Schwerter versiegeln

  • Erstaunlich mit welchen Fragen Leute kommen. Da will doch jemand tatsächlich sein Schwert kampfuntauglich versiegeln zur Aufbewahrung. Soweit so gut. Was aber wirklich lustig ist, das sind die Kenntnisse die auch bei alten Hasen über diesen Brauch existieren. keine offensichtlich. Da wird der größt mögliche Blödsinn vorgeschlagen, wobei mir die Epoxyd Variante am besten gefällt. Warum ?

    Sie kommt der Tradition verrückter Weise am nächsten.

    We wurden denn nun wirklich mit den Klingen angestellt die man als Votivgaben an Tempel gab z.B.

    Sie wurden extrem dick lackiert. Schneidfähigketi danach etc, Null, dafür aber ein guter Langzeit Rostschutz. Ich hab das mal auf einem Shodai Yasutsugu gesehen. Das Schwert wurde offensichtlich seid es aus der Esse purzelte und lackiert wurde nie wieder angefasst.

  • Hatte ich auch gelesen, dabei kamen mir als gelernten Handwerker schon einige Zweifel. Blei wurde vorgeschlagen, ach, ist ja nicht giftig...

    Die Epoxydvariante erklär mal bitte, ist zwar eine Harzbasis, wenn es aber auf Metall aufgetragen wird frisst es sich ja auch ins Metall hinein, bzw. hinterlässt starke Anhaftungen.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Urushi hat auch die Eigenschaft sich regelrecht in mikro rauhe Oberflächen zu krallen. Also ob ich das nun mit Epoxy einpinsel um es stumpf zu machen, oder Urushi, egal. Eine Politur ist in beiden Fällen danach nötig.

  • Ist das hierzulande nötig? Klar, im subtropischen Japan bestimmt. Aber mir ist hier noch nie ein Schwert verrostet..

    So lasset die Gläser erklingen,

    die Welt ist von Lügen durchwirkt.

    Ein Hoch auf all jene die gingen,

    Hurra! auf den nächsten der stirbt.


    (aus einem Roman)

  • Die Frage wo ich mir hier stelle ist schon, die Vorgehensweise, wie es versiegelt wurde. Auch wenn die Klinge vorher noch mit Öl gesalbt wurde, so kann man doch mit verschiedenen Produkte darauf arbeiten und das Öl wäre dann ein gutes Trennmittel, falls die Versiegelung wieder runter sollte.

    Heute würde ich eher auf Nitrolack setzten. Der ist so dünn wie Wasser und kann einen unglaublich guten Schutz bieten. Damals benutzte ich das Zeug um verchromte Teile, wie Felgen, vor Korrosion zu schützen und den Glanz zu erhalten. Wobei der Nitrolack an sich, gar nicht so Artfremd ist mit Urushi :/ Aber eben, dann auf das blanke reine Metall, das bekommst du nur noch mechanisch runter.

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Oh, na denn. Da wäre auch die Möglichkeit von Leinöl. Wird es noch verkocht, wird daraus ein Öl das relativ schnell aushärtet und wirkt wie ein Lack. Da es auch sehr dünn aufgetragen werden kann wie Urushi, kommt noch alles richtig zur Geltung was die Klinge her macht.

    Also, es gibt viele Varianten der Versiegelung. Welches Schweindel hättens gern? ^^

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  • Das mit Leinöl probiere ich mal aus. Hier liegen noch ein paar alte Schwerter rum.

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    (aus einem Roman)

  • Ihr habt Probleme! Unsere Altvorderen haben Schwerter als Opfergaben enthärtet und verbogen. Die waren dann definitiv nie wieder als Waffen zu gebrauchen. Da hatte das Wort "Opfer" tatsächlich noch eine wahre Bedeutung. Schwerter waren fast unbezahlbar, weswegen die meisten mir Speeren oder Äxten rumrannten. Es musste einem ein "Opfer abringen", es musste einen wertvoll und besonders wichtig sein, sonst war es kein Opfer.

    Der betreffende Ursprungsfred war purer Budoromantik-Schwachsinn.

  • Ich glaube, den Post auf den Kaji sich bezieht, ist der Wunsch eines Schwertbesitzers dieses seinem noch kleinen Neffen später zu vererben. Soweit ich den Text verstanden habe, handelt es sich noch nicht mal um ein hochwertiges Schwert. Also verbiegen fällt aus.

    Ich als Oberlaie hätte die Klinge einfach in ein Rohr getan und das Ding mit Staucherfett ( nimmt man zum Abschmieren von Baggergelenken) aufgefüllt. Da rostet dann auch nichts.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Ja, ich kenne den Fred. Ich empfahl dem Besitzer die Gurke zu verkaufen und mit dem Erlös eine Ausbildungsversicherung für die Göhre zu beginnen. Meine Opfer-Orgie bezieht sich eher auf Kajis-Text.