Bessere waffenlose Fähigkeiten dank Waffentraining?

  • Hey,

    in den FMAs wird sehr viel mit Waffen trainiert. Auch wenn man eine Abneigung gegen Waffen hat, bietet das Training mit Waffen als Hilfsmittel viele Möglichkeiten. Das Training mit (Doppel) Stock und Co ist eine sehr gute Möglichkeit die Koordination zu verbessern. Steigerung der Rechs –Links- Koordination, Hand-Fuß- Koordination als Beispiele. Durch Messertraining werden in der Regel die Reflexe und Geschwindigkeit sehr gut geschult. Dies sind alles Fähigkeiten, die einen auch waffenlos von großem Nutzen sind. Auf Grund dieser Tatsache lässt Erik Paulson seine Shooto/MMA Kämpfer auch Elemente aus den FMAs trainieren.

    Vielleicht sollte man Waffen eher als Werkzeuge oder Hilfsmittel sehen.

    Wie ist eure Meinung zu den Thema?

    Grüße Chris

  • Kein schlechter Ansatz. Ich würde eine Sache aber etwas anders sehen. Im Idealfall ist eine Waffe ein Teil des Körpers. Das Schwert ist sozusagen mein verlängerter Arm nur scharf ausgeschliffen, aber kein Anhängsel oder Fremdkörper.

  • Die Philosophie im Hapkido ist genau das Gegenteil. In fast allen Stilen ( außer in einem neu gegründeten System der MAA-I) werden Waffen erst relativ spät in die Ausbildung eingebunden. Man geht davon aus, dass die Grundlegenden Prinzipien der waffenlosen Bewegungen auf die Waffe übertragen werden können, wenn die Prinzipien verstanden worden sind.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Das ist irgendwie witzig. Bei körpernahen Unterhaltungen habe ich raus bekommen das man die Waffentechnik prima auch ohne Verlängerung des Armes umsetzen kann. Scheint also in beide Richtungen zu gehen.

  • Die meisten klassischen Systeme gehen den Weg vom waffenlosen zu den Waffen, die Philippinos gehen da oft von waffenbasierend zu waffenlos.
    Die Waffe sollte eine Verlängerung des Körpers darstellen, stimmt. In unseren Breiten haben aber viele emotionale Schwierigkeiten mit Waffen, deswegen die Sichtweise "Waffe als Werkzeug".

    Ich für meinen Teil kann sagen, das gerade das Messertraining auch einen positiven Einfluß auf das waffenlose Training hat.

  • Ich finde es - explizit für Anbieter, die mit dem Slogan "Selbstverteidigung" werben - alternativlos, zunächst zu lernen, wie man mit einer Waffe umgeht. Dies schafft dann - in einem zweiten Schritt - auch den sinnvollen Kontext zu einer Arbeit gegen eine Waffe. Wenn man bedenkt, wie häufig ein Messer Mittelpunkt eines Ernstfalls wird, verstehe ich überhaupt nicht, wenn Systeme auf ihren Stand stehen bleiben, auf Tradition pochen, aber dennoch für sich eine realitätsnahe Selbstverteidigung propagieren. Hier sieht man dann z. B. wie ein Messer mit einem Block abgewehrt wird - ein absolutes NOGO.


    Ich habe nichts dagegen, wenn Messer - z. B. in Karatestilen - geblockt werden, mit dem Argument, dass es hier um die Tradition geht. Das ist in Ordnung. Sobald allerdings eine propagierte Selbstverteidigung im Mittelpunkt steht, ist ein Block nicht nur unrealistisch, sondern lebensgefährlich, wobei ich wieder am Anfang bin: Nur wer gelernt hat, richtig mit einem Messer umzugehen, gibt sich damit auch die Möglichkeit zu verstehen, warum Blöcke keine wirklich gute Idee gegen ein Messer sind.


    Übrigens gibt es diesbezüglich unendlich viele Widersprüche, was überhaupt den Umgang mit Messern betrifft, auch unter sogenannten "Messerexperten" z. B. aus den vielen unterschiedlichen Kali-Stilen. Kürzlich ein Seminar: Leitung sagt: Abwehr und Abhauen, wobei der Angreifer sofort nachsetzt und 100% Trefferquote hat, denn das Abhauen funktioniert nur ab einem Fluchtwinkel von weniger als 90°... bedeutet: je knapper ich am Angreifer vorbeirenne, umso höher die Wahrscheinlichkeit von Treffern. Warum wir deshalb überhaupt geübt haben, in Richtung des Angreifers zu fliehen und nicht z. B. stark links oder nach Hinten, ist mir ein Rätsel. Im nächsten Moment ist dann Flucht keine Option mehr, sondern wird an dieser Stelle entwaffnet. Da wiederum stellt sich die Frage, wie sinnvoll eine Flucht überhaupt ist, wenn ich schon das Gegnerische Messer unter Kontrolle habe. Meine Meinung: Völlig unsinnig. Das nur mal so als Beispiel, dass derartige Diskussionen immer weitergehen, überall gut argumentiert wird, somit die Optionen, die ein Anwender auf der Straße hat, steigen, was wiederum tödlich für schnelle Entscheidungen im Ernstfall ist.


    Will sagen: Auch in absolut realitätsnahen Messerkampfsystemen entdecke ich unweigerlich immer mehr sogenannter "logischer Fehler" - bedeutet, Widersprüche in der Erklärung, warum man etwas macht. Anders ausgedrückt. Der rote Faden wird immer mehr perforiert... leider.

  • Es geht mir in diesen posting nicht um die Verteidigung gegen Waffen, sondern um die Verbesserung von Fähigkeiten mittels Waffentraining.

    Die Abwehr von Messern können wir gerne in einen besonderten thread thematiseren ;)

  • Ich finde es ist eine super Sache für die Koordination, vor allem wenn man beidseitig und auch beides gleichzeitig trainiert.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Es geht mir in diesen posting nicht um die Verteidigung gegen Waffen, sondern um die Verbesserung von Fähigkeiten mittels Waffentraining.

    Die Abwehr von Messern können wir gerne in einen besonderten thread thematiseren ;)

    Naja Chris, zur Verbesserung der Fähigkeiten gehört m. E. nunmal das grundsätzliche Verständnis von Bewegung: wo stehe ich, was will ich, wo will ich hin. Wenn Du möchtest, können wir gerne an der Oberfläche bleiben und da ist es für mich selbsterklärend, dass - wenn man zuerst damit beginnt, professionell mit einem Messer umzugehen - auch das Verständnis für Optionen gegen ein Messer wächst. Das ist - wenn Du so willst - aus meiner Sicht ein festes Prinzip. Das Problem an Diskussionen, die tiefer gehen ist, dass die Prinzipien dann immer perforierter werden.


    Will sagen: Die Verbesserung von Fähigkeiten mittels Waffentraining passiert nicht irgendwie, irgendwo, irgendwann sondern sollte m. E. ziemlich konkret stattfinden. Da muss man gar nicht über die Abwehr von Messern sprechen, sondern lediglich wissen, dass sich überall dort, wo es konkret wird, selbst die Experten wiedersprechen. Das habe ich im obigen Beispiel deutlich machen wollen.

  • Ich finde das Training mit Langwaffen hilfreich, weil sie jeden Fehler vergrößern und sichtbarer machen. Dadurch kann ich einfacher daran arbeiten

  • Ich finde das Training mit Langwaffen hilfreich, weil sie jeden Fehler vergrößern und sichtbarer machen. Dadurch kann ich einfacher daran arbeiten

    Reicht doch, wenn man den meisten Leuten zwei Stöcke in die Hand drückt.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Das sehe ich nicht so. Die Genauigkeit wird so nicht erreicht. Stöcke verzeihen schlampige Schlagwinkel, Schwerter nicht. Schwerter sind in Japan nur einschneidig, also nicht rund wie ein Stock, daher ist man zur sauberen Führung angehalten. Ausser man möchte mit dem Klingenrücken schneiden, was durchaus lustige Effekte zeitigen könnte.

  • Das sehe ich nicht so. Die Genauigkeit wird so nicht erreicht. Stöcke verzeihen schlampige Schlagwinkel, Schwerter nicht. Schwerter sind in Japan nur einschneidig, also nicht rund wie ein Stock, daher ist man zur sauberen Führung angehalten. Ausser man möchte mit dem Klingenrücken schneiden, was durchaus lustige Effekte zeitigen könnte.

    Du wirst am Anfang sehen, wie sehr sich die Leute mit zwei Stöcken selbst im Wege stehen, sich selbst treffen oder keinen einzigen Schlag mehr hinbekommen, ohne dass ihnen der zweite Stock flöten geht.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Reicht doch, wenn man den meisten Leuten zwei Stöcke in die Hand drückt.

    Naja Langwaffe und Doppelwaffen trainieren verschiedene Dinge. Kann beides sinnvoll sein, je nachdem was genau jetzt trainiert werden soll.