Der geistige Weg der Kampfkünste

  • die Geschichte von choi ist mir bekannt, mir ging es nur um die Reihenfolge itf/wtf. Da lag ich ja richtig.

  • Das ganze System aber deswegen abzulehen halte ich für sehr pauschal. Die Lehren Buddhas, Zhuangzis und anderer, die ich in der japanische KK wiedergefunden habe, haben mich bisher in meinem Lebensweg immer bestärkt. Diese Lehren sind in Japan nunmal schon etwas älter (und nicht nur dort). Wer sagt denn, dass die Japaner keine positive kulturelle Entwicklung mehr durchmachen dürfen und alles uralt sein muss? Wie gesagt, wenns hilft, ist es mir rechtens.

    Wo wird den das gesamte abgelehnt? Ich habe mich dahin geäußert das man Sachen differenzieren muss.
    Verschiedene Kampfkünsten sind von verschiedenen Lehren verschiedenartig beeinflusst.
    Die Lehren Buddhas in Japan ... Tendai, Nichiren, Zen(Rinzai,Soto,Obaku,Fuke), Mikkyo(Marishiten,Fudomyoo,Kannon, Bishamonten), Shingon, Shin. Das sind alles unterschiedliche geistige Strömungen die zu verschiedenen Zeiten verschiedene Kampfkünstler und deren Stile beeinflusst haben.
    Mugai Ryu ist stark von Zen beeinflusst. Kendô von Neokonfuzianismus, Tenno-Shinto und japanischen Militarismus.
    Hozoin-ryu von der Hosso Schule des Buddhismus des Kofukuji Tempels.
    In der Hokushin Itto-ryu wird Myoken-Bosatsu angerufen, in der Katori Shinto-ryu Marishiten und Fudomyoo, in der Hyoho Niten Ichi-ryu Kannon.


    Dann kommen wir mal zu den verschiedenen Shinto Kami.
    Katori Shinto ryu leitet sich von Futsunushi no Mikoto ab, Kashima Shinto ryu von Takemikazuchi no Kami und in der Araki ryu wendet man sich oftmals direkt an Ameterasu


    Es ist ja super toll das du im Budo Lehren findest die dein Leben bereichern. Will dir ja niemand nehmen.
    Die Realität in den japanischen Kampfkünsten sieht trotzdem so aus das es nicht den Budo-Geist oder den Bushido-Geist gibt.
    Und jeder Lehrer sieht es halt ein bisschen anders und gibt dir seine Werte und Lehren mit aufn Weg wenn du unter ihm trainierst.
    Nicht mehr, nicht weniger.

  • Das hat mal alles so ziemlich auf den Punkt gebracht! Ino :thumbup:
    Da kann ich in vielem nur beipflichten.
    Der Weg ist der wo man sich drauf begibt. Ein Leben lang wirst du da Kreuzungen haben die dich auf deinem Weg einmal nach Links führt und ein andermal nach Rechts, aber es ist Dein Weg. Wie der aus zu sehen hat kann dir keiner Vorschreiben. Es gibt nur die die dich führen können. Oder wie man so schön sagt; Auf den rechten Pfad führen. Aber dein Weg musst du für dich selber finden. So ist es in allen Dingen.


    Ou Mann, das war mal wieder ein Filosofischer Ausbruch! :D

  • Hi zusammen,


    "der geistige Weg der Kampfkünste"... das regt eigentlich zu einer Doktorarbeit an.


    Mir bereitet das Thema Probleme. Zum einen, weil die Philosophie die (angeblich) die Kampfkünste beeinflusst, asiatisch ist und daher imho vom Normalwestler nicht verstanden werden kann. Ähnliches gilt übrigens auch für Traditionen, die in Handlungsweisen und Geschichte verwurzelt ist, die nicht einfach zu verstehen sind. Vieles erschließt sich erst durch jahrelange Aufenthalte in anderen Ländern, die die wenigsten Menschen machen können.


    Wem das zu abstrakt erscheint, der möge einmal versuchen, die eigene kulturelle und philosophische Geschichte zu hinterfragen und daraus abzuleiten, wo heutige Norrmen herkommen. Das liest sich einfacher als es ist.


    Mir erscheint das Verhältnis von Kampfart und Philosophie zudem oft wie ein Henne-Ei-Paradoxum: was war eher da?


    Wenn ich in einer Kampfart etwas philosophisches zu glauben finde, liegt es daran, dass es da ist oder dass ich es dort finden will?
    Wenn ich etwas postulieren möchte, ist dazu nicht ein Schlagwort wie Tradition nicht die einfachste Möglichkeit, jemandem weh zu tun?


    ""


    Luxmann schrieb:

    besonders im Verhältnis auf bedingungslose Treue


    Ich glaube und habe erlebt, dass gerade in den Kampfarten diese Eigenschaft, diese Forderung oder Tradition dazu angetan ist, KAmpfarten ad adsurdum zu führen.


    Eigentlich sollen nach meiner Vorstellung Kampfarten dazu führen, (sich) selbst-bewusster zu machen, um dann den eigenen Weg (nicht den schon durch andere ausgetretenen) gehen zu können.


    Und gleichzeitig gibt es teilweise nichts unfreieres als die Traditionen oder Romatiken, die offene Türen verschließen und undurchdringlich machen.


    Hi Ida, (pardon korrekterweise Luxmann)


    der Beitrag geht nicht explizit in Deine Richtung, auch wenn ich einen Satz aus dem Zusammenhang gerissen und zitiert habe. Bitte sehe mir das nach




    Das könnte ein längerer Thread werden. :-)


    Winke


    Mac :-)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Mac () aus folgendem Grund: Edit: ein irrtümlicherweise ida zugeordnetes Zitat auf Luxmann geändert

  • Hallo Mac


    der geistige Weg der Kampfkünste...
    da finde ich einiges in Büchern ( auch von Werner Lind ) wobei oft unklar bleibt, woher die Autoren ihr Wissen und ihre Erfahrungen haben.


    Dann stimme ich Dir bei. Ich lese auch das Buch von Seo Yoon-Nam (habe von ihm einige) und erkenne, die Kultur der Koreaner kann ich auch nicht 1:1 mit meiner vom Christentum und den Bräuchen meiner Heimat beeinflussten Lebensvorstellung gleich setzen.


    Was ich für mich ableiten kann.
    In einem realen Kampf gibt es sehr viele Umstände, die dafür zuständig sind, das ich einiger maßen unbeschädigt entweder meinen Gegner besiege oder davon komme.
    Vieles wird durch die bessere Technik, die bessere Kondition, usw. entschieden.


    Nur wenn der Geist nicht mitspielt, ich mich vom Angreifer beeindrucken lasse, ich mich auf seine Strategie einlasse, dann habe ich schlechte Karten.
    Eine Möglichkeit sich selber zu beeinflussen, die Anspannung zu lösen, ist das bewusste Atmen.
    Was mir geholfen hat, ist das Autogene Training, für uns westlich geprägte Menschen einfacher zu verstehen.


    www.youtube.com/watch?v=MNS0XyYeFEA


    Jetzt bin ich auf weitere Gedanken von anderen Schreibern gespannt.
    Wird bestimmt für jeden viele Fragen aufwerfen aber auch viel Stoff zum Nachdenken anbieten.


    Gruß
    soto

  • ... @ Mac, nix für ungut, aber das Zitat ist nicht von mir, sondern von LuxMan
    ich habe in diesem Thread nur die Beiträge #11 und #15 verfasst. ;)


    gruß ida

  • Hi ida,


    pardon, mein Fehler. Ich habe mein Posting editiert. Das Zitat war von Luxmann.


    Danke für den Hinweis. :-)


    Winke


    Mac :-)

  • der geistige Weg der Kampfkünste...
    da finde ich einiges in Büchern ( auch von Werner Lind ) wobei oft unklar bleibt, woher die Autoren ihr Wissen und ihre Erfahrungen haben.


    Dann stimme ich Dir bei. Ich lese auch das Buch von Seo Yoon-Nam (habe von ihm einige) und erkenne, die Kultur der Koreaner kann ich auch nicht 1:1 mit meiner vom Christentum und den Bräuchen meiner Heimat beeinflussten Lebensvorstellung gleich setzen.

    Nun, in Büchern findet man, je nach eigenem Verstehen unterschiedliche Ansätze. Sicherlich kann man Ideen oder Anregungen finden, dennoch steht man grundsätzlich einer Meinung nicht negativ gegenüber, wird man sich eine fremde Meinung schneller zu eigen machen. Hat man aber schon eine selbst erdachte Meinung- die zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht verfestigt ist- springt man leider all zu schnell auf einen Zug auf ohne es weiter zu reflektieren.
    Woher haben die Verfasser ihre Thesen, haben die sich im stillen Kämmerlein ausgedacht oder sind es Erfahrungswerte durch das tägliche Leben?
    Ist man, so wie ich, schon etwas länger auf dieser Kugel, wird man immer wieder überrascht, das das Leben einem genug zum Nachdenken über die eigene Weiterentwicklung vor die Füße schmettert, dazu braucht es dann doch keine sinnverdrehten Anregungen aus Büchern. Hier und da reicht mal innezuhalten und sich selbst zu betrachten. Das gilt dann genauso für die Kampfkunst, einfach mal innehalten, die eigenen Ziele überprüfen und dann danach handeln.

  • Hallo Kibon,


    Du bringst sehr interessante Ansätze.


    Nehme ich das Buch von Werner Lind, Budo: Der geistige Weg der Kampfkünste, dann bekomme ich einiges an Informationen, die Werner Lind für wichtig hält, um den " geistigen Weg der Kampfkünste " zu beleuchten.
    Einiges finde ich auch als Text in andern Büchern über Kampfkünste oder Martial Arts.


    Bestimmt sind vieles Ideal-Vorstellungen, auch die Angaben zu den Meistergraden. Da wird der 5. und 6. Dan - Grad des Wissens , bezeichnet.
    Jeder der sich in den Kampfsport-Arten auskennt, wird wissen, es gibt da solche und solche Meister.
    Wenn Du das Buch liest, stellst Du fest, Werner Lind hatte sich große Mühe gemacht. Nur ob das alles so stimmt?


    In meinem Leben habe ich vieles durch Bücher gelernt, angefangen in der Schule , dann in verschiedenen Ausbildungsbereichen.
    Bei der Bundeswehr war es am Einfachsten, was ich dort in Dienstanweisungen, Unterlagen fand, das wurde auch in dieser Art unterrichtet.
    Wobei jeder - der sich damit beschäftigt - erkennt die Bundeswehr hat sich durch ihre Auslandseinsätze grundlegend verändert.


    Später war das etwas anders.
    Da hatten zwei Ausbilder nicht immer die gleichen Ansichten und oft unterschieden sich ihre Vorschläge auch noch von meinen Unterlagen.
    Aber nur was in den Fachbüchern stand, das wurde bei der Prüfung als Wissen abgefragt.


    Vielleicht hat das auch meine Einstellung beeinflusst.
    Das sind meine Gedanken zu Deinen Zeilen.


    Gruß
    soto
    :)

  • ....Was haltet Ihr von diesen Worten: "Sie erkannten, daß der ungeheure Drang zu allen Äußerlichkeiten das eigentliche Hindernis auf dem Weg zu jeder höheren Erkenntnis ist und somit der Feind nicht auf dem Schlachtfeld, sondern im eigenen Inneren bekämpft werden muß "...



    Nun ja - Ähnliches sage ich zu meinen Leuten beim Training (in unseerm Dojang hängen an zwei Wänden über den ganzen Raum Spiegel):
    "Schaut in den Spiegel vor Euch , da seht Ihr den größten Feind. Den, der Euch immer wieder am eigenen fortkommen behindern wird."


    Damit möchte ich erreichen, dass sie achtsamer sind, sich fokussieren und nicht mit Ihren Gedanken abschweifen.
    Mich stört allerdings das "bekämpfen" in diesem Satz.


    Denn ich muss mein eigenes Ich nicht bekämpfen, ich muss es "kultivieren", damit klar kommen.

  • Im Allgemeinen zu solchen Büchern:


    Für mich sind das oft Denkansätze, die aber dann von vielen dogmatisiert werden - auch und vor allem in dem Unverständnis der eigentliche Sache.
    Als Beispiel sei mal der Marxismus und auch das Christentum angeführt.
    Beide sind prinzipiell gar nicht weit auseinander - helft Euch, steht zueinander etc.


    Welcher Unsinn aber anhand beider Bücher verzapft wurde, wissen wir alle.