Beiträge von rambat

    als "gelernter DDR-bürger" erkenne ich propaganda, wenn ich sie sehe (und höre).

    die "öffentlich-rechtlichen" medien sind seit einiger zeit zu hofberichterstattern der gegenwärtigen oligarchie degeneriert - das kann man abstreiten, es ändert aber nichts an den tatsachen.

    interessant finde ich, daß man zur zeit schweizer zeitungen bemühen muß, um sich ein einigermaßen umfassendes bild der vorgänge in deutschland machen zu können ...

    um auch mal etwas mostrich dazuzugeben ...


    die debatte hatte sich ja zeitweilig auch dem thema "böser kapitalismus" und "kapitalismus ist an allem schuld" zugewandt.

    gut, der kapitalismus ist sicher kein gesellschaftssystem, das irgendwie "gerecht" wäre.


    aber welches gesellschaftssystem ist denn bitte sehr "gerecht"?

    der sozialismus?

    genau DAS höre ich neuerdings immer mal wieder, und zwar von sehr jungen menschen ohne große lebenserfahrung.


    nun, ich habe einen großen teil meines lebens im "real existierenden sozialismus" verbracht.

    und ich behaupte: die meisten derer, die da bar jeder kenntnis vom sozialismus schwärmen, würde es im real existierenden sozialismus kein halbes jahr aushalten.


    sozialismus IST ein autoritäres system.

    sozialismus IST gelebte unfreiheit.

    sozialismus kennt keine meinungsfreiheit und geht mit gegnern sehr ... robust um.


    leider will das zur zeit niemand hören. die erfahrungen derer, die den sozialismus selbst erlebt haben, werden abgewertet und wegdiskutiert (so jedenfalls erlebe ich das), und immer öfter wird behauptet, das sei ja "damals gar kein richtiger sozialismus gewesen".

    worauf sich diese behauptung gründet, wird nicht verraten.

    das nenne ich dann eine linksgrüne filterblase, die auf wunschdenken beruht ...


    im übrigen möchte ich weder in einem nationalen sozialismus leben müssen noch unter der ägide eines internationalen sozialismus.


    ein alter herr, der uns jugendlichen in der DDR von seiner inhaftierung 1938-45 im KZ buchenwald berichtete, erzählte mir etwas später unter dem siegel der verschwiegenheit, daß er als gewerkschafter schon im märz 1946 von den russen WIEDER inhaftiert und WIEDER in das von den russen weiterbetriebene KZ buchenwald verschleppt wurde ("speziallager nr.2", von den russen 1945 - 1950 genutzt). darüber durfte aber nicht gesprochen werden. es galt als "verlogene imperialistische propaganda", wenn man solche dinge weitererzählte ... und das stand unter strafe ...


    der alte herr sagte zu mir: "es ist kein zufall, daß man in der dämmerung rot und braun nicht auseinanderhaten kann!"

    und er hatte recht.


    nach dieser abschweifung sei mir noch gestattet, auf etwas ganz erstaunliches hinzuweisen: KEINER der vielen, vielen radikalen kapitalismuskritiker, die sich "die zerstörung des schweinesystems" auf die fahnen geschrieben haben, war auch nur ansatzweise in der lage, mir mal kurz und sachlich zu erläutern, was denn bitte an die stelle dieses gesellschaftsmodells treten solle.

    da kam nur noch geschwurbel, da kamen nur noch phantastereien und wolkenkuckucksheime.

    "das volk" würde ... blablabla ...

    "gerechtigkeit" ... blablabla ...

    "jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen" ... blablabla ... da wurde der olle marx bemüht, den die realität in vielen punkten längst widerlegt hat ...


    da kam also NICHTS.

    und wenn ich mich dann erdreistete, darauf hinzuweisen, daß bisher ALLE sozialistischen gesellschaftsexperimente krachend gescheitert wären, dann wurde mir stets sehr von oben herab erklärt, daß man es ja "damals nicht richtig" gemacht habe.

    wie diese leute auf die idee kommen, SIE könnten es besser, erschließt sich mir nicht - zumal diese leute ja gar keine konkrete vorstellung davon haben, wie es denn "richtig" gehen soll.


    am ende sind es immer die menschen, die mit ihren persönlichen eigenschaften den aufbau des sozialismus (= totale gleicheit) stören, denn viele wollen nun mal nicht "gleich" sein.

    erwähnt man das, wird oft gekontert, dann müsse man "die menschen eben erziehen".

    und spätestens da überläuft es mich eiskalt, denn DAS war es ja, was den sozialismus (neben vielen anderen dingen) so unmenschlich machte: UMERZIEHUNG.

    hat nie funktioniert, aber jede menge leben vernichtet.


    ich habe den sozialismus erlebt.

    ich werde nicht so dumm sein, mir DAS zurückzuwünschen.

    Zitat

    ich bin nicht penetrant.

    doch.


    deine versuche, immer das letzte wort haben zu wollen, sind ein beredtes zeugnis dafür.


    und ich denke, daß du es vor allem darauf anlegst, hier aufmerksamkeit zu generieren - das thema ist dir dabei völlig egal.

    Pharao :


    Zitat

    es ärgert mich nur das ich immer die 3. Gruppen bekomme. und die anderen paare könnte man ja auch eine 3. Person hinzufügen, als immer in meine!


    IMMER?


    das würde mir aber schwer zu denken geben ...


    du bleibst also IMMER übrig und wirst einer zweiergruppe zugeordnet?

    wenn ich dein weinerliches verhalten hier im forum mal zum maßstab nehme (und wieso solltest du in der realen welt anders sein?), dann wundert es mich nicht, daß du als lästig empfunden wirst, denn du BIST lästig.


    es ist heute in mode gekommen, menschen wie dir nicht mehr ehrlich zu sagen, was man von ihnen hält.

    ich aber mache diese mode nicht mit.


    dein gejammer ist unerträglich, deine besserwisserei ist unerträglich, deine aufdringliche penetranz in kk-foren ist unerträglich, dein betteln um aufmerksamkeit ist unerträglich.

    mir ist gleichgültig, welche persönlichkeitsstörungen du als entschuldigung dafür ins feld führst.

    du bist einfach lästig, und du bist völlig unfähig, eine sachdiskussion über ein kk-thema zu führen.


    gewiß, man könnte dich ignorieren, aber du verschorfst mit deinen jammerbeiträgen jedes erreichbare kk-forum, und man stößt wiederholt auf diese deine beiträge, ob man will oder nicht.

    klar hast du das recht, solches zeug zu posten, aber dann darfst du dich eben auch nicht wundern, wenn du als lästling bezeichnet wirst.


    ich kann gut verstehen, daß kaum jemand froh darüber ist, mit dir trainieren zu müssen.


    mein rat: hör auf, uns hier andauernd die ohren vollzujammern. halt endlich mal den sabbel, laß die finger von der tastatur und hör auf, ständig weinerliche, sebstmitleidige beiträge zu posten. sieh zu, daß du im training mehr härte gegen dich selbst zeigst.

    dann wirst du vielleicht irgendwann mal zu einem trainingsteilnehmer, mit dem andere gern trainieren.

    wie will man denn einem menschen wie pharao gegenüber "themenbezogene" beiträge schreiben, wenn sein einziges thema in permanenz daraus besteht, daß er sich weinerlich in den mittelpunkt der aufmerksamkeit zu drängen versucht?


    jedes thema, das er bisher erstellt hat (so jedenfalls sehe ich das) ist nichts weiter als ein vorwand, um jammern zu können.

    er will mitleid, er will lob (wofür, zum henker?), er will aufmerksamkeit.

    sieht man sich mal an, welche themen er auf's tapet gebracht hat, dann findet man stets fäden, die nichts weiter beinhalten als "ich, ich, ich".


    wahlweise mokiert er sich über trainingspartner, die zu doof, zu hart oder zu böse zu ihm sind, oder er stellt fragen, auf die er im grunde gar keine antworten hören will, weil er sich vorzugsweise selbst antwortet.

    jeden noch so profunden hinweis von usern, die ihre expertise in den kk dutzendfach unter beweis gestellt haben, wischt er mit einem "ja, ABER ...!" vom tisch.

    und stellt damit immer und immer wieder deutlich heraus, daß er weder etwas lernen noch überhaupt mal zuhören will.


    ich wüßte gern, wie man mit einem solchen menschen sachbezogen diskutieren soll.


    außerdem weise ich noch einmal darauf hin, daß seine speziellen probleme die meisten user hier und in anderen foren erstens nicht interessieren dürften und zweitens nicht in ein kk-forum gehören.

    es wurde ihm mehrfach deutlich gesagt, daß er in diesem und in anderen kk-foren nicht die antworten bekommen wird, die er sich erhofft, ganz einfach deshalb, weil ein kk-forum der falsche ort dafür ist.

    er aber hört nicht zu ...


    seine penetranz macht ihn übrigens auch nicht gerade liebenswerter.


    die frage, die er hier eingangs stellte, ist ja in wahrheit gar keine. er hat lediglich gejammert, daß er oft "übrig bleibt", weil er keinen trainingspartner findet, und dann in einer dreiergruppe trainieren muß.

    darüber hinaus hat er die kompetenz seiner trainingspartner in dieser dreiergruppe massiv angezweifelt und sich selbst als jemanden hingestellt, der es besser weiß und besser kann.


    im kontext seiner zahlreichen vorangegangenen beiträge, die thematisch irgendwie immer gleich zu sein scheinen, ist es wohl ein wenig viel verlangt, sachlich auf sein "problem" einzugehen, ohne ihn darauf hinzuweisen, daß er die ursachen für seine schwierigkeiten endlich mal bei sich selbst suchen solle ...

    Langsam regt es mich auf. Immer wenn die Zahl Ungerade wird, bekomm ich die 3er Gruppen ab. Und meistens kann ich dann nicht vernünftig trainieren, weil ich dann gleich 2 Besserwisser habe, die dann untereinander 70% selber machen.


    Wie geht ihr damit um das 5 Rad am Wagen zu sein?

    tja ...

    warum wohl bist du "das fünfte rad am wagen"?


    sind daran wirklich immer nur die anderen schuld? oder mag dich einfach keiner, weil du ein besserwisserischer, unbelehrbarer tropf bist?

    kann es sein, daß du gern und oft jene zu belehren versuchst, die deutlich mehr können als du?


    kann es sein, daß genau DAS nicht sonderlich gut ankommt?

    kann es sein, daß du deshalb gemieden wirst?


    kann es sein, daß du außerdem eine heulsuse, ein weichei und ein nervtötender jammerlappen bist?

    und du wunderst dich, daß keiner mit dir trainieren will?


    mich wundert, daß dich das wundert ...

    der IS kämpft nicht für "freiheit".

    der IS kämpft dafür, eine mittelalterliche, sehr gefährliche und hermetische idelogie mit GEWALT durchzusetzen und weltweit zu verbreiten - und zwar als EINZIG mögliche weltanschauung.

    das erklärte ziel des IS (und anderer gleichgelagerter verbrecherbanden wie taliban oder boko haram) ist es, möglichst ALLE anderen menschen unter die regeln und gesetze dieser bekloppten ideologie namens "islam" zu zwingen.

    wenn du das "freiheit" nennst ...


    der islamische (nein, es gibt keinen unterschied zwischen "islamisch" und "islamistisch"!) terror besagt nichts anderes als:

    "WIR muslims kommen in eure länder und töten dort wahllos ungläubige.

    damit demonstrieren wir, daß wir euch hassen, eure art zu leben ablehnen und unsere art des denkens über alles andere stellen.

    ihr seid nur dann sicher vor uns, wenn ihr UNSERE art zu leben und zu glauben annehmt. wir lassen euch nicht einfach in ruhe euer leben leben, wir verlangen, daß ihr euch an UNS anpaßt!"


    übrigens:

    wo bitte ist denn der weltweite machtvolle und anhaltende protest der (angeblich) "gemäßigten" muslime gegen diese art der gewalttätigen "rechtgläubigkeit"?


    "aber es sind ja nicht alle so!"


    klar doch.

    man ersetze mal "anhänger des islam" durch "nationalsozialist" ... und erkläre dann: "aber die sind doch nicht alle so, es ist doch nur eine kleine radikale minderheit, man darf doch deshalb nicht pauschalverurteilungen vornehmen oder einen generalverdacht aussprechen ..."

    wie gesagt - ersetzt man "islam" (der nicht nur eine religion, sondern vor allem eine faschistische ideologie ist) durch "nationalsozialismus", erkennt man, wie bescheuert die ganzen verharmlosungen sind.


    aber das wollen viele nicht wahrhaben, weil es ihrer naiven und verharmlosenden weltsicht widerspricht ...

    wir sind so verweichlicht, so durchgegendert und politisch korrekt, so naiv und so sehr davon überzeugt, daß "der mensch im grunde GUT ist", daß wir uns selbst dann noch in byzantinischen diskussionen ergehen, wenn der feind (jawohl: feind!) in unsere länder eindringt und dort mordet.

    wir sind zu schlaff, zu weich, zu wohlhabend geworden, als daß wir uns noch zu wehren verstünden.

    wir sind so edel, hilfreich und gut, daß wir sogar verständnis für jene aufbringen, die im namen ihres gottes und ihrer bescheuerten ideologie mitten unter uns MORDEN.

    unsere weinerliche selbstgerechtigkeit, die wir aus unserer "moralischen überlegenheit" speisen, läßt uns glauben, ALLES im leben sei verhandelbar.

    wir glauben, man müsse diesen wahnsinnigen nur gut zureden, ihnen materiellen wohlstand ermöglichen und ihnen zugang zu bildung gewähren, und schon würde alles gut ...


    sie verhandeln nicht mit uns.

    wir sind "ungläubige", wir sind in ihren augen nicht mal richtige menschen.

    sie lachen über uns, und unsere "moralische überlegenheit" erkennen sie sehr richtig als das, was sie wirklich ist: schwäche.

    sie wissen, daß sie von uns kaum gegenwehr zu erwarten haben.

    wir sind hedonisten, allesamt, und wir hängen am leben, weil wir konsumieren wollen.

    sie hingegen sind hungrig, aggressiv, primitiv, unwissend, und sie haben eine geradezu irrsinnige religion, die ihnen simple antworten auf alle fragen gibt. sie hängen nicht so sehr am leben wie wir, denn ihr glaube verheißt ihnen das paradies.

    sie sind noch nicht so hedonistisch wir wir, sie sind noch nicht so schwach wie wir. sie werden uns überrennen.

    und ein weg dorthin ist der terrorismus.


    wer terror ausübt gegen unbeteiligte, gegen zivilisten, wer bomben legt, durch die kinder sterben, der kämpft nicht für "freiheit".

    der will stattdessen eine ideologie durchsetzen.

    wer als islamische autorität erklärt, daß bspw. israelische kinder "legitime" ziele für mordanschläge seien, weil aus diesen kindern später soldaten werden (könnten), der hat sich vom menschsein in unserem sinne verabschiedet.

    mal ganz abgesehen davon, daß muslime ein generell anderes verständnis als wir davon haben, was ein "mensch" ist.

    wer autos in menschenmengen steuert, um seinem herbeihalluzinierten "gott" zu gefallen, der ist wahrnsinnig und alles andere als eine "freiheitskämpfer".

    ich bitte, das zur kenntnis zu nehmen.

    Perath :


    Zitat

    Hast du schon Erfahrungen mit KKs im therapeutischen Kontext gemacht?

    ja.

    keine guten.




    Zitat

    Du hast mir aber leider keine Gründe für deine Ablehnung genannt, sondern nur deine möglichen Reaktionen aufgezählt.

    Kannst du konkret benennen, warum dich solche Konzepte erzürnen und warum du mich dafür auslachen würdest?


    gewiß kann man durch deinen ansatz visualisierungen erreichen. nur find eich das, was du obenstehend dazu weiter ausgeführt hast, viel zu kurz gedacht.

    ich persönlich empfinde das, was du geschrieben hast, um zu illustrieren, wie du an diese sache herangehst, als sehr unangenehm.

    es stört mich dabei, daß es eine gewisse extrem vereinfachende verkindlichung beinhaltet.

    es stört mich dabei, daß ich mich durch diese art, in der du das beschreibst, nicht im mindesten ernstgenommen fühle.


    das hat nicht das geringste mit dir als mensch ode rmit dir als therapeut zu tun, wie ich hinzufügen möchte.

    aber es hat etwas mit meiner geschichte und mit meiner gewalterfahrung zu tun.

    es hat außerdem etwas mit meiner nunmehr 45 jahre langen erfahrung mit kk zu tun.


    wäre diese methode tatsächlich (bei schweren störungen) erfolgreich, hätte mir das schon vor vielen jahren helfen müssen.

    hat es aber nicht.

    ich sehe - ausgehend von schweren verläufen, von echten, manifesten und chronischen depressionen, von ptbs und traumata sowie traumafolgestörungen - keinen sinn in dieser art des herangehens.

    ich wiederhole es - ich würde mich veralbert und nicht ernstgenommen fühlen.


    mehr dazu nur noch per PN, ja?

    "terrorismus trifft stets die falschen und verfehlt stets die richtigen" ...?


    wenn's die "richtigen" trifft, ist terrorismus also zu rechtfertigen?


    heißt das, es gibt "richtige" menschen, die als legitime ziele für terrorismus freigegeben sind?


    heißt das, terrorismus ist eine legitime art, politische ziele durchzusetzen?


    WER definiert denn mit welchem recht, wer "die richtigen" sind, die es treffen sollte?

    WER definiert denn mit welchem recht die legitimität des terrorismus?

    Perath :

    Zitat

    Insofern sollte ich vielleicht meine Eingangs-These nochmal ein wenig umformulieren. Kampfkunst eignet sich nach meiner Erfahrung hervorragend dafür, ein therapeutisches Konzept auszudrücken und zu unterstützen.

    in ordnung, damit kann ich etwas anfangen.




    ... und genau da folge ich dir nicht mehr.

    im gegenteil, ich möchte dir vehement widersprechen.

    und zwar aus eigener erfahrung.

    ich trainiere nunmehr seit jahrzehnten sehr, sehr intensiv judo (inzwischen auch bjj, und mehrere jahre sambo und boxen und ringen).

    aufgrund einer extrem beschissenen biographie komme ich nicht umhin, mich seit sieben jahren einer noch immer andauernden trauma-therapie zu unterziehen.

    ich würde jeden therapeuten, der mir mit konzepten wie dem von dir oben genannten kommt, einfach auslachen. und mich zudem regelrecht veralbert fühlen und sehr, sehr zornig werden.

    tut mir leid, aber kk ist meiner meinung nach nicht für so etwas geeignet!





    Zitat

    Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, wie man die Kampfkunst als Visualisierungsmethode nutzen kann. Man stellt einen direkten Bezug zwischen dem Problem und möglichen Lösungsansätzen her. Diese können dann geübt werden.

    Und hier geht's nicht um mystischen Kram, sondern um ganz pragmatische Technik-Ansätze. Da kann ich als Beispiele jede beliebige KK bzw. jeden beliebigen KS heranziehen.

    halte ich für keinen guten ansatz.

    aus den obenstehend genannten gründen.

    Kogaratsu :

    Zitat

    Gegenfrage; kennst du das Shobogenzo? (einfach mal so)

    och nöö, nicht der olle dogen ...

    zumal seine einlassungen wenig bis nichts mit den bushi und deren "tugenden" (den echten wie den erfundenen) zu tun hatten.

    ich hab jedenfalls keine belege dafür gefunden, daß dogens schrift die bushi nachhaltig beeinflußt hätte.

    die waren, soweit ich das sehe, eher an mikkyo / shingon interessiert ...

    Kogaratsu :


    Zitat

    Wie was wann wo wem zugedichtet wurde ist mir in dem Moment eigentlich Egal. Es sind mir die Werte wichtig, die man damit vermitteln kann.


    ich hingegen sehe das weniger milde.

    ich bezweifle, daß man mit "invented traditions" tatsächlich werte vermitteln kann. sowas geht in der regel schief.

    warum vermittelt man solche werte nicht einfach auf andere, ehrliche weise? warum muß man das ganze mystifizieren und glorifizieren?


    es bleibt festzuhalten, daß die "7 tugenden der samurai" KEIN verbindlicher verhaltenskodex für bushi der vor-meji-ära waren.

    und damit fallen sie für mich als "werte" erstmal weg.


    wieso sollten wir uns HEUTE auf erfundene werte stützen, die angeblich aus einer zeit von vor über 300 jahren stammen udn ebenso angeblich von einer kaste friedvoller edelmenschen-krieger hochgehalten wurden? warum sollten wir uns auf diese "tugenden" stützen, die noch dazu in einem nichtexistenten "verhaltenskodex" fixiert worden sein sollen ...?

    muß es denn allweil diese furchtbar bescheuerte "sammy ray"-romantik sein?


    reicht es nicht, sich einfach wie ein mensch zu verhalten? muß das "aufgepeppt" werden durch märchen?

    ich verstehe die dahinterstehende einstellung nicht.

    lügen für einen guten zweck ...?



    Zitat

    Ist nun mal ein gutes Zugpferd für eine KS/KK-Schule.


    wenn es so sein sollte, finde ich das erschreckend. denn es bedeutet, daß viele einen sinn suchen, wo es eigentlich keinen solchen gibt bis auf den, den man erfunden und nachträglich eingefügt hat.

    und wie arm muß man sein, um in einer "exotischen" kk eine "exotische philosophie" finden zu wollen, um dann damit eine grundlage für anständiges verhalten zu generieren? (ich meine damit NICHT die verehrten mitforumiten!)


    wenn man bspw. mal nüchtern analysiert, WAS etwa kano jigoro tatsächlich an "philosophie" in sein judo eingebaut hat, dann ist das äußerst ernüchternd ... aber sowas will natürlich niemand hören.

    warum eigentlich nicht?

    @müff-li:

    Zitat

    Für die folgende Behauptung bin ich auf dein/euer Wissen angewiesen: Immer wieder mal lese ich vereinzelt im Internet und Ähnliches wurde ebenso vereinzelt von "Meistern" aus dem TKD, Karate und auch aus Bereichen des KungFu erwähnt, nämlich dass die höchste Ausbildungsstufe die des Heilers sei.

    dafür sind mir keinerlei belege bekannt.


    gehört und gelesen hab ich diese behauptung schon oft, allein es gebricht ihr an evidenz.



    Zitat

    QiGong soll ja auch angeblich von Bodhidharma (Ok ist jetzt keine KK) an die Mönche gegeben, damit sie wieder zu Kräften kommen und gesund werden, da sie wohl schlechtester Gesundheit waren.


    legende ohne jeden beleg.



    was die "gesundheitswirkung" des trainings angeht: ein gesunder körper war das "arbeitskapital" eines söldners (und nichts anderes waren die meisten krieger). außerdem war es für das überleben notwendig, so effektiv, also so ökonomisch wie möglich kämpfen zu können.

    daraus ergibt sich die art der bewegungen.



    Zitat

    Nichts desto weniger, ist das Argument des Umleitens von Angriffen auf verbaler Ebene ja damit nicht entkräftet, selbst wenn man annähme dass Aikido keine KK sei, bedeutet das nicht, dass man Prinzipien aus einer Tanzkunst nicht ableiten könne. Es geht ja nicht explizit darum, dass man sich jetzt nur den Kampfkünsten bedient (!), denn weitgedacht befindet man sich auch im Fußball im taktischen Körperkontakt beim Ballspielen immer noch regelkonform in einer Zweikampfsituation, weshalb Fußball und Handball auch von manchen Leuten als Kampfsportarten betitelt werden - also seriös in der Fachsprache und nicht am Stammtisch.



    noch weiter gedacht: wenn es der KK nicht bedarf, um "etwas für's leben" zu lernen, weil man das auch durch andere dinge kann (andere sportarten), dann gilt das doch auch für eine lehre / ausbildung bspw. zum handwerker.

    und so weiter ...

    letztlich kommt man dann an einen punkt, an dem man sagen kann: durch's leben lernt man etwas für's leben!"

    :D

    Kogaratsu :


    Zitat

    In erster Linie beziehe ich es auf Kyudo (auch auf das Therapeutische Bogenschiessn) und Iaido.

    Zum einen haben beide in Sich die 5 oder 7 Tugenden (eines Samurai). Die bilden im Kern schon den Charakter eines Menschen.

    tatsächlich?

    und in welchem allgemein verbindlichen standard-werk "für samurai" sind diese tugenden eigentlich katalogisiert?

    wo finde ich sie?

    im erst 1899 von inazo nitobe geschriebenen bushido?

    im hagakure, das nachweislich VOR der meji-restauration ausschließlich in der domäne nabeshima bekannt war und dort lediglich in einigen wenigen, stark voneinander abweichenden versionen kursierte? jenes hagakure, von dem kein originalmanuskript existiert?

    im kyuba no michi, das nichts weiter ist als ein handbuch der strategie und taktik des kampfes und das keinerlei "moralische grundsätze" enthält?

    wie prof. karl friday nachwies (siehe dazu http://www.koryu.com) war das kyuba no michi keineswegs der „vorläufer“ des im feudalen japan nichtexistenten bushido.


    WER hat den WANN diese "7 tugenden der samurai" erfunden / festgelegt und veröffentlicht? und WANN und von WEM wurden deise "7 tugenden" für verbindich erklärt?


    sagt dir der begriff "invented traditions" etwas?



    nota bene: "samurai" war lediglich ein RANG innerhalb bzw. unterhalb des schwertadels (buke).

    ein hatamoto wäre tödlich beleidigt gewesen, als samurai bezeichnet zu werden ...

    (für's verständnis: in der armee ist jeder leutnant ein soldat, aber nicht jeder soldat ein leutnant.)



    Zitat

    Aus dem Iaido würde ich da noch das Gorin no sho hin zu ziehen. Was nicht nur auf den Schwertkampf zu beziehen wäre, sondern eben auch als Lebenseinstellung sowie im Geschäftsleben als Führer gilt.



    musashis büchlein (wenn es denn wirklich von ihm stammt) ist KEINE verbindliche handlungsanweisung "für samurai".

    es ist auch kein "tugendkatalog", der als "verhaltenskodex" wirksam geworden wäre.

    heutige "moderne" interpretationen dieses werkes sind oft so albern, daß man bitterlich weinen möchte ...



    Zitat

    So gesehen. Trage die Tugenden, Disziplin und Respekt in dir und handle nach dem Gorin no sho. Klingt wie ein Rezept

    ich möchte wirklich mal sehen, wie man HEUTE konsequent nach der niederschrift der sichtweise eines duellanten leben will, der seine sichtweise ganz konkret auf seine mitmenschen der zeit um 1645 und auf die damaligen gesellschaftlichen umstände des feudalen japan bezog ...


    nebenbei - fast immer, wenn jemand sich derart "budo-romantisch" öußerte, ließen sich seine "kenntnisse" auf die romane "musashi" und "shogu" zurückverfolgen. nun sind romane aber keine historischen dokumente ...




    Zitat

    Im Grunde ist es alleine schon die Disziplin und der Umgang mit den Mitschüler und das Verhältnis zum Lehrer schon wichtig. Respekt ist ebenfalls ein Teil des ganzen.



    und so etwas gibt es in anderen sportarten nicht?

    und deshalb muß man so tun, als sei es ein alleinstellungsmerkmal der KK?


    kommt mir immer so vor, als hörte ich dabei sprüche wie diesen: "

    "weißt du, das kommt ja von den alten samurai und den chinesischen kampfmönchen, und deshalb ist es etwas ganz besonderes. und weil wir das heute nachturnen, sind wir auch etwas ganz besonderes ...!"


    :thumbsup:

    @müff-li:


    Zitat

    Dein Vergleich soll ja widerlegen, dass man aus Kampfkünsten etwas fürs Leben mitnimmt.

    nöö.


    ich versuchte, dezent darauf hinzuweisen, daß es mir gewaltig auf den senkel geht, wenn den KK (möglichst insgesamt und undifferenziert) so etwas unterstellt wird, um es als alleinstellungsmerkmal zu kennzeichnen.

    daher meine vergleiche ...


    Zitat

    Und da möchte ich darauf hinweisen, dass die Vielzahl der sozialen Aspekte, die bereits jedes einfache Spiel mitsichbringt einen positiven Einfluss auf die charakterliche Entwicklung hat. Zum Beispiel das Verarbeiten des Verlierens hinsichtlich der Frustrationstoleranz oder hinsichtlich des Gewinns bzgl. Bescheidenheit. Beim Tischtennis ist man gezwungen sehr schnell wieder ins Spiel zurückzufinden und entwickelt darüber eine gangbare "Bahn" Fehler schneller zu analysieren und Frust nicht aufkommen zu lassen.


    Solche Kompetenzen können auch übertragen werden. Das geht nicht, wenn man NUR Tischtennisspielt. Man muss auch verschiedene andere Bahnen aufbauen, die ähnlich sind. Ganz einfach durch verschiedene Spielvarianten desselben Spiels (Tischtennisdoppel fördert die Interaktion mit seinem Partner und gemeinschaftliche Fehleranalyse) oder durch andere Spiele mit ganz anderen Gesetzmäßigkeiten... Mal ne Runde Schach spielen oder ganz was anderes.

    eben.




    Zitat

    Eine Therapeutische Wirkung würde ich dem KKe/KSa Training genauso beimessen, wie etwa dem Tanzen.

    sag ich doch.

    warum also will man unbedingt den KK (wieder: ganz undifferenziert und pauschal) diese therapeutische wirkung zuschreiben?


    wobei es ja schon lustig ist, daß bewegungssysteme, die allein dazu gedacht waren (und sind), anderen menschen den größtmöglichen schaden zuzufügen, heute (!) als therapie für alles mögliche herhalten sollen.

    dem ursprungsgedanken wird das nicht gerecht, und weil das im grunde allen klar ist, müssen "philosophische" verbrämungen her, damit keine kognitive dissonanz aufkommt ...



    Zitat

    In einem Rhetorikbuch für Klugscheißende Studenten, geschrieben von einem langjährigen Dozenten und Professor, stand geschrieben, dass das Aikido am ehesten einer gut ausgebildeten Rhetorik entspräche. Man würde die Worte des Gegenübers immer in eine für sich günstige Bahn lenken... <- ich werde jetzt nicht noch gott weiß wie tief darauf eingehen, ich denke es ist klar.


    Diesen Gedanken würde ich auch so unterschreiben, obwohl meine Aikidoerfahrung wahrlich nicht groß ist.

    aikido ist (nicht nur in meiner wahrnehmung!) KEINE kampfkunst. es ist eine kooperative bewegungskunst, die dem tanzen eng verwandt ist, aber es ist KEIM kampfsystem. ganz einfach deshalb, weil man im aikido nicht lernt, zu kämpfen.



    ist es.

    Zitat

    Ich möchte aber tiefer gehen. Kann mir das Trainieren einer Kampfkunst alleine durch ihre Beschaffenheit etwas über das Leben beibringen?

    nein.


    kann dir das training im tischtennis allein durch seine beschaffenheit etwas über das leben beibringen?

    ist das überhaupt das ziel im tischtennis?

    nein?

    wieso sollte es dann in den KK anders sein?


    KK waren ursprünglich nichts weiter als "tools", um zu überleben. da war nix mit "philosophie".

    der ganze pseudo-philosophische mist wurde den KK doch im großen und ganzen erst seit beginn des 20. jahrhunderts übergestülpt.

    zu einer zeit, als die KK längst nicht mehr die bedeutung hatten, die ihnen einst als "überlebens-werkzeug" zukam.




    Zitat

    Es lassen sich überall Vergleiche ziehen. Wie seht ihr das?

    wenn man will, kann man auch einen frontkick aus den KK mit einem pas de deux aus dem ballett vergleichen und in letzteren irgend eine "verborgene kampffähigkeit" hineingeheimnissen ...




    Zitat

    Hintergrund meiner Frage ist die: Ich habe über die Jahre sowohl als Kampfkunst-Fan als auch als Milieutherapeut extrem viele Gemeinsamkeiten zwischen Kampfkünsten und Lebenseinstellungen entdeckt.

    Ein stabiler Stand als Basis für meine weiteren Anwendungen, dabei gleichzeitig eine hohe Flexibilität im Körper um mit Kräften besser umgehen zu können (Ausweichen, Ableiten, etc.)

    Auch die Frage, wie ich mit Problemen umgehe, die mir das Leben entgegenwirft, kann gestellt werden. Fliehe ich bzw. weiche ich aus/zurück? Nehme ich Kontakt auf bzw. blocke ich einen Angriff? Dränge ich mein Gegenüber (hier: Problem oder "Angreifer") zurück oder kontrolliere ich ihn in meinem Raum (Hebel, Fixierung). Das gilt im Kampf genauso wie im Leben.

    dasselbe kannst du dann auch über fußball sagen.

    oder über computerspiele - dort wirst du auch genötigt, flexibel zu sein und mit problemen umzugehen.

    wenn's dir nur um die körperliche ebene geht, kannst du das übertragen auf das tanzen. oder besser noch auf das ballett, denn dort benötigst du ebenfalls eine hohe flexibilität im körper, um mit kräften besser umgehen zu können. im turnen (bodenturnen oder geräteturnen) ist es genauso.

    oder im ausdruckstanz ...

    du siehst das problem?

    das ganze ist kein alleinstellungsmerkmal der KK.


    davon abgesehen halte ich nullkontakt-KK für sehr wenig geeignet, die von dir genannten dinge zu beherbergen.




    Zitat

    Kann uns das Studium von Kampfkünsten dabei helfen, Prinzipien im Leben zu verinnerlichen?

    möglich.

    aber warum muß es ausgerechnet eine KK sein? anders gefragt: was macht eine KK dafür geeigneter als bspw. freeclimbing oder fußball?




    Zitat

    Haben Kampfkünste mitunter in dem Sinne sogar eine therapeutische Wirkung?


    möglich.

    und wieder meine frage: was macht KK in dieser hinsicht wertvoller als gymnastik, yoga, tanzen, bergsteigen oder tauchen?



    Zitat

    Und was kann mir welche Kampfkunst beibringen?


    das läßt sich doch nur beim praktizieren / trainieren dieser KK feststellen, oder?




    Zitat

    Kann ich aus dem Muay Thai andere Lehren ziehen als aus dem Taijiquan?

    mit sicherheit.

    zum beispiel, daß man mit udn durch muay thai sehr viel schneller, effektiver und härter zu kämpfen lernt als mit und durch taijiquan.


    darüber hinausgehende "lehren", besonders solche "philosophscher" natr, werden zwar oft und gern behauptet (vor allem in den weichgespülten KK ohne harten kontakt und ohne wettkämpfe), lassen sich aber über solche extrem subjektiven postulate hinaus nicht belegen.


    ;)

    Ich trau mich mal ne blöde Frage zu stellen:


    Kann diese Judowurfprinzipien jemand im Selbststudium mit nem Partner wohlbemerkt straßentauglich selbst einstudieren?

    das ist keine blöde, sondern eine interessante frage.

    die antwort darauf lautet leider: nein.


    ich will's dir mal begründen ...

    es genügt nicht, die entsprechenden wurfprinzipien dem namen nach zu kennen. oder sich theoretisch mit ihnen auseinanderzusetzen.

    man muß sie erklärt bekommen.

    und zwar von jemandem, der diese prinzipien im kampf anwenden kann und der viel erfahrung damit hat (vorzugsweise außerhalb reglementierter wettkämpfe).

    solche erläuterungen funktionieren nur "hands on" auf der matte.


    es geht bei würfen vor allem um winkel ... wie man sie erkennt, warum es unbedingt diese winkel sein müssen und wie man sich selbst so positioniert, daß sich diese winkel zwangsläufig ergeben, OHNE daß man sich dabei verausgabt.


    das heißt, das zur kenntnis der korrekten winkel unbedingt die kenntnis gehört, wie man durch schrittarbeit dorthin kommt ("transition" würde man das im bjj nennen).


    zur schrittarbeit wiederum gehört das pummeling ("gripfight").


    und es gehört auf jeden fall dazu, daß man weiß, was zu tun ist, sobald ein wurfansatz fehlschlägt.

    und es gehört auf jeden fall dazu, daß man weiß, wie man den gegner effektiv greift, wenn keine "griffsicheren" klamotten da sind.


    und das ist nur ein kleiner teil dessen, was man wissen und können muß, wenn man würfe erfolgreich einsetzen will ...

    @schnüffler:

    nur so lange, bis sich in ihrer gewichtsklassen alle drauf eingestellt haben.

    und das geht oft sehr, sehr schnell.

    dann war's das, dann funktioniert es nicht mehr.

    wer dann nicht vielseitig ist, verschwindet ganz schnell in der versenkung.


    die wirklich guten judoka, die viele jahre an der spitze mitkämpften, waren allesamt sehr vielseitig.