Sparringsverweigerer

  • ...Also: Wie sieht ein reales Knife-Sparring aus... müssen dann ja auch - natürlich - richtige scharfe Messer sein...?

    Nein, Alutrainer und Lippenstift.

    Die Alutrainer spürt man und den Lippenstift sieht man.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • P.S. Beim allen anderen Art des Sparrings habe ich auch mehr oder weniger Schutz an / um und ich ziehe da auch keinen Hebel durch, etc.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Gar nicht.

    Es ist ja noch ein Sparring, kein realer Kampf.

    In jedem Sparring gibt es Einschränkungen und man muss Abstriche machen.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Und wie simuliert ihr Blutverlust oder durchtrennen von Sehen, wie die Stichverletzungen? Wie simuliert ihr Treffer in die Augen oder auf dem Kehlkopf?

    na ja, das wäre jetzt vielleicht eher schon so etwas wie eine Katastrophenübung von Feuerwehr und Rotem Kreuz,

    da wird auch viel 'simuliert' ...


    bleiben wir doch mal 'realistisch',

    ich muss einem Schüler nicht beibringen, wie es sich anfühlt,

    wenn seine Sehnen durchtrennt sind, seine Augen verletzt werden oder sein Kehlkopf getroffen wurde,

    was ich ihm beibringen muss, ist, wie er all das möglichst vermeidet,

    und wenn er es eben nicht vermeiden kann, muss sein Überlebenswille greifen,

    und da kann ich ihm vielleicht noch beibringen, wie er sich mit seinen verbliebenen Fähigkeiten wehren könnte ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • @ Paladin :

    Diese Frage grenzt an das Absurde. Würde man im Kendo wirklich mit scharfen Klingen arbeiten anstelle von Simulatoren um es realitätsnaher zu gestalten, Es wäre flux ein Mangel an Übenden da.


    Leider geht es darum im Sparring nicht. Es geht darum zu lernen Mechanismen ab zu rufen und nicht ganz so empfindlich bei leichteren Blessuren zu sein. Es geht darum die Reaktionen des Gegenüber unbewusst berechnen zu können. Denkt man bewusst nach, ist man zu lahm.


    Alles kann man nie simulieren und trainieren. Würde man wirklich in voller Realität arbeiten ; nun, den Blutverlust bei Beinamputation konnten wir leider nicht mehr durchnehmen, der Kopf war leider abhanden gekommen bei der letzten Übung. ( Ich überzeichne mit Absicht )

  • Und wie simuliert ihr Blutverlust oder durchtrennen von Sehen, wie die Stichverletzungen? Wie simuliert ihr Treffer in die Augen oder auf dem Kehlkopf?

    Nichts davon kann man adäquat simulieren. Ich versteh' damit nicht so ganz, worauf Du mit der Frage hinaus willst. Kannst Du das bitte näher erläutern?

    KAJIHEI : Im Hokushin Itto-ryu, das ja einer der Vorfahren des Kendo ist, betreiben wir sogar ab einem bestimmten Niveau sparring mit scharfen Klingen. Natürlich wird vor dem Kontakt gestoppt, sonst wäre der Schülerschwund doch recht groß. Unfälle lassen sich dabei nicht 100%ig vermeiden; mir ist allerdings noch kein Fall schwerer Verletzung (Soll heißen, alles was über eine Hautverletzung oder eine Platzwunde hinausgeht) bekannt. Und Platzwunden hab ich häufiger beim Fußball gesehen... Auch wird niemand zu dieser Trainingsform gezwungen. Das nur von meiner Seite als Ergänzung zu Deinem ersten Punkt. Deinen weiteren Punkten ist eigentlich, gerade auch vor dem Hintergrund der bisherigen Diskussion hier, nichts hinzuzufügen.

    Koryu ist kein Selbstverwirklichungsbaukasten!

  • Oh, das ist ganz einfach ein Querschuß auf den Realitäts-Faden.

    Dabei waren sich fast alle schon mal einig, dass die Realität anders ist als das Training, die Realität kann aus 1000 oder mehr Gründen anders sein als das eingeübte. Ich weiß ehrlich nict, was es darüber zu diskutieren gibt, ist wohl auch jedem klar.


    Wir üben z.B. Mok Gokki- sogenannte Halshebelwürfe- die kann man nicht "realistisch" üben, soviele Querschnittgelähmte will wohl keiner haben.

    Komme ja auch viel rum und schaue über den Tellerrand, aber bis heute habe ich keinen mit scharfen Waffen üben sehen.


    Wunschdenken kontra Realität

    Hapkido- die Kunst Kleider zu falten, in denen noch Menschen stecken!

  • Mal ein ganz anderer Gedanke: Wir schreiben ja hier, dass Sparring unerlässlich ist, notwendiger Bestandteil des Trainings, usw. Ein MUSS!!!111einself


    Eine Bekannte von mir ist im Boxverein - da bleibt das den Leuten freigestellt, ob sie sparren wollen oder nicht. Im Thaibox-Verein um die Ecke auch. Da wird akzeptiert, dass Leute aus unterschiedlichen Gründen trainieren. Die einen, weil Sie kämpfen (lernen) wollen, die anderen wegen der Fitness, wieder andere weil's ihnen Spaß macht oder weil sie gern in der Gruppe was machen.


    Warum können wir das nicht akzeptieren?

  • Weil es bei der Aussage gerade um das Kämpfen lernen ging.

    Und das lerne ich nun mal nicht ohne verschiedene Arten von Sparring zu betreiben.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Da sind wir dann ja einer Meinung: Zwischen Sparring und Realität ist dann doch ein großer Unterschied. Auch wenn es noch so absurd klang, war die Absicht, deutlich zu machen, dass ein Sparring keinesfalls den Ernstfall repräsentiert. Zwar haben wir z. B. im Ernstfall kein "scharfes Schwert", wohl aber immer häufiger "scharfe Messer", was statistisch belegt ist (in der Statistik des BKA daher neu aufgenommen).


    Diese Info finde ich gerade für Leser wichtig, die noch nicht so den Background haben.

  • Gerade im Boxen, Kickboxen etc. gibt es in fast jedem Gym eine Fitness/Breitensport-Gruppe und eine, die wettkampforientiert trainiert. Und da sollte es jedem klar sein, wo er oder sie hin gehört oder hinwill. Dann wird auch niemand jemandem in der Fitnessgruppe einen Vorwurf machen, wenn er oder sie nicht sparren will. Aber wenn jemand sagt: Ich will für einen Wettkampf trainieren, aber nicht sparren, dann wird wahrscheinlich jeder ernstzunehmende Trainer sagen: Das wird nicht funktionieren.


    Bei uns im (Kyokushin) Traiining ist es durchaus auch so, dass nicht jeder bei jedem Training das Sparring mitmacht. Wenn jemand sich nicht fitt fühlt, noch irgnedwie verletzt ist oder so, dann ist es natürlich überhaupt kein Problem, wenn derjenige dann vorrübergehend das Kumite aussitzt. Das würde auch niemand hinterfragen. Wir haben auch eine Jugendliche, die jetzt so langsam dem Kindertraining entwachsen ist und jetzt bei uns Erwachsenen mittrainiert, die aber bei uns nicht mitsparrt. Und das ist total okay und da würde auch keiner was sagen. Und im Moment ist auch Corona ein total legitimer Grund zu sagen: ich will nicht sparren. Trotzdem würde unser Sempai wahrscheinlich, wenn jemand sagt: ich will Kyokushin lernen aber grundsätzlich nicht sparren, sagen: Es gibt so viele interessante Stilrichtungen im Karate. Such dir doch lieber eine aus, die besser zu deinen Vorstellungen passt.


    Man muss sich eben nur klar sein, dass einem wenn man gar nicht sparrt sowohl für die Selbstverteidigung als auch für Kämpfe im Wettkampf eben ein ganz entscheidender Baustein fehlt. Das ist so, als würde man sagen: ich will Autofahren lernen, aber nur auf dem Übungsplatz fahren. Kann man machen, aber man wird wohl so keinen Führerschein bekommen und wenn man dann doch plötzlich mal im Stadtverkehr landet total überfordert sein.

  • Da sind wir dann ja einer Meinung: Zwischen Sparring und Realität ist dann doch ein großer Unterschied. Auch wenn es noch so absurd klang, war die Absicht, deutlich zu machen, dass ein Sparring keinesfalls den Ernstfall repräsentiert. Wichtig für Leser, die noch nicht so den Background haben.

    Hat das wer bezweifelt?
    Es hieß doch immer nur, das ein Sparring in welcher Vertsion auch immer einen nur auf den Kampf vorbereitet und einem gewisse Attribute mit an die Hand gibt.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Hat das wer bezweifelt?
    Es hieß doch immer nur, das ein Sparring in welcher Vertsion auch immer einen nur auf den Kampf vorbereitet und einem gewisse Attribute mit an die Hand gibt.

    Das ist so immer eine Sache in der Kampfkunst: Direkt wird nie etwas bezweifelt, zumeist liest man dafür ein "aber..." Ich hatte schon den Eindruck, dass einige Mitdiskutanten Sparring und Ernstfall zwar vom Wort aber nicht vom Inhalt her trennen.

  • Gerade im Boxen, Kickboxen etc. gibt es in fast jedem Gym eine Fitness/Breitensport-Gruppe und eine, die wettkampforientiert trainiert. Und da sollte es jedem klar sein, wo er oder sie hin gehört oder hinwill. Dann wird auch niemand jemandem in der Fitnessgruppe einen Vorwurf machen, wenn er oder sie nicht sparren will. Aber wenn jemand sagt: Ich will für einen Wettkampf trainieren, aber nicht sparren, dann wird wahrscheinlich jeder ernstzunehmende Trainer sagen: Das wird nicht funktionieren.


    Bei uns im (Kyokushin) Traiining ist es durchaus auch so, dass nicht jeder bei jedem Training das Sparring mitmacht. Wenn jemand sich nicht fitt fühlt, noch irgnedwie verletzt ist oder so, dann ist es natürlich überhaupt kein Problem, wenn derjenige dann vorrübergehend das Kumite aussitzt. Das würde auch niemand hinterfragen. Wir haben auch eine Jugendliche, die jetzt so langsam dem Kindertraining entwachsen ist und jetzt bei uns Erwachsenen mittrainiert, die aber bei uns nicht mitsparrt. Und das ist total okay und da würde auch keiner was sagen. Und im Moment ist auch Corona ein total legitimer Grund zu sagen: ich will nicht sparren. Trotzdem würde unser Sempai wahrscheinlich, wenn jemand sagt: ich will Kyokushin lernen aber grundsätzlich nicht sparren, sagen: Es gibt so viele interessante Stilrichtungen im Karate. Such dir doch lieber eine aus, die besser zu deinen Vorstellungen passt.


    Man muss sich eben nur klar sein, dass einem wenn man gar nicht sparrt sowohl für die Selbstverteidigung als auch für Kämpfe im Wettkampf eben ein ganz entscheidender Baustein fehlt. Das ist so, als würde man sagen: ich will Autofahren lernen, aber nur auf dem Übungsplatz fahren. Kann man machen, aber man wird wohl so keinen Führerschein bekommen und wenn man dann doch plötzlich mal im Stadtverkehr landet total überfordert sein.

    Du machst Kyokushin Karate? Würde ich auch gerne ausprobieren, aber ich bin sehr Schmerzempfindlich. Nehmt ihr Rücksicht auf Leute die nicht gut einstecken können?

  • Du machst Kyokushin Karate? Würde ich auch gerne ausprobieren, aber ich bin sehr Schmerzempfindlich. Nehmt ihr Rücksicht auf Leute die nicht gut einstecken können?

    Du willst Leithwei machen. Also bist du ab sofort nicht mehr super schmerzempfindlich. alles eine Frage der mentalen Einstellung. Du hast es groß angekündigt. Hic Rhodos, hic salta.

    Ich habe gesagt du schaffst es, also ? Hör auf dir ein zu reden das du ein zartes Pflänzchen bist. Du bist ein Fels. haut man dich, Freu dich und sag "nochmal! Dann habe ich die bessere Antwort !"

    Dann volle Lotte die Retoure.

    Schmerz entsteht großenteils im Kopf, obwohl das Hirn keinen Schmerz empfinden kann . D.h.: man kann ihn großenteils genau da blocken.


    Klartext : Solange du sagst "Ich kann das nicht, ich mir tut es immer so dolle weh" solange du dein mindset nicht umbaust, wird es nichts. Du hast Rückendeckung, Wir glauben an dich, also dreh mal das Schräubchen im Kopf was sagt "Aua " auf minimal.


    Den Weg kennst du, gehen, tja das musst du alleine.

  • Dann zieh es auch durch.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

    • Hilfreich

    Du machst Kyokushin Karate? Würde ich auch gerne ausprobieren, aber ich bin sehr Schmerzempfindlich. Nehmt ihr Rücksicht auf Leute die nicht gut einstecken können?

    Also, wir nehmen schon Rücksicht. Also, insbesondere nehmen die Jungs ziemlich viel Rücksicht auf mich. Ich bin als ziemlich unathletische Frau Ende 40 deutlich das schwächste Glied in der Kette, und wenn unsere jungen wettkampferprobten Schwergewichtskämpfer bei mir mit voller Kraft agieren würden, dann würde ich nicht wieder aufstehen. Aber einstecken können ist ein Muss beim Kyokushin. Jeder hat seine ganz persönliche Schmerz- und Leistungsgrenze. Aber wenn du nicht bereit bist bzw. sogar richtig Lust darauf hast, diese Grenze in jedem Training immer wieder auszuloten und so auch zu erweitern , sprich, immer besser zu werden, auch im Einstecken, dann ist Kyokushin nicht deine Kampfkunst. Und die Treffer tun weh. Das lässt sich selbst mit Rücksicht gar nicht vermeiden. Genaugenommen tun auch die Angriffe, die man selbst macht, oft weh, wenn sie nämlich geblockt werden. Die schmerzhaftesten Verletzungen hab ich eigentlich immer davon, dass mein Sparringpartner statt mti dem Schienbein meinen Tritt mit dem Knie abgefangen hat. Das ist dann keine böse Absicht, tut ihm außerdem auch ziemlich weh, wahrscheinlich mehr, als wenn er den Tritt einfach genommen hätte, passiert aber eben häufiger mal.


    Wenn du es wirklich wissen willst, geh einfach mal zu einem Kyokushin Training hin. Danach weißt du, ob du das abkannst oder nicht. Ich hab mir Vollkontaktsport für mich eigentlich nie vorstellen können und bin echt nur durch Zufall beim Kyokushin gelandet, weil es halt bei mir in der Nähe war, aber mir hat gerade diese Härte und die Erkenntnis, dass ich mehr aushalten kann, als ich gedacht hätte, dann so gut gefallen, dass ich zum nächsten Training wiedergekommen bin.