Wie sieht die Zukunft des Kickboxens und K-1 in Deutschland aus?

  • Kickboxen und besonders K-1 ist momentan sehr populär weltweit, egal ob Organisationen wie Glory oder Kunlun. Wie sieht es in Deutschland damit aus?

    Ausser Michael Smolik ist medial nicht viel zu sehen und auf youtube sieht man ausser Glory Galas nicht viel.

  • Moin.


    Miserabel!


    Keine Öffentlichkeitsarbeit und Sat1 klammert sich an das Klischee der selbstgebackenen Weltmeister, warum?


    1. Weil sie profitgierig sind.

    2. Ausreichend Erfolg haben.

    3. Auf eine ordentliche Repräsentation des K1 buchstäblich scheißen. (Dein Nickname scheint hier eine gewisse Freigeistigkeit zu beflügeln!)


    Erlaube mir die Frage, wie man das ändern könnte, wenn Sat1 mit Smolik komplett D in Sachen K1 'dominiert' über ihre Ausrichtung zu den interessierten Laien.


    Smolik ist nicht schlecht. Bestimmt nicht.


    Aber er reißt die Fresse soweit auf wie Tommy Gunn in Rocky 5...


    Er reiht sich ein in die Elite der Kampftitanen, obwohl er sich faktisch gerade zum Hefti-Schlumpf gemausert hat.


    Das liegt nicht allein an Sat1 und dem katastrophalen Management, welches die Sympathie, die Smolik ausstrahlt, nicht einzusetzen weiß. Es kann diesem Gurkentrupp der kampfsportlichen Traurigkeit nicht angelastet werden, dass in Deutschland das Verbandschaos dazu führte, dass hier jetzt drölfzighundert Weltmeister im Kickonethaiboxen rumlaufen...


    Soweit es mein Gedächtnis noch zulässt mich an die Highspeed "Weltmeisterschaftskämpfe" von Smolik zu erinnern, da ich dabei immer drohe Asthmaanfälle und akuten Brechdurchfall gleichzeitig zu erleiden, kann ich nur sagen, dass ich mir damals vor dem Fernseher mit einem Hammer ausreichend sanft die Schläfe massieren musste, um diesen medialen Wahnsinn überhaupt irgendwie ertragen zu können.


    Warum?


    Weil ich sauer, traurig und wütend werde, wenn Hefti-Schlumpf gegen ein Glücksbärchen im K1 antritt, dann wiederholt zum Weltmeister hochgejubelt wird, der nach allen objektiven Gesichtspunkten neben Andy Hug, Ernesto Hoost oder sogar Buakaw Benchamak schlechterdings aussieht wie Mickey Mouse.


    Mein Gott ich mag den Kerl, aber er weiß sich nicht einzureihen. Und das Management kann nicht widerstehen über den netten Stadionsprecher hervorheben zu lassen, dass die ausgewählten Topkämpfer - mit teilweise Körperfett von über 30% - zur weltspitzenmäßigen Créme de la Créme gehören.


    Und dann wundern die sich, dass sie außerhalb von FB in der seriösen KS/KKLandschaft des Internet keiner mehr ernst nimmt?


    Ja nee, is klar.


    Weltmeister in D auf Sat1, erreicht durch Siege gegen Fallobst unter beschnittenem K1-Reglement...


    Wo ist mein Hammer, ich brauch 'ne Massage.


    Prost Mahlzeit

    Si·g·na·tu̱r
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  • Ich seh das genauso.

    Dazu würde ich gerne ergänzen, dass Kampfsport jenseits vom Boxen in Deutschland nach wie vor erz-konservativ als Proletensport gesehen wird.

    Die Leute lassen sich von Sat 1-Großevents des Hochglanz-Boxens verzaubern und fiebern mit ihren Helden, beim Kickboxen wenden sie sich Nase-rümpfend ab.


    Das K1/Kickboxen hat in Deutschland keine Lobby, zumindest keine einheitliche, die mit Marketing und PR mal ein wenig anschieben würde.


    Die Antwort auf deine Frage lautet also kurz und würzig: Keine!

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Die ganze Situation ist der ausreichende Beweis für die Arroganz der Kampfsportler allgemein.


    Man unterstützt sich nicht mal gegenseitig, wenn man aus Schwestern-ksa stammt.


    Mir ist kein Fall bekannt, wo einmal Verbande zusammen beschlossen hätten, eine Korrektur FÜR die öffentliche Wahrnehmung vorzunehmen.


    Das würde ja auch den eigenen Personenkult vernichten... Wer will schon Demokratie?

    Si·g·na·tu̱r
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  • Es gibt auch nur 2 Bekannte Fighter mit Enrico Kehle und Danyo Ilunga was etwas wenig ist um den Sport zu promoten. Da viele Fighter nicht sehr bekannt sind und mit Michael Smolik hat man sogar einen K1 Weltmeister.

    Ich finde das der Kampfsport in Deutschland generell nachgelassen hat

    und der Trend eher Richtung Selbstverteidigung geht.

  • und der Trend eher Richtung Selbstverteidigung geht.

    Das ist zwar nur am Rande dieses schönen Themas aber ich möchte dazu was schreiben.

    Diese Entwicklung ist ja auch nicht schlecht. Denn eigentlich waren die KS ja nur eine Randersscheinung der KK. Heute stehen sich diese Begriffe quasi gegenüber, dabei waren nur über reglementierte Vergleichskämpfe tödliche Ausgänge zu vermeiden, wollte man die Wirksamkeit des Erlernten sinnvoll auf die Probe stellen.


    Es machte den kleineren Teil des Trainings aus.

    Das kannst du auch an der Entwicklung des Muay Thai gut verifizieren. Der Ring war zwar heilig und voller Riten. Aber es deckt nicht das gesamte Gebäude dieser KK ab. Das MT ist nur ein Teil. Und mal Hand aufs Herz. Viele haben sich mit der Anwendung im "Kriegsfall" nach her nicht mehr beschäftigt, als sie merkten, dass Lowkicks und Ellenbogen alles ziemlich schnell erfolgreich wegklatschen, was ihnen im Weg stand.


    Wer würde heute noch ernsthaft leugnen, dass MT Training die SV-Fähigkeiten nicht begünstigen würde? Und das kann man so allgemein schreiben, weil die Trainer in dieser Nische flächendeckend die Fähigkeiten alle ziemlich nah an der praktischen Anwendung vermitteln. Aufwärmen, Ausdauer, Kräftigung - alles rund abgestimmt. So habe ich das bisher wahrgenommen.


    Anders sieht es aus wo nicht sehr kampfbezogen trainiert wird, weil etwa Grundtechniken in die Luft getreten, lustige Ballspiele zum Aufwärmen herangezogen und Kräftigungsübungen nicht abgestimmt werden. Diese Leute sind nach her in ihrer Fähigkeit sich zu verteidigen sogar eher benachteiligt, da reizüberflutet, nicht stressfähig und in der Anwendung nicht geschult. Im Ruhrgebiet trifft das auf viele lustige Trainierende zu, die einfach NIEEEE in ihrem Leben gekämpft haben, aber ganz große Formenweltmeister sind.


    Auch Drölfzig Jahre KK auf diese Weise macht nur einen Danträger mit drölftem Grad aus so jemandem. Und mehr nicht.


    :(

    Si·g·na·tu̱r
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  • Was du schreibst trifft meistens zu , da Kampfsport in Deutschland ziemlich in Richtung Fitness, SV und Formentraining abgedrifftet ist und

    immer weniger Wettkampfturniere stattfinden mit Ausnahme von Boxen.

    Kickboxen und K-1 ist in Holland und Osteuropa immer noch populär nur in Deutschland nicht was

    ich sehr Schade finde.

  • Ja das sehe ich sehr ähnlich, bis auf, dass das, was ich schreibe nur meistens zutrifft. :P Ich habe nämlich immer Recht. Und das weiß und respektiert hier jeder. :D


    Scherds bei Seite.


    Also die Situation ist miserabel. Irgendwie fällt mir auch nicht mehr dazu ein. Wie nimmst du denn das Klientel wahr? Sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer.


    Wenn man sich die Genderdebatte vor Augen führt und die Einführung von "Rundenboys", dann versteht man schnell, weshalb sich diese Sportarten nur sehr langsam entwickeln. Und schmerzt es noch so sehr, und ich weiß auch, dass es auf mich zurüggfallen wird... es fehlt an den Intellektuellen, die das richtige Konzept aufstellen. Ich meine damit nicht das Turniersystem, sondern das gedankliche Grundgerüst.


    Schau dir zum Beispiel GSP an. Ein Kämpfer vor derm Herrn. Angeblich von ganz unten nach oben durchgebissen und bescheiden geblieben. Seine Vorstellung vom Kampfsport ist eine idealisierte. In einem Interview für das Geo-Magazin hat er die wesentlichen Grundwerte aber auch Umgangsformen wie Respekt und Bescheidenheit glaubwürdig bezeugt.


    Und die Etnwicklung in der UFC? MC Gregor gibt den Ton mit einem unterirdischen Niveau an und vor... Leitkultur in die falsche Richtung. Sorry, dass ich auf das MMA umgeschwenkt bin, ich wollte nur einen Vergleich aufziehen.


    Womit ich nur sagen will: Es fehlt an einem Konzept, das auch die Mittelschicht und nicht bloß den interessierten Laien fesselt. Boxen wird ja immer noch als ein sehr edeler Sport wahrgenommen, da beißt Mike Tyson kein Ohr ab... also dieser Annahme beißt er das nicht ab. :D


    Du machst aber selbst auch nicht unbedingt hier gerade den Eindruck, als wolltest du eine gedankliche Stoßrichtung vorgeben, wie man das wieder ändern könnte.


    Ich meine: Weltmeisterschwachsinn weg, mehr Bescheidenheit, Respekt, ordentliches Auftreten und ordentliche Vergleiche... Smolik hat da versagt, als er sich selbst mit Tyson verglich. Da war klar, er hat einen Höhenflug und weiß sich nicht einzuordnen. Daran kränkelt diese Landschaft nunmal.


    Was meinst du?


    FG

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  • Fakt ist das die Vereinsmeierei das Kickboxen bzw K1 in Deutschland kaputt gemacht hat. Was fehlt sind Fighter und Gyms die was auf die Beine stellen und das was an Galas Angeboten wird ist einfach zu wenig. Man sollte Glory eher nach Deutschland bringen. Nur ohne deutsche Fighter nicht möglich und im Vergleich zur Ufc und MMA kann man kein Vergleich ziehen da beide unterschiedliche Sportarten sind und im K1 geht es nicht theatralisch zu.

    K1 in Deutschland hat in meinen Augen keine Zukunft auch ein Smolik kann da nicht viel bringen als Papierchampion.

    Da hat Boxen mehr Potenzial in Deutschland und Kickboxen weniger als Profisport.