Gedankenwelten

  • Gedankenwelten, eine kurze Betrachtung.

    Je älter man wir, um so mehr kollidieren die Gedankenwelten. nehmen wir Zwei Beispiele.

    Auf der einen Seite der heute normale Typus, der Typus der Wettkämpfer ist, jeder will der Schönste, größte Beste sein, egal in welchem Gebiet.

    Da wird dann gesagt "Ich will der größte Rennfahrer aller Zeiten werden ( übertrieben)" aber um was geht es dem Menschen wirklich ? Um Das Rennen per se, die Schönheit der Maschine ; nein nur am Rande. Es geht um Ruhm, Geld, Dinge die sehr schnell auch wieder vergehen.

    Das Objekt selber die Finesse, die Perfektion, die interessiert nur wenn gesiegt wird. Ergo es geht eigentlich nicht um das Objekt. Siegt man nicht, nun dann ist man ziemlich hohl innerlich, da es eben nichts geworden ist.

    Dann gibt es da die zweite Gedankenwelt ( von vielen ) die genau entgegengesetzt läuft, unverwüstliche Werte wie der Drang nach Wissen, Vervollkommnung des eigenen Könnens immer zugunsten der Sache die man schätzt. Eine nie endene Reise.

    Dabei wird man häufig nicht reich, nicht berühmt, aber ist das denn in dieser Gedankenwelt wichtig ? Eben nicht. Wettkampf interessiert nicht, es geht um das Objekt, das Projekt, das es z.B im Falle eines Restaurators zu erhalten gilt.

    Diese Gedankenwelt wird von der ersteren, der auf Äußerlichkeiten beachten häufig für eine Welt von Träumern gehalten.

    Träumen sie wirklich ?

    Nein sie schaffen Werte für sich und andere die eben nicht so schnell vergänglich sind wie Ruhm und Geld.

    In letzter Konsequenz leben diese "Träumer" also in einer zufriedneren Gedankenwelt als die Mitglieder der Ersten, welche von konsequenter Unzufriedenheit geplagt werden, bei egal was.

    Allerdings, die zweite Gedankenwelt ist nicht weniger fordernd als die erste.

    In der ersten Gedankenwelt wird man gefordert dauernd zu kämpfen, aus meiner Sicht sinnloser Weise, geht es schief, es kollabiert.

    In der Zweiten weiß man auf welche Reise es geht, eine Reise der Erkenntnis, der Perfektion, des Lernens, kurz man wird nie das Ziel erreichen.

    Ist das schlimm, eben nicht denn dazu ist die Welt zu komplex. Ein Büffet der Möglichkeiten. Es geht halt um die Erkenntnis das man selber immer unperfekt bleiben wird, also immer schön weiter trippelt. Begreift man dann noch, ds die Reise der eigentliche Sinn ist, voila, Ziel der Übung erreicht.

    Das Schöne an der zweiten Gedankenwelt ; man ist deutlich entspannter was diesen Wettbewerbs und Geldnonsens angeht.

    Wie man vermutlich schon vermutet hat, ich gehöre der zweiten Welt an. mir tuen Menschen der ersten einfach leid.

    Das ist nicht überheblich sondern mitfühlend, genau wie mit einem Hamster im Rad. ich muß schneller, schöner, schlauer, besser sein. Warum sie mir leid tun, weil es auf einem Teilgebiet ihrer Begierden immer Leute gibt die besser, weiter sind. Sie können also niemals gewinnen. Auf lange Sicht verdammt zu ewiger Frustation.


    Betrachtung Neid ? und Freundschaft

    Ein wirklich hübsches Thema.

    Ich hatte mich oben in der Gedankenwelt zu zwei verschiedenen Typi der Denkweise geäußert.

    Auf der einen Seite der heute am häufigsten zu treffende Typus.

    Konträr dagegen der Typ des angeblichen Träumers, der einfach andere Prioritäten setzt , Gedanken frei schweifen lässt, dem aber Dinge wie Geltungssucht ziemlich wurscht sind. Dieser Typ erzählt faktisch, nennt Dinge beim Namen ohne Wertung, weil diese ist erstmal egal.

    Nun wird es interessant, Typ 1 trifft auf Typ 2 mit einander befreundet.

    Typus 2 kommt irgendwie im Gespräch auf Grundstücke, Grundsteurn etc. nicht weil es wirklich wichtig wäre, es fiel halt gerade, warum auch immer, ein. Immer daran denken, Typ 2 ist der sehr offene Geist der manchmal auch Sachen parallel macht etc. )

    Dann erwidert Typ 1 Stimmt so nicht, das ist ja kein Haus, keine Grundstücke .

    Ist nun der Typ II so nett und weist sanft darauf hin das es auch belegbar ist, dann erfolgt eine Schimpfkanonade, anstelle das gesagt wird, O.K.

    Besonders "lustig" ist es wenn es vor weiteren Zuhörern veranstaltet wird.

    Kurz der Typ I wird niemals vom ach so unterlegen Typ II Fakten die ihn nicht als Sieger, als Helden da stehen lassen

    akzeptieren, egal ob es wie oft belegt wird oder nicht.

    Typ II ist halt ein Verbrecher, ein Klugscheißer, nur weil er sich nicht dauernd herunterputzen lässt.

    Hätte Typus I sich jemals die Mühe gemacht, Dinge wie die Gedankenwelten zu verstehen, dann hätte er begriffen das es Typ II nicht um Ruhm , Gewinnen oder Rechthaben geht, sondern einfach simpel um Fakten, mehr eben nicht.

    Aber wenn Freunde das nicht verstehen, dann frage ich mich, können verschiedene Gedankenwelten überhaupt befreundet sein.

    Was die Sache geschmacklich abrundet. der Typus I führt sich aus seiner "Rennfahrerstruktur" heraus immer auf wie die Axt im Walde, er muß halt gewinnen, daß man damit auch eigentlich auch loyale Freunde eventuell verlieren kann, weil diese eben faktisch anders funktionieren ( und sich irgendwann einfach nur noch dauergekränkt fühlen ) das fällt nicht auf.

    Warum nicht ?

    Weil es nicht die Art des Typ II wirklich aggressiv zu reagieren, er lebt für das Studium nicht den Kampf.

    Der Typus I beschwert sich dauernd darüber das mit Fakten gearbeitet wird. Beschwert sich Typus II dann aber mal sanft das es so nicht geht ; dann wird die fröhliche Spieglung von Argumenten probiert. Nützt aber leider nichts, denn ein Ei ist eben ein Ei.

    Eigentlich beweist dieses ziemlich grauenhafte , zum Glück nur fiktive Szenario, daß Typ II mit dem Bedauern für Typ I recht hat.Oberflächlich wird er immer siegen, aber in der Tiefe immer verlieren.

    Eigentlich eine skurile Sache.

    Der Typus I erscheint, stark fröhlich, durchsetzungsfähig, aber innerlich....weniger, sonst wäre das Alles nicht nötig. Wäre er innerlich wirklich so stark, so müßte er nicht so wie beschrieben agieren.

    Typ II , dem ist die Aussenwelt großenteils, sofern sie nicht wirtschaftlich tangiert, erstmal egal.

    Was dabei übersehen wird, welche innerer Stärke es bedarf eben komplett gegen den Strom zu schwimmen, nur weil es einem so gefällt.

    Nachsicht. Toleranz, Gutmütigkeit werden für Schwäche gehalten

    Äußerlichkeiten werden da schnell als Schwäche ausgelegt, nur weil das Konzept der Gedankenwelten eben nicht begriffen wurde.

    Das Wiederum, kann aber auch nach hinten losgehen. Der Typus Ii ist der notorische Lerner, das heißt er begreift auch irgendwann wie Beziehungen wirklich aussehen, rein faktisch.

    Also bleibt die Frage; rein philosophisch, können die Gedankenwelten miteinander befreundet sein. Wie man am gruseligen Gedankenspiel sieht, scheint es ja nicht zu gehen.


    So das waren mal einige wirre Gedanken aus der Gerdankenwelt.

    Nehmt es als Anregung, Denkansporn, Diskussionsgrundlage oder einfach so hin.

  • Puh, ehrlich gesagt bin ich stellenweise ausgestiegen. Ich sehe auch nicht, dass sich Deine im oberen Teil genannten Gedankenwelten entgegenlaufen müssen. Im Gegenteil, ich denke alles funktioniert irgendwie im Jing und Jang Prinzip. Vielleicht ist bei dem einen ein bestimmter Teil ausgeprägter, aber ohne den anderen Teil funktioniert nichts.


    Mag den Rennfahrer nach Ruhm und Geld streben, aber um der Beste zu werden, muss er was leisten. Das schnelle Auto allein reicht nicht. Er muss können beweisen. Dann mag es Rennfahrer geben, denen Ruhm und Geld zweitrangig sind, weil sie für den Sport leben, weil es ihre Passion ist. Beide stehen im Wettbewerb, der Sinn eines Rennfahrers. Das Messbare ist die Geschwindigkeit. Das Nichtmessbare sind die Beweggründe jedes Einzelnen.

    Ich weiß nicht, Beweggründe gegeneinander aufzurechnen führt zu Grundsatzdiskussionen ethischer und moralischer Art, die so alt sind wie die Menschheit selbst.

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher

  • Ja um der Beste zu werden, warum will er das aber ? Genau Ruhm und Geld. Der Beste an sich besitzt eben mal keinen Wert. Es geht ums Vergleichen, warum tut man das ? Genau um sich größer zu fühlen oder fühlen zu können. Also Ruhm.

    Worauf ich mit dieser super kurzen, unvollständigen Deduktion hinaus möchte ist Folgendes. Beweggründe sind sehr oft sehr einfach gestrickt, auch wenn sie mannigfaltig erscheinen mögen. Also fragt man weiter bis hin zur Prima Causa, der tatsächlichen Ursache. dann erkennt man sehr häufig, das die Vielfalt in Wirklichkeit nur eine einfache , einzige Sache ist.

    Der eine sieht in der Wolke ein Rentier, der andere einen Drachen , trotzdem ist es immer die gleiche Wolke. ( Dafür will ich den Plattitüden Nobelpreis )

  • Jetzt sage ich mal das, was sonst Tyrdal gegenüber mir beim Bogenschießen = Kriegskunst meint. Das ist eine ausgesprochen einseitige Sichtweise. Mit einer solchen Aussage implizierst Du, dass jede Berühmtheit der Vergangenheit es nur aus diesem einen Grund getan hat, um sich größer zu fühlen als der Rest. Glaubst Du das wirklich?

    Ruhm ist doch etwas, was einem von außen zu teil wird, ob man will oder nicht. Manchmal ist es sogar notwendig. Siehe unsere Oberschulschwänzerin Greta. Manchmal kann Ruhm auch zur Last werden.


    Der Beste, der Wichtigste, der Bedeutendste und was weiß ich in irgendwas zu sein hat eine wichtige soziale Funktion - man orientiert sich daran und wir ziehen hieraus unsere Werte! Es hat also einen unglaublichen Wert. Du orientierst Dich doch auch an den besten Polierern, schaust Dir Klingen von berühmten Schmieden an, hörst Musik von den besten Künstlern Deiner Neigung. Oder machst Du das nur, wenn die ein Tippitoppi-Primamensch-Zeugnis vorweisen können und nur rein aus Zufall und vollkommen unverschuldet berühmt geworden sind?

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher

  • Nein ich orientere mich niemals an den besten Polierern, sondern nur an ihrer Arbeit. Der Mensch, der Ruhm, der Bekanntheitsgrad dahinter ist mir wurscht. mir geht es um das Lernen. Bei einer guten Politur sehe ich viel, bei einer schlechten wenig. also stehle ich das wissen bei denen die dafür sorgen das man viel sieht. Ob die berühmt sind wie Fujishiro oder Mishina, oder fast unbekannt wie Matsumura Uko, mir vollkommen egal.

    Und nein ich sehe mir nicht nur Schwerter von berühmten Schmieden an, das reflektiert eben nicht das Nihonto sondern nur eine elitäre Minorität.

    Beim Kantei kann dieser Klingensnobismus übrigens, da sage ich wahrlich nichts neues, auch schön nach hinten los gehen

    Durchbricht man diese gesetzte Grenze, so erkennt man schnell, das ein Teil der Bungo-Shinto-Klingen besser als die gepriesenen, hochgelobten Hizen sind die zum Verwechseln ähnlich sind.


    Und ja, mit Ruhm habe ich ein schlechtes Beispiel gewählt, zugegeben, aber das Prinzip dürfte klar sein.

    Und ja daran glaube ich, denn so komplex der Mensch ist, in den Grundzügen ist er einfach gestrickt.

  • in den Grundzügen ist er einfach gestrickt.

    und ein einfaches Strickmuster ist eben nicht nur 'kraus links' oder 'glatt rechts',

    man kann diese einfachen Grundmaschen zu vielen wunderbaren Mustern kombinieren,

    die immer noch sehr einfach zu stricken sind.

    Das Leben besteht aus lauter einfachen Bausteinen mit vielen Baumustern,

    zugegeben, manche Baumuster sind alte Bekannte, aber man sollte eben nicht an jeder Ecke nur alte Bekannte erwarten.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • @ Kaji Tja, auch das sehe ich alles anders. Ich lasse es lieber.

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher

  • Aber grundsätzlich muss ich sagen: Das wird mir hier zu philosophisch.

    Du meine Güte, wir befinden uns hier im Unterforum Philosophie, was erwartest Du da? :/

    Suche das Einfache und misstraue ihm.