Free- (Cage-) Fights als Quelle von Gewalt?

  • Dann muss man als Kämpfer... egal ob iSd. KS oder KK einfach mal zusammenhalten und die Leute dazu zwingen sich an die Fakten zu halten:


    1. es ist sicherer.


    2. es ist deren subjektiver Eindruck. Diesen sollte man nicht zu sehr zum Einfluss erheben.


    Das Hahnenkampfimage lastet ihnen ohne hin nicht zu 100% Unrecht an.


    So wie sie das zelebrieren...


    Wie es in den Wald hineinschallt.


    P.S. allgemein!



    FG

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  • Sag ich ja, aber Menschen sind halt subjektiv. Und was den Hahnenkampf angeht. Den gibts überall wo es Medienrummel um Zweikämpfe gibt. Gehört halt zur Show.


    Wie schon in meinem ersten Posting gesagt, halte ich da Pro Wrestling viel eher für gewaltverherrlichend. Was da speziell in den extremeren Ligen abgeht ist was völlig anderes. Vielleicht kommt die Käfigablehnung ja auch von dort. Da gibts nämlich durchaus Käfige mit Stacheldraht usw.

  • Zunächst sehe ich es einmal wie Kaji - Profi-Boxen ist für mich auf einer Linie mit MMA Wettkämpfen. Ich finde es doppelmoralisch, wenn hierzulande irgendwelche B-Promis bei Klitschko-Kämpfen nach Blut schreien, man MMA aber gesellschaftlich als verrohend ächten will. Meine weitere Meinung ist dann eine andere, ich schaue gerne MMA.


    Genauso blödsinnig finde ich, wenn manche sog. Budo-Pädagogen und andere sog. Budoka erklären, dass nur die "Do" Künste einen erzieherischen Mehrwert hätten und Boxen & MMA schädlich seien, obwohl bpsw. erfolgreiche Boxprogramme zur Integration schwieriger Jugendlicher eine andere Sprache sprechen. Zumal ich entsprechende Vergleiche oft arrogant, von oben herab und abwertend finde, was auch schon viel über den Charakter der entsprechenden "Budo" Herrschaften aussagt.


    Kürzlich kam ein sehr sehenswerter Beitrag auf DMAX - "Die Cage-Fighter von Brasilien" (leider noch nicht in der Mediathek). Hier wurde abseits der üblichen reißerischen Produktionen ganz unaufgeregt und sachlich über brasiliansche Kämpfer und Promotoren berichtet, die den Sport auch nutzen, Jugendliche von der Straße und weg von den Drogen zu holen und durch die das Geld der Veranstaltungen Stadtviertel sicherer machen und die Region und ihre Familien fördern. Kann die Doku nur empfehlen.

  • Was diese Über-Budosierung besonders witzig macht, es wird nicht hingeshen was denn da wirklich gespielt wird. Die Brutalität die z.B im Kenjutsu eben inherent ist, unsichtbar weil eben kein Blut fließt...
    Aber ja, deswegen ist sie eben nicht mehr da in den Koryu :rolleyes:
    Was glaubt man eigentlich was wir da alle treiben ?
    Padagogisch wertvolles Gruppenkuscheln ?
    Ohne die ganzen Vorsichtasmaßnahmen und Bremsmechanismen sähe jeder Dojo aus wie ein Schlachthaus.

  • Wo ist der Unterschied ob sich jemand verbeugt oder ob man sich die Hand schüttelt oder Touch Gloves macht?

    Da ich beides unter einer "Geste des Sportsgeist" verstehe und irgendwie als gleichwertig empfinde, möchte ich hier keinen Unterschied konstruieren. Wir wissen, denke ich beide, dass die Verbeugung von den Meisten als "stilvoller" empfunden wird... in unseren Kriesen auch manchmal als "devot", weshalb ich ja der Auffassung bin, dass man die Verneigung mit geradem Blick nach vorn richtig vermitteln sollte - also ganz bestimmt nicht mit dem Kinn bis zu den Knien, wie SmilingFreeman mal meinte. ;)

    Und das ist nicht MMA-spezifisch. All diese Ausprägungen habe ich auch im Taekwondo vorgefunden.

    Hier vermischst du etwas. Ich habe doch gerade genau das herausstellen wollen "Es gibt nichts MMA typisches" gerade deshalb sollte man wenigstens einpaar Grundsätze haben - warum man sich überhaupt als Meister ansprechen lässt ist mir nicht verständlich, ich kenne niemanden, wo es nicht irgendwie abgehoben war.


    Sorry für die späte Antwort.


    ---


    Hier noch ein Hinweis: So etwas sehe ich nicht zum ersten mal, ich habe selbst einmal auf einer Veranstaltung eine riesen Eskalation erlebt mit 2 Schwerverletzten, da ist das hier gezeigte noch harmlos gegen.


    http://www.kakutogi.net/2017/0…aucht-mma-in-deutschland/

    Si·g·na·tu̱r
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  • Habe mal einen Shotokankampf gesehen, da haben sich die kämpfer nach her ihre zähne von der kampffläche zusammengesammelt. das war früher und da war karate noch mehr nische als heute. wir profitieren ganz schön von der budoromantik filterblase. bei uns ging es auch nciht immer sauber zu. nur heute kann man durch bisl reichweite auf yt seine ganz eigene propaganda gegen mma fahren.-


    aufm kkb läuft ein troll rim, der immer wieder gegen mma schießt und jetzt meinte, er kenne einen Bundestagsabgeordneten und alles würde ganz schnell gehen. das ist deutschland.

  • aufm kkb läuft ein troll rim, der immer wieder gegen mma schießt und jetzt meinte, er kenne einen Bundestagsabgeordneten und alles würde ganz schnell gehen.

    Ich kenne auch einen Bundestagsabgeordneten. Ich bezweifle aber sogar, dass der überhaupt weiß, was MMA ist! ;)


    Zum Thema: Ich halte diese Diskussion für ähnlich geführt wie die um "Killerspiele". Da geht's wieder um ne Menge Befindlichkeiten und gefühlte Realitäten.

    Fakt ist doch: Wenn sich zwei Sportler in einem freiwilligen Wettkampf unter klaren Regeln auf die Glocke hauen, ist das erst mal Sport. Wenn sich beide danach umarmen und Respekt für die Leistung des anderen zollen, kann dabei sogar noch was über Respekt und Anstand gelernt werden.

    Wenn aber in beiden Ringecken (sowohl im Ring als auch außerhalb) zwei Rudel von Proleten und Affektgestörten stehen, dann eskaliert der Mist und dann wird's hässlich. Wie in dem Video im Beitrag von Smoo ja deutlich zu sehen.


    Und der ständige Vergleich mit den alten Gladiatoren-Kämpfen im Römischen Reich geht mir ein bissl an die Backenzähne...im Unterschied zu den Kollegen von damals werden die heutigen MMA-Kämpfer oder Boxer nämlich nicht aus ihrer Heimat verschleppt und dann in die Arena gezwungen. Die machen das freiwillig, zeigen dabei oft ein extrem hohes Maß an Hingabe und Disziplin und verdienen ab einer gewissen Größe sogar noch ne ganze Menge Geld damit.

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Das ist ja wohl weit hergeholt, denn nicht jeder Der Fußball guckt spielt aktiv Fußball.

    Oder Killerspiele spielt geht auf die Straße und schießt.

    Genauso wenig Biathlon..... ich denke die Sache ist klar ;-)


    Sicher könnte es "Beherschter" zugehen, aber der Sport entwickelt sich nunmal genau so wie das Publikum.

    Da kann man nicht sagen das es Richtig oder Falsch ist.

  • Also ich bin neu hier im Forum und bin auch kein sehr erfahrener Kampfsportler, aber auch ich habe mir MMA mal angesehen und finde auch das es mit Kampfsport nichts mehr zu tun hat. Bei dem Kampf, den ich gesehen hatte, war der Boden des Rings voll mit getrockneten Blut. Der gesamte Ring war voller Blutspuren vorheriger Kämpfe.


    Seit Jahrzehnten ist im Kampfsport immer eine Lehre und Philosophie zu finden, selbst Hollywood überliefert diese immer in ihren Filmen mit Meister Miyagi in Karate Kid oder Pai Mei in Kill Bill, Bruce Lee in Karate Tiger usw.


    MMA hat keine Lehre oder Philosophie und wenn der Boden eines Ringes voll mit getrockneten Blut ist, hat das mit Kampfsport nichts mehr gemeinsam, dann ähnelt das eher den Gladiatorenkämpfen im Kolosseum.


    MMA hat mehr mit Gladiatorenkämpfen gemeinsam als mit wahrem Kampfsport.

  • Ergänzend Ich denke keine Kampfkunst sollte dazu dienen, um die Allgemeinheit zu belustigen, auch Muay Thai nicht was in Thailand zwar Volkssport ist, aber an jeder Ecke Wetten abgeschlossen werden können.


    Ist nur meine Meinung, ich denke Morihei Ueshiba wäre schwer enttäuscht, wenn Aikido so benutzt werden würde, um die Allgemeinheit zu belustigen und diese ihre Wetten auf die Kämpfer abschließen.

  • Was ist denn der wahre Kampfsport ?

    Das Filmmärchen ala Mister Miyagi ?

    Es geht um das Kämpfen, im Kampfsport um die leicht abgemilderte Variante wo man eben nicht mehr lehrt den Gegner möglichst effektiv und schnell umzubringen. Soweit ich weis, sind solche Techniken in dem meisten Kampfsportarten verboten, wenn auch existent. Deswegen entschärft.

    Das Philosophie-Geschwurbel, man verzeihe den harschen Ausdruck, ist ein Ausdruck der friedlichen Zeiten in denen man sich solchen Luxus, etwas Anderes ist es nicht, leisten kann.

    Wie sehr dieses Aussage stimmt sieht man doch schon an Kleinigkeiten.

    Der Bullshido, ja ich verballhorne mit Absicht, denn auch er ist eine Legende, ein Mythos. Verrat, Untreue, Wortbruch, Meuchelmord , das war in den kriegerischen Zeiten im alten Japan normal. Buishido ? Wo denn ??????

    Oder die ach so friedlichen Mönche. Nehmen wir Shaolin. die lieben Mönche waren knallharte Miltärmachtpolitiker.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Shaolin

    Der gleiche Effekt der ach so mystisch überhöhten Mönche führte dazu das unter Oda Nobunaga die Klöster auf dem Hie-Zan in Japan niedergebrannt wurden. Die lieben Betbrüder wurden zu machtgierig.


    Auf den Punkt :Der Hollywood-Kram ist keine Grundlage für die reale Beurteilung, genauso wenig wie der schmalzlockige Prinz Eisenherz etwas mit dem wirklichen europäischen Rittern gemein hat.

  • Oda Nobunaga wollte ein Land in Frieden haben und ja er hat in einer Erbfolge aus Staatsstreichen, kriegerischen Auseinandersetzungen, Diplomatie und Meuchelmord die Zeit der streitenden Reiche beendeten und das vormoderne Japan die Edo-Zeit gebracht. Nun ist aber folgender Aspekt wichtig dabei, Japan war ein Land was immer im Krieg lebte und du durch das Oda Nobunaga eben auch auf solche Mittel zurückgegriffen hatte konnte Japan 250 Jahre lang im Frieden leben. Die Edo-Zeit war dann auch die längste Friedenszeit, die dieses Land je hatte.


    Oda Nobunaga hat zusammen mit Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu das kleinere Übel gewählt, sie mussten auf diese Mittel zurückgreifen, um Frieden zu schaffen. Die Shaolin Mönche sind chinesischen Ursprungs und wichtig ist immer das man nicht zu 100% sagen kann, was damals wirklich abging, weil es keine Augenzeugen mehr gibt und die meisten Quellen meist nur von einer oder wenigen Personen stammen, was diverse Handlungen von damals nicht sehr verlässlich macht.


    Ich bin eher etwas enttäuscht darüber das ein Super Moderator den Codes der Samurai als Bullshido bezeichnet. Nobunaga, Hideyoshi und Ieyasu haben auf Mittel wie Staatsstreichen, kriegerischen Auseinandersetzungen, Diplomatie und Meuchelmord zurückgegriffen, aber das heißt nicht das sie den Bushido nicht ehrten oder das alle Samurai so handelten von der gesamten Masse in all den Jahrtausenden die sie Herrschten. Und es ging darum Frieden zu schaffen.

  • Oda Nobunaga wollte ein Land in Frieden haben und ja er hat in einer Erbfolge aus Staatsstreichen, kriegerischen Auseinandersetzungen, Diplomatie und Meuchelmord die Zeit der streitenden Reiche beendeten und das vormoderne Japan die Edo-Zeit gebracht. Nun ist aber folgender Aspekt wichtig dabei, Japan war ein Land was immer im Krieg lebte und du durch das Oda Nobunaga eben auch auf solche Mittel zurückgegriffen hatte konnte Japan 250 Jahre lang im Frieden leben. Die Edo-Zeit war dann auch die längste Friedenszeit, die dieses Land je hatte.


    Oda Nobunaga hat zusammen mit Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu das kleinere Übel gewählt, sie mussten auf diese Mittel zurückgreifen, um Frieden zu schaffen. Die Shaolin Mönche sind chinesischen Ursprungs und wichtig ist immer das man nicht zu 100% sagen kann, was damals wirklich abging, weil es keine Augenzeugen mehr gibt und die meisten Quellen meist nur von einer oder wenigen Personen stammen, was diverse Handlungen von damals nicht sehr verlässlich macht.


    Ich bin eher etwas enttäuscht darüber das ein Super Moderator den Codes der Samurai als Bullshido bezeichnet. Nobunaga, Hideyoshi und Ieyasu haben auf Mittel wie Staatsstreichen, kriegerischen Auseinandersetzungen, Diplomatie und Meuchelmord zurückgegriffen, aber das heißt nicht das sie den Bushido nicht ehrten oder das alle Samurai so handelten von der gesamten Masse in all den Jahrtausenden die sie Herrschten. Und es ging darum Frieden zu schaffen.

    Oda Nobunaga hat sich Tenka Fubu (天下布武) in etwa "Die ganze Welt durch Waffengewalt" als persönliches Siegel gewählt. Das klingt für mich jetzt nicht nach Gewalt als letztem Mittel, wie Du es hier darstellst. Bushido als einheitliche kodifizierte Verhaltensvorgabe geht auf ein Buch von Nitobe Inazō (Bushido: The Soul of Japan) von 1899 zurück, das er in den USA auf Englisch verfasste... Bushido ist ein Sammelbegriff, kein einheitliches Konstrukt. Staatsstreiche, kriegerische Auseinandersetzungen, Diplomatie und Meuchelmord sind alle Teil von Bushido, wenn man so will. Jeder bushi (Krieger) folgte seinem eigenen do (Weg), wenn ein bushi also jeden Konflikt mit Gewalt löste, war das sein Bushido und aus moderner Sicht würden wir einen Menschen dieser Art sehr wahrscheinlich einsperren und nicht glorifizieren.


    Der Frieden, der durch die Tokugawa durchgesetzt wurde, wurde nicht mit einem Lächeln, sondern brutaler martialischer Gewaltherrschaft erreicht. Es gab diverse Gesetze und Vorschriften, deren einziges Ziel es war, die militärische Macht der daimyo klein zu halten. Wer dagegen verstieß wurde nicht nett gefragt, ob er das in Zukunft sein lassen könnte.


    MMA hat im übrigen eine Philosophie, die deutlich näher an den "urspünglichen" Kampf- bzw. Kriegskünsten dran ist, als all der "moderne" Kram, allerdings in einem sportlichen Setting. Das hatte Kajihei ja schon angerissen: Ursprünglicher Zweck war die möglichst sichere und effiziente Ausschaltung des Gegenübers. MMA zielt auf das gleiche ab, wobei "Ausschaltung" durch Regeln definiert ist und "sicher und effizient" eben ebenfalls durch Regeln und Vorgaben eingeschränkt wird, damit niemand ernsthaft zu Schaden kommt. Ansonsten gilt: Was funktioniert, wird gemacht. Egal woher es kam.


    Zum ganzen Blut: Kämpfen verletzt, und tut weh. Je weiter weg vom Ernstfall wir sind, desto reduziertes ist das in Regel. Ändert aber nichts an der grundlegenden Sache. Jeder, der eine Kampfkunst trainiert, die irgendeine Form von nicht vollständig choreografierten Partnerübungen enthält, wird das denke ich bestätigen können. Und auch ein guter Teil choreografierter Partnerübungen kann weh tun...


    Die friedliche, Charakterbildungs-fokussierte Philosophie in Kampfkünsten ist schlicht eine Erfindung der Moderne. Und zwar in der Regel als Marketinginstrument.

  • Stimmt, in Japan herrschte unter dem Tokugawa Regime Frieden, wenn man Bauernaufstände etc eben mal so ignoriert und vor den Mitteln mit denen dieser Frieden erzwungen wurde die Augen verschließt. Da war von Geiselhaltung bis hin zur fröhlichen Erpressung quer über die Bespitzelung wirklich alles dabei was man so landläufig als unehrenhaft einstufen würde.

  • Interessanterweise findet man diesen bushidobeweihräucherung ja nur in japanischen Kk, besonders hochgehalten durch die noch bestehenden koryu.

    Kks aus anderen Ländern wie China, Korea, Vietnam z. B. kennen das garnicht.

    Dennoch wird von Europäern das Mäntelchen Bushido erstmal über alle geworfen.

    Wir sind da asiatischer als die Asiaten!


    So, und logischerweise, wenn die sich an den Codex gehalten hätten, hätte es das Großgemetzel nicht gegeben.