Extrem junge Großmeister / Schulenoberhäupter

  • Was soll man davon halten. ? Das ist nicht despektierlich sondern fragend gemeint. Ein Mensch fängt mit 18 an und mit 26 ist er Großmeister. Nun, eine einfache traditionelle Ausbildung in Japan per Tradition dauert einige Jahre, unter 6 bis 10 ist da nichts zu machen. Je komplexer, um so länger. Danach ist man zwar freigesprochen, also beherrscht das Handwerk, eine KK ist nichts anderes, außer das noch die Komplexität förderne Aspekte hinzukommen wie Etikette, Philosophie etc. D.h. unser Beispiel wäre in der Zeit gerade mal aus der Schule raus. Dh.. die Regeln innerhalb des Systems, des Schulen eigenen, kann er perfekt.

    Aber für meine Begriffe fehlt etwas für einen wirklichen Meister.

    Erfahrung !

    Jeder Handwerksgeselle ging früher auf die Walz; warum wohl ?

    Aus meiner Sicht um zu lernen das es sehr schnell Situationen gibt die der eigene Formenkanon eben nicht mehr abdeckt. für diese Welt der Erfahrungen gibt es aus meiner Sicht keine Abkürzungen.

    Sie ist aber für eine Großmeister und damit auch Lehrer essentiell wichtig, denn er muß ja auch solche Fragen beantworten können.

    Warum ? Damit das gelernte System adaptiert werden kann.

    Die Welt ist sehr groß, selbst in der kleinen Welt des japanischen Schwertes.

    Man kann, um beim Beispiel zu bleiben, dieses Wissen unmöglich in 8 Jahren erwerben.

    Daher halte ich sehr junge Großmeister für Schulen Inerte, d.h. in einer realen Situation könnten sie leicht verlieren, weil ihnen eben der Weitblick zwangsläufig noch fehlt. Der kommt halt erst mit der Zeit, und nicht nur in der Theorie.

    Mein persönliches Fazit : Ich bevorzuge alte, erfahrene Meister ihres Faches um zu Lernen.

  • Das ist möglich, weil es im Kampfsport mittlerweile nur um Ego und Kohle geht. Meine Erfahrung ist die, dass eigentlich nur die wenigsten "das Zeug" dazu haben, gut zu werden. Hierzu DIES. Das Problem ist, dass viele gar nicht wahr haben wollen oder erkennen können, dass "gut sein" nicht einfach etwas ist, das einem zufliegt. Man muss dafür etwas tun und zwar nicht nur irgendwas sondern ziemlich konkret. So muss man z. B. über Jahre konsequent und regelmäßig am Training teilnehmen, wobei "teilnehmen" das falsche Wort ist. Besser wäre "ackern" oder "keulen". Aber das ist in jedem Sport so... Fußball ist das das beste Beispiel. Viele glauben, die könnten gut Fußballspielen. Komischerweise findet man die nicht in den oberen Ligen. Dort, z. B. in der Bundesliga, finden sich nur Sportler, die sich eben Jahrelang abgerackert haben und immer noch "ihr Bestes" geben. Warum das im Kampfsport anders ist? Nunja - da bin ich wieder am Anfang. Ego und Kohle. In meiner Schule hatte ich einen ähnlichen Fall. Ein ehemaliger Schüler, der bei uns seit Kindesbeinen trainiert hat... hat sich zwei bis drei Jahre zurückgezogen und trainiert und will nun mit einer eigenen Schule die große Kohle machen. Dabei weiß ich ja nun, was er kann und sehe, was er dazugelernt hat. Es wird immer dann schwierig, wenn man von sich denkt, man könnte alles und hätte auf jeden Fall das Zeug, noch mehr zu können. Selbstbetrug. Ich persönlich fand es hauptsächlich schade, dass dieser Schüler seine Wurzeln vergessen hat und damit überhaupt nicht wertschätzend umgeht.


    Problem ist aber auch, dass es zumeist kein einheitliches Curriculum gibt bzw. sich jeder sein eigenes Zusammenzimmert. Darum kann sich jeder so nennen, wie er will und sich die größten und besten Titel selbst verpassen. Letztlich liegt es eben auch an den Interessenten. Wenn die sich schlauer machen würden, könnte man denen so leicht nichts vor machen. Die Realität ist aber: Im Kampfsport ist die Erde eine Scheibe und das glaubt dir jeder...

  • ... nun, wenn der junge Mann keine neue Schule gegründet hat,

    sondern die Schule, in der er gelernt hat, übernimmt, mit der vollen Zustimmung und Unterstützung des alten Schuloberhauptes,

    dann sollte man doch auf jeden Fall annehmen, dass er im Stande ist,
    die 'Lehrlinie' dieser Schule im Sinne seines Lehrers fortzuführen, und nur darum geht es ja.
    (Der Samurai aus Giesing)








    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Ach, weil er den Segen des Ex-Soke hat gibt es die Erfahrung gratis dazu ?

    Und nein, es geht nicht nur darum die Lehrlinie im klassischem Sinne fortzuführen.

    Warum nicht.

    Zeiten ändern sich, Dinge die gestern stimmten stimmen heuten eben nicht mehr. D.H. Jeder Soke muß die Schule an die Zeit anpassen können, das setzt aber Erfahrung voraus. Fehlt diese ; dann haben wie Ballett antique. Daran sind viele alte Künste zu Grunde gegangen, auch Ko-Ryu in der Schwerttruppe.

  • Nein, egal ob japanisch, chinesisch oder koreanisch, Großmeister in 8 Jahren geht nicht.Allein die üblichen Wartezeiten zwischen 1sten und 5ten Dan sind länger. Selbst wenn der Oberste einen ernennt, sucht er einen unter den älteren Schülern, und dazu noch einen Europäer? Kam mir eh schon komisch vor.

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Selbst wenn der Oberste einen ernennt, sucht er einen unter den älteren Schülern, und dazu noch einen Europäer?

    Da ist dann Hokushin Itto-Ryu, obwohl 'altehrwürdig', wohl eine Ausnahme,

    denn der 7. Soke war, meiner Rechnung nach, 2016, dem Jahr seiner feierlichen Ernennung, höchstens 24 Jahre alt.

    vgl. Wikipedia Und so wie es aussieht, sind wohl alle Mitglieder dieser Schule mit ihrem Soke zufrieden,

    es scheint dabei in erster Linie um die Bewahrung und Weiterverbreitung der 'reinen Lehre' zu gehen,

    und die scheint man mit viel Begabung und Fleiß innerhalb von 6 Jahren durchaus lernen zu können,

    schließlich hat er in diesen 6 Jahren mindestens 56 Stunden pro Woche nichts anderes getan, als diese Lehre zu verinnerlichen.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Das ist für japanische Verhältnisse extrem kurz. Wenn man egal was aus dem tradiitonellen Weg lernen will, dann gibt es nur diese doch recht zeitaufwändige Methode.

    Beim Wort "reine Lehre" bekomme ich minimale Bauchschmerzen.

    Es gibt Traditionen, ja. aber keine alte Schule ist so stur nicht sich auch Gegebenheiten anzupassen. Eben dieses sich anpassen ermöglich doch das Überleben. Um das zu ermöglichen muss das Oberhaupt aber Weitblick haben, den hat kein Mensch auf diesem Planeten nach 6 Jahren Ausbildung.

    Die Ausbildung bringt dir, ist nicht despektierlich gemeint, nur die Schmalspurversion bei von dem was alles möglich ist.

    Ich mache meinen japanischen, traditionellen Beruf Jahrzehnte, das was gelehrt wird kann ich rückwärts im Schlaf, trotzdem vergeht kein Jahr wo ich wieder vor unbekannten Problemen stehe.

    Warum ich die Sachen trotzdem zu meist gerettet bekomme ? Erfahrung, Dinge die eben nicht im Curriculum stehen, in keiner Schriftrolle.

    Ob man das hin bekommt zeigt erst die Zeit, wie soll also unser super junges Schulenoberhaupt es wissen, oder sein Lehrer ? Sie können es nicht.

    Ich würde aber erwarten das auch das sichergestellt ist bevor ich jemanden zum Chef erhebe.

    Sonst ist es eher eine Lotterie.

  • Hmm, einiges Richtiges hier geschrieben, einiges Falsches...


    Zunächst mal ein paar begriffliche Dinge: Großmeister, soke und Lehrer sind alles unterschiedliche Dinge mit unterschiedlichen Anforderungen. Wir sind uns denke ich einig, dass ein Lehrer prinzipiell nicht alles vollumfänglich können/wissen muss, sonst dürfte ja niemand je unterrichten. Lehrer zu sein heißt erstmal, Wissen zu haben, dass man weitergeben kann. Ob man dabei gut ist oder nicht, ist erstmal egal. Soke ist die japanische Bezeichnung für ein Familien- oder Schulenoberhaupt. Hier ist es in koryu so, dass nicht einheitlich geregelt ist, wie derjenige zu bestimmen ist. Es gibt Schulen, da ist soke ein Titel, der innerhlab einer Blutlinie vererbt werden muss. In manchen Schulen muss der soke die Schule selber beherrschen, in anderen nicht. Jede Schule handhabt das anders. Großmeister ist... nicht definiert? Eine unsinnige Übersetzung des Titels soke? Westliches Marketing? Kommt hier für mich auf die Verwendung an: Bezeichnet derjenige sich selbst so oder nutzen andere diesen Begriff von sich aus? Das erste ist fragwürdig, das zweite etwas, das sich schwer unterbinden lässt.


    Ist es ungewöhnlich, dass in der heutigen Zeit jemand jung zum Meister einer Kunst wird? Nein. Musiker, Profisportler, Handwerker verschiedenster Art werden jung zum Meister. Gibt es eine festgelegte Dauer, wann man das erreicht? Nein. Was den einen 20 Jahre seines Lebens kostet, kann ein anderer in 2 Jahren schaffen (Wer an den wissenschaftlichen Quellen dazu interessiert ist, PN an mich.) Ist das die Norm? Natürlich nicht, die beiden Pole liegen weit auseinander. Ich denke, dass wir alle die wir eine Kunst üben Leute kennen, die sehr langsam vorankamen und genauso Leute, die ruck zuck Dinge drauf hatten, für die andere Wochen oder Monate gebraucht haben.

    Natürlich steht es jedem frei, den Titel "Meister" für sich so zu interpretieren, wie er das möchte: Der eine sieht die "technische" Meisterschaft noch nicht als die wahre an. Der andere fragt sich, wie man das "spirituelle" oder die Erfahrung einer Meisterschaft eigentlich messen soll. Am Alter? Wir alle kennen sicherlich den ein oder anderen vom älteren Kaliber, der so reif ist wie ein 15jähriger. Und umgekehrt kennt man das auch. Ist es folglich also unmöglich, dass jemand so vergleichsweise junges berechtigt zum soke einer koryu wird? Ich denke nicht. In der Vergangenheit waren die meisten Soke nicht viel älter. Manche haben in dem Alter schon selber Schulen gegründet.


    Aus meiner Sicht ist es nachvollziehbar und richtig, skeptisch zu werden, wenn jemand "zu jung" erscheint. Was also tun? Wenn möglich, überprüfen was derjenige kann oder weiß: Persönlich mit dem Menschen sprechen, trainieren, sich Dinge zeigen lassen. All die Dinge, die man ohnehin tun sollte, wenn man jemanden als Lehrer in Betracht zieht. Oder, dem Internet sei dank, mal schauen, ob es Videos von dem Menschen online gibt: Enbu, sparrings, gefilmte Trainingseinheiten, etc.- Ist derjenige in Foren aktiv? Kann man ja auch mal querlesen, was der so von sich gibt. Hat er eine Website? Ist das einigermaßen richtig oder steht da viel "Zeug". Schreiben seine Schüler online etwas? Wie sieht es damit aus, passt das zusammen?


    Zum "Ego und Kohle"-Argument von meiner Seite nur so viel: Ich denke, das war früher bei weitem nicht so anders, wie wir das heute gerne hätten. Die Menschheit hat sich in den paar Jahrhunderten nicht so grundlegend geändert.


    Zu den vorgeschriebenen Wartezeiten zwischen Dan-Prüfungen: Siehe mein Argument oben. Aus psychologischer Sicht ergibt verstrichene Zeit nicht automatisch Reifung. Zumal meines Wissens nach ja konstant weiter Vereinsmitgliedschaften gezahlt werden müssen in der verordnetene Wartezeit. Ein Schelm... ;)


    Zusammenfassend: Ich halte es prinzipiell für möglich, das jemand in jungem Alter zurecht das Oberhaupt einer Schule wird. Historisch war das ja auch so. Jeder kann und sollte natürlich persönlich entscheiden, ob der Lehrer was für einen ist. Ich würde zum Beispiel einen 80jährigen Meister eher nicht mein eigen nennen wollen, da ich ständig befürchten würde, dass der aufgrund körperlichen Verfalls Dinge nicht mehr korrekt weitergeben kann. Kommt natürlich auch drauf an, was man eigentlich will: fernöstliche Philosophieschule mit Bewegungsmeditation? Da tut's wohl eher der 60jährige, als der 20jährige. Harter Drill mit Fokus auf "echtem" Kampf? Dann doch lieber näher an die 20 als die 60.

    Eins muss man den jungen Oberhäuptern lassen: Sie gehen zum Teil radikal neue Wege, gerade in der Öffentlichkeitsarbeit. Ob das der richtige Weg ist, zeigt, wie früher auch, nur die Zeit.

    Koryu ist kein Selbstverwirklichungsbaukasten!

  • Ach, nur weil man älter als 60 ig ist ist man eine körperliche Ruine und unbeweglich?

    Komisch, die hoch graduierten Kendoka beweisen genauso wie z.B: die alten Iaidoka das exakte gegenteil. Diese Bewegungsabläufe muiß ein junger Hüpfer eben erstmal hin bekommen.

    Das Gegenteil dieser überheblichen These von der alten Ruine haben auch Leute wie im Aikido Ueshiba beweisen.

    Und nein, die lernt man nicht in 6 , 7 Jahren. Von der Grundstruktur her ja, aber der Rest ?

    Warum trainieren die Spitzenleute sonst Jahrzehnte, warum sind die wirklichen Meister alle gestandene ältere Herren. Weil sie alle zu dumm sind schneller zu lernen ?

    Das wäre wohl vermessen diese Behauptung.

  • Ach, weil er den Segen des Ex-Soke hat gibt es die Erfahrung gratis dazu ?

    Das nicht. Aber wenn ein Soke meint derjenige hat das Potenzial Nachfolger zu werden dann ist das so. Und auch so zu akzeptieren. Bei meiner KK war das genauso. Und ja, Hatsumi hatte am Anfang diese Erfahrung nicht. Inzwischen schon.

  • Er hatte mehrere Schüler, die in Frage kamen und auch länger dabei waren. Was richtig ist, daß er zwei Schulen eigentlich schon vergeben hatte, aber der Empfänger starb. Aber eben auch nur zwei.

  • Ohne jetzt all zu weit auszuholen: Das was Du beschreibst nennt sich "Survivorship Bias". Auf Kampfkunst angewendet: Wir sehen nur die, die noch im hohen Alter aktiv sind und schließen daraufs dass das "normal" ist oder zumindest häufiger mal vorkommt. Was nicht zu sehen ist, sind die Heerscharen an Künstlern, die vorher aus den verschiedensten Gründen ausgeschieden sind. Ab einem gewissen Alter nehmen nun mal Schäden zu, allein, weil die mehr Zeit hatten, welche zu erleiden und die Regenerationsfähigkeit nimmt ab. Das heißt nicht, dass das für alle so gilt, siehe Deine Beispiele. Mir sind, als Gegenbeispiel, Anekdoten bekannt von Lehrern, die durch Gelenkprobleme einige Formen leicht abändern mussten, um sie noch durchführen zu können. Mancher Schüler hat sich das dann "falsch" abgeschaut. Man kann natürlich lange drüber streiten, ob das "falsch" oder Anpassung ist, ohne zu einem sinnvollen Ergebnis zu kommen.


    Historisch betrachtet (ich rede jetzt von koryu) war eine Kampfkunst ziemlich sinnlos, wenn die Jahrzehnte brauchte, um jemandem (technische) Meisterschaft zu vermitteln. Soldaten und Offiziere, aber auch Zivilisten, die sich schützen wollten, hatten keine 20+ Jahre Zeit, bis sie einigermaßen verlässlich kämpfen konnten.


    Um auf Deine Frage zu antworten: Nein, weil sie wahrscheinlich ihr Leben nicht Vollzeit der Kampfkunst widmen konnten. Vielleicht kommen auch andere Faktoren hinzu: Ueshiba war soweit mir bekannt zeitweilig im Krieg, da ist mit konstantem, strukturiertem Training ziemlich Essig. Mir ist nicht bekannt, ob es Vollprofi-Iaidoka/Kendoka gibt, aber mittlerweile dürften die durch die vorgeschriebenen Wartezeiten eh keine Möglichkeit haben, jung zu "echten" Meistern zu werden. Einer meiner persönlichen Kritikpunkte an diesem (neuen) System.


    Ansonsten stimme ich Tyrdals Punkt zu: Ein Oberhaupt kann (und sollte ja auch!) noch weiter lernen, wenn er die Position schon inne hat. Sonst droht der von Kajihei befürchtete Verfall aus anderen Gründen.

    Koryu ist kein Selbstverwirklichungsbaukasten!

  • Da antworte ich kurz und bündig. Sie haben keinen Schimmer wovon Sie reden. Ich habe mit alten Herren trainiert und bin selber kein schlechtes Kaliber, wenn auch inzwischen selber älterer Jahrgang. Das Altern lässt sich nicht vermeiden. Ja ich gebe gerne zu, es gibt Probleme mit dem Knochen, aber das wird locker und flockig durch Erfahrung ausgeglichen. Oder vielleicht anders. ich bin seit Jahrzehnten auf dem Schwertweg unterwegs. Vollzeit. Ich kenne genügend 60 ig Jährige die eine jungen Hüpfer um den Finger knoten im Notfall . Und ja es wurde ausprobiert.

    Warum das geht :Weil man das Konzept verstanden hat. Das geht nur mit Erfahrung. Man fängt mir Kraft an, geht über zur Schnelligkeit und in letzter Instanz arbeitet man einfach mit Wissen. Trotzdem kann man immer noch den Schüler sagen ; so bitte nicht und es auch zeigen.

    Was Koryu angeht :Diese waren nie für einfache Samurai oder Soldaten gedacht. Die wurden Grund ausgebildet.

    Die meisten Koryu sind Edo zeitlich und daher für das wirkliche Kriegsgeschehen des Muromachi etc unerheblich.

    Es ist ist sehr schön wenn ein Samurai im Bakumatsu vom Schwertblitz getroffen wird und weiss wie es geht ; Blöderweise war da die Chause zu Ende.

    Ich bleibe daher dabei :Das Schwert ist ein Handwerk. Da reicht das einfache "wie geht es" nicht aus. ( Ausser im realem Kampf, der Schlacht wo es wirklich egal ist wie man kämpft im Nahkampf. Hast du dein Schwert verloren und findest einen Nachtopf, benutze ihn. Aber ein Nachtopf im Koryu ???????????????? )

    Ich bin mir bewusst das ich hart spreche, bloß irgendwann, wird man real.

    Der große heilige Nimbus des Soke, des super Nihonto, der ist nicht mehr da.

  • Verstehe. Dann ist an dieser Stelle von meiner Seite nichts mehr Wesentliches zu sagen. Ich sehe, dass kein Interesse an einem Austausch von Blickwinkeln/-richtungen besteht. Schade. Jeder den Weg und den Lehrer, den er verdient.


    In diesem Sinne: Viel Erfolg.


    Zum Schluss ein schönes Zitat von (angeblich) Kurt Tucholsky:

    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

    Koryu ist kein Selbstverwirklichungsbaukasten!

  • Ich wollte Sie nicht provozieren, auf der anderen Seite alle alten KK ler als humane Schrotthaufen hinstellen, das geht so eben auch nicht. Da fühlen sich einige hoch graduierte ältere Herren hier sich etwas auf den Schlips getreten. Die hohe Graduierung zeigt an das sie sehr genau wissen was sie gerade tun. PLUS ! der Erfahrung die den Kohl eben endgültig fett macht. Genau um dieses Plus geht es doch hier. nur einfach zu wissen wie etwas geht in der Theorie und Grundanwendung; na ja....Wirkliche Meisterschaft zeichnet sich dadurch aus Unmögliches irgendwie hin zu bekommen. Das kann man so nicht lernen, oder sind Sie da anderer Meinung.

  • Ihr lieben Menschen- ich bin nun gleich 70 Jahre alt und habe viel trainiert, verletzt und selbst gelitten. Es stimmt mich traurig und ein wenig ratlos ob der vorangegangenen Auseinandersetzung.

    Nicht nur der Ton und der persönliche Hintergrundsklang sind mir unangenehm (dies habe ich in der letzten Vergangenheit hier selbst "abgekriegt")- nein, auch die Motive sind mir unklar. Natürlich ist das präsentierte Fachwissen, der jap. bzw. chin. "Sprech" und die Expertenerfahrungen beeindruckend und verdienen Achtung.

    Bedenklich ist (nicht nur bei diesem Thema) die geringe Lust mancher Protagonisten an "Zusammensetzung".

    Schnell wird geringschätzig bewertet, angegriffen, sich lustig gemacht oder sogar beleidigt.

    Ich glaube, dies liegt nicht immer an nur Dummheit oder Überheblichkeit.

    Ich bin mir sicher, daß das Medium, die Plattform selbst zu unpersönlicher und damit kühler Schreibsprache führen muß (ein Phänomen, welches auftritt, wenn a. nicht miteinander persönlich gesprochen wird und dazu noch b. nicht mit der Hand geschrieben sondern getippt wird).

    Am selben Tisch sitzen, den selben Kaffee trinken und die selbe Luft atmen (conspirare!) sich die Hand reichen und sich in Zuneigung verneigen- dies erlaubt trotz klarem und manchmal auch hartem Diskurs die Bewahrung von warmherziger Konstruktivität. Digital kann eben mal nicht zugelächelt werden oder die Hand beschwichtigend auf den Arm des Gegenübers gelegt werden- dafür sind sog. "emojis" nicht geeignet.

    Wenn es für Sie tatsächlich von Bedeutung ist, ob ein Mensch Meister, Experte, Spezialist, Kenner, Könner, Genie, Autorität, Fachmann, Virtuose, Lehrherr (und deren weibliche Bezeichnungen) oder ihre Gegenteile sind, möchte ich Sie, die sich hier und jetzt mit dem Thema auf dieser Seite beschäftigen, gerne einladen sich persönlich zu treffen. Ich habe viel Platz auf einer kleinen Campinganlage, bin gerne bereit die Platzkosten zu übernehmen und glaube, daß ein Wochenende nützlicher ist als stundenlanges Tippen.


    In diesem Sinne mit "Echtname"

    Thomas Brendel ("you haude hantha"- das"freundliche Murmeltier")

  • @Thomas

    Ja, das stimmt. Teilweise.

    Genau deswegen fahre ich eine klare saubere Linie in Foren, oder probiere es. Meine Mimik ist ja nicht sichtbar, mein Tonfall nicht hörbar. Also gestalte ich die Sachen sehr klar , hart und eindeutig, im Positiven wie im Negativen.

    In der Realität habe ich die Erfahrung gemacht, daß es mehr Leute gibt die freundlich morden mit Intrigen etc als man wahrhaben möchte, als einem lieb ist.

    Geht man gegen diese mit offen Visier an, ja dann ist man der Trottel. Ehre, Stolz , Anstand, Werte die heute nichts mehr zählen. Ausser bei Oldtimern wie dir.

    Es geht meistens längst nicht mehr um die Fachkenntniss, sondern um das Egostreicheln. (Ja, manchmal brauch ich das auch, aber nur selten.)

    Ich für meinen Teil habe genug auf die Nase bekommen um zu begreifen das den meisten Leuten einfach die Demut vor der Angelegenheit fehlt.

    Ich bin nur ein duseliger oller Schwertschleifer, bloß wie ist meine Intention ?

    Erst kommt das Schwert, jedes ist einzigartig, dann kommt der Kunde, dann der Profit.

    Damit wird man nicht reich, aber man erhält eine alte Kultur, schadet keinem und hofft das es reicht.

    So handhabe ich es immer. Man selber ist als Letzter dran.

    Warum ?

    Weil das was man vermag, verdankt man der Umwelt, den Mitmenschen.

    Also verzeihe ich mir weniger weniger Fehler als einem Schüler.

    Genau so handhabe ich es auch hier im Forum.

    Wenn ich hier ein Bock schieße, biete ich selbstverständlich den Rücktritt an.