Das Duell

  • Wiedereimal angeregt durch einen anderen thread, ein neues Thema.

    Das Duell.

    Ich für meinen Teil bin in dieser Hinsicht überzeugt shizophren. Auf der einen Seite halte ich dieses "Männerritual" für vollkommen blödsinnig, auf der anderen Seite stehe ich auf dem Standpunkt das man für seine Meinung auch einstehen sollte.

    Und da fangen die Probleme an. Es geht bei einfachen Formalien los. Wer ist überhaupt staisfactionsfähig ? Es endet bei kniffligen Fragen wie der Partnergleichheit. Die Voraussetzung bei einem Duell sind gleiche Vorraussetzungen. Also Rolli gegen Hüpfer geht eigentlich nicht, das wäre schon wieder regelwidrig.

    Wie man aus diesen beiden kleinen Punkten bereits erkennen kann ist das Thema doch recht komplex.


    Jetzt nur eine Frage ; wie kann man so etwas modern gestalten ohne die alten Regeln auszuhebeln.


    Andere Ideen, Kommentare zum Thema sind aber auch willkommen.

  • Okay, das Duell an sich ist ja aus der "Ehrverletzung" heraus gestaltet. Hätte jede Meinungsverschiedenheit zu einem Duell geführt, hätte sich die Weltbevölkerung schon reduziert. Nein, Duelle als Problemlösung sind ja nicht geeignet unterschiedliche Auffassungen auszudiskutieren, schließlich bleibt ja am Ende nicht unbedingt das bessere oder vielmehr überzeugendere Argument am Leben, es kann ja durchaus das falsche sein. Dadurch hat man per se schon mal nichts erreicht. Wer darf Befriedigung verlangen, eigentlich jeder, war es in früheren Zeiten doch ausschließlich den Blaublütern vorbehalten.



    Schaut man sich die sogenannten Fernsehduelle der Politiker an, was kommt dabei raus? Nichts. Liegt daran, dass hier Standpunkte auf Biegen und Brechen vertreten werden die parteikonform sind, da darf dielenige/derjenige nun nicht mal zugeben, das ist eine Ideologische Manifestation der Partei vorgegeben ist.


    Wie kann man so etwas modern gestalten? Tja, das ist wiederum ein Problem der Versicherungen, wer zahlt hinterher für entstandene bleibende körperlichen Schäden.


    Weil es grad aktuell im TV lief: In Chicago veranstaltet ein ehemaliges Gangmitglied Hinterhofkämpfe. Streithähne der unterschiedlichsten Gangs müssen sich anmelden und ihren Steigernd angeben. Der Kontrahent wird dann von ihm eingeladen. Beide werden nach Waffen durchsucht und der jeweilige Kampf unter Auflagen und Schutzmaßnahmen durchgeführt. Er soll auf die Art gute Erfolge erzielt hieben, da die Jungs sich jetzt nicht mehr wegen jedem Scheiß abknallen. Die Polizei unterstützt das sogar ( eben wegen der wenigeren Toten) und kontrolliert einen Bereich um das Haus, damit nicht irgendwelche anderen Gang Mitglieder dazwischenfunken.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Da bist du aber informatorisch auf dem Holzweg. Duelle fussen großenteils auf der Vorstellung des Gottesurteils. In diesem Rahmen waren auch Bürgerliche fröhlich mit dabei. Natürlich konnte und kann man sich nur innerhalb der eigen Gesellschaftsklasse schlagen. Wer nglaubt diese Klassengesellschaft gibt es nicht mehr, denkste.

    Der Sinn des Duells bei einer Entscheidung auch Ehrenhändeln bestand halt darin das man selbrt eben keine Entscheidung finden konnte. Also muß der da Oben halt mal ran.

    Diese Unsitte des Ramsch, des sich wegen Krams den Degen um die Ohren hauen hingegen ist eine rellativ neue Erfindung. Der Blödsinn nahm solche Ausmasse an das in den 1850 igern das Ganze verboten wurde.

    Dummerweise hielt sich aber keiner daran.

    Im 20 ig Jhdt wurde das Ganze dann wieder teilweise erlaubt. wenn ich es richtig verstanden habe in dem Rahmen einer Körperverletzug im gegenseitigen Einverständnis. Also das Gleiche wie beim Boxen etc. D.h. Jemanden endgültig aufspiessen ist nicht erlaubt, ein netter Schmiss hingegen schon.

    Es wäre ja auch mehr als seltsam wenn sie die Burschen der juristischen Fakultät sich illegal schlagen würden. Wäre doch unpraktisch wenn man deswegen sein ganzes Studium vergessen könnte.

  • Nun, dann müssen wir erstmal deine Definition des Duells mit meiner abgleichen. Duell, soweit ich mich erinnere heißt in erster Linie nichts anderes als Zweikampf. Wurde in grauer Vorzeit zur Sicherung von Gebietsansprüchen z.B. oder Machtansprüchen genutzt. Häuptling A haut Häuptling B aufs Haupt und ist somit Oberchef ( hieß glaube ich Dvell im germanischen).


    Ich ging hier nun mal vom dem hinlänglich bekanntesten Typus aus- Ehrverletzung und Satisfaktion des Adels.


    Und nochmals, das "Totschlagsargument" kann niemals 100% das richtige sein...

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Stimmt in grauer Vorzeit schon. Ab dem Mittelalter wurde es dann gottesurteilsmäßig. Für Bürgerliche gab es sogar spezielle Zweikampfausrüstungen, der Adel focht mit dem was angesagt war.

    Mit angesagt meine nicht in Mode sondern was man ansagte. wen an auf Schwert forderte wurde halt mit dem Schwert gefochten.

    Das immer bis zum Tode gefochten wurde ist eine Legende die sich aber echt hartneckig hält. Wie gesgat, es ging um eine entscheidung von Oben.

    Später wurde das Ganze dann oberflächlich auf den Ehrbegriff reduziert.

    Ehrbegriff, Beleidigung.

    Mal angenommen ich sage "Herr Kibon Sie sind ein ausgemachter Eimerkopf ,um nicht zusagen eine Schande für alle Vollidioten". Das ist doch schon eine reife Packung an Beleidigung.

    Tatsächlich ? Mal angenommen du wärst das Alles, was anders habe ich ja nicht gesagt, dann wäre es eine Tatsachenfeststellung und damit eben nicht ehrabschneidend.

    Wer will aber sagen ob ich recht habe oder nicht ?

    Um das zu klären hilft halt blos spitz auf spitz.

    Formal sind wir ebenbürtig, also geht das.

    Ebenbürtig : Es bezieht sich nicht nur auf Adel und nicht Adel, das geht weiter bis in die verschieden Ketegorien der nichtadeligen Gesellschaft. D.H. Apother gegen Apotherker geht, Apotheker gegen Rechtsanwalt...ich bin mir nicht sicher. Auf jede Falle Buchhändler gegen Rechtsanwalt ginge nicht. Also der gleiche kalssenzeikus wie heute auch.

    Wie weit wurde gefochten : Es reichte eine leichte Verletzung aus bei Pistolen auch das beide geschossen hatten. Wenn keiner traf, nun dann war es halt unentschieden, du wärst halt eventuell der Eimerkopf etc. Beide hätten auch jeden Fall ihren Staus Quo wieder der auch heute noch essentiell ist in der Geschäfts und Gesellschaftszene.


    Wo ich das Vergnügen hatte war es übrigens eine Beleidung meiner Frau Mutter ( Sie ruht inzwischen in Frieden ). Wenn man mich angreift, mir egal, aber meine Leute, dann Cave Kaji ! Das gilt für meine Familie und meine Freunde.

  • Ab dem Mittelalter wurde es dann gottesurteilsmäßig.

    Nö, das gabs schon früher. Die alten Germanen hatten schon dafür zuständige Götter. Welcher jetzt zuständig war, war aber regional verschieden.