Diskussion: m.M. wird zur h.M. in der Welt der Kampfkünste (Bodenkampf < Standpkampf)

  • Diese 75 % sind deine Annahme und Fiktion oder wie kommst du da drauf?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Ja das ist jetzt einfach mal eine Annahme, die ich für realistisch halte.

    Si·g·na·tu̱r
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  • Wie definierst du reine Standkämpfer und wie reine Bodenkämpfer?
    Als Standkämpfer ne Takedowndefence beherrscht und als Grappler ne Schlag-/Trittabwehr auf dem Kasten?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Wie definierst du reine Standkämpfer und wie reine Bodenkämpfer?

    Die Frage ist gut. Nur routiniert im Stehen zu kämpfen, das ist ein Standkämpfer <- hatte ich aber schon sehr oft definiert.


    Die Untergrenze bilden dann wohl idR. Thaiboxer, da diese Schmeißen können. In der Regel beherrschen sie auch Sperrbewegungen. Aber sie können nicht auf dem Boden kämpfen, da verhalten sie sich wie frischgeangelte Fische.

    Als Standkämpfer ne Takedowndefence beherrscht und als Grappler ne Schlag-/Trittabwehr auf dem Kasten?

    Nein, das darf gerade nicht trainiert worden sein. Das widerspricht doch der Grundannahme.


    Takedowndefense bedeutet für mich, dass jemand ein Zubodenbringen vermeiden kann. Das gibt es unter den MT-Leuten, die das als reine Standkampfform machen so eigentlich nicht. Klar gibt es Leute, die ihr Training umfänglicher aufstellen und nach dem "Boran" gehen und auch solche Inhalte trainiert haben, aber diese Kämpfer fielen dann raus. Wohlbemerkt kommt es überhaupt nicht darauf an, welchen Stil sie trainiert haben, sondern welche Inhalte sie vermittelt bekommen haben - Kampfroutine, darum geht es, nicht um das System, und das lasse ich mir von Leuten mit miserablem Textverständnis nicht unterjubeln. :) Du bist stelbstversändlich nicht gemeint. stichel stichel stichel. :D


    Ähnlich wie viele Jujutsuka, die das Schlagen, Treten, Schmeißen und Randori/Ringen draufhaben. Das wären Kämpfer die da auch nicht mitmischen könnten.


    Ich habe auch Boxer kennengelernt, die so dermaßen "dirty" sein konnten, dass auch sie "Bodenerfahrung" mitbrachten. Das muss schon ermittelt worden sein, inwiefern sie ab Takedowndefense in der Bodendistanz mitmischen können.


    P.S.: Wieder sind Wörter verschwunden, musste 3 mal drüberlesen.

    Si·g·na·tu̱r
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  • Heißt im Umkehrschluss die Grappler blocken nicht.

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  • Hast du schonmal einen reinen Ringer mit einem Boxer spielerisch arbeiten sehen?

    Si·g·na·tu̱r
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  • Ne, aber ich kenne einige recht gute Wettkampf-BJJler, die sehr ins schwimmen geraten sind, als es LowKicks, Fäuste und Knie gehagelt hat.

    Da kam kaum einer zu einem ordentlichen Griff, weil sie es nicht kannten.

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  • Ne, aber ich kenne einige recht gute Wettkampf-BJJler, die sehr ins schwimmen geraten sind, als es LowKicks, Fäuste und Knie gehagelt hat.

    Hallo Schnüffler,


    ich sehe wieder eine Problematik. Meine Frage zielte auf spielerisches miteinander ab. Wenn du jetzt von Lowkicks und Fäusten und Knieen ausgehst, dass da jemand ins Schwitzen kam, dann gab es ja schon Übrmannungsversuche; Dominierungen; Techniken auf Anwendung mit Wirkung.


    Das ist aber kein spielerisches Arbeiten. Das ist Sparring.


    Das ist ein wesentlicher qualitativer Unterschied in der Intensität der Technikausführungen und des kampftaktischen Vorgehens.


    Wenn ich nach einem spielerischen Miteinanderfrage, dann werden die Techniken allerhöchstens mit 10% aufgesetzt. So kann jeder schadfreid arbeiten und es können besser Lücken gesucht werden. Es zeigt sich dann meistens, da gebe ich dir recht, dass die Bodenkämpfer eine Doppeldeckung so nicht einnehmen. Da diese Form zu decken auch gelernt sein will, kann man nciht einfach sagen, dass sie sie nicht einnehmen wollen. Denn sie können es schlicht nicht. Aber das ist auch nicht schlimm, denn es passt nicht zur Vorgehensweise. Würde man Schläge aufnehmen, ist die Arbeit von hier aus schwieriger den Gegner in den Boden zu zwingen. Da gilt ganz einfach die alte Faustregel: "Bewegung ist ein Technikkiller." ;)


    Ich habe bei solchen Aufeinandertreffen öfter gesehen, wie die Ringer die Arme des Boxers fingen, parierten, abpratzten und sich so die Schwerpunkte verlagerten, dass sie es einfacher hatten zu werfen. Oder gar reinzustürmen. Auf einen zweiten Schlag kam es dann gar nicht mehr an, da dieser meistens aufgrund des gestörten Flusses, sobald der Ringer nämlich Kontakt aufnahm, gar keine gefährliche Wirkung mehr hätten entfalten können.


    Bei diesen spielerischen Trainings wurden Würfe meist nur angedeutet. Es zeigte sich auch, dass viele Standkämpfer dann in den Rückwärtsmodus gehen und sich ähnlich verzweifelt wie Taekwondoin im Kickboxen auf der Schlagdistanz, dann zurück in ihre Optimaldistanz flüchteten.


    Daher hatte man sich darauf geeinigt, dass die Kämpfer aus den schlagenden Künsten sofort angaben, wenn ein Treffer K.O.-Wirkung hätte haben können. Dann wurde sofort wieder von vorne begonnen. Würfe wurden nur angedeutet, manchmal ging es am Boden weiter.


    Meine Beobachtung in der Quintessenz:

    Die Bodenkämpfer räumen die Arme und Beine aus dem Weg und nehmen störend Kontakt auf, bringen sich in ihre gewohnte Idealposition noch während des Zubodenbringens und finishen dann am Boden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.


    P.S.: Ich hätte gerne von dir gewusst, wie ich das alles jetzt hätte kürzer fassen können? Ich finde, dass ich mir hier Mühe gegeben habe sehr klar zu schreiben, was ich beobachten konnte und was ich daraus wie geschlussfolgert habe.


    Ich bemühe mich stets deinen Erwartungen gerecht zu werden, auch, wenn du das nicht glaubst.


    FG

    Si·g·na·tu̱r
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  • Das blaue und fette von mir.


    Zu deinem P.S.

    Es gab diesmal keine Nebenkriegsplätze, keine Geschichten, die nichts mit dem Thema zu tun haben, usw.

    Das war zwar ein längerer Text, aber sowas ist in meinen Augen eine sachliche Diskussionsgrundlage.

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  • Hallo Schnüffler, mir scheint, dass wir unterschiedlich differenzieren.


    Ich habe jetzt nur mal danach gefragt, ob du ein spielerisches Miteinander beobachtet hast. Und auch nur innerhalb dieses Gedankens habe ich mich bewegt. Seitenstrang.


    Jetzt schreibst du:

    Zitat


    So, wie willst du es denn einbringen, dass der Schlagende nur 10% einbringt, der Grappler aber locker Arme und Beine auffängt, da aber nicht mit 10% Leistung antritt? Ich hoffe du verstehst was ich meine. Einer schlägt nur noch locker, der andere setzt aber seinen Körper komplett ein beim decken, parieren, auffangen. Das zu reduzieren, ist nämlich verdammt schwer. Genauso wenn die Schläge und Tritte keine Wirkung mehr entfalten. Ist halt was anderes, ob mir einer ins Gesicht stupst oder die Faust da einschlägt. Einmal gehe ich einfach weiter, beim anderen habe ich eine Reaktion.

    Da scheinst du schon wieder auf die 75%-Sache zusprechen zu kommen. Mir ging es jetzt aber erstmal nur darum, wie sich ganz generell solche Trainingserfahrungen, wie ich sie habe, herausbilden.


    Deine Kritik ist aber auch hier richtig vorgebracht, das ist aber auch von mir schon oben angedeutet worden. Wenn der Bodenkämpfer meint, er könne jetzt einfach fröhlich fressen, weil ja eh nichts passiert, dann ist das Training zur Nichte gemacht. Deshalb wurde das von umstehenden beobachtet und der Standkämpfer hat sofort K.O.-Treffer angemeldet. Bei Unstimmigkeiten wurde von außerhalb gesagt: "Ja, das wäre dein Aus gewesen."

    Dann wurde das Spielen wieder vom Mittelpunkt aus neu aufgebaut. Der Bodenkämpfer sollte schon vermeiden die Schläge oder Tritte zu kassieren. Einen Denkfehler habe ich also nicht gemacht. Es wurden auch Knie gefressen. Gingen sie durch, musste neu aufgebaut werden, weil dann (da ja nur 10% einschlugen und daher keine Wirkung entfaltete) angemeldet wurde, dass das den Kampf beendet hätte. Man hat vom Neuaufbau also eine komplett neue Kampfsituation simuliert. Hat der Bodenkämpfer das Knie pariert und abgeschwächt oder umgeleitet um sich so in Position zu bringen, durfte auch nicht zu 100% geworfen werden. Auch hier lautete die oberste Prämisse, dass sauber gearbeitet werden musste und Verletzungen zu vermeiden waren.


    Das ist überhaupt nicht schwer umzusetzen. Ich habe solche Trainingserfahrung ca. 20 mal gemacht. Das ist schon spannend, macht Spaß, wirft extrem viel Erfahrung ab. Im "Westen" so habe ich in Thailand verifizieren können, ist das Sparring viel zu oft viel zu hart. Man muss sich erstmal auf den Distanzen ein Sicherheitsgefühl "erarbeiten", das ist in D in vielen Vereinen nicht möglich, weil Anfänger viel zu schnell verheizt werden. Das konnte ich durch viele Gespräche verifzieren.


    Auch in meinem "Ausbildungsverein" wurde oft über "lockeres Sparring" geredet. Was das ist, das habe ich in Thailand erfahren. Die waren wirklich locker und übrigens, die klebten manchmal an den Techniken, wie *ing *ungler in ihrem Chisao. Nur haben die MTler dafür keinen Namen, sie machen es einfach. Stören und Fangen... kann ich jetzt auch :D


    Mir ging es mit diesem Gedankenausflug nur darum, ob wir beide evtl. eine Schnittmenge haben, was solcherlei Erfahrungen angeht.


    Wenn wir über meine Thesen reden, jetzt ändere ich den Bezug hier im Text, dann meine ich tatsächlich Vollkontakt und fließendes Kämpfen. Also habe ich da gedanklich strikt getrennt.


    Ich hoffe, dass das jetzt etwas klarer ist und bedanke mich für deine freundlichen Worte.


    P.S.: Hat ein Boxer eine Armbar probiert, dann war das OK, wenn er diese Erfahrung sich quasi erarbeitete. Heute kennen viele aus dem Fernsehen Techniken, die sie nicht umsetzen können. Auch Kouchigaris waren erlaubt. Der Boxer hätte auch schlagen dürfen. Witzig waren die Leute mit Handballerfahrung. Die konnten zimmern wie Boxer. Also Kam es auch mal vor, dass Leute aus dem Bodenkampf auf ganz andere Erfahrungen zurückgriffen. Das macht die Sache wieder schwieriger. ;)


    FG

    Si·g·na·tu̱r
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  • Auch Kouchigaris waren erlaubt.

    Hier habe ich mich falsch ausgedrückt.


    Ich wollte damit sagen, dass jeder Kämpfer sich regelkonform an allen Möglichkeiten bedienen darf. Macht ein Standkämpfer einen German-Supplex, dann ist das genauso OK, wie wenn der Bodenkämpfer zu schlägt.


    Da sich Menschen im Rahmen ihrer Gewohnheiten bewegen, ist davon auszugehen, dass so etwas eher seltener zum Sieg führen wird. Dieser Gedanke steckt hinter "Auch Kouchigaris waren erlaubt" <- für alle. Alles für Jeden innerhalb des Regelements. ;)


    Ich nehme jetzt noch eine Aspirin und lasse das Forum für heute sein. Habe Grippe.


    Konnte in meinen Texten keine weiteren Gedankensprünge/Fehler finden.


    FG

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  • Solch 10% Sparrings klappen meiner Erfahrung nicht wirklich gut. Entweder steigern sich beide da zu schnell rein oder die Wahrnehmung ist eine zu unterschiedliche.


    Kleiner Exkurs aus eigener Erfahrung:
    In meinem aktuellen Verein ist jemand, der so oft Grapplingwettkämpfe bestreitet wie es nur geht und diese auch sehr erfolgreich.

    Wir haben sehr oft schon gesparrt.

    Am Anfang war es ohne Handschuhe, Schienbeinschützer, so dass Schläge und Tritte nicht durchgezogen wurden. Er war immer sehr schnell an mir dran und wir waren im Clinch, wo es dann auch recht schnell zu Boden ging. Ich bezeichne mich selbst mal nicht als föllige Graupe, aber oft war es so, dass ich im Boden nur auf Grund von Kraft und Masse ihm was entgegen zu setzen hatte. Technisch und Schnelligkeit liegen im Boden klar auf seiner Seite.

    Irgendwann verspürte er auch die Lust auf einen Wettkampf mit ähnlichen Regeln wie im Allkampf Pro.

    Es gab Vorbereitungstraining und dann auch hartes Sparring. Sobald ich wirklcih Schlagen und Treten durfte (und auch diese waren nicht voll durchgezogen) hatte er extreme Probleme an mich ran zu kommen. Und wenn er gegriffen hatte, hat er verdammt viele harte Knie und Ellebogen gefressen, die wohl im Wettkampf viel mehr Schaden angerichtet hätten. Dann habe fast nur noch ich geworfen, um direkt ins GroundandPound zu kommen. Das war es dann auch für ihn mit diesem Wettkampfgedanken.


    P.S.

    Gute Besserung.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • [...]

    Es gab Vorbereitungstraining und dann auch hartes Sparring. Sobald ich wirklcih Schlagen und Treten durfte (und auch diese waren nicht voll durchgezogen) hatte er extreme Probleme an mich ran zu kommen. Und wenn er gegriffen hatte, hat er verdammt viele harte Knie und Ellebogen gefressen, die wohl im Wettkampf viel mehr Schaden angerichtet hätten. Dann habe fast nur noch ich geworfen, um direkt ins GroundandPound zu kommen. Das war es dann auch für ihn mit diesem Wettkampfgedanken.


    P.S.

    Gute Besserung.

    Liebe Mitlesenden,

    ich bitte um Verzeihung, dass ich mich nochmals einmische. In der Regel bin ich ein Freund von Sachlichkeit aber jemand, der behauptet, er habe im normalen Sparring verdammt viele harte Knie und Ellebogen verteilt, die im Wettkampf "viel mehr" Schaden angerichtet hätten, hört sich sehr unseriös an. Gerade für Wettkämpfer ist der Körper das Kapital. Warum sollte jemand, der ein Wettkämpfer ist, sich auf so hartes Sparring einlassen, in einer Disziplin, die er nicht so gut beherrscht wie sein Sparringspartner und obendrein noch geschädigt wird? Du sagtest ja "viel mehr" Schaden, d.h., es gab Verletzungen respektive Schaden am Sparringspartner. Und warum musst du deinen Sparringspartner gesundheitlich schädigen wollen, nur um zu zeigen, dass das nichts für ihn ist? Nun, es gibt mehrere Möglichkeiten dieser Sache auf den Grund zu gehen. Aiman Abdalla von Galileo Mysterie ist bereits kontaktiert.

    Die Möglichkeiten wären folgende:


    Diese Person, die das behauptet, ...


    1. hat noch nie erlebt, was wirklich harte Ellebogen- oder Knietritte anrichten.

    2. hat noch nie richtig hartes Sparring gemacht.

    3. hat noch keinen Vollkontaktwettkampf bestritten, bei dem auch Knie- und Ellebogentechniken erlaubt waren.

    4. hat mit einem Sparringspartner aus irgendeinem unterklassigen Hobbykampfsportverein gesparrt, bei denen es oft unausgesprochener Konsens ist, dass alle Anwesenden Mitglieder eigentlich schon Profis sind, die nur zufällig noch nicht entdeckt wurden und man sich im Training die Fresse mal richtig wegplästern muss, um ganz lang hängen zu lassen und zu zeigen, welches Talent man hat, auch wenn man garkeine Ahnung hat.

    5. hat mit einem Dummy Sparring gemacht und es nicht gemerkt, weil auf der Puppe Augen aufgemalt waren.

    6. ist mit Baron Münchhausen auf der Kanonenkugel geflogen.



    ich entschuldige mich nochmals aber es hat mich einfach überkommen.



    LG

    HerrMann

  • Fangen wir mal an:
    1. Ich habe mehrfach an VK Wettkämpfen teilgenommen, bei denen Knie und Ellebogentechniken erlaubt waren

    2. Ich weiß, was diese Techniken anrichten können, wenn sie durchgezogen werden.

    3. Ich habe sehr oft und sehr viel Sparring in allen unterschiedlichen Härtegraden betrieben.

    4. Das Niveau meiner Sparringspartner war sehr unterschiedlich, dann habe ich mich dem aber auch angepasst.

    5. Gestig minderbemittelt bin ich auch nicht.


    Lies bitte den kompletten Absatz.

    Zum einen stand drin, das die Schläge und Tritte nicht voll durchgezogen waren. Es reichte z.B. Halbkreisellebogen und dann Druck auf die Schläfe zu geben, bzw. etwas anzutitschen, um ihn aus dem Konzept zu bringen. Oder das Knie, was in die kurzen Rippen ging, hat seine Angriffsenergie gestoppt, ohne voll einzuschlagen, selbiges auf den Oberschenkel. Deswegen der Satz: die wohl im Wettkampf viel mehr Schaden angerichtet hätten. Da waren sie wphl voll durchgezogen worden. Und was seine Schäden anging: Ein blauer Fleck auf dem Oberschenkel und einer an den Rippen, sowie etwas gerötet im Gesicht.


    Das fällt nun wirklich nicht unter gesundheitliche Schädigung, oder?
    Oder würdest du deine Schüler unvorbereitet an solch einem Wettkampf teilnehmen lassen, wenn du es besser weißt?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • LG und gute Nacht.

  • Du hast den ganzen Zusammenhang nicht verstanden oder nicht alles gelesen.

    Es stand schon vorher, dass es vorbereitendes Training gab.

    Es gab auch lockeres Sparring, wo er, wie Smoo ein paarmal anmerkte, meine Schläge und Tritte einfach wegräumte.

    Dieses Sparring fand nach ca. 3 Monaten Vorbereitung statt und war auch so von ihm gewünscht, da er es sich nicht vorstellen konnte, was für einen Unterschied es macht, wenn es heftiger zur Sache geht.

    Und es war nicht voll durchgezogen.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Zunächst einmal..."Wo der Ziegenbock seinen Honig schleckt" gefällt mir. Diese Formulierung muss ich mir merken! :D


    Nun zum Thema: Da muss ich doch glatt mal Schnüffler zur Seite springen. Ich habe sein Post jetzt nicht so gelesen, dass er zum Zwecke der Wettkampfvorbereitung einen vollkommenen Rookie bloß gestellt hat.

    Ich lese da eher raus, dass besagter Sparrings-Partner beim ganz leichten Sparring weniger Probleme hatte, die Tritt- und Schlagdistanz zu überwinden, da er eben quasi gegen wesentlich weniger Widerstand arbeiten konnte/musste.

    Wenn aber dieser Widerstand plötzlich nicht mehr mit 10% sondern mit 80% rein rumpelt, hat das eine ganz andere Mann-Stopp-Wirkung. Die Schläge/Tritte kommen schneller und härter.

    Ich lese aber nichts davon, dass hier ein Neuling verprügelt wurde.


    Ich kenne die Wettkampfvorbereitung jetzt aus dem MT...da gings aber nicht mehr sonderlich viel um Technik. Die musste vorher schon da sein. Es ging eher darum, die gelernten Techniken in einen realistischen Wettkampf-Kontext zu setzen.

    Und das bedeutet, die Techniken schnell und hart gegen einen Gegner einzusetzen, der ebenfalls schnell und hart arbeitet.

    Die Schmerzen gehören zur Wettkampfvorbereitung genauso dazu, weils im Ring nun mal auch weh tut. Natürlich sind die Schmerzen aber nicht Trainings-Ziel, sondern ein "gewünschtes" Nebenprodukt des härteren Sparrings.


    Das lockere Technik-Sparring, das Smoo vollkommen zu recht so beschrieben hat, dient dem Erüben von Techniken unter freien Bedingungen, sprich einem (mehr oder weniger) unkooperativen Partner. Das ist eine reine Frage der Technik.

    Das harte Sparring in der Wettkampfvorbereitung dient dazu, einen Transfer von der Technik zur Anwendung im Wettkampf mit allen Nebeneffekten (Erschöpfung/Schmerzen) herzustellen.


    Kein Wettkämpfer hat was davon, wenn er der wahnsinns Techniker ist und beim ersten Lowkick auf den Oberschenkel wimmernd zusammen klappt oder merkt, dass seine Techniken bei 100% Geschwindigkeit/Intensität plötzlich nicht mehr funktionieren. Und um auch hier Vorerfahrung zu erzeugen geht man im Sparring halt ab einem gewissen Punkt ein wenig saftiger an den Speck.

    Ich würde als Grappler z.B. gerne vorher wissen, dass ich mit meinem tollen Shoot auch knackig ins Knie des Gegenübers tauchen kann...

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Finde die Richtung der Diskussion irritierend. Wenn jemand nicht weiß, was der Gesprächspartner für Erfahrung - worin auch immer - hat, lohnt sich das Nachfragen. Das Kopfkino springt einfach zu leicht an...


    Wenn es darum geht, die Kampfunterschiede von Leicht- zum Vollkontakt nachvollziehbar zu machen, schaut man mal ins Ju-Jutsu. Dass JJ des DJJV kämpft ausschließlich im Leichtkontakt. Bedeutet: Einen anstürmenden Gegener darf man zwar entgegenen, aber - Regelkonform - ausschließlich im Leichtkontakt. Damit hält man natürlich keinen heranstürmenden Angreifer auf und so passiert es, dass der Werfender dadurch, dass er nicht mit einer entsprechenden Energie gestoppt werden kann, grundsätzlich zum Wurfansatz kommt. Der verteidigende Kämpfer hat dann nur noch die Chance, den Wurf als solchen zu vereiteln, was sehr häufig - gerade unterhalb der Landesmeisterschaften - zu ganz bösen Gelenkverletzungen führt: Angreifer macht ne Menge Druck, Verteidiger hält zunächst hart dagegen (weil: stoppen darf er nicht). Sollte in so einem Fall der Angreifer dann doch zum Wurf kommen, wird dieser Wurf dadurch, dass plötzlich die Gegenenergie fehlt, mit einem "Ruck" beschleunigt. Dieses Szenario habe ich etliche Male bei den Verschiedensten JJ-Wettkämpfe gesehen...


    Nicht so, beim JJ-Allkampf, bei dem nun alles erlaubt ist. Mit dem gleichen Kämpfer, der in einem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften im JJ Vizemeister wurde, habe ich im gleichen Jahr in Berlin die Deutschen Meisterschaften besucht. Da habe ich kaum Kämpfer gesehen, die - so wie im JJ-Fighting-System, einfach in den Mann gelaufen sind, um zu werfen. Die bezogen da regelmäßig Prügel durch Ellbogen und Low-Kicks. Ergo: Es wurde viel zurückhaltender gekämpft, wodurch die Verletzungsgefahr durch "schräge Würfe" praktisch gen "0" ging. Genau an diesen Erfahrungen mache ich fest, dass es ein enormer unterschied ist, ob jemand im Leichtkontakt heranrauscht, um den Gegner zu werfen, oder ob dies im Vollkontakt stattfindet.


    Hierzu vielleicht - im NAchtrag - noch ein Gedanke: Im JJ gehörten die Würfe immer schon zu den sogenannten "harten Verteidigungstechniken", wie auch die Schlag- und Tritttechniken. Man stelle sich hier im JJ-Fighting-System das durch den Leichtkontakt und dem zulassen von Würfen einhergehende Ungleichgewicht vor: Der Angreifer darf den Wurf im Vollkontaktmodus durchführen, der Verteidiger hingegen darf sich nur mit Leichtkontaktmitteln zur Wehr setzen. Von daher haben und hatten Judo-Kämpfer im JJ-Fighting-System immer schon die Nase vorn... Kicken und Boxen - beispielsweise - wird da höchst riskant, weil man natürlich gerade die Beine gut abfangen kann... Lowkicks gibt es ja auch nicht, d. h. der Angreifer muss auf Höhe der gegnerischen Arme angreifen. Diese Regeln sind ein totales Chaos und führen eben auch immer wieder zu wirklich bösen Verletzungen... im Leichtkontakt!


    In diesem Sinn kann ich Schnüffler da auch nur zustimmen.

  • Gast 2 :

    Es ist eine reine Hypothese! Also wäre auch eine Antwort rein hypothetisch.

    Wie soll das ganze gemessen werden, da jeder individuell ist?


    Für mich steht ganz klar fest, dass der/die besten Kämpfer(innen) das am Besten überstehen werden.


    Man macht aus einem Schaf keine Wolf nur weil man ihm zeigt, wie man zubeißt.

    Ich habe sehr gut trainierte Leute gesehen, die athletisch top waren und viele Skills hatten, aber auf Wettkämpfe oder auch im Sparring total versagt haben.


    Ich bin nicht deshalb der Diskussion fern geblieben, weil Du mich evtl. vergrämt hast - ganz sicher nicht - sonder nur, weil sie für mich keinen sinn macht und zu nichts führt.


    Alles gut bei mir! ;-)

  • Darf ich dir hier die Geschichte vom Schaf und dem Löwenrudel erzählen?

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