Unterschiede der Epochen

  • Wollen wir wieder zurück zur Ursprungs-frage? Wie erkennt ein Laie, das er keine Ramschkopie teuer kauft? :/

    Denke, ein Laie kann da nichts erkennen, wenn schon angehende Profis auf die Nase fallen könnten.

    Da kann man sich leider erstens mal, nur daran halten, was der Verkäufer einem aufschwatzt. Vielleicht noch einen anderen Frage und auf dessen Urteil vertrauen.

    Oder... Bilder verlangen und hier einstellen und das Schwarmwissen anzapfen 8o

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Mmmmh, für denTeil über jap. Schwerter wurde eine Abhandlung von Tanobe-San verwendet. Deswegen gehe ich davon aus, das der Autor für den koreanischen Bereich einen ähnlichen Stellenwert hat.


    Ansonsten kurz Zusammengefasst: 3 Reiche - schwarzes Loch - Joseon. Der Teil der Zeit, der für die Entwicklung des jap. Schwertes besonders wichtig ist (Heian bis Kamakura), ist Schwerttechnisch ein weißer Fleck in Korea. Davor ähnliche Entwicklung wie Japan. Möglicherweise bedingt durch Kitan und Mongolenherrschaft. Joseon zeigt deutlich chin. Einfluss. Ergänzt wird das Feld durch Klingentypen jap. Vorbilds auf Grund der Invasion Japans 1592. Das jap. Schwert, aber auch die Fechttechnik wird der Koreanischen als überlegen dargestellt. Auch die Fechttechnik wird scheinbar übernommen. Dennoch seinen die Klingen jap. Typs weitgehend Eigenproduktionen zu sein. Womit Kaji und seinem kopiergemaule Recht hat.

    Es werden im Wesentlichen kürzere Klingen bevorzugt. Die gezeigten Beispiele unterstreichen das. Die Montierung, äußerlich ähnlich, scheint dennoch kaum Schnittpunkte zu haben. Der Griff ist hauptsächlich fest mit der Angel verbunden (oft durch eine Art Hülsenniete). Das Trennen dieser Montierungsbestandteile beschädigt in der Regel den Griff.

    Über die Technik der Herstellung erfährt man nichts wesentlichen. Es scheint Meisterhandwerker gegeben zu haben, die Schwerter in der Regel für hochrangige Personen herstellten. Des Weiteren, ich sage es mal salopp, Wald- und Wiesenschmieden für den privaten Bedarf.

    Das weitaus größere Mittelfeld wäre, dass das Schwert sehr militärbezogen als Kriegswaffe gesehen wurde. Offensichtlich wurde die Produktion administrativ über die Behörden in speziellen "stattlichen" Manufakturen gefertigt. Kostenbezogene Herstellung steht wohl im Mittelpunkt.Teilweise gab es Bemühungen die Waffen zu standardisieren. Das Schwert wird durchaus wichtige Waffe angesehen, doch es bleibt im Wesentlichen ein Werkzeug.


    Man sieht also gewaltige Unterschiede zu der Vitae des Nihonto, die natürlich mit besonderen politisch/gesellschaftlichen Entwicklung einhergeht und so seine ganz eigene Dynamik in der Entwicklung hat.

  • Da kann man sich leider erstens mal, nur daran halten, was der Verkäufer einem aufschwatzt. Vielleicht noch einen anderen Frage und auf dessen Urteil vertrauen.

    Händler A sagt: super tolles Teil, absolut selten, Traumarbeit, Kamakura. Kunde B tippelt damit freudestrahlend zu Fachmann C: Gurke, Shinshinto, Schrott weil 5 Hagire, gnadenlos überbezahlt.


    Kunde B sauer auf Händler A. Händler A sauer auf Fachmann C. Fachmann C sauer auf Händler A. Fraktionen Bildung. Kunde B zwischen Baum und Borke. Er entscheidet sich für die Fraktion, die den größeren rhetorisch/psychologischen Einfluss auf Kunde B gelten machen kann.


    Bei Händler A nennt man das Kundenstamm. Bei Fachmann C gehört man zur Clique des C. Und was C nicht mehr mag, wird er gut an B los.


    Lösung: Kunde B setzt sich auf seinen Arsch und büffelt. Investiert in Literatur. Fährt zu Schwerttreffen. Die fragen am Eingang: guckst du Schwerter? B: sschwöre! Schwertreffenmensch: kommst du rein!

    Und wichtig leeeeernen! Auch die Eier haben, seinen Kanteizettel abzugeben. Auch Eier haben, mit seiner Kantei auf die Schn**ze zu fliegen, aber daraus zu lernen, wieso? Fragen stellen. Kritisch sein. Abstand waren. Es sind Lernobjekte. Die Freude liegt beim Sehen und studieren.Nicht alles haben wollen was einem gefällt, sonst hoffnungslose Sammlerkrankheit. Es gibt genug Leute, die alles aufsaugen, was billig im Net kursiert, aber Fachmann C benötigen um zu selektieren.


    Effekt: man lernt, dass es tatsächlich unter den vielen Händler A Leute gibt, bei denen man ungesehen ein Schwert kaufen kann - denen man vertrauen kann. (Tsuruta gehört bei mir nicht dazu). Man lernt, dass es auch unter den Fachleuten C solche gibt, welche nicht des Prestiges wegen "dazugehören" sondern ihre Passion ehrlich leben. Das Beste zum Schluss, man kann sich seine eigene Meinung bilden. Man weiß, was man kauft. Man sieht was man kauft. Man sieht und freut sich an dem, was man sieht und versteht.

    Dann nennt man das auch: B ist Schüler des C. Und C kann dabei durchaus auch ein A sein.


    Ein Laie ist ein gefundenes Fressen für den Rest.

  • Das mein Lieber hast du sehr treffend beschrieben. Dafür ein Kompliment von Kopier-Nörgler der einfach einfach Dreck auf schwurblige Theorien gibt sondern nur hinsieht und zumeist nichts mehr sagt. Warum ? Du hast es selber beschrieben.

    Kantei, Was hat man alles schon an Blödsinn gelesen, auch von der NBTHK , der NTHK, den Honami. Alles sind Menschen, jeder kann nur das werten, was er sieht, jeder sieht aber anders. Ich sehe ein utsuri, der nächst nicht. ich sehe ein Farbe, der nächste eine andere etc. Im Grundtenor findet man einen Kontext, aber bei den feineren Details, da wird es eben bunt.


    Ich für mein Teil bin inzwischen geerdet. Was mein ich damit. Nehmen wir den berühmt berüchtigten Ryokai / Kunitoshi. Die Merkmale die unterscheiden sollen, wie die Ausformung der Kissaki ; nun ja, es haut alles nicht hin. Ich würde zu gerne erleben , wenn ich eine Zeitmaschine hätte und zwei perfekt erhaltene Klingen von beiden mitbringen könnte, welche Klinge wem zugeschrieben würde.

    Das hört sich nach einem Schrei für einen Freibrief für Ignoranz an, eher im Gegenteil.

    Wie Sabiji und andere bestätigen können bin ich auf dem Sektor ein permanenter Täter. Im Laufe der inzwischen Jahrzehnte habe ich viele Klingen gesehen die mehrere Zuschreibungen von Experten und Experten Gremien hatten.

    Ich habe für mich begriffen das das Wort Kantei-sho "Experten Meinung !" wirklich so zu nehmen ist. Keiner steckt drin, stand neben dem Schmied.


    Dann das Spiel mit den Signaturen. Jede Handschrift ändert sich, mit einem Meissel zu schreiben machte noch kniffliger. Ich habe zwei Fälle erlebt wo vor der Politur alle sagten "Gimei..." weil die Signatur massiv abwich. Danach ? Tokubetsu und Juyo. Es gibt Schmiede die haben nicht zwei identische Signaturen.

    Auch hier wieder, werte die Arbeit und wenn die Signatur noch echt ist, sehr schön. wenn nicht, immer noch ein gutes Schwert.


    Was aber wirklich anstrengend ist, der Papierfetischismus. Hat das Objekt Papiere ? für den Markt ist das wirklich wichtig, für den Kenner eine Farce. Entweder man sieht eine klasse Arbeit oder nicht.


    Nur mal so einige Gedanken am Rande.

  • Da der Faden ja abgleitet in Richtung Kulturvermischung mal *offtopic* ein Video verlinkt, welches sich mit den koreanischen KK's beschäftig und ausnahmsweise mal nicht reisserisch gemacht ist. Sehr schön zu sehen wie chinesische oder japanische Einflüsse vorhanden sind.


    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!