Beiträge von ida

    Ich verstehe unter Kampfeslust sowas wie: Ich freue mich gleich aufs Sparring.

    Oder im Bereich SV: Ich habe keine Lust Opfer zu sein, zur Not kämpfe ich mit allem, was ich habe.

    ... na ja, der Begriff ist halt auch schon anders besetzt:

    ein kampflustiger Geselle ist jemand, der Händel sucht,

    und die 'Kampfeslust' ist natürlich auch ein Markenzeichen der Helden in den alten Islandsagas,

    die haben natürlich auch immer nur 'Sparring' betrieben,

    manchmal war's halt ein bisschen zu heftig, und dann überlebte höchstens einer von beiden ...

    ... na ja, wenn ich das Bild an die Wand hänge, ist das durchaus eine Tätigkeit,

    aber meine, und nicht die des Bildes,

    und wenn ich mich ans Reck hänge, werde ich dabei sicher tätig,

    aber wenn ich dann erst mal hänge, dann besteht die erforderliche Tätigkeit eben nicht im Hängen,

    sondern im Festhalten, deshalb befinde ich mich hängenderweise in einem Zustand,

    den ich durch die Tätigkeit des Festhaltens aufrecht erhalte ...

    ... na ja, dann gehe ich mal davon aus, dass Herr Tsuruta mir mit der Beschreibung 'thick blade'

    einen Zaunpfahl schenkt und die Enbun-Joji-sugata auch stimmt und soshu-den sowieso,

    dann lande ich mit dem Rest im Keicho bei der Kanewaka school, und hier eher beim shodai.


    ... ist nur so ein Bauchgefühl ...

    ... nachtrag

    *g* bedeutet: selbst wenn das Bild herunter fiele, täte es nichts ...


    und genau deshalb ist es wichtig,

    Fachsprache adäquat anwenden zu können.

    Und wenn ich mich z.B. für das Kantei japanischer Klingen interessiere,

    dann ist eben meine erste Aufgabe, die Fachsprache zu erlernen,

    dann erschließen sich mir die verfügbaren Informationen zum Thema sehr viel leichter ...


    auf die Kampfkünste übertragen sieht das dann wohl ganz genauso aus.

    Es ist aber nicht so, dass es da keine deutschen Fachausdrücke gäbe,

    man betrachte nur die alten Fechtbücher,

    aber auch hier gilt es, Fachsprache von Alltagssprache zu unterscheiden.

    ... und dass ein Verb kein 'Tuwort' ist, sollte eigentlich jedem klar sein,

    oder was 'tut' ein Bild, das an der Wand hängt?

    richtig: es fällt nicht runter ... *g*


    na ja, so ist es halt, wenn man unbedingt nach deutschen Begriffen sucht, um Fachsprache zu ersetzen ...

    ... aber ich vermisse hier noch die Geheimlehre der Berserker,

    begründet auf altisländische Überlieferungen und auf neuzeitliche Umstände angepasst ...

    ... das, was hier diskutiert wird, ist ja eigentlich kein spezifisches Kampfkunstproblem,

    sondern auch auf viele andere Bereiche anzuwenden, in denen man eine 'Fachsprache' kennt.


    Klar muss man die zugehörigen 'Vokabeln' lernen, wenn man sich mit so einem Fach beschäftigt,

    die Aufgabe dieser Ausdrücke ist es ja gerade, eine gewisse Eindeutigkeit und Effizienz in der Diskussion oder Beschreibung eines Sachverhalts herzustellen;

    warum soll ich z.B. auf Deubel komm raus einen deutschen Begriff für die Begriffe

    Quotient, Produkt, Integral, Matrix, Vektor, Grammatik, Partizip, Verb, Adverb ... verwenden?


    Ja, erklären muss man den Schülern diese Begriffe, aber dann müssen sie die auch anwenden.

    Das Gequassel von Tsuruta kann man in eine Pfeife stopfen und anzünden. Jedenfalls in diesem Bezug.

    ... aus der Sicht eines Experten mag das so sein,

    aber ich gehe mit dem Ehrgeiz an die Sache, ein Rätsel zu raten,

    und wenn mir der Ersteller eines Rätsels einen Wink gibt,

    dann betrachte ich den unter dem Blickwinkel, dass er mich nicht in die Irre führen möchte,

    und ich überlege mir, dass er ja die Lösung kennt.

    Wenn die Klinge also 'dick' sein soll, obwohl sie das objektiv gar nicht ist, dann nehme ich das an,

    und wenn es nach zweiter oder dritter Garnitur aussieht, ist sowieso nur eine Schule gesucht,

    schließlich ist das Ding ja mumei.

    Wie wär's nach einer passenden Schule mit halbwegs guter Reputation zu suchen

    (was anderes dürfte hier wohl kaum rauskommen)

    und zu schauen, welche von denen dann in der fraglichen Zeit deutlich in der Qualität nachgelassen hat ...

    ... o.k., dann nehme ich mal den Hinweis von Herrn Tsuruta:

    " ... thick blade", das passt nicht so ganz zu Nanbokucho,

    deshalb denke ich, dass ich mich vielleicht mit einer späteren Zeit anfreunden sollte.


    Andererseits ist mir das Konzept von 'thick' und 'thin' blade noch nicht so ganz einsichtig,

    Herr Tsuruta nennt eine Klinge dünn, obwohl die Kasane 0,75 cm beträgt (siehe letztes Rätsel),

    und hier haben wir es mit einer 'dicken' Klinge zu tun mit einer Kasane von 0,68 cm.

    Habe ich da vielleicht irgend etwas übersehen?

    Persönlich zu werden und das als Argument zu führen ist weiterhin Usus hier.

    ... das sehe ich etwas anders, vielleicht interpretieren wir den Begriff 'Usus' unterschiedlich,

    vielleicht liegt es auch an der Wahrnehmung des 'Persönlichen',

    aber eigentlich wäre das ein neues Thema, welches nicht in diesen Thread gehört ...


    im Übrigen war Dein Hinweis auf die Mumie in diesem Zusammenhang (Bandagenlänge) nicht hilfreich,

    Pharao ist keine vertrocknete Mumie, er ist sehr lebendig.

    hier der nächste Kandidat mit Katastrophenpotential

    ... danke für die Vorwarnung, dann werde ich mich erst mal ganz langsam und vorsichtig an den Kandidaten heranschleichen ;)

    also vorerst nur sugata und Versuch einer Zeitbestimmung:


    Wir haben es mit einer shinogi-zukuri Klinge zu tun, die deutlich gekürzt wurde,

    das kann man am fehlenden funbari erkennen und an der gleichmäßigen Breitenabnahme zwischen hamachi und kissaki,

    sowie an der Nakago;

    im ursprünglichen Zustand muss die Klinge wohl ungefähr 90 cm lang gewesen sein und eine torizori gehabt haben.

    Die kissaki ist eine o-kissaki und sieht so aus, als sei sie 'nachbearbeitet' worden.

    Auf der einen Seite der Klinge haben wir eine kata chiri bo-hi, auf der anderen Seite ein futasuji-hi.

    Beide hi enden im unteren Bereich als kaku-dome, im oberen Bereich als hisaki-aguru,

    aber die Enden könnten natürlich durch die Bearbeitung im Rahmen der suriage verändert worden sein.

    Insbesondere im Bereich der Kissaki, so dass hier durchaus auch ein hisaki-saguru möglich wäre.

    Auffällig ist noch, dass die beiden hi, die das futasuji-hi bilden, unterschiedlich enden.


    Insgesamt gehe ich hier jetzt mal von einer Enbun-Joji-sugata aus,

    also Nanbokucho im Zeitrahmen von 1356 bis 1368