Was ist Kämpfen ?

  • Eine oberflächlich gesehen simple bis fast dumme Frage. Sieht man genauer hin, dann wird es komplexer, dann spielen Lebensweisen und auch Gedankenwelten eine Rolle.

    Ihr werdet fragen "was redet der denn schon wieder für wirres Zeug", nein kein Schreibfehler. denn dadurch das ihr das sagt, beginnt ihr über die Frage nachzudenken, also zu fragen, euch selbst.

    Angestoßen durch die Aussage vom Kollegen Pharao "Ich bin ein Kämpfer, ich lebe dafür" habe ich mal etwas nachgedacht.

    Bei mir kam Folgende Def. für mich heraus.


    Kämpfen ist eine unerfreuliche, zumeist von außen aufgezwungene Tätigkeit zum Selbsterhalt der eigenen Gesundheit, Freiheitsgerade etc, bei der einem ernsthaft Übles widerfahren kann.


    D.h. wenn ich mich mit einem besoffenen Lümmel prügeln muß weil keine Ausweichmöglichkeiten bestehen, dann ist das genauso ein Kämpfen als wenn ich mich gegen den Behörden Leviathan zur Wehr setzen muss der an meinem Existenzbeinchen sägt.

    Ergo sind für mich sog. "Wettkämpfe" nicht mehr als Wettspiele, denn was soll einem mehr passieren als etwas geknickte Eitelkeit, ein leicht verbeultes Ego
    ? Nichts, genau.

    Was kann dem großem "Kämpfer" im Dojo in fast allen KK ernsthaft passieren ? Nichts. Unfälle ausgenommen und idiotische Kontaktsportarten bei denen man sich wirklich zu Brei schlägt, bloß bei diesen fehlt eben das Aufgezwungene. Wer den Kopf freiwillig in den Schredder steckt, selber schuld. Das hat aber nichts mit Kämpfen per Def. ala Kaji zu tun.

    Oder anders gesagt :Kämpfen ist kein Spiel, sondern eine bitter ernste Sache.


    Diese Defintion hat aber auch Konsequenzen. Man begreift das Kämpfer keine Helden sind, sondern in erster Linie Opfer die sich wehren, mehr eben nicht.

    Mein Fazit daraus , für mich selber : Ich habe keine Lust mehr ein Kämpfer zu sein, obwohl ich mich gerne mal freundschaftlich und sei es nur mit Worten prügle, aber das macht eben keinen Kämpfer.


    Das ist nur meine verquere Sicht der Dinge nach vielen Jahren Dauerärgers.

  • Kajihei - das sehe ich ähnlich, weshalb ich beim Training eher den Ausspruch verwende:"Lässt uns ein wenig spielen."

    Richtig kämpfen müssen die meisten von uns nicht wirklich.

    Zum Glück, den wie es in einem Krieg keinen Gewinner gibt, gibt es den auch nicht in einem echten Kampf.


    Aber ich ärgere mich nicht, sondern sehe das Ganze eher gelassen und mit einem Lächeln..... Manchmal aber auch mit einem Kopfschütteln.