Geschlechterspezifische Gewaltsituationen

  • Hallo,


    an dieser Stelle möchte ich gern mit euch zum oben genannten Thema diskutieren.


    Meine Thesen sind:


    Frauen und Männer sind überwiegend von unterschiedlichen Gewaltsituationen betroffen. Während Frauen größere Gefahr laufen, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden, werden Männer häufiger in Schlägerein verwickelt.


    Dagegen steht, dass Frauen selbst überwiegend psychische und seltener physische Gewalt ausüben, was bei Männern genau anders herum ist.


    Was sind eure Meinungen dazu?


    Liebe Grüße
    Cat

    Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Vielherrschaft der Dummen. (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Hallo Cat,
    da kann ich dir nur zustimmen. Das Schwierige ist immer mit der jeweiligen Situation umzugehen, gerade bei psychischer Gewalt. Körperliche Übergriffe können von Außenstehenden leichter wahrgenommen werden und man bekommt (wenn überhaupt) schneller Unterstützung. Konstanter Psychoterror ist genauso schlimm und dazu schwerer zu erfassen und zu beenden. So haben Nonnen im Buddhismus z.B. mehr Gelübde als Männer, und die beziehen sich alle auf den Umgang mit der Rede - damit könnt ihr Frauen ganz klar "schärfer" umgehen :)
    Entspannung und Achtsamkeit ist meiner Meinung nach in beiden Fällen das einzig nützliche, und dann darauf hoffen das man im jeweiligen Fall die passenden Möglichkeiten hat darauf zu reagieren (oder sie sich mit der Zeit aneignet) oder die passende Unterstützung bekommt.

    Du lächelst - und die Welt verändert sich ....
    (Buddhistische Weisheit)

  • Die Beobachtung würde ich so bestätigen. Aber wozu genau willst du jetzt eine Meinung hören?

  • Die physische Gewalt ist in vielen Punkten aber auch gleichzeitig eine Form der psychischen Gewalt.
    vor allem in Gruppen könnte man es vielleicht als Mobbing mit Fäusten bezeichnen. Da Ziel ist das Gleiche : Macht ausüben, das Ego des Gegners wenn es geht zu zerstören etc.
    Anders gesagt : Die Zielsetzung ist vielfach ident.
    Nur so ein Nebengedanke dazu.

  • Hallo ida

    ... das ist keineswegs ein 'Nebengedanke', das ist der Hauptgedanke ...


    ist aber eine sehr kurze Erläuterung, was Dich bei diesem Thema bewegt.
    Kein Hinweis, was zu ändern wäre, was Dir missfällt, usw.


    Schade.
    Gruß

  • Hallo Cat,


    schön von dir zu lesen :)


    Ich kenne es auch anders herum. Meine Ex war KKlerin (sehr ernst zu nehmen). Die hatte sich manchmal nicht im Griff. Das war echt ne irre Erfahrung.


    Wenn du deine bessere und hübschere Hälfte vor dir stehen hast, die du liebst und dann schubbst sie mit voller Wucht und außer kontrolle geratener Wut so heftig, dass du durch die Bude fliegst. Alter...


    Aber das hatte ich die erste Zeit mit Humor genommen, weil wir unter Kerlen heftiger gerauft hatten - da war auch mal Ziel, dass einer fliegt, außerhalb gewohnter Umgebung, wirst du aber unglaublich überrascht, wenn da jemand anders drauf ist und es unerwartet ernst meint. Ich musste mich also zusammenreißen bis aus meinem Humor ein echtes Problem wurde. Weil sie sich dann durch das Lächeln provoziert sah. Das ist kein Mist jetzt.


    - - - -


    Das klang von den Wutausbrüchen ähnlich, wie bei den Leuten, die das eher bei Kerlen erleben. Die Choleriker schämen sich ja dann auch an den Folgetagen und sind ganz angespannt und erzählen irgendeinen Mist, warum die Ehefrau mal wieder ein blaues Auge hat. Ist gestolpert... komisch, dass es diese Typen immer wieder gibt.


    Ausm klinischen Alltag ne lustige Originalstory:
    Auf die Chirurgische Station wurde ein älterer Herr mit einer Kopfverletzung eingeliefert (Platzmangel auf den übrigen Stationen). Die Ehefrau wurde uns angekündigt, weil sie die Sachen für ihn brachte. Ich sollte alles managen im Nachtdienst (noch Ausbildung) Eigentlich soweit kein Problem. Sie und er ungefähr gleich groß, gleich schwer, gleich finster dreinblickend. Er mit drei Haaren aufm Kopp. Sie mit 9 dafür aber umso länger. Folgendes trug sich zu :D Er besoffen und sie besoffen. Er will sich nachts um 2 Ein Ei braten. WIRKLICH! Sie sauer, weil er nachts noch so einen Kwatsch machen will und nimmt ihm darauf die Bratpfanne weg und haut sie ihm aufm Kopf, sodass er bewusstlos wird und eine Platzwunde im Endergebnis davontrug...


    ... versuch dich dabei mal im Griff zu halten und so eine Situation als "billig und gerecht denkender Mensch" ohne Lachen im Gesicht durchzuhalten.


    Wegen eines Eies, dem Ehemann fast das Leben gekostet, der hätte ja auch Gott weiß wie zusammenbrechen können.


    Ehrlich watt ein Wahnsinn


    FG

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Hallo ida

    ist aber eine sehr kurze Erläuterung, was Dich bei diesem Thema bewegt.
    Kein Hinweis, was zu ändern wäre, was Dir missfällt, usw.


    Schade.
    Gruß

    Jo Krass. Aber es stimmt. Der Mensch strebt danach sich glücklich zu machen und macht dabei die Sachen kaputt, die ihm im Weg stehen. Nur weil man das intellektuell beschreiben kann gehört man nicht automatisch zu denen die es genauso gut kontrollieren können. Wir müssen uns scheinbar nur einigen, dass Gewaltausübung untereinander solange in Ordnung geht, wie es nicht die Grenzen des Rechtstaates erreicht. Solange ist schon ziemlich viel untereinander erlaubt. Es hängt also tatsächlich davon ab, ob die Gewaltausübung von beiden als in Ordnung betrachtet wird. Erst wenn es der eine dem anderen aberkennt, ist es verboten.


    Und hier zeigen sich die Krankheiten im Zwischenmenschlichenbereich dann am deutlichsten... wenn der eine nicht aufhören kann seine Fehler zu wiederholen.


    Ein gewisses Maß ist tolerabel aber wo ist die Grenze erreicht?


    Das ist ja bei jedem anders. Der Hauptgedanke fragt also in zwei Richtungen. Wie viel lasse ich zu? Und wie viel darf ich austeilen? Weil das ja auch in der Balance sein muss... vor allem mit dem Gedanken, was man eigentlich gelernt hat alles auszuteilen. Hier zeigt sich ja auch am Ende der Entwicklung eines Kampfsportlers, ob er die Automatismen im Griff hat und wie gefährlich die Bilder sind, die er sich von seiner Umgebung macht. Wer in den Ring steigt, ist anscheinend gut genug Bilderreihenfolgen vor seinem inneren Auge zu erzeugen, die ihn dazu befähigen einen Zweikampf durchzuhalten.


    Das spricht ja auch keiner in innerhalb der Beziehung richtig ab, welche tatsächlichen Szenarien noch erträglich wären, und woran alles scheitern könnte. Das ist ja meistens eher der Druck aus der Psyche, der dann die Konflikter schürt, weil man zurückhält. Dabei ist die saubere Eskalation eigentlich Psychohygiene, soweit ich das verstanden habe.


    Jedenfalls traut man sich irgendwie nicht richtig Szenarien abzusprechen, weil man irgendwie den Streit fürchtet, oder?


    Ist ja eigentlich nicht schlimm... solange sich das Ventil überhaupt noch öffnet. :D

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.