Wie viele Würfe muss man können?

  • Hallöchen,


    Angeregt durch die Teakwondodebatte über die Anzahl der möglichen Handschlagtechniken, habe ich mich gefragt, wie viele Würfe man so als ein "Wurfspezialist" eigentlich können müsste. Die Frage geht dabei auch an die Wurfmuffels aus dem Kickboxen *hihi*. Also es soll um Selbstverteidigung gehen und nicht um Wettkampf.


    Es wäre schön, wenn wir die Bezeichnungen auf deutsch hinbekommen, weil ich die meisten gar nicht übersetzen kann und auch gar nicht soviele kenne aber ich möchte sogerne einpaar ergooglen und im Training mal ansprechen und gucken was der Trainer dazu meint. Wir trainieren im JJ derzeit nur sehr JJ lastig und kooperativ, aber im freien Training, könnten wir auch mal etwas mehr "for the street" machen.


    Also was meint ihr?


    Ich halte mich zurück, vielleicht kann ich dann schon etwas zu ordnen, möchte vermeiden, den Thread schon vor ab in eine Richtung zu lenken.


    Liebe Grüßli

  • Einen nach vorn, einen nach hinten und ggf. Rettungswürfe, wie Wurfkonter und Selbstfaller.

    Unter Stress wirst du immer wieder in die selben Prinzipien verfallen.

    Wenn du dir Wurfspezialisten anschaust (Judowettkämpfe), dann wirst du feststellen, dass viele Wettkämpfer immer wieder den selben Wurf zum Sieg durchbringen.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Rettungswürfe habe ich noch nie gehört, was kann man sich darünter vorstellen?


    Prinipien :blush: was meinst du jetzt damit? Kannst du meir welhce nennen?


    Danke schön!

    Wenn du dir Wurfspezialisten anschaust (Judowettkämpfe), dann wirst du feststellen, dass viele Wettkämpfer immer wieder den selben Wurf zum Sieg durchbringen.

    Kannte ich noch nicht. Ich habe mir vorgenommen mehr Wettkampfvideos anzuschauen. Vielleicht wäre das auch ein Thread wert?


    Mach du ihn doch auf, war doch fast deine Idee.


    :)

  • Rettungswürfe sind Konter, die ich aus vielen Positionen nutzen kann und Selbstfallwürfe/Opferwürfe, wo ich selbst in die Bodenlage gehe, wenn ich mein Gleichgewicht verliere oder geworfen werde und der Angreifer noch nicht richtig im Wurf drin ist.


    Prinzipien im Stress wirst du erfahren. Dein Körper wird immer wieder Sachen machen, ohne darüber nachzudenken oder an eine bestimmte Technik denken. Sondern einfach merken, in welche Richtung das Gleichgewicht gebrochen ist und wie man es ausnutzen kann.


    Ich persönlich bin ein eher schlechter Judoka, Grappler, weil ich durch schieben, ziehen, drehen und bewegen schlechter in Würfe rein komme.

    Wenn ich aus dem schlagen und treten in Würfe komme, dann habe ich persönlcih ein besseres Gefühl.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Als"Wurfspezialist" für was?

    Prinzipiell genau soviele, wie für was man auch immer benötigt!

    Genau so eine seltsame (und für mich unsinnige) Frage wie im TKD Thread.

  • Als"Wurfspezialist" für was?

    Hier

    Also es soll um Selbstverteidigung gehen und nicht um Wettkampf.

    Schade. Zündet irgendwie nicht. Vielleicht kann man mir ja einpaar typische Konterwürfe auf Youtube zeigen. Habe nichts gefunden.


    Grüße

  • @schnüffler:

    Zitat
    Wenn du dir Wurfspezialisten anschaust (Judowettkämpfe), dann wirst du feststellen, dass viele Wettkämpfer immer wieder den selben Wurf zum Sieg durchbringen.

    mit verlaub, das sind keine wurfspezialisten, sondern "one trick ponies".

    sportjudo fördert die wurfvielfalt nicht gerade ...

  • konterwürfe?


    bitte sehr:



    jacques seguin ist einer der technisch besten judoka der vergangenen 70 jahre ...

  • zur frage, wie viele würfe man beherrschen "muß":

    es geht nicht darum, wurftechniken zu sammeln.


    es geht darum, grundlegende wurfprinzipien zu verstehen, und davon gibt es nicht so sehr viele.

    würfe sind stets die konkrete umsetzung eines bestimmten wurfprinzips.

  • @schnüffler:

    mit verlaub, das sind keine wurfspezialisten, sondern "one trick ponies".

    sportjudo fördert die wurfvielfalt nicht gerade ...

    Diesen einen Wurf bringen sie aber bis zum erbrechen unter den gegeben Umständen durch.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • @schnüffler:

    nur so lange, bis sich in ihrer gewichtsklassen alle drauf eingestellt haben.

    und das geht oft sehr, sehr schnell.

    dann war's das, dann funktioniert es nicht mehr.

    wer dann nicht vielseitig ist, verschwindet ganz schnell in der versenkung.


    die wirklich guten judoka, die viele jahre an der spitze mitkämpften, waren allesamt sehr vielseitig.

  • Das stimmt. Siehe RR in der UFC.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ich trau mich mal ne blöde Frage zu stellen:


    Kann diese Judowurfprinzipien jemand im Selbststudium mit nem Partner wohlbemerkt straßentauglich selbst einstudieren?

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Ich trau mich mal ne blöde Frage zu stellen:


    Kann diese Judowurfprinzipien jemand im Selbststudium mit nem Partner wohlbemerkt straßentauglich selbst einstudieren?

    das ist keine blöde, sondern eine interessante frage.

    die antwort darauf lautet leider: nein.


    ich will's dir mal begründen ...

    es genügt nicht, die entsprechenden wurfprinzipien dem namen nach zu kennen. oder sich theoretisch mit ihnen auseinanderzusetzen.

    man muß sie erklärt bekommen.

    und zwar von jemandem, der diese prinzipien im kampf anwenden kann und der viel erfahrung damit hat (vorzugsweise außerhalb reglementierter wettkämpfe).

    solche erläuterungen funktionieren nur "hands on" auf der matte.


    es geht bei würfen vor allem um winkel ... wie man sie erkennt, warum es unbedingt diese winkel sein müssen und wie man sich selbst so positioniert, daß sich diese winkel zwangsläufig ergeben, OHNE daß man sich dabei verausgabt.


    das heißt, das zur kenntnis der korrekten winkel unbedingt die kenntnis gehört, wie man durch schrittarbeit dorthin kommt ("transition" würde man das im bjj nennen).


    zur schrittarbeit wiederum gehört das pummeling ("gripfight").


    und es gehört auf jeden fall dazu, daß man weiß, was zu tun ist, sobald ein wurfansatz fehlschlägt.

    und es gehört auf jeden fall dazu, daß man weiß, wie man den gegner effektiv greift, wenn keine "griffsicheren" klamotten da sind.


    und das ist nur ein kleiner teil dessen, was man wissen und können muß, wenn man würfe erfolgreich einsetzen will ...