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld und weben deinen Lebensfaden. Es ist dir also alles vorherbestimmt, ändern kannst du an sich nichts. Das Asatrú hat in der Hinsicht eine sehr seltsame Vorstellung von Vorbestimmung vs. Eigenwirksamkeit.



    Und dann kommt da plötzlich ein Mann in schwarzen Roben. Der erzählt von EINEM mächtigen Gott. Du musst nur ihn zufriedenstellen. Du musst ihm keine Tiere oder Nahrung opfern. Alles, was passiert, geschieht nach seinem Willen und Plan. Dessen Sohn hat sich selbst geopfert, um die Menschen zu retten und ist aus dem Totenreich zurückgekehrt.

    Und das beste...Gott ist allmächtig und gnädig zu den Seinen...er vergibt dir deine Sünden und lädt dich in sein Paradies ein, egal ob du mit der Waffe in der Hand gestorben bist oder im Alter einfach natürlich abgetreten bist. Er sagt, dass du keine Angst vor der Welt haben musst, denn er hat das alles erschaffen. Er sagt "Mach dir die Erde untertan" und erlaubt es dem Menschen damit, an seiner Statt über ihre Welt zu verfügen. Keine Angst mehr vor Svartalfen, die dich heimsuchen, weil du ihren Wald rodest.

    Und gratis dazu: Anstatt blöd von Helheim aus zuzuschauen, wie die mächtigen Einherjer zu Ragnarök an der Seite der Asen gegen den Fenrir in den Krieg ziehen werden sich am Jüngsten Tag ALLE von den Toten erheben.


    Ums mal einfach (und ein bisschen gehässig) zu sagen: Das Christentum war im Gegensatz zum Asatrú eine sehr bequeme Religion. Hirn abgeben, Verantwortung abgeben, trotzdem in den Himmel kommen.

    Man ´darf sich bei dem Thema nicht dazu verleiten lassen, unsere heutige Gesellschaft anzusehen. Man muss diese Dinge im Kontext dessen sehen, wie die Menschen damals gelebt haben.

    Absolut...in unseren Seminaren ist das Thema Zivilcourage auch ein gern gefragtes bzw. diskutiertes.

    Wenn man beschließ, couragiert in Situationen einzugreifen, die einem als ungerecht erscheinen, ist Wehrhaftigkeit mMn sogar zwingend notwendig.

    Im Selbstschutz sprechen wir ja davon, dass über 90% im Vorfeld stattfinden, sprich Konfliktvermeidung. Und Zivilcourage ist ja das genaue Gegenteil. Man partizipiert an einem Konflikt, löst ihn evtl. sogar aus.


    Wenn man als "zivil-couragierter" Mensch durchs Leben geht, sollte man also auch die entsprechenden Tools besitzen, um für den Fall des Falles so weit als möglich. gerüstet zu sein.

    ABER, Machtpolitik wurde damals gerne mit dem Schwert geführt.

    Ja, das ist richtig. Wobei es meistens um Konsolidierung innerer Macht durch aus Rom legitimierte Herrschaftsansprüche ging. Wer den Papst zum Freund hatte, war mächtig. Wer ihn zum Feind hatte, hat das schnell zu spüren bekommen. Hier wäre der berühmte Gang nach Carnossa eines von vielen Beispielen.


    Nur dass das Christentum (also die Religion) missionarisch durch Feuer und Schwert verbreitet wurde, ist inzwischen aus historischer Sicht veraltet. Das von dir angeführte Beispiel der Sachsen ist in dem Fall historisch korrekt, dafür gab es aber nicht viele Beispiele. Die meistens germanischen Stämme schlossen sich dem Christentum freiwillig aus anderen Erwägungen heraus an. Zum einen waren da wirtschaftliche Vorteile durch besseren Handel und zum anderen eben auch die Vorteile, eben nur an einen Gott zu glauben. Nenn es modernes Management...Zentralisierung von Zuständigkeiten, ein Ansprechpartner für alle Lebenslagen und sogar noch der mehr oder minder garantierte Einzug ins Paradies. Das hatten die Heiden unter Wotan/Odin und Anverwandten nicht zu bieten.