vernünftig Raufen lernen

  • Hallo Ida,


    natürlich ist es ein armer Junge, wenn man bedenkt, dass er letztlich aufgrund seiner Eltern so ist, wie er ist. Allerdings haben wir alle erdenklichen Mittel versucht. Du weißt ja, wenn die Eltern nicht mit der Schule sondern gegen die Schule arbeiten, gibt es kaum Möglichkeiten. Ich hatte ihn nur in Sport, aber die Klassenleiterinnen hatten unter den Eltern auch richtig zu leiden, mehr als unter dem Jungen selbst. Du kennst solche Fälle sicher auch zu genüge.


    Ich habe mich übrigens vertan, er ging erst im 1. Halbjahr der 7. Klasse. Die Eltern haben ihn abgemeldet, meines Wissens gab es keine Möglichkeit, dass wir ihn aktiv der Schule verweisen konnten.


    Bei manchen Schülern denke ich, dass wir viel zu lange warten, bis wir eine Disziplinarkonferenz halten und im letzten Schritt auch den Schulvertrag kündigen. Ich denke, dass dieses "ultimative Signal" einigen Schülern und vor allem den Eltern gut tun würde und es auf der nächsten Schule besser laufen würde.


    Du sagst, es werden hier gewisse Mängel des "Erziehungs-Systems" deutlich. Das Ding ist halt, und deswegen hast du wahrscheinlich die Anführungszeichen benutzt, dass Schule nur in sehr begrenztem Rahmen Kinder erziehen kann. Hauptsächlich werden sie von den Eltern erzogen und was dort ggf. schief läuft, können wir nicht ausbügeln.


    Im Englischen heißt Erziehung und Bildung beides "education"; manchmal können wir im Deutschen doch besser differenzieren, obwohl wir weniger Wörter haben :)


    LG,
    Bundus

    Humor ist der Regenschirm der Weisen. (Erich Kästner)

  • Sehr gut!Aber hoffentlich hast Du Fingerhebel auch Deiner Tochter gezeigt! Nicht wenige Frauen sind Naturtalente in Bezug auf Fingerhebel.

    Die Kleine ist erst zwei Jahre alt. Ich nenne sie "Ronjas Räubertochter" das Talent liegt in der Familie :D

  • Die ersten Fingerhebel hab ich ihm auch schon gezeigt.


    Ich will mich bei euch zwei Hübschen ja nicht einmischen, aber zu meinem damligen Thema bzgl. Fingerhebel merkte ich mir gar folgende Quintessenz:


    "Fingerhebel gibtet nicht."


    Ansonsten fordere ich hiermit den Beweis ;)


    Andererseits:
    Warum schulst du (Brandenburger) dein Kind eigentlich nicht im Lesen und Schreiben? Hast du Schiss, dass es dir Versprechungen abringt?


    :P


    FG


    Gute Nacht


    Schlaft Gut

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Nein wird es nicht. Geh doch bitte mal auf die folgenden Fragen ein:


    Wie viel Zeit und Energie wendest du für die Schulung des Jungen bzgl. KK auf?
    Gegenübergestellt
    Wie viel Zeit und Energie wendest du für die Schulung des Jungen bzgl. Nachhilfe/Lesen und Schreiben auf?


    ----


    An alle:
    Was bringt es eigentlich der Nachkommenschaft überhaupt das Raufen beizubringen?


    Gute Nacht

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

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  • Was bringt es den Kindern den Glauben an das Gute im Menschen einzutrichtern....
    Meine These : Eine gute rundum Ausbildung ist das Optimum. Von Geistesfähigkeiten bis zu körperlichern Aktionen muß halt Alles geübt werden. Man weis ja nie was noch kommt.
    Der Glaube das wir hier noch ewig im gewaltlosen Paradies leben können, er bröckelt immer mehr.

  • Blitzantwort:


    Die Geistige Fähigkeit des Menschen korreliert mit der Komplexität seines Bewegungsverständnisses. :)


    So gesehen, hätte Brandenburger sogar recht... würde er sein Training nicht auf "Faust => Nase" reduzieren.


    ;)


    Fröhliches Füße Waschen

    Si·g·na·tu̱r
    Substantiv [die]

    Eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, mit der ein Buch in einer Bibliothek registriert ist.

  • Wir rechnen auch oft die quersummen aus autonummernschilder aus, abends wird regelmäßig vorgelesen.

  • An alle:
    Was bringt es eigentlich der Nachkommenschaft überhaupt das Raufen beizubringen?

    Wenn die Nachkommenschaft nicht Raufen lernt, dann steigt das Risiko enorm, dass die Nachkommenschaft den Spaß an der Schule verliert, weil auf dem Schulhof oder auf dem Schulweg oder im Schulbus oder im Sportverein oder im Schwimmbad oder bei einer Party die Nachkommenschaft Bekanntschaft mit den Leuten macht, die wenig gut mit Worten aber ziemlich gut mit Fäusten umgehen können und die Nachkommenschaft sich dann wundert, dass nicht jeder Faustschlag verbal abgewehrt werden kann.

  • Es ist auch einfach ein natürliches Bedürfnis vieler Kinder. Mehrheitlich wohl von Jungs, aber auch nicht von allen Jungs. Wenn man ihnen verwehrt, spielerisch zu kämpfen, können sie ihre Bedürfnisse nicht ausleben. Wohin das genau führt, kann ich nicht sagen, ich bin kein Entwicklungspsychologe, aber gut ist das bestimmt nicht.


    Eine andere Frage, die Ida aufwarf, ist, warum eigentlich meistens Jungs mit mehr oder weniger schlimmen Gewalttaten auffällig werden. Das ist nicht nur in der Schule so, sondern insgesamt und auch nicht nur in Bezug auf Gewalttaten:



    Zitat

    ... Weil Frauen weniger und leichtere Straftaten begehen als Männer, werden Frauen nur relativ selten zu Gefängnisstrafen verurteilt. Bedeutsam ist auch, dass straffällig gewordene Frauen ein geringeres Rückfallrisiko und eine günstigere Sozialprognose als Männer aufweisen. Von den 60 800 Personen, die sich am 31. März 2000 im deutschen Strafvollzug befanden, waren nur 4% (knapp 2400) Frauen.“[2][3] ...
    Quelle:


    Hier eine ähnliche Zahl:



    Im Jahr 2012 waren 96,3 Prozent der Gefängnisinsassen in der lateinischen Schweiz männlich und 3,7 Prozent weiblich.

    Humor ist der Regenschirm der Weisen. (Erich Kästner)

  • Wenn die Nachkommenschaft nicht Raufen lernt, dann steigt das Risiko enorm, dass die Nachkommenschaft den Spaß an der Schule verliert, weil auf dem Schulhof oder auf dem Schulweg oder im Schulbus oder im Sportverein oder im Schwimmbad oder bei einer Party die Nachkommenschaft Bekanntschaft mit den Leuten macht, die wenig gut mit Worten aber ziemlich gut mit Fäusten umgehen können und die Nachkommenschaft sich dann wundert, dass nicht jeder Faustschlag verbal abgewehrt werden kann.


    Das Schlimme ist, auch wenn es mir gegen den Strich geht, hier hat er recht. Selbst Herkunft oder soziale Schicht schützt vor Blödheit nicht. Ich kann mich da noch gut an ein Direktoren Sohnemann erinnern. Karl L. hieß der Knabe.
    Dumm wie Brot, aber kräftige Fäuste. Wie oft hat der mir eine verpasst und ich habe mich erstmal nicht gewehrt und Haltung gewahrt. Frei nach dem Motto " mehr kannst du wohl nicht...".... "Mit so was prügelt man sich nicht." Irgendwann platzte dann doch der Kragen. Karl hatte danach eine neu blaue Brille....
    Hat es dadurch aufgehört, nein, aber es wurde deutlich friedlicher.

  • Selbst Herkunft oder soziale Schicht schützt vor Blödheit nicht.

    Da muss ich KAJIHEI Recht geben.


    Als Kinder mit extrem schlechten Sozialverhalten sind mir als Schüler besonders oft die Kinder von LehrerInnen aufgefallen.


    Eine weitere Beobachtung in meiner Schulzeit war, dass gerade die Kinder, die bei dem Sozialverhalten eine Eins hatten, sich oftmals durch das unsozialste Verhalten auszeichneten.

  • ...


    Als Kinder mit extrem schlechten Sozialverhalten sind mir als Schüler besonders oft die Kinder von LehrerInnen aufgefallen.
    ...

    ... also das möchte ich jetzt aber nicht auf mir sitzen lassen, meine Tochter hat zwar nie eine Eins in Sozialverhalten bekommen,
    weil sie recht unangepasst war, aber 'anständig' benommen hat sie sich immer ...


    doch zurück zum Thema:
    die Idee mit den 'Lichtschwertern' finde ich wirklich gut ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.


  • Als Kinder mit extrem schlechten Sozialverhalten sind mir als Schüler besonders oft die Kinder von LehrerInnen aufgefallen.


    Mir nicht. Ich konnte den Spruch "Lehrers Kinder, Müllers Küh..." auch noch nie nachvollziehen.


    Seitdem ich Lehrer bin, habe ich logischerweise sehr viele "Lehrers Kinder" kennen gelernt, denn in vielen Klassen sitzen welche. Da war bisher keins dabei, dessen Sozialverhalten unterhalb von "normal" zu bewerten wäre. Die meisten haben sogar ein ausgesprochen gutes Sozialverhalten.

    Humor ist der Regenschirm der Weisen. (Erich Kästner)

  • Mir nicht. Ich konnte den Spruch "Lehrers Kinder, Müllers Küh..." auch noch nie nachvollziehen.


    Seitdem ich Lehrer bin, habe ich logischerweise sehr viele "Lehrers Kinder" kennen gelernt, denn in vielen Klassen sitzen welche. Da war bisher keins dabei, dessen Sozialverhalten unterhalb von "normal" zu bewerten wäre. Die meisten haben sogar ein ausgesprochen gutes Sozialverhalten.

    ... ich befürchte allerdings, dass der Willi Tell was ganz anderes gemeint hat ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Hallo,


    da bin ich doch auf eine sehr, sehr gute Diskussion gestoßen.
    Besonders interessierten mich die Gedankenmodelle von den " Lehrkräften ", da dort aus aus dem Nähkästchen geplaudert wird.
    Wobei ich an meine Schulzeit eine andere Erinnerung habe.


    Das vernünftige Raufen lernen.....
    ist in meinen Augen schon ein Widerspruch!
    Denn was verstehen wir.... jede hat eine andere Vorstellung... von vernünftigem Raufen?
    Was bestimmte Menschen uns als Norm verkaufen wollen?


    Da habe ich ein Foto aus dem Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan in einem Bildband gesehen, da begleitet eine Schar von Kindern eine Streife ( natürlich bewaffnet ) in Taloqan und was haben die Kinder dabei? Die Spielzeugwaffe ist eine AK 47.


    Aus den vielen Schreiben habe ich für mich zwei ausgewählt:
    natürlich verkürzt.


    Oder einen Gedanken von carstenm.


    Wie kommst du zu dieser Annahme?Aus meiner Sicht ist diese Garantie nicht mehr und nicht weniger als die Grundlage unserer Zivilgesellschaft.
    Und ich erlebe, daß sie zumindest so gut funktioniert, daß man diese Geselschaft verläßlich darauf bauen kann.

    Der nur so lange funktioniert hat, bis Silvester in Köln.
    Da wurde deutlich, nicht überall auf dieser Welt gelten die gleichen Vorstellungen.
    Aber, wir haben uns schon an so vieles gewöhnt. Die Ausschreitungen bei den Fußball-Spielen finden wir beinahe als normal.


    Was bringt es den Kindern den Glauben an das Gute im Menschen einzutrichtern....
    Meine These : Eine gute rundum Ausbildung ist das Optimum. Von Geistesfähigkeiten bis zu körperlichern Aktionen muß halt Alles geübt werden. Man weis ja nie was noch kommt.
    Der Glaube das wir hier noch ewig im gewaltlosen Paradies leben können, er bröckelt immer mehr.


    Den Beitrag von KAJIHEI habe ich extra als letzten eingefügt.
    Denn es müßte eigentlich dem letzten Bundesbürger klar geworden sein....wir leben nicht in einem gewaltlosen Paradies.
    Das zeigt jedem der Blick in seine Tageszeitung.


    Sollen unsere Kinder weiterhin an das gewaltlose Paradies glauben...?
    Oder wäre es nicht besser... sich doch mit dem vernüftigen Raufen auf das Leben vorzubereiten?


    Ich finde da ist noch viel Gesprächsbedarf.


    ?(

  • So wir haben jetzt den Trainingsplan erweitert.


    Am WE sind wir regelmäßig auf dem Kinderspielplatz.


    Wir haben dort auch so ein Klettergerüst an dem man prima Klimmzüge / Kraftübungen machen kann.


    Für Vater und Sohn ist das eine zusätzliche Trainingseinheit.


    Und selbst die Kleine, mit Ihren 2,5 Jahren, macht dort ihre ersten Kräftigungsübungen. :thumbsup:


    In Anlehnung an die „Hanging Challenge“.


    Sau stark


  • Die Kleine hängt sich gerne an das Gerüst.


    Vom meinem Kumpel, der is auch Physiotherapeut, bekam ich folgenden Bildhinweis.