War das Schwert je Primärwaffe ?

  • Ich behaupte mal Schwerter waren nie die Waffe der ersten Wahl, wenn es um Schlachten geht. Nun haut den Kaji-Lukas.-

  • Hmmm, kann man das überhaupt sagen, welche Waffe eine Primärwaffe war? Hängt ja ganz von der Region und der Auseinandersetzung ab. Ebenso ob die Art der Kampfführung angepasst wurde...


    Worauf ich hinauswill, als Beispiel nehme ich mal die Indianer ( ach nee, indigenen Völker Nordamerikas) Primärwaffe der Bogen und der Speer ( eigentlich Jagdwaffen) sowie ein Messer. Nun kamen die Eindringlinge mit Säbel und Musketen, dennoch wurde ja nur das Gewehr als Waffe übernommen wegen der Distanz die Bogen und Speer nicht überbrücken konnten. Auch die Feuergeschwindigkeit bzw. Anzahl von möglichen Schüssen war höher. Speer als Wurfwaffe halt nur einmal zu benutzen.

    Mir stellt sich dann die Frage, warum wurde der Säbel nicht genutzt von den Indianern? Vielleicht weil Messer und Tomahawk leichter zu führen waren als ein Säbel? Die Kampftaktik zielte ja eher auf Schnelligkeit und Beweglichkeit ab, da sehe ich beim Säbel dann eine Einschränkung.

    Wenn man sich also die verschiedenen Kulturen anschaut ( habe mich mal an einem osmanischen Krummschwert versucht und empfand es eher als unhandliches Hackebeil)) könnte man eher darüber diskutieren, welche Waffe generell mehr Sinn macht um alle Situationen abdecken zu können.

    Aber alles noch nicht zu Ende gedacht...

    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Na das ist wieder mal ein klassischer Kaji. Der Fred heißt "war das Schwert je eine Primärwaffe?" und gleich mit dem ersten Satz schränkt er auch schon ein:

    Ich behaupte mal Schwerter waren nie die Waffe der ersten Wahl, wenn es um Schlachten geht. Nun haut den Kaji-Lukas.-

    Kibon hart es schon richtig anklingen lassen. Erst mal müsste man klären, was eine Primär- und eine Sekundärwaffe ist.


    Im militärischen Sinne charakterisiert die Primärwaffe die strategische Aufgabe des Trägers oder einer komplexen Waffeneinheit (z.B. Panzer).

    Bleiben wir beim Panzer. Jedes Kind weiß, ein Panzer muss eine Kanone haben. Das ist die Primärwaffe. Sie dient zum verschießen diverser Explosivgeschosse. In der Regel besitzen Panzer noch ein MG, was dann die Sekundärbewaffnung ausmacht. Die Panzer der Pioniere besitzt keine Kanone. Die Hauptaufgabe dieses Panzer liegt im Einebnen, anlegen oder beseitigen von Hindernissen oder Bergen von Fahrzeugen. Der Dachs der BW besitz als Sekundärwaffe das MG 3. Obwohl es die einzige Schussbewaffnung des Dachs ist, bleibt das MG 3 aber Sekundärwaffe, weil es nicht die Hauptaufgabe des Dachs ist, mit diesem MG in Gefechte einzugreifen. Frühere Räumpanzer waren umfunktionierte Kampfpanzer die Kanonen besitzen, und automatisch wird diese Kanone zur Sekundärwaffe des Räumpanzers, da es nicht zur taktischen Aufgabe des Panzer gehört, damit rumzuballern.

    Das MG 3 des Dachs ist aber keinesfalls eine Standart-Sekundärwaffe. Es ist die Weiterentwicklung des im WK 2 gefürchteten MG 42 mit einer Schussfrequenz von bis zu 1500 Schuss/min. Es ist die Primärwaffe von MG-Einheiten der Infanterie. Eine Kanone genauso wie ein MG können je nach Hauptaufgabe Primär- wie auch Sekundärwaffe sein.


    Fazit: es gibt nicht DIE Sekundärwaffe oder DIE Primärwaffe.


    Genauso wenig ist deshalb das Schwert DIE Sekundärwaffe. Kriegsführung an sich funktioniert ziemlich simpel nach dem Prinzip "Stein, Schere, Papier". Als Schlachtenführer muss ich also eine möglichst effektive Strategie oder Gegenstrategie finden. Es gibt keine überlegende Waffengattung (außer vielleicht alles mit einer A-Bombe platt zu machen), überlegen wird eine Waffengattung erst, wenn sie die Vorteile ihrer Primärbewaffnung ideal einsetzen kann. Damit kann jederzeit dem Schwert die Rolle als Primärwaffe zufallen.


    Im ganz normalen "bürgerlichen" Alltag der Samurai erfüllte das Schwert damit sehr wohl die Rolle als Primärwaffe, denn er trug seine Schwerter stets am Mann, war er doch dazu seit Ieyasu verpflichtet. Auch im plötzlichen Falle eines Falls standen auch nur diese Schwerter ihm zur Verfügung. Ganz ohne Frage: Primärwaffe.


    Kommt es zu einem Krieg, kann unser Samurai plötzlich verpflichtet werden in einer Kompanie Lanzenträger zu kämpfen. Keine Frage was nun die Primärwaffe ist.


    Noch einmal: Die Primärwaffe bestimmt die Aufgabe des Trägers! Eine Waffe ist erst mal nur eine Waffe. Ich denke, es wurde gerne in der Vergangenheit diese Begrifflichkeiten "Primär- und Sekundärwaffen" aufgeschnappt und missverständlich benutzt. Leider zementieren sich dann diese Begriffe schnell. Ich erlebe das im Bogensport aktuell mit der Begrifflichkeit "instinktives Bogenschießen". Es wurde offensichtlich aus dem englischen instinctive archery übernommen, wo es so selbstverständlich im Sinne des traditionellen Bogenschießens benutzt wird. Gemeint ist das mehr oder weniger bewusste Zielen beim Bogenschießen.

    "Instinktiv" ist aber von der Bedeutung des Wortes gar nicht möglich. Instinkte sind genetisch Vorprogrammiert. Instinktiv sucht der Säugling die Mutterbrust. Bogenschießen wurde uns nicht in die Wiege gelegt. Das müssen wir mühsam lernen.

  • Ich glaube, um zu verstehen, was eine Primärwaffe ist, muss man sich die Schlacht ansehen, die geschlagen wird. Militär-historisch, meine ich.

    Das Bild aus The Last Samurai, in dem zwei Samurai-Armeen gegeneinander marschieren, in den Nahkampf stürmen und dort ihre Schwerter nutzen, ist falsch, nehme ich an.


    Mal von Bögen/Büchsen abgesehen denke ich, dass die Kriegsführung eine ähnliche gewesen sein wird wie im mittelalterlichen Europa. Nämlich die, dass zunächst über die mittlere Speer-Distanz versucht wurde, möglichst viel Schaden anzurichten, bevor die ersten Reihen aufeinander treffen. Primärwaffe --> Speer, Sekundärwaffe --> Schwert


    Anders mag es bei Plänklern gewesen sein, die durch hohe Beweglichkeit versuchten, Flanken zu stören und Manöver zu erzwingen. Primärwaffe --> Schwert?


    Das ist so meine Vorstellung dazu...



    oder kürzer formuliert: Das, was der Sabiji sagt! :D

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • sabiji Beim Panzer würde ich sogar noch komplexer sehen. Denn unser Leo2 hat 2 MGs. Das koaxial zur Kanone angebrachte würde ich gar als sekundäre Primärwaffe ansehen. Wird halt gegen Infanterie eingesetzt und vom normalen Richtschützen bedient. Das FlaMg des Ladeschützen wäre dagegen die echte Sekundärwaffe, da die nur im Notfall zum Einsatz kommt. Normalerweise ist die Luke ja im Gefecht zu.


    In Europa gab es definitiv Schwerter als Primärwaffe. Zuerst fallen mir da die Bidenhänder ein. Später gab's dann berittene Truppen mit Säbel. Klar hatten die auch Pistolen, aber die hatten nur einen Schuß und im Galopp nachladen ist wohl eher nicht drin.

  • Tyrdal, da sprichst Du was wichtiges an. Nehmen wir z.B. die Britische Kavallerie während der napoleonischen Zeit. Die hatten überhaupt keine Lanzenreiter. Allerdings fanden sie die Polnischen Ulanen, welche auf Seiten Napoleons kämpften so cool, dass sie nach Waterloo bis zum 1.WK Lanzenreiter in die Kavallerie integrierten. Wenn wir also vor Waterloo die Dragoner und berittene Artillerie ausklammern, war die Primärwaffe - je nach dem - ein gerader oder gebogener Säbel. Zwar besaßen selbst Husaren Karabiner, aber der eigentliche Zweck war die schnelle Aktion gegen Linieninfanterie und Kavallerie mit der Blankwaffe.


    Ein britischer Husar wusste, wenn er an der Lanze des Ulanen vorbei kommt, war der Ulan im A...

    Dieses Prinzip wird in der Antike und Frühmittelalter nicht anders gewesen sein.


    Und um Kaji zu ärgern: welche Waffe war schlachtentscheidend 1575 bei Nagashino? Die Arkebusen der Oda/Tokugawa Allianz gegen die Reitermacht der Takeda? Ganz falsch.

    Es waren die gezogenen Schwerter der Elite-Samurai der Allianz, welche die Arkebusen-Ashigaru dazu zwangen, in Stellung zu bleiben und zu feuern. Allein die psychologische Wirkung eines massiven Kavallerie Angriffs ist verheerend. Das wusste die Allianz. Besonders der Umstand, dass die Linie eben nicht zum Einbruch kam, die enorme Wirkung kontinuierlichen Linienfeuers und sicher auch das ungünstige Gelände führte zum Sieg der Allianz.

    Die Takeda setzten voll auf ihre Kavallerie. Sie griffen von einer Waldböschung aus 200 Meter an. In dieser Entfernung waren die Arkebusen nutzlos, sie töteten die Reiter erst ab etwa 60 Yards. Aber Bogenschützen hätten die Palisadenlinien der Schützen unter Beschuss nehmen können, bis die Kavallerie angriff. Hätte, wäre, könnte...

  • Man verzeihe man angemessene Heiterkeit. Mich ärgern, darin seid ihr schlecht, ich hingegen darin euch zu triggern...


    Wenn ich mich richtige entsinne wurde das fröhliche Dreigestirn Takeda, Hojo und Imagawa freundlichst eingekocht in Nagashino vom Matsudaiera und Nobunaga. Kurz die Musketenstümper haben gewonnen. Übrigens Elite Samurai zu Ashigaru zu machen, nette Idee wirklich. Also das mit dem unter Druck setzen, ging wohl gründlich nach hinten los. Hingegen moderne Methoden wie Drill etc, die funktionierten. Übrigens die Flankenplänkler nahmen Speere.


    Ach so, Ulanen trugen auch Säbel....zu den den Lanzen. Wenn also ein Husar wirklich durchkam, na holla die Waldfee, dann wurde gefochten nach alter Art.

  • Wenn man in der Heian Zeit vom Weg des Kriegers sprach, sprach man von Kyûba no Michi, dem Weg von Pferd und Bogen.

    Und wenn jemand zu dieser Zeit als "Großer Fechter" gelobt wurde klebte ihm immer der Ruf eines "lausigen Schützen" nach.

    Als die Armeen größer wurden, gab man den Fußsoldaten Naginata und Odachi in die Hand, die wirkten Wunder gegen gegen Pferde.

    Aber bald darauf entdeckte man das es viel leichter war die Leute mit Speeren zu versorgen und man mehr Leute auf weniger Platz in einer Formation unterbringen konnte als mit einer Naginata. Und als dann die Muskete kam, wurde natürlich die benutzt.


    Und während Schwerter sicher nicht die erste Waffe für den Einsatz auf dem Schlachtfeld war, waren sie jedoch immer dabei.

    Schließlich sind Schwerter nicht nur bequeme Waffen die man auch Zivil tragen kann, sondern haben in vielen Kulturen, besonders auch in Japan, eine Gewisse Symbolkraft. Die drei göttlichen Schätze des Kaiserhauses sind Spiegel, Perle und Schwert.

  • Wobei das natürlich eine interessante Frage ist. wie konnte das Schwert diese Symbolkraft erlangen ? Wieso nicht Spiegel Perle und Bogen ? Den Gründungsmythos lassen wir mal schön aussen vor, der wurde ja erst in der Zeit erfunden.

  • Ich glaube, die Antwort darauf lautet wie folgt:


    Schließlich sind Schwerter nicht nur bequeme Waffen die man auch Zivil tragen kann, sondern haben in vielen Kulturen, besonders auch in Japan, eine Gewisse Symbolkraft.

    Das Schwert ist eine Waffe, die ich auch im Alltag praktisch mit mir führen konnte, gut sichtbar, dabei wenig hinderlich. Insofern taugt sie natürlich gut zum Statussymbol einer Kriegerkaste.

    Ein Speer wäre unpraktisch und ist ja vor allem auch rein handwerklich gesehen keine besonders edle Waffe. Einfach zu bauen, eigentlich die erste Waffe der Menschheit.


    Das japanische Schwert hingegen hatte ja auch immer den Nimbus der handwerklichen Kunst um sich. Um einen Speer zu fertigen, binde ich eine halbwegs scharfe Spitze an einen Stock.

    Um ein gutes Katana zu fertigen braucht es Handwerkskunst, Erfahrung und die Liebe zur Perfektion. Insofern glaube ich, dass das Schwert einfach der japanischen Kultur am ehesten entsprach und somit als edler angesehen werden konnte als Bauernwaffen wie Stöcke, Speere oder Keulen. ;)

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    - Tony Blauer

  • Das Schwert ist eine Waffe, die ich auch im Alltag praktisch mit mir führen konnte, gut sichtbar, dabei wenig hinderlich. Insofern taugt sie natürlich gut zum Statussymbol einer Kriegerkaste.

    Das und man brauchte mehr vom guten, teuren Metall. Für Speere, Äxte oder gar Streitkolben kam man zum einen mit weniger und zum anderen mit schlechterem Metall aus. Das hat sich später mit fortschreitender Metallurgie etwas relativiert, aber da war das Schwert ja auch schon jahrhundertelang Statussymbol.

  • Übrigens Elite Samurai zu Ashigaru zu machen, nette Idee wirklich. Also das mit dem unter Druck setzen, ging wohl gründlich nach hinten los. Hingegen moderne Methoden wie Drill etc, die funktionierten.

    1) Wo habe ich das?


    2) Ganz im Gegenteil, es hat ja den Sieg gebracht. Verstehe die Aussage nicht. Hat übrigens auch (leider) bestens bei der Roten Armee im WK II funktioniert: vorne die Deutschen und hinten die eigenen Leute die jeden erschossen haben, die sich zurückzogen. Macht sich natürlich im Anschluss bei der Glorifizierung des Sieges schlecht. Auch in Nagashino.


    3) Drill ist relativ. Mann kann alles mögliche drillen. Ob und wie es sich im Ernstfall bewährt, steht auf einem anderen Blatt. Die britische Armee galt damals als die am besten gedrillte Armee der Welt. Doch Wellington misstraute seiner eigenen Infanterie bei Waterloo, weil weniger als die Hälfte der Soldaten tatsächlich schlachtenerfahrene Veteranen waren.


    Die Armeen der Spanier in der Befreiungskriegen waren riesig gegenüber denen der Franzosen. Die Spanier marschierten mit einem Heiden-Tamtam und Lametta auf, lösten sich meist nach einer einzigen Salve der Franzosen schon auf.

    Ach so, Ulanen trugen auch Säbel....zu den den Lanzen. Wenn also ein Husar wirklich durchkam, na holla die Waldfee, dann wurde gefochten nach alter Art.

    Jupp, das waren dann die gefürchteten dreiarmigen Ulanen!

  • Wobei das natürlich eine interessante Frage ist. wie konnte das Schwert diese Symbolkraft erlangen ? Wieso nicht Spiegel Perle und Bogen ? Den Gründungsmythos lassen wir mal schön aussen vor, der wurde ja erst in der Zeit erfunden.

    Meine Persönliche Vermutung:

    Ein Messer ist ein Werkzeug das man in allen möglichen Situation benutzen kann.

    Pfeil und Bogen als auch Speere bzw Spieße sind Waffen die man häufiger zum Jagen benutzte um gegenüber dem Wild einen Klaren Distanzvorteil zu haben. Schließlich sind so ziemlich alle möglichen Tiere stärker als Menschen und mit natürlichen Waffen ausgestattet. Das machte diese Waffen natürlich auch im Krieg effektiv, aber im Alltag waren es wohl eher Jagdwaffen.

    Äxte und Hämmer haben ihren Ursprung auch eher als Alltagswerkzeuge.

    (Schußwaffen nehme ich mal aus der Betrachtung raus, da sie erst deutlich später in der Menschengeschichte erscheinen)


    Nur Schwerter ... Schwerter sind Waffen bzw. Werkzeuge die in der Intention geschaffen wurden andere Menschen zu Schneiden.

    Und während man Menschen natürlich mit allen anderen oben aufgeführten Waffen/Werkzeuge auch Menschen töten konnte denke ich das dieser Unterschied der Grund für die Symbolkraft des Schwertes ist.

    Das Schwert ist das Symbol des Herrschers, der mit dem Recht über Leben und Tod.

    Und dieses Recht wird delegiert an die ihm unterstehenden Krieger. Die mit dem Job andere Menschen zu töten.


    Oder ich schreib wie so oft nur Quatsch den ich mir ausm Hintern ziehe ;)

  • Ich behaupte mal Schwerter waren nie die Waffe der ersten Wahl, wenn es um Schlachten geht. Nun haut den Kaji-Lukas.-

    ... hm, da fällt mir die Schlacht auf dem Lechfeld (955 n. Chr.) ein.

    Diese legendäre Schlacht hat Widukind von Corvey in einem Geschichtsbuch für Ottos Tochter, die Äbtissin Mathilde von Quedlinburg, aufgezeichnet.

    Kurz vor dem entscheidenden Kampf hält König Otto I. noch einmal, wie das so üblich ist, eine Anfeuerungsrede,

    der letzte Satz dieser Rede lautet:

    'Lasst uns lieber mit dem Schwerte als mit der Zunge den Streit beginnen.'

    Etwas später heißt es in diesem Bericht dann:

    'Die verwegensten der Feinde leisteten zuerst Widerstand, doch als sie sahen, dass einige von ihnen uns den Rücken kehrten, befielen sie Angst und Schrecken,

    die Unseren drangen in ihre Reihen ein und erschlugen einen nach dem anderen.'

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Anders mag es bei Plänklern gewesen sein, die durch hohe Beweglichkeit versuchten, Flanken zu stören und Manöver zu erzwingen. Primärwaffe --> Schwert?

    Plänkler waren in der Regel mit leichten Fernkampfwaffen (Wurfspieße, Schleudern, etc.) ausgestattet. In der Distanz in der man Schwerter zum Einsatz bringen kann bestand immer die Gefahr einer Verzahnung, was ja genau das ist was Plänkler vermeiden sollten.

  • In den letzten Satz würde ich nicht all zuviel hineininterpretieren.

    "Erschlagen" hatte damals schlicht und einfach die Bedeutung von "töten".

  • Es waren die gezogenen Schwerter der Elite-Samurai der Allianz, welche die Arkebusen-Ashigaru dazu zwangen, in Stellung zu bleiben und zu feuern.

    Die Arkebusen Kerlchen waren alles, aber großenteils keine Ashigaru.


    Die Schwertkämpfer und Kavellerie des Dreigestirns gingen doch unter bei Nagashino, oder irre ich mich da. Also haben die Musketenlümmel die Schwertschwinger gezwungen. Übrigens durch die ausgefeilte Schanztechnik von Nobunaga und Ieyasu Tokugawa wären die auch nicht so leicht an die im Wechsel feuernden Kerlchen mit den Arkebusen ran gekommen. Mit Hurra losstürmen, sehr schön, blos blöde wenn der Gegner eine guten Drill hatte und der Feuermechnanismus funktioniert.


    Übrigens Ulanen haben nur zwei Hände und man kann Lanzen fallen lasen bei Bedarf und das große Messer ziehen, hui !

  • In den letzten Satz würde ich nicht all zuviel hineininterpretieren.

    "Erschlagen" hatte damals schlicht und einfach die Bedeutung von "töten".

    .... soviel ich weiß, waren es hauptsächlich Panzerreiter, die da angriffen,

    und die waren zur Zeit der Ungarneinfälle mit Lanze und Schwert bewaffnet.

    Besonders die Sachsen in Ottos Heer waren berühmte Schwertkämpfer.

    So ein Schwert war 75 bis 100 Zentimeter lang, zweischneidig und vorne abgerundet, also eine Hiebwaffe,

    wobei zu einem Hieb sehr weit ausgeholt werden musste.

    Die stiegen nicht vom Pferd ab, um den 'edlen Zweikampf' zu suchen, die 'mähten' ihre Feinde vom Pferderücken aus nieder ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Die Samurai/ Bushi waren doch ursprünglich auch nicht mit einem Langschwert bewaffnet. Soweit ich weis waren es erst Lanze und Bogen und nur die höchsten Stellen der Samurai trugen einen Yumi. Die niederen Krieger und zwangseingezogenen trugen das alte Ken was nach chinesischem Vorbild- erschaffen oder auch Importiert wurde. Erst nach der Zeit des ersten Mongoleneinfalls wurden neue Kampfsysteme und Waffen entwickelt und zwar wieder über chinesische Technik. Die Herstellung des Tamahagane scheint ebenfalls aus China zu kommen auch wenn jetzt( ich kenne das Forum ja schon länger) wieder einige Schreien. In China wurden diese Art von Waffen und das Kampfsystem bzw Kriegstrategien lange vorher auf diese Art und Weise eingesetzt. Dazu habe ich mal vor langer Zeit eine japanische Kinderdoku angesehen. Die Herstellung des japanischen Schwertes wurde aus China mit der Falttechnik übernommen. Die moderne Zeit hat China nur zu dem bzw sie selbst haben sich zu dem gemacht was man heute so sagt. Kapitalismus, billig Produkte und billige Arbeitskräfte. Dennoch kommen und werden fast alle Produkte Weltweit in China Produziert selbst wenn Made in Germany drauf steht. Ich weis das aus erster Hand und selbst "Linde" spielt das Spiel mit.


    Zu dieser Zeit waren sie aber genau wie Europa, was die Waffenherstellung betrifft an vorderster Stelle. Der Eisensand und das einschmelzen in einer Tatara wurde in China entwickelt, das Falten um den Kohlestoffgehalt zu gleichmäßig zu verteilen auch. Die chinesen hatten riesige berittene Armeen und Kämpften hauptsächlich mit dem Bogen und der Lanze. Auch die Bushi / Samurai waren mit ihren Lanzen, Bogen und dem Langschwert/ Tachi berittene Krieger. Wenn man sich das Schwert aus rein Kriegsstrategischer Haltung betrachtet ist es eine Reiterwaffe um in vollem Ritt auf dem Boden befindliche Truppen niederzumähen/ Was die Mongolen ebenfalls taten. Der ehrenvolle Kampf zwischen Samurai, welcher heute ja mehr medialer Mythos ist, existierte in dem Sinne nicht so wie die meisten denken. Der Ehrenvolle Samurai auf seinem Pferd in voller Montur reitet in den Sonnenuntergang und eben das reden sich heute viele Iaito ausübende ein, wobei die meisten Samurai nicht mal ein Pferd besitzen konnten. In der Realität sah das ganze schon ganz anders aus wie überall im Mittelalter, es war ein dirty Fight in der Schlacht, aber zur späteren Zeit legte man mehr Wert auf den gepflegten Umgang und das Präsentieren des eigenen Charakters indem man sich schulte und besser sein wollte als der andere. Der Begriff Bushido war nie ein Teil der Kriegerkaste und kam erst viel später auf. In Friedenszeiten musste man sich messen um sein ego und sein Ansehen evtl zu steigern oder auch eine Stelle zu ergattern. Wenn man es ganz grob nimmt waren Samurai Egobetriebene Mistkerle die sich selbst das Recht gaben jeden zu töten von dem sie die Meinung hatten er könne ebenbürtig sein oder aber minderwertig.

    Es gab klar auch zu dieser Zeit andere Männer und Frauen, aber wenn ein Gegner die Waffe fallen lässt( klar, ein Samurai tut das nicht ;)...) und für dessen Kopf erhalte der Sieger eine recht ansehliche Belohnung seines Daimyo, juckte Ihn das auch nicht und man trug den Kopf des aufgebenden Verlierers zum Fürsten.


    Miyamoto Musashi trainierte sein leben Lang den berittenen Kampf mit zwei Schwertern. Er war laut japanischen Wissenschaftlern und Historikern von Pferden besessen. Dazu ebenfalls eine tolle japanische Doku über Miyamoto Musashi - ebenfalls für Kinder. Er schaffte nie den Durchbruch zu einem anerkannten hohen Samurai ganz gleich ob seine bestätigten Duelle siegreich waren oder ob die restlichen nur erlogen sind/waren. Die Samurai kämpften vorerst mit der Lanze es sei denn man wollte ein Duell auf dem Schlachtfeld mit einem anderen ebenbürtigen Samurai führen. Aber auch das Duell zwischen 2 Herrführern konnte mit dem Yumi bestritten werden und tausenden Ashigaru das Leben retten. Dazu gab es wunderschön gestaltete Pfeile die nur einem angesehenen Samurai das Leben nehmen durften bzw Ihn so verletzen das er am Ende war, aufgab und oder starb durch Seppuku usw etc


    Jeder wollte Leben ganz gleich es ihnen egal war zu sterben. Die Moral und denkweise das Leben und sterben ein und das selbe sind werden wir hier nie begreifen. Samurai lehrten sich diese denkweise ein Leben lang dennoch nahmen sich eben viele nicht Ehrenvoll das Leben mit Seppuku und mussten dazu gezwungen oder getötet werden. Die familie verlor den Status, starb aus und wurde vergessen.


    Shinobi auch zur alten Zeit Kusa genannt kämpften auch wenig mit Schwertern sondern mehr verdeckt mit dem Bogen. Später auch entwickelten sie Gifte aus Soya und Tee oder wie zB Pferdemist usw der an Klingen haftete. Aber wer opfert sich aus Spaß und Ehre ;)

    Der Hype um den "Ninja" welcher ein nutzloser Begriff für den Shinobi oder Kusa und westlicher Abstammung ist wurde und wird bis Dato falsch interpretiert. Oni no Hanzo- Hattori Hanzo war ein Samurai zur Zeiten in denen man oftmals Intrigen und Morde brauchte. Samurai waren schon geschult im Kampf und erlernten weitere Fähigkeiten und Jutsu für verschiedene Tätigkeiten. Trotzdem nutzten sie weniger ein Schwert...als andere Waffen die effektiver und besser waren als der direkte Kontakt und noch dazu im Nahkampf ganz gleich ob die Deckung auffliegt und die Aktion scheitert. Infiltration und heranschleichen an Wachen während Bogenschützen das ganze überwachen. Lautlos schnell und unbemerkt bleiben, Ziel erreichen und verschwinden. Ich finde es immer Lustig zu Lesen wie manch einer hier Naruto Anime Zeugs über diese Dinge erzählt. Und btwbauch das Ninjutsu kam aus China, die ersten Bergmöche stammen aus China welche angeblich das Jutsu mitbrachten.

    Ich denke das dass Schwert zu Kriegszeiten eine Beiwaffe war und die Priorität auf Lanze und Bogen gesetzt wurde. Das Schwert wurde wohl eher zu Friedenszeiten- Tokugawa Ieyasu Shogunat eine kulturelle Waffe des Ansehens. Man brauchte ja keine Waffe wie die lanze mehr aber trotzdem sollte jeder sehen wer man ist. Toyotomi Hideyoshi war der Sohn eines einfachen Soldaten der später aber den einfachen Soldaten/Menschen das tragen von Waffen verbot. Die Shimazu nutzten gerne Schusswaffen, andere verachteten sie weshalb sie auch verschwanden und die Shimazu bis heute existieren. Es ist die Neugier und der Wille zum Sieg der den Fortschritt bringt und auch nutzen lässt.


    Ritter des heutigen Europas auf einem Pferd mit Lanze und dem Schwert. Ja die Rüstung schützt und verlamgsamt ihn unheimlich. Welchen Sinn hatte dessen Schwert schon...der Fall vom Pferd war der Tot und das Kämpfen zu Fuß wenn unter Regeln fast unmöglich.

    Man nehme zwei Fette Käfer die sich beide auf den Rücken werden und selbst nicht mehr aufstehen gar Kämpfen können.


    Bushido der Begriff der das heutige denken der meisten prägen und sich selbst mit der Kriegerkaste in Verbindung bringen. Dieser Begriff ist in diesem Sinne historisch nicht Belegbar und direkt übersetzt Bushi-Do wobei das Do eher in das sportliche oder imitieren oder nachahmen geht. Ken-Do / Ken-Jutsu...Iaito / Iai-Do. Man konnte japanische Soldaten aber toll manipulieren und den Patriotismus auf diese weise lehren. Sei wie deine ahnen die selbst nach dem Weg des Kriegers lebten. Opfere dein Leben ohne Angst und der stiebst einen Ehrevollen tot. Kaiser Meiji bzw seine Propagandisten kannten wahrscheinlich nicht einen einzigen Soldaten beim Namen der unter dessen Einfluss mit dem Schwert in der Hand starb. Und auch zur Zeit des WK II griff ein Offizier zum Gunto wenn es zu ende ging und rannte mit dem Schwert in den Tot. US Amerikanische Aussagen bestätigen das. Es wurde wild geballert und als die japanische Stellung überrannt wurde griffen plötzlich wenige aber tollwütige Offiziere mit Schwertern GIs an und Hackten drauf los, unter dem Opfer ihres lebens. Das Schwert wieder eine Zweitwaffe.


    Hopliten mit Schild und Speer griffen nur zum Kurzschwert wenn die Linie einbrach. usw usw


    Das Schwert war immer eine Zweitwaffe da das Duell oder das umringt sein von etlichen kämpfenden Kriegern total unzweckmäßig selbstopfernd gewesen wäre. Wozu? Ruhm? Ehre? Wer hat zur Zeit in der jeder der bessere sein wollte schon geopfert wenn man dann seinen Ruhm nicht Leben konnte. Ja ja ich weis, Samurai in aller Ehre....


    Sau viel ich weis sry

  • Ritter des heutigen Europas auf einem Pferd mit Lanze und dem Schwert. Ja die Rüstung schützt und verlamgsamt ihn unheimlich. Welchen Sinn hatte dessen Schwert schon...der Fall vom Pferd war der Tot und das Kämpfen zu Fuß wenn unter Regeln fast unmöglich.

    Man nehme zwei Fette Käfer die sich beide auf den Rücken werden und selbst nicht mehr aufstehen gar Kämpfen können.

    Was soll das bedeuten?