Jigen Ryu

  • Jigen Ryu eine wirklich alte Koryu. Noch heute findet man an den Bäumen die Marken des Trainings. Heute sehen die Übungen seltsam aus, aber das Ziel war es, wenn wirklich und unvermeidbar notwendig den Gegner mit einem Schlag zu erschlagen. War das nicht möglich, wurde etwas gröber mit brachialer Gewalt angegriffen

    Diese Absicht des Vermeidens drückt sich auch in den Tsuba, den Schwertstichblättern dieser Provinz mit ihren ude-nuki ana aus. Öffnungen, mit denen das Schwert am Kurigata festgeschnallt werden konnte, mittels eines Paqierbandes o der einer Haarsträhne.

    Die Klingen dieser Provinz in der Zeit als das Jigen Ryu blühte waren mehr als robust, was ebenfalls seinen Ausdruck in den heutigen Trainigsmethoden findet.

    Die Entwicklung dieser extrem kräftigen Klingen in dieser Provinz lässt eine Wechsellwirkung mit dem Jigen Ryu vermuten.

    Hier nun etwas Information über diese wirklich alte Schwertschule.


    When asked what Jigen-ryu is, founder Togo Chui is said to have answered in the following way.

    “Jigen-ryu is to carefully polish your beloved sword and ensure it has a razor sharp edge, then wire it firmly shut into its scabbard. Say nothing rude or offensive, commit no rude actions, be courteous, and never draw your sword.”

    In 1587 Chui accompanied his lord Shimadzu Yoshihisa to Kyoto and met the monk Zenkichi at the Tennei-ji temple. Chui learned the twelve core techniques of Tenshinsho Jigen-ryu from Zenkichi over a period of six months before returning to Satsuma.

    Chui continued to practice once he had returned home, eventually gaining the attention of Shimadzu Iehisa, Lord of the Satsuma domain. Jigen-ryu became the official style of swordsmanship in Satsuma and Chui was employed as the domain fencing instructor.

    Jigen-ryu has been passed down in the Togo family until the present day and 13th generation headmaster Togo Shigetaka.

    Chui’s teaching of “never draw your sword” is intended to prevent unnecessary killing and loss of life, but at the same time refers to the ability to unconsciously respond to danger and strike down attacking enemies in a state of munen-muso.

    One of the tsuba made by Chui has two small holes through which a paper string could be passed to secure the sword in its scabbard, reminding the owner not to draw in anger.

    The Jigen-ryu Togo Foundation was founded in 1995 to share the historical records of the school and its philosophy with the public.

    The Jigen-ryu Historical Museum was opened in Kagoshima City to display hundreds of historical records from the Togo family, and the collection is recognized as an Important Tangible Cultural Asset by Kagoshima Prefecture.

    For more information on Jigen-ryu please see our official website.

    http://www.jigen-ryu.com/index_e.html


  • Noch zwei kurze Informationssnippets:
    Das doch sehr markante Kiai, dass hier zu hören ist, nennt sich "Enkyō" - Affenschrei.
    Der erste Schlag von Jigen-ryu kenshi war so stark und gefürchtet, dass der Hauptmann der Shinsengumi, Kondo Isami, einer Polizeieinheit in der Bakumatsu-Zeit, seinen Untergebenen riet, diesem Schlag auf jeden Fall auszuweichen und nicht zu versuchen, diesen anders abzuwehren. Es sollen Kämpfer, von ihrem eigenen Schwert getroffen, zu Boden gegangen sein, da sie den Angriff eines Jigen-ryu kenshi nicht halten konnten.

    Koryu ist kein Selbstverwirklichungsbaukasten!

  • Das will schon was heißen, schließlich waren die Shinsengumi nicht gerade als zarte Truppe bekannt sondern eher wegen ihres groben Vorgehens gefürchtet.

  • Nicht nur die Klingen, auch die Schwertmontierungen sind dem Ryu angepasst. Hier mal ein Beispiel:

    https://tokka.biz/sword/satsuma_koshirae.html

    Auffällig ist der Tsuka mit überdurchschnittlich kräftiger Fuchi und Kashira. Die Griffzwinge und Griffkappe sind damit für höheren physikalischen Belastungen ausgelegt. Zudem ist typisch, dass der Griff kein bis kaum Tapering aufweist. Menukis, hier zu sehen, werden oft auch vollkommen weggelassen. Das Tsuba ist verhältnismäßig klein, soll im wesentlichen nur dagegen schützen, nicht mit Hand in die eigene Klinge abzurutschen. Die Udenuki-Ana sind hier eher in üblicher Form angelegt, eines etwas größer als das andere und versetzt. Häufig liegen sie auch parallel zur Klinge und besitzen kleineren und gleichgroßen Durchmesser.

    Sehr auffällig ist der Satsuma-typische Soritsuno, der nicht wirklich ein Haken ist, sondern ein "Knubbel". Und jetzt komme ich auf Kajiheis Udenuki-Ana Sicherung mit einer Ketzerischen These zurück. Hier könnte man spekulieren: die Samurai auf Kyushu galten eh schon als impulsiv und eines der Grundsätze des Jigen-Ryu ist ja, das Schwert nicht unnötig zu ziehen, bzw. jemanden unnötig zu töten. Wenn ich jetzt an meine Tochter denke, welche ja eine Zeitlang in "Satsuma" war, deckt sich ihre Beschreibung der Leute nicht wirklich mit reizbaren Hitzköpfen. Sie meint, dort unten war man freundlicher, aufgeschlossener, hilfsbereiter und offener als in Tokio. Sie kann sich nicht erinnern, dass sie jemals schlechte Laune ausgeliefert war. Ihre Kollegen waren in beängstigender Weise immer gut drauf und täglich wurde gelacht. Sicher schließt das Impulsivität nicht aus, aber ...

    Wie auch immer, wenn die "Sicherung" stark genug ist, verhindert der "Knubbel" eher nicht das Herausziehen des Schwertes mitsamt Saya...

  • Das will schon was heißen, schließlich waren die Shinsengumi nicht gerade als zarte Truppe bekannt sondern eher wegen ihres groben Vorgehens gefürchtet.

    Nicht nur das, sie trugen bei der Arbeit in der Regel kusari-katabira (Kettenhemd) und hachigane (Eisen/Stahlverstärktes Stirnband). Damit muss man sich um die schneidende Wirkung eines Schwertes eher weniger Sorgen machen, spricht also auch für die Wucht hinter den Jigen ryu-Angriffen.

    Koryu ist kein Selbstverwirklichungsbaukasten!