Beidhändiges Würgen von vorne vs. realistische SV

  • Diese Technik habe ich auch mal gelernt, bis ich dann in einem Szenariotraining mit folgender Situation konfrontiert wurde:


    Ich werde von vorne gewürgt, der Gegner baut dazu ordentlich Druck in meine Richtung auf. Ich setze also an, seine Arme -wie in den Videos gezeigt- weg zu hebeln. Nochmal, das Ganze findet unter massivem Druck statt, ich musste also ordentlich Gas geben, um seine Arme überhaupt los zu bekommen.

    In dem Moment, indem mein Druck auf seine Arme losgeht, lässt er los. Meine Körperstruktur folgt der Trägheit schräg in Druckrichtung und ich tauche ungeschützt zuerst in sein Knie und gebe gleichzeitig noch die Leber preis. Das wars dann gewesen. :(

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Diese Technik habe ich auch mal gelernt, bis ich dann in einem Szenariotraining mit folgender Situation konfrontiert wurde:


    Ich werde von vorne gewürgt, der Gegner baut dazu ordentlich Druck in meine Richtung auf. Ich setze also an, seine Arme -wie in den Videos gezeigt- weg zu hebeln. Nochmal, das Ganze findet unter massivem Druck statt, ich musste also ordentlich Gas geben, um seine Arme überhaupt los zu bekommen.

    In dem Moment, indem mein Druck auf seine Arme losgeht, lässt er los. Meine Körperstruktur folgt der Trägheit schräg in Druckrichtung und ich tauche ungeschützt zuerst in sein Knie und gebe gleichzeitig noch die Leber preis. Das wars dann gewesen. :(

    Müsste ich sehen, was du meinst.

    Aus eigener Erfahrung, auch mit richtig Druck und dem Willen zu würden, klappte es sehr gut und der Angreifer landete meist in meinem Ellebogen.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Das würde mich auch interessieren und ich bleibe dabei: Die Wahrscheinlichkeit, auf der STraße mit beidhändigem Würgen angegriffen zu werden halte ich für denkbar gering. Wer Realität sehen will, schaut auf YouTube. Umkehrschluss und ebenfalls Realität, sollte es tatsächlich um WÜRGEN gehen und nicht um beidhändiges Umschließen des Halses: Ich habe mal einen jungen Mann begleitet, der mit "beidhändigem Würgen" jemanden ermordet hat. Das Problem: Laut Aussagen der Polizei hat das ganze vllt. 2 Sekunden gedauert und der Kehlkopf war eingedrückt. Will sagen: Auch wenn ich in die Realität blicke und mich um die sehr unwahrscheinliche Möglichkeit bemühe, mit einem Würgen angegriffen zu werden, scheint das Würgen in der Realität irgendwie andere Absichten zu verfolgen...

  • Wir machen es ähnlich und bisher hat es selbst mit unkooperativem Angreifer immer funktioniert.

  • Aber ich gebe auch Paladin recht. Ist mir in der Realität bisher nicht untergekommen.

  • Doch, ich schrieb ja mal etwa 15 Jahre in einer Kellerkneipe gejobbt zu haben, dort kam es gelegentlich ( war zu der Zeit die einzige die bis 5 Uhr aufhaben durfte) durch Alkoholeinfluss zu Rangeleien.

    Mit beiden Händen zum Hals ist eigentlich immer in einer engen Situation gegeben, auf jemanden zugehen um ihn mit beiden Händen zu würgen habe ich dort seltener beobachtet.


    Zweifel hege ich aber an der 2 Sekunden Erwürgung, schlicht und einfach weil man nur die Stimmritze ( die V-Förmige Spalte am Kehlkopf) relativ leicht eindrücken kann, die Luftröhre wird dadurch nicht verschlossen! Den Kehlkopf selbst komplett zudrücken? Dafür bedarf es weit höherer Kraft ( z.B. in Zeiten der PKWs ohne Airbag eine der häufigsten Todesursachen- Kehlkopfzertrümmerung auf dem Lenkrad bei einem Frontalzusammenstoß).

    Vielleicht interessant ist der Beitrag ->


    https://d-nb.info/992724988/34


    K

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Klar, ich sehe den Frontalen Würgeangriff auch als eher unwahrscheinliches Szenario. Da geb ich Paladin vollkommen recht. Aber zwischen erwähntem Angriff und z.B. dem klassischen "Am Kragen Packen" ist ja rein strukturell ja kein Unterschied.

    Mit den Ellenbogen ins Gesicht zu gehen halte ich für eine sehr valide Methode, um den Angreifer zu stören/attackieren, aber diese "Arm über die Arme den Angreifers legen und damit den Griff brechen"-Methode habe ich als sehr ineffektiv/gefährlich kennen gelernt.

    Bei der Lösung aus einer Griff-Situation finde ich es zunächst einmal sehr wichtig, die Hände/Arme des Angreifers unter Kontrolle zu bringen.

    Meine Herangehensweise wäre in dem Fall, beide Hände des Angreifers zu packen (Kontrolle/Trapping) und mich dann mit Schwung nach Hinten abzusetzen. Damit zwinge ich den Angreifer dazu, meinem Bewegungsimpuls zu folgen und störe seine Balance. Durch das Halten der Hände sorge ich zudem dafür, dass sich der Angreifer nicht vorzeitig lösen kann um mich dann in eine ungünstige Lage zu bringen.


    Edit: Mit Absetzen meine ich natürlich nicht, mich hinzusetzen, sondern meinen Körper in einer seitwärts gerichteten Drehung nach unten zu bewegen und dabei meinen Schwerpunkt ruckartig nach unten zu verlagern. Der Vorteil hierbei ist, dass ich die Balance meines Gegners massiv störe und gleichzeitig meine eigene Balance erhalten bzw. sogar noch verstärke.

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    - Tony Blauer

  • Für mch ist das Würgen mit beiden Händen immer nur ein opener oder Mann will Frau so auch gleichzeitig noch bewegen und zu Boden bringen.

    Also dieses klassische im stehen erwürgen eher nicht.

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  • Klar, ich sehe den Frontalen Würgeangriff auch als eher unwahrscheinliches Szenario. Da geb ich Paladin vollkommen recht. Aber zwischen erwähntem Angriff und z.B. dem klassischen "Am Kragen Packen" ist ja rein strukturell ja kein Unterschied.

    Mit den Ellenbogen ins Gesicht zu gehen halte ich für eine sehr valide Methode, um den Angreifer zu stören/attackieren, aber diese "Arm über die Arme den Angreifers legen und damit den Griff brechen"-Methode habe ich als sehr ineffektiv/gefährlich kennen gelernt.

    Bei der Lösung aus einer Griff-Situation finde ich es zunächst einmal sehr wichtig, die Hände/Arme des Angreifers unter Kontrolle zu bringen.

    Meine Herangehensweise wäre in dem Fall, beide Hände des Angreifers zu packen (Kontrolle/Trapping) und mich dann mit Schwung nach Hinten abzusetzen. Damit zwinge ich den Angreifer dazu, meinem Bewegungsimpuls zu folgen und störe seine Balance. Durch das Halten der Hände sorge ich zudem dafür, dass sich der Angreifer nicht vorzeitig lösen kann um mich dann in eine ungünstige Lage zu bringen.

    Da gehen wir glaube ich gerade von 2 unterschiedlichen Ausgangssituationen aus.
    Ich bin bei der Situation, der Angreifer umschließt den Hals und macht für mich gesehen Druck nach hinten, sprich er schiebt mich nach hinten dabei.
    Bleibt er recht statisch, sicher ich gerne mit einer meiner Hände eine seiner Hand, drehe mich seitlich nach hinten und meine zweite Hand geht ins Gesicht des Angreifers.

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  • Jap, genau das. Würgen, am Kragen packen, das sind meistens Erstkontakte, die eine hoch dynamische Situation eröffnen. Viel wichtiger als WAS ich genau tue, ich dass ich es SCHNELL tue um die Initiative zurückzugewinnen.

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    - Tony Blauer

  • Okay, jetzt reden wir gleichzeitig. :D


    Da gehen wir glaube ich gerade von 2 unterschiedlichen Ausgangssituationen aus.
    Ich bin bei der Situation, der Angreifer umschließt den Hals und macht für mich gesehen Druck nach hinten, sprich er schiebt mich nach hinten dabei.
    Bleibt er recht statisch, sicher ich gerne mit einer meiner Hände eine seiner Hand, drehe mich seitlich nach hinten und meine zweite Hand geht ins Gesicht des Angreifers.

    Nene, ich meine schon auch den griff mit Druck in meine Richtung. In dieser Situation gilt es ja, möglichst schnell zu reagieren, um nicht in die Rückwärtsbewegung einzufallen.

    Das kann ich entweder mit Gegendruck tun auf die Gefahr hin, eine statische Situation herzustellen oder ich kann dem Druck des Angreifers nachgeben, ihn aber durch oben beschriebene Seitwärtsdrehung bei gleichzeitiger Kontrolle der Hände "an mir vorbei" zu Boden bringen.

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    - Tony Blauer

  • Druck nach hinten.
    Ich nehme meine linke Hand über beide seiner Arme, sprich lege meine linke hauf seine linke Hand. Gleichzeitig hebe ich meine rechte Hand und Schulter so hoch, wie der größte Streber in der Schule und mache einen Schritt mit dem linken Bein im Halbkreis nach hinten- Jetzt stehe ich leicht seitlich zum Angreifer, seine Arme führe ich mit meiner linken Hand weiter an meinem Oberkörper nach unten un haue gleichzeitig einen rechten Ellebogen zum Kopf, wenn die Distanz zu groß ist, wird es eine Hammerfaust.

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  • Chap Ki Sool nennt sich diese Technik im Hapkido ;)

    Variante : der Ellenbogen schlägt von oben auf den hoffentlich gestreckten Arm/Ellenbogen des AG.

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  • Variante : der Ellenbogen schlägt von oben auf den hoffentlich gestreckten Arm/Ellenbogen des AG.

    Naja, HOFFENTLICH gestreckt ist in der SV ein bisschen vage und der Effekt ist an sich wenig hilfreich, da ich ja quasi in Beugerichtung des Ellenbogens schlage.

    Ich finde Schnüfflers Herangehensweise sehr interessant...quasi eine Mischung aus Kontrolle und Offensive durch Ellenbogen/Faustschlag. Müsste ich mir mal live anschauen/erleben, halte ich der Beschreibung nach aber für durchaus praktikabel.

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    - Tony Blauer

  • Okay, wir machen diese Grundtechnik so, dann wird es hoffentlich verständlicher was ich sagen wollte:

    Linke Hand von oben möglichst auf den linken Handrücken, linken Fuß nach hinten mit Körperdrehung raussetzen und rechten Arm hoch. Den eigenen Körper in der Drehung ein wenig absetzen, die Schulter soll nach Möglichkeit mit ins Handgelenk des AG schieben um einen Handkipphebel zu erreichen der so weit geführt wird, das die Finger des AG nach oben zeigen und durch eigene Körperverlagerung zur Streckung führt. Dann kommt der rechte Ellenbogen zum Einsatz. Im HKD machen wir es so, dass wir die Hand des AG nicht komplett lösen sondern nach Möglichkeit ! am eigenen Körper fixieren.


    Richtig, ist eine Grundtechnik und ja, kann im Notfall anders aussehen.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Naja, HOFFENTLICH gestreckt ist in der SV ein bisschen vage und der Effekt ist an sich wenig hilfreich, da ich ja quasi in Beugerichtung des Ellenbogens schlage.

    Ich finde Schnüfflers Herangehensweise sehr interessant...quasi eine Mischung aus Kontrolle und Offensive durch Ellenbogen/Faustschlag. Müsste ich mir mal live anschauen/erleben, halte ich der Beschreibung nach aber für durchaus praktikabel.

    Dafür müsste man sich einfach mal treffen.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Musst dabei auch mal schauen, was es dann für Würgetaten waren.

    Vieles im Anschluss, nachdem schon was passiert war, sprich nach dem Raub, der Vergewaltigung, etc.

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  • Ganz kurz der Realitätscheck:


    Stichwort "erwürgt" bei google, dann auf news einstellen:


    Trefferliste // Ungefähr 30.100 Ergebnisse

    ... hab ich gemacht, und die ersten 10 Seiten der Ergebnisse gewissenhaft durchforstet,

    und es waren immer Frauen, die erwürgt wurden:

    mal war es die Gattin, mal die Ex, mal die Mutter, mal die Schwester, mal irgendeine ...


    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Musst dabei auch mal schauen, was es dann für Würgetaten waren.

    Vieles im Anschluss, nachdem schon was passiert war, sprich nach dem Raub, der Vergewaltigung, etc.


    Darüber wird wohl keine Statisik gepflegt.


    Wäre ja auch irgendwie recht witzig.


    Würgen von


    -vorne


    -hintern oder


    -der Seiten.


    -Arme gestreckt


    -Arme angewinckelt im Winkel x


    -weitere


    Fakt is m M n


    Es werden Leute erwürgt und zu 100 % auch welche von vorne mit (fast) gestreckten Armen.


    Müßige Diskussion